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Sonntag, 1. Juni 2025

Rapid – LASK 3:0 (1:0)

Bundesliga, Europacup-Play-off, Finale, Rückspiel, 1.6.2025
Weststadion, 18.125

Ich bin perplex. Welche Freude! Rapid qualifiziert sich doch noch für den Europacup. Nach dem Hinspiel am Donnerstag war für mich die Emotion heraußen. Die leise Hoffnung hatte in der Erwartungshaltung für dieses Spiel keinen Platz mehr gefunden. Aber bei Rapid ist eben alles möglich. So sehr das schlechte Spiel im Auswärtsspiel nahelegte, dass die Spieler nichts mehr leisten wollen und werden, so sehr traten sie im Rückspiel anders auf. Das war ein Kampf, wie es sich gehört. Man of the match war wieder einmal Burgstaller. In seinem letzten Fußballspiel traf er zum 1:0, kämpfte wie ein Junger und legte in der Nachspielzeit für Kara zum 3:0 auf. Nach der ersten Hälfte hatte der Schiedsrichter im strömenden Platzregen nur eine Minute nachspielen lassen, wogegen Burgstaller auch seinen Unmut kundtat. Nach der zweiten Hälfte gab es verdiente sechs Minuten Draufgabe. Tatsächlich war dann Kara mit dem Kopf nach einer Burgstaller-Flanke an der Stelle, netzte ein und lief dann im besten Sprint der Saison zum Block West, um dort das entscheidende Tor zu feiern. Eine emotionale Explosion.
Im Unterschied zu den gegen die Vereinsführung boykottierten Heimspielen ist die LASK-Fanszene um die Landstrassler bei den Auswärtsspielen präsent. Sie zeigten u.a. ein Banner „Lügen haben kurze Beine“ mit einem Abbild des LASK-Generalsekretärs, der in den letzten Tagen mit einem Rundschreiben die Fanszene beschimpft hatte, die übrigen Fanklubs aufgefordert hatte, „eine neue Fankultur zu bilden“ und das Solidaritätsspruchband im Rapid-Auswärtsblock als „Was für eine Schande!“ bezeichnet hatte.
Mit dem 34. Meisterschaftsspiel ging eine Rapid-Saison zuende, die trotz aller Europacupreisen als schlecht zu beurteilen ist. Herausragend war jedenfalls die emotionale Hochschaubahn, die einem Rapid in diesem Jahr bescherte. „Rapid, wos wäre i ohne di. Du bist der geilste Klub für mir. Dei Gschicht is lang, voi Ruhm und Glanz. Für di zerreiss i mi. Ois wo i brauch bist du für mi. Auf jedem Match sing i für di. Mit Stoiz foahr i auf jedes Spü. Der Sieg, des Zü!“

Donnerstag, 29. Mai 2025

LASK – Rapid 3:1 (1:1)

Bundesliga, Europacup-Play-off, Finale, Hinspiel, 29.5.2025
Stadion auf der Gugl, 13.200

Rapid steht vor einem europacuplosen Jahr als Abschluss einer schlechten Meisterschaftssaison. Es ist noch nicht vorbei und wir haben noch die Gelegenheit, das im Rückspiel zu drehen. Doch die Chancen sind nach der 3:1-Niederlage klar gering.
Es ist das Nachsitzen eines Play-off nach dem Play-off, nach Meisterschaftsende und Ferienbeginn der übrigen Vereine, das dieser mühselige Ligamodus vorsieht. Eine weitere Woche Verlängerung des Leidens. Nachsitzen bringt pädagogisch keinen sinnvollen Effekt. Auch wenn die Spieler noch eine Woche dranhängen mussten, zeigten sie eben nur erneut, dass sie nicht mehr erfolgreich als Mannschaft sind. Was man schon vorher wusste. Wenn man will, geht's. Wenn man nicht will, geht's nicht. Man kann annehmen, dass die halbe Mannschaft im Kopf schon bei ihrer nächsten Station ist und sich nicht mehr für Rapid interessiert. Moderner Fußball.
Etwas mehr als vier Minuten dauerte es bis zum Rückstand. Mit einem von Seidl verwerteten Elfmeter war der Spielstand aber wieder auf null gestellt. Wir hatten ein Momentum. Es gab auch die Chancen zur Führung, allerdings nicht mehr nach der Pause. Das war dann symptomatisch schwach. Mit dem in der Nachspielzeit kassierten 3:1 ist das Rückspiel eine Herausforderung, welche die Möglichkeiten der Mannschaft wohl überragt. Hoffen werde ich trotzdem. Glauben kann ich es nicht.
Ab Minute 40 zeigten die Ultras Rapid bis zur Pause ein solidarisches schwarz-weißes Spruchband „Gruber raus“. Seit Anfang Mai besuchen die Landstrassler die Heimspiele nach zahlreichen Fällen an Willkürmaßnahmen sowie Vorgehen gegen die Fanszene und die Vereinsidentität durch den von einer allmächtigen Einzelperson beherrschten LASK in den letzten Jahren nicht mehr und fordern mit „Gruber raus“ dessen Abgang. Stattdessen wurden über den Stadionlautsprecher zu Beginn ein von Kinderstimmen geträllerter Fangesang der LASK-Szene abgespielt. Surreal.