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Dienstag, 28. April 2026

Rückspiegel 2




Rezension


Rückspiegel
Ausgabe 2
April 2026
116 S.








„Es gibt viel zu erzählen – wir haben viel zu erzählen.“ schreibt die SAF im Vorwort ihres zweiten Hefts. Es hätte schon im Winter da sein sollen, aber wie es eben kommt, wurde es umständehalber April 2026. Der Vorteil eines Hefts im Print ist aber, dass dies nichts ausmacht. Denn so etwas ist für Langfristigkeit da und nicht für den Augenblick. Fanzines haben einen Wert.

Seit dem ersten Heft vor sechs Jahren ist viel passiert. So wird hier auf die Zelebrierung des zehnjährigen Gruppenjubiläums 2022 und das Making-of der Choreographie eingegangen, auf Aufmerksamkeit erregende Aktivitäten zum 125-jährigen Jubiläum Rapids oder den Wechsel des Gruppenlogos vom Bus zum Strizzi 2024. Auf spezielle Europacup-Reiseabenteuer in Zeiten der Coronapandemie 2021 und 2022 sowie schönen Reisen 2023. Mit und für Rapid zu reisen ist dann doch immer das Allerbeste.

Groundhopping, große Fotostrecken von Graffiti und etwas zur Beziehung zu 1860 München gibt es weiters. Zu guter Letzt darf auch meine Person selbst in Form eines Interviews zu Wort kommen. Ein Jahrzehnt nach dem Interview bei den Tornados. Mich selbst will ich nicht in den Vordergrund stellen und präsentieren, sondern durch diesen Blog hier und meine Arbeit für den Fußball generell sprechen. Fanzines sind aber eine gute Plattform für die an Themen nachhaltig interessierte Zielgruppe abseits der großen Öffentlichkeit. Daher habe ich die Einladung der SAF gerne angenommen und freute mich, hier ein wenig über mich zu erzählen.


A5-Format / 4 € / nur szeneintern erhältlich

Freitag, 20. März 2026

Tornados Spezial, 54




Rezension


Tornados Spezial
Ausgabe 54
108 S.









„Dieses halbe Jahr hat uns nicht nur wesentlich älter gemacht, sondern auch Jahre näher an den Tod gebracht.“ leiten die Tornados im Vorwort ihr Heft mit dem Rückblick auf die Rapid-Herbstsaison 2025 zutreffend ein. Als Rapidfan altert man aufgrund der emotionalen Hochschaubahnen mit rasanten Abstürzen nach kurzen Höhenflügen generell schnell. Die Saison 2025/26 sticht dabei aber nocheinmal aus dem langjährigen Schnitt heraus.

Einer der zahlreichen Punkte dieses Alterungsprozesses war die in sieben Jahrzehnten Europacupgeschichte erstmalige Entscheidung einer Begegnung Rapids im Elfmeterschießen im Sommer bei Dundee United, wobei nach 2:0-Pausenrückstand das jähe frühe Ende der Europacupsaison auch schon davor nahe war. Unter dem Titel „Auf den Punkt gebracht“ beschäftigen sich die Tornados in ihrer stets lehrreichen Geschichtsbetrachtung diesmal mit den Elfmetern in der Rapid-Geschichte und versuchten dazu auch soweit möglich die Daten und Zahlen zusammenzutragen. Man lernt wieder einige Fakten der Rapid-Geschichte dazu.

„Oida. Puh.“ und ähnliche Gedanken kommen einen zu den aufsteigenden Grausbirnen beim Lesen der Spielberichte des Herbsts 2025. Da waren Tiefpunkte wie die Heimniederlage gegen den Tabellenletzten GAK dabei, die ich gern verdrängt gehabt hätte. Aber an die guten Momente wird man hier zumindest auch erinnert. Auch wenn der Europacupherbst katastrophal zu bilanzieren ist, konnte man immerhin doch wieder einmal mit der Rapid kreuz und quer durch Europa reisen. Ein Schmunzeln entlockte die Bildunterschrift „Statue eines fassungslosen Rapidfans im Herbst 2025“ zur abgebildeten Statue des Jan Kiepura in Sosnowiec, wo Rapid sich von Raków Częstochowa an die Wand spielen ließ.

Im Text über das Freundschaftsspiel von VeneziaMestre in Hütteldorf gehen die Tornados auch auf die besondere Situation aufgrund ihrer Freundschaft zu deren Rivalen Parma und den Umgang damit ein. Im großen Interview gibt es diesmal ein Gespräch mit Chris und Moriz, die mit den Lords die Fanszene Rapids lange mitgeprägt haben und heute in anderer Rolle in von den Vereinsmitgliedern gewählten ehrenamtlichen Funktionen des SK Rapid tätig sind. Sie reflektieren Vergangenheit und Gegenwart. Weiters liest man im Heft wieder von Veranstaltungen und von Besuchen bei Ferencváros und Parma sowie Nürnberg. Im Rezensionsteil fällt den Tornados im Film der Union '99 Ultrà Salzburg eine Vorliebe für Ottakringer Bier aus Wien auf. Ein Reisebericht entführt einen gedanklich in Text und Bild nach Kolumbien.


A4-Format / 5 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel blickfang-ultra.de und nofb-shop.de.

Dienstag, 28. Oktober 2025

Block West Echo, 46




Rezension


Block West Echo
#46
Saison 2024/25
276 S.








Nachteil an dicken Heften ist, dass man sie nicht schnell fertiggelesen hat. Vorteil, dass man viel zu lesen hat. Ich lese sehr gern. Das Block West Echo der Ultras Rapid hat zum wiederholten Mal einen Stärke, die nicht in Inhalt und Optik, aber doch im Umfang an seinerzeitige Skripten im Studium vor dem einen oder anderen Jahrzehnt erinnert. Es aufmerksam zu studieren ist auch hier ein Gebot.

„Die Sonne scheint nun mal nicht 365 Tage im Jahr.“ heißt es im Vorwort zur Rapid-Saison 2024/25. Tatsächlich bot sie an emotionalen Spitzen und echten Tiefschlägen schon wieder einmal eine beachtliche Bandbreite. Nach starkem Beginn in der Meisterschaft am Ende gerade noch im letzten Moment im Nachsitzen „Mindestziel erreicht, ein blamables Ausscheiden im Cup und eine lange Reise durch Europa“. In den erkennbar zeitnah mit den Emotionen jener Momente geschriebenen Spielberichten zu den Rapid-Spielen findet sich dieses Auf und Ab auf über hundert Seiten und lässt einiges an Erinnerungen hochkommen.

Der Venedigteil hat mir diesmal sehr gut gefallen. Lernen kann man hier auch etwas über Geschichte und Bedeutung des Markuslöwen und seiner Varianten. Da sich 2025 die Freundschaft mit VeneziaMestre zum 25. Mal jährte, gibt es auf 35 Seiten nicht nur erfreulich viele Berichte von Spielbesuchen mit Schilderung von Erlebnissen und Eindrücken sondern auch Bezug zum Jubiläum im Jänner. Der Vergleich der Eindrücke in Neapel 2003 und 2024 ist interessant: 2003 waren beim Venedig-Gastspiel nur 12.923 Leute im Stadion mit vollen Kurven und leeren Längsseiten, doch die Stimmung beim Hineinkommen in den Gästesektor beängstigend. 2024 war das Stadion mit 51.199 Leuten voll, doch Curva A und Curva B enttäuschten. In den Besuchen in Venedig selbst kommt in den Texten auch das Genießen der Stadt nie zu kurz. Zum Spiel gegen Inter am 12.1.2025 gab es einen Besuch in besonderer Konstellation durch fünf Ultras, die bei der Gründung der Freundschaft im Jahr 2000 federführend gewesen waren mit einem speziell angefertigten Besuchsfetzen. Bei einem anderen Spiel waren vier Junge erstmals in Venedig und resumierten: „Die italienische Ultras-Kultur und Mentalität kennenzulernen, ist ein bedeutender Bestandteil einer jeden Ultraskarriere.“

Auf 13 Seiten PAO wird u.a. auf schwierige interne Situation in Gate 13 verwiesen wird und ein interessantes Interview mit einem speziellen Protagonisten geboten. Auf 25 Seiten 1. FC Nürnberg geht es mit dem FCN auf die Reise durch die zweite deutsche Bundesliga, man nahm am Begräbnis eines langjährlichen aktiven Mitglieds der UN und ehemaligen Vorsängers teil und auch an der Filmpremiere von Aura einer Legende - 125 Jahre Erster Fußball-Club Nürnberg. Am großen 125-Jahre-Festtag spielte Rapid am selben Tag. Dafür berichten die UN selbst davon. Auch Ferencváros und Sampdoria haben wieder Platz, sodass der Teil im Heft zu Freundschaften und freundschaftlichen Kontakten zusammen 113 Seiten umfasst. Dies spiegelt den großen Stellenwert des Themas für die Gruppe wohl stark wider.

Über Italien kann man nicht genug Wissen aufgesogen haben. Eine sehr gute Gelegenheit dafür war die von den UR organisierte Filmvorstellung von A guardia di una fede. „UR ist dafür bekannt, Dinge nicht normal machen zu können, daher musste auch hier das Rahmenprogramm stimmen. Einfach ins Kino zu gehen, war zu wenig.“ Eine eigens gestaltete Sonderausstellung beeindruckte an diesem Tag, es gab Grußbotschaften und als Highlight ein Video mit Worten an das Rapid-Publikum Claudio selbst. Das war beachtlich. Im Nachgang gab es dann auch noch einen Besuch bei ihm in Italien selbst mit einem Wiener Geschenkpaket, wie das Heft berichtet.
Weiters gibt es im Heft Berichte zu diversen Festivitäten und Veranstaltungen. Einen Blick über den europäischen Tellerrand bietet ein Interview mit einem aktiven Mitglied der Green Boys von Raja Casablanca zu den dortigen Verhältnissen in einem herausfordenden Umfeld.

Lesen und lernen aus selbstgewähltem und daher freudebringendem Lernstoff bringt einen im Leben weiter.


A4 / 10 € / ultrasrapid.at.

Dienstag, 7. Oktober 2025

Tornados Spezial, 53




Rezension


Tornados Spezial
Ausgabe 53
96 S.









Um die am Titelblatt zu sehende goldene Ananas spielte Rapid am Saisonende 2024/25 nur mehr, was sarkastisch mit „Mission 33, Versuch 17“ beschrieben wird. Trainer war bis zum Rauswurf im Frühjahr Robert Klauß. Da er dennoch eine gute Nachrede hat, führten die TR ein Interview mit ihm, in dem er über Red Bull, den Block West und Rapid spricht. Seine Analyse zum Ende beinhaltet den Fokus der Spieler auf den Europacup, wonach die Mannschaft nach dem Ausscheiden „komplett tot“ war, und der besseren Anpassung der nationalen Gegner auf das Rapid-Spiel im Herbst. Warum man nach dem Eintrainieren neuer Ansätze in der Winterpause dann in der Meisterschaft dennoch alles verloren hatte, fragt er sich selbst: „Wo ich mir heute denke, wie kann das gehen.“ Da liegt wohl der Schlüssel. Das alles und noch viel mehr in einem lesenswerten Gespräch.

Im Unterschied zum Bildschrim-Scrollen vergeht beim Lesen von Heften nicht nur die Zeit, sondern man ist nachher meist klüger. Das trifft dies auch wieder einmal auf dieses Heft zu, in dem sich die Tornados mit Sektionen in Ultrà-Gruppen und besonders in der Geschichte des Block West beschäftigen. Da sind doch viele Details und Umstände beschrieben, die ich zumindest vorher nicht so kannte. Einen Blick zum Thema Sektionen und der dortigen Handhabung machen die TR auch zu Ferencváros und Parma sowie Nürnberg.
Unfassbare zehn Jahre (!) ist die instruktive Aufarbeitung des Themas Sektionen in der Vereinsgeschichte des Sportklub Rapid in Ausgabe 36 des Tornados Spezial bereits her. In einem Update und Nachfolgeartikel geht es hier nun um die zwischenzeitliche Etablierung der Frauen sowie die Umstände von Möglichkeiten zur Etablierung von Handball und Basketball. Der Artikel plädiert erneut für die Ausweitung des Sportklubs auf andere Sportarten wie z.B. Darts und verweist auf die vorhandenen Ansätze im Boxsport durch den aus dem Block West entstandenen Boxclub Rapid Wien.

Von den und über die oben erwähnten Freundschaften liest man im Heft wieder sowie von diversen Aktivitäten des Block West und bei Rapid. Erwähnt werden auch die Beweggründe, warum neben den Printprodukten im Onlinebereich zu Homepage tornadosrapid.at und Youtube fichtl96 nunmehr auch Instagram fichtl96 getreten ist. Im Rezensionsteil gibt es Beiträge über den Film Aura einer Legende zu 125 Jahren 1. FC Nürnberg sowie gleich zu zwei Fanzines von Sturm Graz, nämlich dem Clockwork Jewels Nr. 7 der Jewels Sturm und Fuori di Testa Nr. 1 der Grazer Sturmflut.

Das Frühjahr 2025 brachte für Rapid eine emotionale Hochschaubahn, wobei dabei wohl im Nachgang die Talfahrt nachhaltiger in Erinnerung bleibt. In den Berichten zu den Rapid-Spielen kann man die Ereignisse und Umstände nochmal nachlesen und die zahlreichen Bilder dazu betrachten, um sich das alles noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Die großen Momente gab es im Europacup mit zwei Duellen in Achtelfinale und Viertelfinale. Die Erinnerung an die Nerven, die man bei dem Rückspiel gegen Borac Banja Luka und dem Rückspiel gegen Djurgårdens IF liegen gelassen hat, kommt wieder hoch. Aber auch schöne Erinnerungen an jene Zeiten.

Wie sehr ich Globetrotter bin, obwohl ich Europa nicht verlasse, machten einem die Tornados in ihren Text über die Kosten der Rapid-Saison 2024/25 für das Allesfahrer-Börserl klar. „Mit den gesammelten Kilometern könnte man den Globus zu 73% umrunden.“


A4-Format / 4 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel blickfang-ultra.de und nofb-shop.de.

Mittwoch, 23. April 2025

Tornados spezial, 52




Rezension


Tornados spezial
Ausgabe 52
96 S.









Trikots, Sturmhauben, Ausschreitungen und Aufregungen. Darüber und noch über viel mehr gibt es im wieder 96 Seiten starken Fanzine der Tornados Rapid zu lesen. Anlässlich des negativ beurteilten Rapid-Trikots, „das fast von jedermann als unfertig angesehen wird“, beschäftigt man sich mit dem Rapid-Dress im Lauf der Geschichte und stützt sich dabei auf das hervorragende Buch „Grün-Weiß sind unsere Farben“ von Julian Schneps. Um Bekleidung geht es auch in einem weiteren Artikel, der sich Vermummung und Sturmhauben in der Rapid-Geschichte widmet und warum diese genutzt, aber nicht exzessiv damit posiert wird. „Irgendwas is' immer“ ist der wahrste Satz zu Rapid. Auch im Herbst 2024 passierte wieder einiges, wozu die Tornados hier auch ihre Meinung kundtun. Im Sinne eines lebendigen Mitgliedervereins berichtet das Heft wieder über die vergangene Rapid-Hauptversammlung und beurteilt manche Vorgänge kritisch.

Weiters liest man im Heft erneut von den und über die Freundschaften Ferencváros und Parma sowie auch von Besuchen bei Nürnberg.
Groundhoppingberichte finden sich im Heft diesmal leider keine, dafür hat man den Rezensions-Teil ausgebaut. Einige Seiten füllen Bilder der zahlreichen Graffiti.

Rapid ist und bleibt im Zentrum und so umfassen 56 der 96 Seiten Berichte von Rapid-Spielen bzw. deren Drumherum im Herbst 2024. Beginnend im Sommer mit dem Jubiläumsspiel gegen den AC Milan und endend mit dem Europacup-Highlight gegen den FC Kopenhagen erzählen verschiedene Autorinnen und Autoren der Tornados wie üblich getrennt zwischen nationalem und internationalen Bewerb von den Ereignissen und Begebenheiten während der und rund um die Spiele. Stets eine interessante Chronik, wenn man dies zurückschauend und sich erinnernd liest. Dabei liest man auch von diversen Hintergründen wie etwa dem Zusammenhang der Auswärtschoreographie bei Blau-Weiß Linz im Sommer mit dem Thema Nachhaltigkeit, Müllvermeidung und Kostenersparnis.
Einen besonderen Stellenwert nehmen die Europacup-Auswärtsreisen ein, von denen es 2024/25 mehr als jemals zuvor gab. „Der Europapokal verschlägt den reisewilligen Rapidler neben Weltmetropolen ab und an auch an Orte, die man ohne Rapid wohl nie in seinem Leben gesehen hätte.“ heißt es über Trabzon. Das trifft für mich nicht zu, da ich bereits ein halbes Jahr zuvor im Jänner 2024 drei Tage dort verbrachte, um mir einige Fußballspiele anzusehen. Somit konnte mein kleiner Blog auch als Quelle zur Veränderung der Fansituation in der Zwischenzeit im Bericht über das Rapid-Spiel bei Trabzonspor dienen. So etwas freut und ehrt mich immer.


A4-Format / 5 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel blickfang-ultra.de und nofb-shop.de.

Freitag, 18. Oktober 2024

Tornados spezial, 51




Rezension


Tornados spezial
Ausgabe 51
84 S.









„Alles über den Sport“ heißt es im neuen Heft der Tornados Rapid. Frei nach der Leitlinie des Präsidiums „Alles für den Sport“ betrachten die Tornados in ihrem Fanzine hier sportliche Belange intensiver als sonst, denn „schlussendlich ist auch dieses Ultrà-Heft doch nur eine Zeitschrift von Fans für Fans.“ Das Thema des Körner-Trainingszentrums wird mit positiven und negativen Aspekten beleuchtet. Die Funktion von Rapid als Karrieresprungbrett anhand erfolgreicher und gescheiterter früher und schneller Transfers behandelt. Das zeigt das systemische Problem auf, dass oft länger bei einem Verein bleiben und Stabilität gewinnen sinnvoller als ein Sprung ins nur scheinbar verlockende Ungewisse ist. Das Trainerkarussell Rapids ist ebenfalls Thema: „Wir sind heuer in die achte Saison im Weststadion gestartet. Mit Robert Klauß haben wir den siebenten Cheftrainer seit dem Umzug.“ Letztendlich werden auch Entscheidungsgremien der Liga, an welcher Rapid teilnimmt, hinterfragt und die Willkürlichkeit und fehlende konsistente Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen des Strafsenats und der Linzenzvergaben durchleuchtet.

Fünf Jahre nach seinem Abschied beschäftigt sich das Heft nocheinmal mit der Rolle und Funktion Andy Mareks. Auf die vielen verschiedenen Ereignisse, Veranmstaltungen und Termine im ersten Halbjahr 2014 blickt man zurück. Zu lesen ist wieder von den und über die Freundschaften Ferencváros und Parma und auch Nürnberg ist hier erneut Thema.

Schon beim vorherigen Heft hatte ich mich über Groundhopping-Berichte aus Lateinamerika gefreut. In dieser Ausgabe gibt es davon (von anderen) nocheinmal mehr. Ich schätze zwei Arten von Groundhopping-Berichten: Jene über Destinationen, die auch in meiner Reichweite sind, und woraus ich daher etwas für mich Praktisches lernen kann, sowie jene über Destinationen, in die ich nie kommen werde, und die daher einen exotischen Reiz beim Lesen vermitteln. Da ich selbst eher viel als weit und kurz als lang reise, den Besuch eines Spiels der italienischen Serie D dem Erkunden eines neuen Landes tendenziell eher vorziehe und in diesem Leben wahrscheinlich eher keine Fernreise unternehmen werden, reizt mich die Lektüre solcher Berichte wie hier von einer neunwöchigen (!) Reise nach Lateinamerika (Florida zähle ich da mal grosso mode dazu). Persönlich gehaltene, unterhaltsame und spannende Reiseerzählungen gibt es rund um Spielberichte aus Florida, Mexiko, Peru und Bolivien. „Von den meisten Orten, an denen wir unterwegs waren, bekommt man hier in Österreich selten etwas mit.“

Ein Hauptteil des Hefts umfasst den Rückblick auf die Pflichtspiele des SK Rapid von Februar bis Mai 2024. Unterschiedliche Leute schreiben wie gewohnt über die Ereignisse sowie Erlebnisse des Spieltags. Dazu gibt es prägnante Fotos zu sehen. Das beste kommt aber zum Schluss. Auch ich fühle mich bei der satirischen Schreibanleitung für Spielberichte in Fanzines am Heftende wie „Verfasst den Text unbedingt im Passiv!“ ertappt. Wie es sich für eine gute Satire gehört, steckt hier viel Wahrheit drin.


A4-Format / 4 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel blickfang-ultra.de und nofb-shop.de.

Donnerstag, 7. März 2024

Tornados spezial, 50




Rezension


Tornados spezial
Ausgabe 50
112 S.









Das Jubiläumsheft der 50. Ausgabe des Fanzines der Tornados Rapid. Ein Grund zum Feiern dieses wahrlich lesenswerten Hefts. Ein Artikel blickt auf Begebenheiten, amüsante Anekdoten seit der ersten Ausgabe im Jahr 1997 zurück und beschreibt die Entwicklung des Hefts, die auch Hand in Hand mit der Entwicklung der Gruppe ging. „Wir haben viel Freude mit unserem Heft und hoffen, dass ihr euch auch daran erfreut und etwas lernen könnt.“ schreiben die Tornados. Ich kann das nur bejahen und tue das auch in meinem Grußwort im Heft: „Ich lerne in jeder Ausgabe etwas Neues dazu.“ schreibe ich darin. Es ist mir eine Ehre, gemeinsam mit den Kalibern Josef Gruber, dem langjährigen und einzigen Abonnenten Stefan und Ya Basta! zu einem Grußwort von den Tornados eingeladen worden zu sein.

Eine der verdienstvollsten Organisationen des Block West ist die Rechtshilfe Rapid. Pia und Matej sprechen im Interview über ihre Arbeit. Zur juristischen Bildung drucken die Tornados dazu gleich auch die dabei erwähnten Paragraphen und Gesetzesstellen ab. Thematisch passend haben sie sich auch eine besondere Gesprächsführung überlegt.

Zum Nachdenken soll ein Meinungskommentar anregen, der mehrere Entwicklungen gegenwärtiger Ultraskultur kritisiert und „Gespür und Mentalität“ vermisst. Ein Nachruf erinnert an den am 8.1.2024 verstorbenen Platinum. Weitere Berichte behandeln diverse Festivitäten des Block West oder die Geschehnisse der ordentlichen Hauptversammlung des SK Rapid vom November 2023. Laurin Rosenberg widmet sich in seiner Geschichts-Serie dem Thema Feiern bei Rapid. Es gibt wieder von den Freunden Ferencváros und Parma zu lesen sowie auch erneut von Besuchen in Nürnberg. Ein besonderer Teil dieser Ausgabe ist das Doppelhalter-Ranking. Dazu hatten die Tornados zu Einsendungen aufgerufen und präsentieren und beschreiben hier die Top-10. Auch das Gästesektor-Ranking wird fortgeführt.

Standbein des Hefts sind auch in Nummer 50 wie in den 49 Ausgaben davor Spielberichte der vergangenen Rapid-Spiele, hier der Herbstsaison 2023, mit pointierten Einschätzungen und Meinungen zu verschiedenen Aspekten. Auch Humor und Lebenslust kommt dabei nicht zu kurz, etwa im Bericht von der bereits Höhe St. Pölten zu Ende gegangenen Auswärtsfahrt zum schneebedingt abgesagten Spiel gegen Wattens und dessen Nachgang. Das erste Spiel im Berichtsteil Europapokal war eigentlich gar kein Europacupspiel, nämlich das Rapid-Gastspiel bei Union Berlin. Der schöne Tag fühlte sich aber auch für mich fast so an.

Standbein des Hefts in früheren Zeiten war einmal ein umfangreicher Groundhopping-Teil. Das hat sich verflüchtigt, wie auch im eingangs genannten Artikel zur Heftgeschichte beschrieben wird. Mit Berichten aus einer Reise nach Argentinien und Brasilien feiert diese Rubrik hier aber ein begrüßenswertes Comeback. Rezensionen interessanter anderer Publikationen, Graffitifotos und die beliebte Rubrik sinnlos machen den Abschluss.

Ich schließe mich der Devise am Titelblatt an: „Noch lange nicht genug“


A4-Format / 6 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel blickfang-ultra.de und nofb-shop.de.

Mittwoch, 20. Dezember 2023

Block West Echo, 44




Rezension


Block West Echo
#44
Saison 2022/23
216 S.








Mit dem Block West Echo der Ultras Rapid kann noch einmal auf die Saison 2022/23 geblickt werden. Ausführlich in Text und Bild zurückgeblickt wird im ersten Teil des Fanzines auf die Saisonspiele Rapids in der Bundesliga, im ÖFB-Cup und im Europacup. Erinnerungen an einige Höhepunkte und manch emotionale Tiefpunkte werden geweckt und geschildert, wie die Ultras Rapid die Spiele erlebten.

Hart zu lesen sind die Berichte zum Tod von UR-Mitglied Luksus und den Aktionen in seinem Gedenken. Interessante Rückblicke gibt es von diversen UR-Veranstaltungen wie Abenden mit Trimmel, zu Argentinien, Wiener helfen Wienern, der Weihnachtsfeier, der Jubiläumsfeier (am Stephansdom!), mit Hans Krankl, mit Andy Marek und vieles mehr. Eine interessante Idee war das kulinarische Programm der Weihnachtsfeier, das aus Elementen der Küche Wiens, aus den Heimatstädten der Freundschaften Nürnberg, Athen und Venedig sowie der Kontakte Budapest, Genua und Stockholm stammte. Maradona und Neapel ist wie in Nummer 43 auch wieder Thema, Ein Nachruf auf die aufgelösten Verrückten Köpfe von Wacker Innsbruck schließt die Ausgabe ab.

Spannend ist es immer, über den Stand der Dinge bei den Freundschaften zu lesen, etwa von VeneziaMestre „Schön zu sehen, wie die ganzen verschiedenen Gruppen an einem Strang zogen. Etwas, das man aus der Lagune so nicht kennt.“ Herausragend im PAO-Teil ist Olivers Marathon. Vom 1. FC Nürnberg gibt es u.a. von den Feiern zum 20-jährigen UR-UN-Freundschaftsjubiläum zu lesen, die im Sommer 2022 begannen, und es wird gewohntermaßen ein Saisonrücklick der Ultras Nürnberg geboten. Dabei gehen sie auf die Malaise des Vereins ein („Es mangelt einfach an Konstanz.“) und äußern auch offene Worte zu Szeneentwicklungen („Es liegt an uns zu entscheiden, wohin sich unsere Kultur entwickelt.“)

Weiters gibt es auch Berichte von Besuchen bei den ansprochenen Kontakten, wobei im Ferencváros-Teil das besondere Erlebnis des Spiels Qarabağ – Ferencváros mit einem bis auf zwei Ungarn von Rapid gestellten Gästeblock nochmal herausgestrichen wird. Viele Berichte von Besuchen gibt es wieder von Sampdoria. Die Ultras Rapid halten dazu fest: „Seit drei Jahrzehnten führt uns der Weg immer wieder nach Genua, momentan sind die Kontakte zu Ultras Tito aber am intensivsten.“ Auch im Nya Söderstadion bei Hammarby schauten die Ultras Rapid vorbei. Ursprünglich wäre der Besuch beim Cupfinale gegen Malmö 2022 geplant gewesen. Das hatte ich auch fix geplant und war stattdessen ebenso wie die Ultras Rapid beim Nachsitzen von Rapid. Im Unterschied zu den UR habe ich es seither noch nicht wieder nach Stockholm geschafft. Das sollte ich einmal tun.


A4 / 10 € / ultrasrapid.at.

Mittwoch, 30. August 2023

Tornados spezial, 49





Rezension


Tornados spezial
Ausgabe 49
96 S.









„Mit Schlusspfiff öffnete sich unter dem Rapidsektor ein metertiefes Loch.“ Das Spiel des Jahres, die so schmerzhafte Cupfinal-Niederlage, hat ihren Platz im Rahmen der Rapid-Spielberichte der Frühjahrssaison. Die Fotos lassen Emotionen wieder hochkommen und der Text bilanziert den Tag ebenso ausgewogen wie zutreffend.

Das Ernst-Happel-Stadion ist aktuell wieder einmal Gegenstand einer Neubau-Debatte. Im zeitlichen Gleichklang mit der Ballesterer-Titelgeschichte widmet sich auch das Tornados spezial Geschichte, Gegenwart und Zukunft des größten Stadions der Stadt Wiens und des Landes. Denn auch Rapid verbindet mit dem Stadion einige Geschichte, wie im Text deutlich gemacht wird. Die Notwendigkeit eines millionenteuren Neubaus für die Nationalmannschaft wird angezweifelt und betont, dass es eben noch ein Stadion mit unverkennbarem eigenen Charakter ist. Zum jüngsten Versuch von Seiten des ÖFB, sich über öffentlichen Druck Länderspiele im Weststadion zu erpressen, gibt es eine klare Meinung: „Das Nationalteam hat in Wien-Hütteldorf nichts verloren.“ Das ist auch richtig so.

Weitere Themen sind der ÖFB-Cup („Der Cup nervt“), die Geldverschwendung SKBs, fünf Jahre Grüne Szene Weinviertel, ein Wochenende in Gedenken an den verstorbenen Bernd, die Feier zu 35 Jahren Ultras Rapid, das Mitgliedertreffen des SK Rapid und ein Artikel von Laurin Rosenberg zum Thema „Die Rapid und die Marie“ mit historischer Perspektive und klarer Position für die Gegenwart. Einen „Blick von außen“ u.a. auch zu dieser Thematik und zur generellen Lage Rapids bietet dazu ein Text eines Freundes, der eher einen „Blick aus der Ferne“ (660 km) einbringt als einen von außen. Dazu ist er selbst zu sehr Rapidler, weiß worüber er schreibt und trifft den Punkt.
Mit Grinsen gehen die Tornados auf den Abschied dieses „lachhaften, selbstüberschätzenden Haufen“ namens Fanatics des FAK ein.

In der schönen Serie der Artikel zur Rapid-Geschichte blickt man in dieser Ausgabe auf die „goldenen“ 1950er Jahre. Zum zwanzigjährigen Jubiläum der UR-Jugendsektion Gioventù gibt es ein Interview mit drei prägenden Vertretern ihrer ersten Generation, wobei sie mit dem Attribut der „goldenen Generation“ für sich weniger anfangen können. Im Gespräch wird von Action in der Hochphase der zweiten Hälfte der 2000er Jahre erzählt und wie man das auch zeitlich und generell einordnen kann und soll. „Es wird alles verklärt, was früher war. Alles was früher war, wird zu sehr glorifziert,“ sagt Seba mit Bezug dazu und weiß zur Thematik der Generationen einen großen historischen Bogen zu spannen: „Die Alten haben schon vor über 2.000 Jahren auf der Akropolis gerätselt, was sie mit der Jugend machen sollen. Und jeder über 30 sagt heute, die Jugend sei ein Wahnsinn. Wurscht ob 700 vor Christus, im Mittelalter oder 2003.“


A4-Format / 4,50 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel blickfang-ultra.de und nofb-shop.de.

Mittwoch, 22. Februar 2023

Tornados spezial, 48





Rezension


Tornados spezial
Ausgabe 48
96 S.










„SCR. Wie WIR.“ am Titelblatt ist ein unverkennbarer Anklang auf die ORF-Imagekampagne „ORF. Wie WIR.“ Die Führungsebene des SK Rapid wurde nach dramatischem sportlichen Misserfolg erneuert und an der Spitze steht nun als Präsident mit Alexander Wrabetz ein ehemaliger ORF-Generaldirektor. Die Vorgänge und die handelnden Personen werden im Heft bewertet und dies wird in deutlich kritischen Worten v.a. einer Person gegenüber getan. In Analysen am Heftbeginn und im Zuge des Berichts von der Vaduz-Katastrophe im Spielberichtsteil. Die wichtigste Rolle im Verein hat jetzt Steffen Hofmann, als Wahllistenorganisator, als Präsidiumsmitglied und nunmehr auch als Geschäftsführer. „Die Gefahr, dass Steffen Hofmann an seiner Legende kratzt, ist bei offiziellen Vereinsposten – wie es eben auch das Präsidium ist – immer gegeben. Dementsprechend waren wir anfangs nicht sehr begeistert, als wir von der ,Liste Hofmann‘ hörten. Auf der anderen Seite: Wenn es jemanden gibt, der die Rapidfamilie einen kann und bei allen Interessenvertretungen hoch angesehen ist, dann ist es Steffen Hofmann.“
Stichwort Legende: Zum in der Satzung verankerten und definierten Legendenstatus gibt es einen spannenden Text, der eine zeitgemäße Reform des Paragraphen andenkt. „Gedanken aus der Gruppe“ (eine als Kommentar zu wertende Textform) gibt es auch wieder und der Text beschäftigt sich mit dem Umgang mit Red Bull. Auch die WM 2022 ist Thema und der erste Artikel zur Problematik aus dem Tornados spezial 29 aus dem Jahr 2011 ist zur Nachlese abgedruckt.

Aktivitäten im Block West und der Tornados wie der berühmte Punschstand werden rekapituliert. Es gibt wieder einen Halbsaison-Rückblick der Green Monsters von Ferencváros sowie TR-Besuchsberichte zu lesen, wobei in der Herbstsaison 2022 jedenfalls das Auswärtsspiel von Ferencváros bei Qarabağ in Baku herausragt. Aufgrund des am nächsten Tag ebenfalls in Baku stattfindenden Rapidspiels bei Neftçi und der besonderen Reiseumstände mit abseits des stark platzbeschränkten Rapid-Flugangebots unleistbarer Flugkosten im vierstelligen €-Bereich bildete hauptsächlich der Rapidanhang den Fradi-Auswärtsmob. Die Kuriosität kann man hier nochmal im GM-Bericht, im TR-Besuchsbericht und im Bericht von der Rapid-Auswärtsreise Revue passieren lassen. Auch im Rückblick ist und bleibt das eine unglaubliche Geschichte und ich bin dankbar Teil dieser „elitären Allesfahrerrunde“, wie sie hier bezeichnet wird, gewesen zu sein.
Berichte zu Parma gibt es ebenso wieder und diesmal auch zu Nürnberg, wo von der 20-Jahres-Feier der UR-UN-Freundschaft und der Einladung zum Derby gegen Fürth im Sommer 2022 berichtet wird.

Mit 38 Seiten nimmt der Hauptteil des Hefts die Berichterstattung über die Rapid-Spiele in Cup, Meisterschaft und Europacup im Herbst 2022 ein. Die sportliche Bilanz war ja durchwachsen. Hier kann man nochmals nachlesen, was damals auf dem Feld und abseits davon an Wichtigem geschah und wie das erlebt wurde bzw. wie es die Autorin oder die Autoren der Berichte erlebten. Die Bebilderung ist wieder herausragend, etwa das Corteobild aus Vaduz mit der Burg im Hintergrund. Lebendig nachvollziehbar, was für Zwängen man im modernen Fußball ausgesetzt ist, macht das „Drama in drei Akten“ über die wahrlich aufgrund der Europacupauslosungs-, Spieltags- und Reisemöglichkeiten-Unklarheiten verrückten Tage Ende Juli 2022.

Eine sehr gute Sache im Heft ist das abschließende Gästesektorranking. Nach den Kriterien Einlasskontrollen, Polizei, Biersorte, Essen, Sicht, Zaun sowie Bauliches und Infrastruktur werden die Gästesektoren der Bundesliga sowie diejenigen der im Herbst 2022 im Europacup besuchten Stadien beschrieben und bewerten. Wer dabei am besten abschnitt und wer am schlechtesten, sei hier nicht verraten – die Lektüre des Hefts wird dringend empfohlen. Klar ist aber auch, dass wir auf die Bedingungen, mit denen wir in unserem Weststadion Gäste empfangen nicht stolz sein brauchen. „Es schmerzt, dass dieser Sektor dermaßen schlecht abschneidet. Wir sind froh, dass wir ihn nicht regelmäßig nutzen müssen, aber gleichzeitig empfinden wir auch eine gewisse Scham.“

Der Tod ist das Ende des Lebens, aber nicht das Ende der Erinnerung an das Leben. In der letzten Ausgabe mussten die Tornados vom Abschied ihres Mitglieds Bernd schreiben. Kurz vor Redaktionsschluss verstarb Luksus von den Ultras Rapid. Ihm wird im Vorwort gedacht.
Rezensionen, Streetart-Bilder und die beliebten amüsanten Schnappschüsse am Heftende schließen das Fanzine ab. Vereinspolitisches, Fußballkulturelles, Freundschaften, Rapid, Fanszene, Rezensionen, Humor – das ORF-Radio Ö1 hat den Slogan „Ö1 gehört gehört“, das Tornados spezial gehört gelesen.


A4-Format / 4,50 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel blickfang-ultra.de und nofb-shop.de.

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Block West Echo, 43




Rezension


Block West Echo
#43
Saison 2021/22
260 S.









„Reichlich Lesestoff und jede Menge Bilder.“ verspricht das Vorwort. Das trifft mal wieder vollkommen zu. Im Umfang des Hefts jagt ein Rekord den nächsten und nun sind es bereits unfassbar starke 260 Seiten geworden. Nach dem letzten Heft 42 ist einige Zeit vergangen. Ausgabe 43 widmet sich der Saison 2021/22.

„Es gibt keinen hundertprozentig richtigen Weg in dieser Zeit.“ Dieser Satz habe die Suche nach einem „bestmöglichen Mittelweg“ zum Umgang mit den Umständen in den Phasen der Corona-Pandemie begleitet, wird eingangs festgestellt. Zu verschiedenen Zeiten und Maßnahmen gab es ja unterschiedliche Verhaltensweisen. „Ob wir das geschafft haben, kann nur jeder für sich selbst entscheiden.“ bilanzieren die UR. Der Saisonrückblick auf die im Rahmen der Pandemie besuchten Rapid-Spiele 2021 nimmt standesgemäß großen Raum ein. Das Versprechen von reichlich Lesestoff und Bildern wird hier schon einmal gleich in die Tat umgesetzt. Die Spielberichte beinhalten die gewohnte Mischung aus Rundherum, Tifo und sportlichem Geschehen. Die Bilder rufen viele Erinnerungen im Kopf wieder hervor. Besonders gilt das für die Europacupspiele jener Saison, die von unterschiedlichen Corona-Schutzmaßnahmen und unterschiedlichen Kurvenreaktion darauf geprägt waren. So gab es wahre Festtage genauso wie die Auswärtsspiele, wo man aufgrund der Linie (3G akzeptiert, aber bei weiteren Einschränkungen Draußenbleiben) vor dem Stadion war oder auf verschlungenen Wegen z.B. beim Abschlusstraining Präsenz und Protest gegen die UEFA-Bestimmungen zeigte (vor dem Spiel auf Zypern). Bis hin zum durch Polizeischikanen anstrengenden Tag in Arnheim. „Unsere Mannschaft tat alles dafür, den anstrengenden Tag noch anstrengender zu machen.“

Sehr erfreulich ist, dass hier jetzt wieder ein großer Block an aktuellen Texten und Berichten von VeneziaMestre Platz eingeräumt werden konnte, aufgrund der dortigen Kurvensituation und trotz Covid-Pandemie möglichen Spielbesuchen. In dieser Saison sogar in der Serie A. Das liest man gerne. Beim großen Spiel von Veneziamestre in Bologna am 21.11.2021 mit (beiderseits) schönem Kurvenbild hatte ich dieselbe frühmorgendliche Anreisevariante gewählt, an diesem Tag als Groundhopper aber lieber die beiden Spiele Correggese-Carpi und danach Imolese-Reggiana stattdessen besucht. Schon damals kam mir nach Betrachten der bald im Internetz auftauchenden Choreo-Bilder der Gedanke, dass dies womöglich doch eine falsche Prioritätensetzung war. Das Zweifeln und Grübeln begann hier beim Bericht auch gleich wieder. Schwierig.

20 Jahre Ultras Rapid und Gate 13 ist ein weiteres großes Thema im BWE. Es ist über Feiern und Besuche zu lesen und vor allem gibt es hier auch einen spannenden Artikel zur hundertjährigen Geschichte des Panathinaikos-Stadions Leoforos Alexandras mit vielen Details. Vom 1. FC Nürnberg ist wieder ein UN-Saisonrückblick abgedruckt und es gibt eine UR-Besuchsbericht.

Weiters zu finden sind im BWE ein Interview mit Markus Heikkinen, ein Bericht vom Begräbnis von Rudolf Edlinger, ein Nachruf auf Otto Barić oder die Erzählung von der Revitalisierung der mittlerweile im Block West aufgestellten Diadora-Kanone. Das zwei Jahrzehnte danach nachgestellte Foto mit ihr ist ein Highlight. Ein solches ist auch die „Maradona Murales ToUR 2022“, bei der in Neapel zu zahlreichen Maradona-Wandgemälden spaziert wurde. Zu dem beeindruckenden 25 Jahre Tornados Rapid-Film erzählt Filmemacher Dominik H. im Interview einige Hintergründe zur Entstehung.

Gut und richtig ist es immer, sich mit der Rapid-Geschichte zu befassen. Hier ist ein Gastbeitrag von Laurin Rosenberg über wegen Ausschreitungen abgebrochene Rapid-Spiele aus den Jahren 1900 bis 2011 zu lesen. Es gibt wenig bessere Kenner der Rapid-Geschichte als Laurin Rosenberg. Aufgrund politischer Winkelzüge oft verzwickt ist allerdings die DDR-Sportgeschichte. Rapid spielte im Meistercup-Achtelfinale 1960/61 gegen Wismut Karl-Marx-Stadt, wie hier richtig steht. Das Auswärtsspiel fand aber nicht in Karl-Marx-Stadt, wie Chemnitz 1953 bis 1990 hieß, statt. Denn der Verein hieß zwar Wismut Karl-Marx-Stadt, war aber de facto Wismut Aue und daher spielte Rapid auch in Aue. Die zentrale Sportvereinigung Wismut hatte ihren Sitz in Karl-Marx-Stadt und hieß SC Wismut Karl-Marx-Stadt. Dorthin sollte 1954 die erfolgreiche Fußballsektion der BSG Wismut Aue übersiedelt werden, was einen halben Volksaufstand in Aue auslöste. So hieß dann als Kompromiss der Verein zwar Wismut Karl-Marx-Stadt, spielte aber in Aue (heute Erzgebirgsstadion, damals Otto-Grotewohl-Stadion). 1963 wurde das Gewirks aufgelöst, die BSG Wismut Aue wieder selbständig und in Chemnitz übernahm der SC Karl-Marx-Stadt den Fußball, woraus 1966 der bekannte FC Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitzer FC) entstand.

Interessant zu lesen ist der Bericht über Sampdoria und faszinierend ist die Dokumentation der Murales in der Gradinata Sud samt Wiedergabe der kundigen Führung zu ihnen. Das ist wirklich gut. Weiters werden im Heft Spruchbänder dokumentiert (mittlerweile hat auch jemand aus der Neuland-Generation wie ich eine Übersetzungs-App am Handy, bei jenen in griechischer Sprache wäre dennoch die Beifügung der Übersetzung praktisch), Gruppenfotos gezeigt und von zahlreichen Aktionen und Aktivitäten berichtet.

Nach 260 Seiten hat man reichlich Lesestoff und Bilder aufgenommen, verarbeitet und einiges erfahren.


A4 / 10 € / erhältlich bei den Ultras Rapid

Freitag, 23. September 2022

Forza Rapid, 26



Rezension


Forza Rapid
Die Hütteldorfer Revue
Nr. 26, 1/2022
100 S.










„Weiter geht's!“ ist die Devise am Titelblatt von Forza Rapid. Eingangs wird im Heft die vergangene Saison sportlich bilanziert. Die Interviews mit dem noch optimistischen Trainer Feldhofer und dem mittlerweile zurückgetretenen Geschäftsführer Peschek haben halb-historischen Charakter, wenngleich es hier einerseits auch um die Karriere des ersteren und andererseits um das Thema 50+1 geht. Im Interview mit Leo Querfeld ist u.a. über dessen Religiosität zu erfahren – dass er vor Spielen in der Weststadion-Kapelle Psalme und vor dem Einschlafen in der Bibel liest.

Die Serie Fetzn-Schmankerl hat sich bereits als Highlight des Hefts etabliert. Diesmal beschäftigt sich Thomas Lanz mit dem unrühmlichen Abgang Andi Herzogs von Rapid 2003 und die Rolle eines Ultras Rapid-Spruchbands dabei. Auslöser war ein kolportiertes Zitat Herzogs aus einem Boulevardmedium. Dabei wurde ihm allerdings, wie Herzog zuletzt in seinem Buch und weiters hier im Interview klarstellt, das Wort im Mund verdreht. Im Gespräch geht es auch um den damals nicht öffentlich bekannten Hintergrund der Vertragsklausel, dass sich Herzogs Vertrag bei 25 Einsätzen verlängert hätte. Kurios ist die Geschichte, wie Herzog das Spruchband am Anfang des Spiels nicht sah und eine erneute Präsentation an Umständen scheiterte.

Stimmungsvolle Fanfotos aus den 1990er Jahren gibt es diesmal aus dem Fundus von Roman Zach-Kiesling (nach 1980er-Jahre-Bilder in Ausgabe 25). Weitere Themen im Heft sind u.a. Hammarby, ein Interview mit Ehrenpräsident Günter Kaltenbrunner („Ein Sir der alten Schule“) und Rudolf Flögel. Gustostückerl historischer sprachlicher Formulierungskunst der Sportpresse hat Gregor Labes aus zwei Jahrzehnten Berichterstattung des (Wiener) Sport-Tagblatts über Rapid 1919 bis 1937 ausgegraben. In seiner Rubrik Vergeigt & vergeben widmet sich Labes diesmal dem Scheitern Rapids im ÖFB-Cup 1953/54.

In meiner Serie Rapid around the world stelle ich das zweite oder je nach Sichtweise einzige wirkliche Weststadion Österreichs vor, Kirchschlag in der Buckligen Welt.

A4 / 5 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Dienstag, 30. August 2022

Tornados spezial, 47





Rezension


Tornados spezial
Ausgabe 47
96 S.










„Es muss sich jedenfalls was ändern und das rasch, bevor die Fans wieder auf die Barrikaden steigen.“ schreiben die Tornados – notabene lange vor der jüngsten Explosion zum Status quo Rapids. 2022 ist der Verein in der Krise. Die Tornados hatten ein gutes Gespür und widmen sich in einem Rückblick und einer Analyse Rapid braucht Veränderung von 2013, bei der sie auch die Sichtweise des damals in der heftigen Kritik stehenden Werner Kuhn einholen ohne sie zu teilen.

Am Titelblatt ist die Gedenkchoreographie für das verstorbene Tornados-Mitglied Bernd nach dessen Tod beim Spiel bei den Dosen im April zu sehen. Auf den ersten Seiten des Hefts findet sich nicht nur der Nachruf sondern auch ein Auszug ergeifender Worte, die Rata in seiner Rede für ihn („a guada Lodsch und a groda Michl“) bei seinem Begräbnis fand. Illustriert mit Gedenkspruchbändern von mit Rapid befreundeten und rivalisierenden Kurven.

Angesichts des Falls Stojković rekapituliert Laurin Rosenberg in seiner Geschichts-Serie Fälle des Freipressens von Spielern in der Rapid-Geschichte und erzählt neben den bekannten und gegensätzlich gelagerten Fällen von Jelavić und Hanappi auch von einem spannenden, weithin unbekannten großen Konflikt aus den Jahren 1923 und 1924.

Interessantes ist aus dem Interview mit der SAF zu erfahren, die heuer ihr zehnjähriges Jubiläum begeht. Die TR berichten von der Buchpräsentation ihrer Festschrift und von der Rapid-Hauptversammlung im Juni 2022 (auch selbstkritisch). Die Schals der Tornados waren ein zentrales Element der 25-Jahre-Jubiläumschoreographie und werden im Heft genauer beleuchtet.

Die Green Monsters von Ferencváros blick auf ihre Frühjahrssaison zurück und die Tornados erzählen dazu von zwei ihrer Matchbesuche, bei Újpest – Ferencváros im Jänner und dem Cupfinale Ferencváros – Paks im Mai. Zwei Besuchsberichte gibt es auch bei Parma, einem Auswärtsspiel in Vicenza und einem Heimspiel gegen Ascoli. Samt schöner Anekdoten wie der Busfahrtatmosphäre mit den Boys Parma („wild und voller Enthusiamus“) und neben der Spur befindlichen italienischen Polizisten. Aber auch mit Eindrücken, wie die in Italien verhängten extremen, jahrelangen Stadionverbote eine Gruppe schwächen aber nicht brechen. „Beeindruckt von der Tatsache, wie die Boys und auch andere italienische Szenen mit den Repressionen umgehen, sich nicht unterkriegen lassen und weiter für die Ultrà-Bewegung kämpfen.“

Der Hauptteil des Hefts sind in guter Gewohnheit Spielberichte von den Rapid-Spielen von Februar bis Mai 2022. Gute und leider auch angesichts der sportlichen Bilanz weniger gute Erinnerungen kommen beim Lesen wieder hoch. Zur Februar-Europacupdestination Vitesse gibt es nicht nur die Spielberichte von Heimspiel und Auswärtsspiel sondern in ebenfalls guter Gewohnheit auch etwas über die Stadt und das Reiseerlebnis zu lesen. Im nächsten Heft über die Frühjahrssaison wird das leider fehlen.


A4-Format / 4,50 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel nofb-shop.de.

Dienstag, 22. Februar 2022

Tornados spezial, 46





Rezension


Tornados spezial
Ausgabe 46
96 S.










„Das Tornados Spezial ist zurück und schließt nahtlos an die letzte Ausgabe an.“ Der erste Satz des Hefts im Vorwort ist zugleich auch schon der beste erste Satz einer Rezension desselben.

Im engeren Sinn schließt das Heft an die Aufarbeitung der Geschichte der Rapid-Präsidenten der Vorgängerausgabe an, und zwar mit einem Interview zu vereinspolitischen Fragen mit dem aktuellen Präsidenten Bruckner und seinem Vorgänger Krammer sowie einen Nachruf auf den verstorbenen langjährigen und prägenden Präsidenten der Jahre 2001 bis 2013, Rudolf Edlinger. Mit Vereinspolitik beschäftigt sich auch ein weiterer Artikel, der die kontroversen Anträge eines ehemaligen Funktionärs zum Umsturz des Mitgliedervereins in Richtung eines Investorenspielzeugs und damit dem inhaltlichen Ende des Wesens des Sportklubs Rapid kritisiert.

Im weiteren Sinn schließt das Heft mit seinem gewohnt guten Standardprogramm an die Vorgängerhefte an und macht einfach Lust am Lesen. So berichten die Green Monsters von Ferencváros über jüngste Ereignisse und die Tornados über ihre FTC-Matchbesuche. Zu Parma gibt es einen Nachruf auf einen verstorbenen Ultra der Boys Parma („Er war es, der unseren Fetzen damals über den der Boys hängte.“) Einen großen Teil des Hefts nehmen die Berichte von den Rapid-Spielen in Cup, Meisterschaft und Europacup ein. Vorausgeschickt wird dabei ein Text zu „Der Block West und Covid“, in dem das eigene Handeln reflektiert wird. Mit Blick auf Kritik schreiben die TR, dass man sich mit dem Südstadt-Spruchband nicht gegen die Impfung ausgesprochen habe – „Immerhin kann das G'impfte nur aufgehen, wenn es sich bereits im Arm befindet.“ Lesenswert ist etwa der Reisebericht nach Saporischschja, samt amüsanten Geschichten von alkoholisierter Hotelrezeptionistin und wundersam erhaltenem Augenlicht sowie Gesprächen mit lokalen Hooligans. Das sage ich nicht, weil meine Person in einer Anekdote vorkommt (oder vielleicht doch?).

Lesenswert ist auch die diesmal wieder umfangreichere Rezensionssammlung an verschiedenen Fanzines und Büchern, in denen sowohl gelobt als auch Kritik geübt wird.
Zum 25-jährigen Jubiläumsjahr sind für die Gruppe mit Erinnerungen verbundene Gruppenfotos der Jahre 1997 bis 2021 zu sehen sowie Berichte von einem feucht-fröhlichen „Jubiläumsurlaub“ (den Begriff kannte ich nicht, lesen heißt lernen), dem Kickoff-Day und der Premiere des 25-Jahres-Films und der 25-Jahres-Feier zu lesen sowie von v.a. letzterer auch zahlreiche Bilder zu sehen. „Wer sich mehr Inhalt zu unserem 25er erwartet hat, muss an dieser Stelle enttäuscht werden.“ heißt es. Man verweist aber die Hoffenden kryptisch auf Zukünftiges. Auch die Jubiläumschoreo steht pandemiebedingt noch aus. Wer die Tornados-Choreos kennt, weiß dass man sich ungeschaut auf sie freuen kann. Ebenso wie über dieses Heft.


A4-Format / 4,50 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel nofb-shop.de und blickfang-ultra.de.

Donnerstag, 13. Januar 2022

Forza Rapid, 25



Rezension


Forza Rapid
Die Hütteldorfer Revue
Nr. 25, 2/2021
100 S.










„Trotz 2x violett Respekt für Toni P.!!“ Wer etwas zum Spruchband der Ultras Rapid für Toni Polster im Jahr 2000 wissen will, greife zu Forza Rapid. Thomas Lanz beschreibt die Hintergründe und Umstände des Spruchbands, das für den für die Salzburger Austria als Gegenspieler Rapids in Hütteldorf einlaufenden Polster gezeigt wurde. Noch eineinhalb Jahrzehnte später sagte Polster dazu in einem Zeitungsinterview „Das war wie ein Ritterschlag. Da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut!“ wie hier nochmals abgedruckt ist. In einem aktuellen Interview befragt Lanz im Heft Polster zu seinem Karriereweg, seinem Verhältnis zu Rapid und warum ihn das Spruchband derart beeindruckte.

In einem Artikel über den leidigen VAR und Meinungen dazu lässt Max Frey nicht nur Schiedsrichterfunktionär Steiner und bekannte Rapidfans zu Wort kommen sondern zitiert auch aus meinem Blog zum Wattens-Heimspiel im Oktober 2021, wo ich die VAR-Realität beschrieben hatte.

Die Geschichte der Fanfreundschaft mit Ferencváros mit ersten UR-Vorläufern in den 1990ern und der nunmehr von den Tornados getragenen Freundschaft beleuchtet ebenfalls Thomas Lanz in seiner Reihe über Fanfreundschaften.

Weiters gibt es im Heft ein lange Interviews mit Mario Sonnleitner über seine Rapid-Jahre und Hartberg-Gegenwart sowie Max Hagmayr über seine Spielerberatung. Traurig, aber schön ist der Nachruf Kersten Bogners auf Rudi Edlinger und dessen Hilfe für und Beziehung zu Forza Rapid. Aus der Rapid-Geschichte gibt es auch wieder viel Interessantes zu lesen, so Artikel über Hans Pesser oder die Kapitäne der 1930er Jahren sowie ein Interview mit Karl Brauneder. Erneut gibt es aus der Foto-Schatzkiste von Roman Zach-Kiesling bemerkenswerte Bilder aus den 1980er Jahren. Diesmal sind es Fanfotos. In ihren Details beeindruckende Bilder aus dem vollgepackten Hanappi-Stadion bei der Meisterfeier 1982 mit den, wie am Titelblatt zu sehen, auf den Vordächern des oberen Rangs und auf Mauern sitzenden Menschen.

In meiner Serie Rapid around the world berichte ich über Rapid-Ausstellungsstücke im Beroe-Museum in Stara Zagora.

A4-Format / 5 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Dienstag, 17. August 2021

Forza Rapid, 24



Rezension


Forza Rapid
Die Hütteldorfer Revue
Nr. 24, 1/2021
100 S.










Sportlicher Rückblick und Ausblick ist das Titelthema des zu Saisonbeginn erschienenen Hefts. Als „Best of the Rest“ bilanziert Max Frey die Rapid-Saison 2020/21. „Ich will eine Mischform aus Pressing und Alternativen, wenn es das Spiel des Gegners nötig macht.“ erklärt Trainer Kühbauer im Interview mit Kersten Bogner.

Zum zwanzigjährigen Jubiläum der Freundschaft der Ultras Rapid mit Gate 13 von Panathinaikos erzählt ein Artikel ihre Geschichte und Oliver Pohle spricht im Interview über ihre auch persönliche Bedeutung.

Im Block West war zuletzt eine alte Fahne mit „Scheiß EM 2008“ zu sehen und gibt es derzeit ein gleich gestaltetes „Scheiß WM 2022“. Thomas Lanz erklärt in seiner Serie Fetzen-Schmankerl die Hintergründe der damaligen Initiative vor der EM 2008: „Es war die Zeit, in der man im Block West auf nahende Repression und zunehmenden Kommerz sehr allergisch reagierte.“ Dazu interviewt er die Kritiker Josef Hickersberger („Das war für mich völlig unverständlich.“) und Andy Marek.

Ohne die Vergangenheit zu kennen, versteht man die Gegenwart nicht und bleibt für die Zukunft ahnungslos. Daher schätze ich den Schwerpunkt, den das Heft jedesmal wieder auf die Historie legt. Fangeschichtlich geht es hier um die berühmt-berüchtigte Terrorszene der 1980er, wobei versucht wird Mythen um den erlebnisorientierten Fanklub zurechtzurücken und auch der Vorfall aus dem Jahr 1985 erwähnt wird, als in Salzburg ein SAK-Anhänger von einem Rapidler tödlich verletzt wurde. Aus der Vereinsgeschichte wird auf das magische Frühjahr 1996 vor 25 Jahren geblickt, es werden Karlheinz Oertel sowie die Kapitäne der 1920er Jahre portraitiert, Fotos von Hans Krankl aus Romanos Schatzkiste abgedruckt und Gregor Labes berichtet in seiner schmerzhaft-schönen Rubrik über Fehlschläge aus 1928 und 1929. Jan Åge Fjørtoft spricht im Interview über seine Rapid-Zeit wahre Worte, wenn er sagt: „Wir waren die Mannschaft für die großen Stunden, aber nicht über die ganze Saison.“

In meiner Serie Rapid around the world geht es diesmal um den Koninklijke Rapid AC in Antwerpen.

Dienstag, 9. März 2021

Go West Corona-Spezial #2



Rezension


Go West
Fanzine der Ultras Rapid #1/2021
SK Rapid – Scheiß FAK 7.3.2021
Corona Spezial #2
4 S.







„1 Jahr Ausnahmezustand.“ Der Anlass des zweiten Corona-Spezial des Go West der Ultras Rapid war ein trauriger Jahrestag. Die Online-Ausgabe erschien am Sonntag, dem 7. März 2021, und damit exakt ein Jahr nach dem letzten normalen Rapid-Spieltag, einem Auswärtsspiel in Wolfsberg am 7. März 2020. „Zum damaligen Zeitpunkt eine Auswärtsfahrt wie viele andere auch und nicht besonders erwähnenswert. Heutzutage würden wir sie dankend annehmen und vermutlich gleich eine Woche im Wolfsberger Gästesektor verbringen.“

Die Ausgabe berichtet über Aktionen der letzten Wochen: So gab es ein Gedenken mit Spruchband für den vor zwanzig Jahren verstorbenen Venezianer Francesco Romor, genannt Bae: „Er war ein sehr prägendes Mitglied der 1987 gegründeten Ultras Unione und demnach auch in den Anfangsmonaten der im Jahre 2000 gegründeten Freundschaft zwischen Ultras Rapid und den Ultras Unione involviert.“ Ein erfreulicherer Anlass war das zwanzigjährige Jubiläum der Freundschaft mit Gate 13 von Panathinaikos, das UR-intern u.a. mit dem im Stil beider Haupttransparente gehaltenen Freundschaftsbanner und zwanzig „GebURtstagskerzen“ begangen wurde.
Gedacht wird auch den verstorbenen Otto Barić, Zlatko Kranjčar und „Genua-Flo“. Für sie gab es jeweils Spruchbänder an der Außenwand des Block West.

Ein Jahr dauert nun bereits die Pandemie und die damit einhergehende traurige Notwendigkeit der Kurven-Abstinenz. Zuletzt setzten die aktiven Gruppen des Block West zwei Aktivitäten: Als „eine sehr gelungene und emotionale Aktion, die uns allen ein bissl Kraft für weitere Monate der Abstinenz schenkte“ blicken die Ultras Rapid auf die Mannschaftsverabschiedung zum Auswärtsspiel bei den Dosen und die Verabreichung von „Motivationsspritzen“ an die Mannschaft beim Derby-Abschlusstraining zurück. Denn der Erscheinungstag am 7. März war nicht nur der Wolfsberg-Jahrestag sondern vor allem auch der Derbytag.

Die Zukunft bleibt ungewiss, doch die Leidenschaft besteht weiter: „Holt tief Luft Rapidler und bleibt dabei. Bleibt nah an Rapid dran und wir werden gemeinsam Großes erleben, wann auch immer das sein wird.“

Mittwoch, 3. März 2021

Rapid Journal, März 1984




Rezension


Rapid Journal
März 1984
Ausgabe 1
16 S.











Zlatko Kranjčar verstarb am 1. März 2021 im 65. Lebensjahr. „Cico“ bzw. eingedeutscht „Zizo“ war in dieser Ausgabe des Rapid Journal zum ersten Mal am Titelblatt. Unter dem Namen Rapid Journal erschien die Zeitschrift des SK Rapid laut ÖNB 1980 bis 1989, vergleichbar mit dem seit 1996 erscheinenden Rapid Magazin. Eine Zeitreise.

Im Editorial hieß es, man erwarte von Kranjčar, „dass er im Spiel umsetzt, was er im Training oder während der Tournee durch Kuwait, Katar und Bahrain bewies: dass er ein Klassespieler ist.“ Die angesprochene Erwartung erfüllte Kranjčar in sieben Jahren bei Rapid. Er zeigte sein Können auch gleich beim Pflichtspiel-Debut. Die vorliegende Ausgabe 1 des Jahres 1984 wurde zum ersten Pflichtspiel nach einer dreimonatigen Winterpause herausgegeben, dem Europacupspiel gegen Dundee United am 7. März 1984 im Hanappi-Stadion. Auf zwei Seiten wird der Gegner vorgestellt und die Chance als „60:40 für Rapid“ berechnet. Das Hinspiel im Viertelfinale des Europacups der Meister sollte der österreichische Meister Rapid gegen den schottischen Meister vor 18.000 Zuschauerinnen und Zuschauern nach 0:1-Rückstand nach einer halben Stunde mit zwei Toren in der Rapidviertelstunde 2:1 gewinnen. Siegtorschütze war in der 86. Minute die Neuverpflichtung Kranjčar. Das Rückspiel zwei Wochen später sollte Rapid 1:0 verlieren und damit aus dem Bewerb ausscheiden.

In der Winterpause pausiert der Fußball, aber meist ist dennoch viel los. Das war 1984 nicht anders. So berichtet das Rapid Journal auf zwei Seitenblicke-Seiten u.a. von der Rapid-Weihnachtsfeier, Prominenten oder einem Backstage-Besuch von Hans Krankl und Herbert Prohaska beim Musical Cats im Theater an der Wien. Hier erfährt man auch, dass Rapid für die winterliche Expedition unter die arabische Wüstensonne entsprechend ausgestattet wurde: „Modisch und schick sahen die Rapidler auf der Tournee durch die Emirate aus. Das Modehaus Tlapa, allen voran der Chef, Herr Vitaly, hatte die gesamte Mannschaft gratis mit grauen Blazern, dazupassenden Hosen, Hemden und Krawatten ausgestattet.“

Neben Reisen in wärmere Gefilde stand seinerzeit in der Winterpause der Hallenfußball an. Das hatte handfeste Gründe: „Viele fragen sich, warum sich Rapid das antut, denn der letzte Erfolg im Wiener Stadthallenturnier liegt ja schon Jahre zurück. Aber nicht nur das, jetzt spielen sie auch noch ein Turnier in Graz und nehmen an der Ersten Österreichischen Hallenmeisterschaft teil. Diese Fragen sind leicht beantwortet. Die dreimonatige Winterpause bringt einigen Bundesligavereinen große finanzielle Probleme. Auch der SK Rapid hat in dieser Zeit keine Einnahmen aus Spielen. Deshalb sind die Hallenturniere eine gute Möglichkeit, diesen Engpass auszugleichen. Die Angebote waren in Ordnung, deshalb hat Rapid sie angenommen.“ In der Wiener Stadthalle wurde Rapid Dritter (26.12.1983 bis 7.1.1984), in der Grazer Hallengala in der Liebenauer Eishalle 12./13.1.1984 Letzter (fiel in die Phase des Konditionstrainings der Vorbereitung, wird erklärt) und in der von 15.1. bis 5.2.1984 in Linz, Innsbruck, Graz, Klagenfurt und Wien ausgetragenen Österreichischen Hallenmeisterschaft Erster. 1984/85 wurde dieses Turnier noch ein zweites Mal ausgetragen, aber dann wegen finanziellen Misserfolgs nach zwei Versuchen eingestellt. 1998/99 und 1999/2000 sollte mit dem Österreichischen Hallencup das Konzept wiederbelebt werden. Er wurde ebenfalls nach zwei Versuchen wegen finanziellen Misserfolgs beendet.

Neben viel Werbung findet sich auf den Mittelseiten die einzige Erwähnung der Fanszene, nämlich in Form der Nennung eines unter modifizierten Namen noch heute bestehenden Fanklubs. In einer Kurzmeldung zum als Pausenprogramm durchgeführten Elfmeterschießens von Fan-Teams heißt es: „Für die zweite Runde des großen Rapid-Elfmeterturniers haben sich im Herbst acht Teams qualifiziert: Lilienfeld, Café Caktus, ,Samba‘ Speising, Sefra Oberwart, Mercedes Schranz, ATUS Rosenau, Team Gracner und der FC Schabernak. Heute, am Europacup-Spieltag, stehen einander die Vertreter des Rapid-Fan-Clubs ,Samba‘ Speising und das Damenteam von Sefra Oberwart gegenüber. Wir hoffen, dass sich die spannenden Elfmeterduelle auch im neuen Jahr fortsetzen.“

Als „Rapid neue Hoffnung“ wird Zlatko Kranjčar auf zwei Seiten vorgestellt. Das große Bild auf der linken Seite zeigt ihn mit Trophäen im Dress von Dinamo Zagreb, wo er von Jugend an gespielt hatte und mit denen er zuletzt 1981/82 jugoslawischer Meister sowie 1979/80 und 1982/83 jugoslawischer Cupsieger geworden war. So ist es kein Wunder, dass Rapid-Trainer Otto Barić ihn für Rapid „entdeckte“. Zweimal fuhr Barić mit „Rapid-Boss“ (Bezeichnung im Artikel) Heinz Holzbach nach Jugoslawien, um Kranjčar zu beobachten, ist im Text zu erfahren. Am 12. Dezember 1983 wurde er verpflichtet. In der Vorbereitung und bei den Hallenturnieren spielte er bereits. Seine fußballerischen Fähigkeiten werden nach diesen ersten Eindrücken hoch gelobt. Dazu erfährt man hier, dass er mit Frau und Tochter nach Wien kam und nun in Hietzing wohnt. Aus der Beschreibung wird deutlich, wie sehr im Unterschied zum modernen Fußball der Gegenwart, die Verpflichtung eines der wenigen erlaubten Legionäre etwas Besonderes war. „Kranjčar ist ein ruhiger, irgendwie intellektuell wirkender Typ. Ein Mann, der sich in die Rapid-Mannschaft rasch integrierte. Einer, den alle mögen.“ Das Rapidarchiv zeigt die ebenso nüchternen wie beindruckenden Statistiken auf: Nach drei zweiten Plätzen wurde Kranjčar 1986/87 und 1987/88 zweimal Meister mit Rapid. Dreimal wurde Rapid mit Kranjčar Cupsieger und drei weitere Male standen wir mit ihm im ÖFB-Cup-Finale. Kranjčar gehörte zur großen Mannschaft, die 1984/85 das Europacupfinale erreichte sowie 1983/84 und 1985/86 jeweils Europacup-Viertelfinali. In 266 Pflichtspielen erzielt er 131 Tore für Rapid. Ruhe in Frieden.

Weiters im Heft: Petar Bručić kämpfte sich nach einer Verletzung zurück. Karl Ehn mag „leichte Schlagermusik und keinen harten Pop oder Rock“. Im Text zu einem Bild einer kaum bekleideten „Karin“, ist zu lesen: „Ich sehe mir manche Spiele im Fernsehen an.“ Wir befinden uns in den 1980er Jahren. Frauen in Medien als Sexualobjekte auszustellen, war gang und gäbe und so ist auch hier eine halbnackte Frau als „Miss Rapid“ abgedruckt. Allerdings ist das kein Relikt aus grauer Vorzeit. Schließlich gab es das bei Rapid auch in den 2000er Jahren noch (zuletzt wohl 2007). Frauen wurden als „Miss Rapid“ nicht etwa wertgeschätzt, wenn sie Rapidfans waren, sondern wenn sie beim männlichen Publikum die Speichelproduktion anregten.

In einem Reisebericht aus der oben angesprochenen Arabien-Reise ist zu erfahren, dass Rapid dort viel Reichtum sah und sportlich gut arbeiten konnte. „Die Strapazen sind doch viel geringer als bei einer Südamerikatournee.“ erklärt Willi Kaipel, warum man in mehreren Golfstaaten unterwegs war. Kaipel trägt auf dem Mannschaftsbild als einziger nicht den ebenfalls oben angesprochenen Tlapa-Anzug (oder eine andere Farbkombination). Es gibt ein Preisrätsel, Fotos von Spielerfrauen den jeweiligen Spielern zuzuordnen. Frau Krankl erkenne ich hier in der Mitte. Einsendeschluss und Preis werden leider nicht verraten.

Die Rückseite zeigt ein Werbeinserat der Creditanstalt, ein langjähriger Sponsor. 1981 bis 1991 prangte ihr Bankenlogo mit Unterbrechungen (u.a. abwechselnd mit Elan) am Rapiddress, berichtet Julian Schneps in „Grün-Weiß sind unsere Farben“.

Montag, 25. Januar 2021

Grantler Sonderausgabe 5



Rezension


Grantler
Kurvenflyer der Tornados Rapid
Sonderausgabe 5
22.1.2021

12 S.








„Eines gleich vorweg: Falls ihr erfreuliche Nachrichten lesen möchtet, seid ihr auch in diesem Grantler falsch.“ In Deutschland wurde vor Jahren einmal ein Literaturpreis Der schönste erste Satz vergeben. Die Tornados hätten ihn mit dieser Einleitung wohl nicht gewonnen, denn schön ist das wahrlich nicht. Aber leider umso mehr wahr. Die Pandemie hält uns weiter in ihrem Bann.

Wie vor dem letzten Rapid-Heimspiel des Jahres 2020 legten die Tornados auch zum ersten Meisterschaftsspiel im Jahr 2021 wieder eine Online-Sonderausgabe ihres Spieltagshefts Grantler vor. Sehr unmissverständlich äußern sie sich zu einem in letzter Zeit verhaltensauffälligen Spieler, höflicherweise ohne Namensnennung. Ein Nachruf erinnert an den verstorbenen Rapid-Erfolgstrainer Otto Barić: „Der unvergleichliche ,Otto Maximale‘ ist nicht mehr. Dahingerafft von diesem Drecksvirus, das seit nunmehr fast einem Jahr unser Leben mitbestimmt.“ Er gewann auch bei mehreren weiteren Vereinen Titel. „So wundert es auch nicht, dass es nach seinem Ableben zahlreiche Bandln aus verschiedenen Fanszenen gab. In unseren Köpfen bleibt er jedenfalls immer als einer der besten Trainer des SK Rapid und in unseren Herzen als der liebenswerte ,Jugo‘ präsent.“ Ein weiterer Nachruf gilt einem mit erst 37 Jahren durch Mord auf einer Reise aus dem Leben gerissenen Rapidler aus dem Block West „Flo, deine Herzlichkeit und Offenheit, sowie dein Mut und positiver Wahnsinn fehlen dem Block West. Gute letzte Reise, Compañero.“

„Abwarten und Punsch trinken“ war das Motto der Tornados-Spendenaktion 2020. Das Geld kommt wie schon im Jahr 2018 der Organisation „‘s Häferl“ zugute. In einem Interview mit Willi, dem Geschäftsführer der Stadtdiakonie Wien, wird diese Initiative eines Armenwirtshauses vorgestellt. „Wir verstehen uns als Wirtshaus, das am Ende keine Rechnung stellt.“ Neben einem warmen Mittagessen erhalten die Gäste hier darüber hinaus notwendige Güter und Alltagsgegenstände sowie Sozialberatung. Die Corona-Pandemie hat alles auf den Kopf gestellt und die Leistungen mussten umorganisiert werden (Take-away). „Die größte Herausforderung für uns ist, dass es zurzeit einfach nicht möglich ist, das zu tun, was das Häferl ausmacht: Einen geschützten Raum zu bieten und mit einem offenen Ohr für Gespräche da zu sein.“

Weitere Themen sind Speziale libero – die 2021 erfolgte Haftentlassung des 2007 als 17-jährigen als Sündenbock für Ausschreitungen und den Tod eines Polizeibeamten in Catania verhafteten und 2010 verurteilten Antonino Speziale (die Zeugenaussage eines Polizisten, dass hingegen er seinen Kollegen mit dem Auto angefahren habe, was wohl Auslöser für dessen tödliche Verletzung war, wurde so lange unter den Teppich gekehrt, bis sie dieser zurückzog) – sowie das 25-Jahre-Buch der Green Monsters. „An der deutschen Übersetzung der zugehörigen Texte haben wir tatkräftig mitgeholfen, damit alle Rapidler einen einmaligen Einblick in die Fanszene von Ferencváros bekommen können.“