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Mittwoch, 25. März 2026

Rapid-Gedenktafel für den Rudolfsheimer Sportplatz

25.3.2026

120 Jahre, nachdem Rapid in Rudolfsheim grün-weiß wurde, wurde an der Stelle des ehemaligen Rudolfsheimer Sportplatzes eine Gedenktafel für den Platz errichtet, an dem Rapid von 1903 bis 1912 seine erste richtige Heimstätte hatte. Zum 120-Jahre-Rapid-Jubiläumsjahr 2019 begann das Rapideum ein Projekt, mit Gedenktafeln an den ehemaligen Spielstätten zu erinnern. Bereits 2018 konnte die Gedenktafel auf der Pfarrwiese aufgestellt werden, wo Rapid 1912 bis 1978 spielte. 2019 kamen die Gedenktafel für das Gerhard-Hanappi-Stadion (1977 bis 2016) sowie die Gedenktafel auf der Schmelz hinzu, wo schon der 1. Wiener Arbeiter Fußball Club ab 1897 gespielt hatte und dann Rapid bis 1902.

Eröffnungsveranstaltung am heutigen Leopold-Mistinger-Platz neben dem Meiselmarkt. Eines der nachhaltigsten Ereignisse fand hier am 24. Juni 1906 statt: Bei der Wiedereröffnung des Platzes nach Umbauten spielte Rapid hier vor 120 Jahren erstmals in den Farben Rudolfsheims – in Grün und Weiß. Zuvor hatte man in der Tradition des 1. WAFC Blau-Rot getragen. Zur Farbwahl gibt es im wesentlichen zwei plausible Theorien: Die Rudolfsheimer Bezirksfarben oder das damalige Farbsignal der vorbeiführenden Straßenbahnlinie (heute 49er) auf der Hütteldorfer Straße.


Julian Schneps, Rapideum


Steffen Hofmann, SK Rapid


Dietmar Baurecht, Bezirksvorsteher Rudolfsheim-Fünfhaus


Nurten Yılmaz, SK Rapid


Michaela Schüchner, Bezirksvorsteherin Penzing, mit Dietmar Baurecht


Eröffnung


Dieser Ort, 2013 von mir hier im Blog bereits einmal vorgestellt, hat für die Entwicklung Rapids entscheidende Bedeutung. Zuvor hatte am freien großen Exerzierfeld auf der Schmelz, das hauptsächlich dem Militär diente, jeweils ein Spielfeld behelfsmäßig neu markiert werden müssen. Bis im Herbst 1902 das Ende dafür kam, da das Militär diese Nutzung des Geländes durch alle Fußballvereine untersagte. Rapid pachtete südlich davon im damaligen Bezirk Rudolfsheim ein Grundstück von der Gemeinde Wien (die Bezirke Rudolfsheim und Fünfhaus wurden erst 1938 zusammengeschlossen). Hier konnte an der Selzergasse, zwischen Hütteldorfer Straße und Meiselstraße, im März 1903 der erste Rapidplatz eröffnet werden. 1903 war die heute dicht verbaute Gegend eine freigehaltene Fläche neben dem Trinkwasserreservoir der Gemeinde Wien und laut Stadtplan ein „Platz für Reservoir-Vergrößerungen“. Daran erinnert heute noch das 1873 errichtete Gebäude der Schieberkammer des ehemaligen Wasserspeichers der Ersten Wiener Hochquellwasserleitung. Diese Funktion wird ein Mitgrund gewesen sein, warum Rapid das Grundstück günstig pachten konnte. Es gab dafür den Nachteil einer kurzen Kündigungsfrist, was später schlagend werden sollte, und man hatte hier nicht unbedingt die idealen Maße für ein Fußballfeld. Dennoch konnte sich Rapid hier richtig einrichten, umzäunte den Platz, kassierte Eintritt, baute eine Tribüne und etablierte sich nach schwierigem Anfang zu einem der besten Fußballvereine Wiens.
1910 kündigte die Gemeinde Wien den Pachtvertrag für den Sportplatz. Der 1905 nebenan errichtete Meiselmarkt wurde bis 1913 auf die doppelte Fläche erweitert. Rapid musste nach dem Herbst 1911 dem Ausbau der Lebensmittelversorgung der rasch wachsenden Bevölkerung Wiens weichen, die zwei Millionen überstieg. 1910 lebten im heutigen Bezirksgebiet von Rudolfsheim-Fünfhaus mit 145.000 Menschen doppelt so viele wie heute. Rudolfsheim war damals einer der Bezirke mit dem höchsten Anteil an tschechischen Zuwanderinnen und Zuwanderern (ca. 300.000 in Wien). Wenn man die Rapid-Aufstellungen jener Jahre liest, wird man auf viele Namen slawischen Ursprungs stoßen. 1995 übersiedelte der Meiselmarkt in die Halle des ehemaligen Wasserbehälters. Die bereits aufgelassenen Marktstände wurden 1996 nach zwei Brandstiftungen abgetragen. Auch lange nach dem Umzug nach Hütteldorf 1912 blieb die innerstädtische Gegend noch Zentrum des Vereinslebens. Viele aktive und ehemalige Rapidspieler wohnten hier im Viertel. An der Ecke Hütteldorfer Straße / Kannegasse befand sich von 1920 bis 1949 im Café Holub das Vereinssekretariat. Cafétier Johann Holub war lange Funktionär und schließlich auch Präsident des Vereins.


160 Rapid-Spiele hat das Rapidarchiv am Rudolfsheimer Sportplatz dokumentiert.


Die Turmuhr der 1898 gebauten Rudolfsheimer Pfarrkirche war am Sportplatz gut zu sehen und fungierte damit als Zeitanzeige bei den Spielen. Noch besser wurde dies, da die Uhr 1904 mit elektrischer Beleuchtung versehen wurde. 1908 wurde hier die Rapid-Viertelstunde erstmals erwähnt.

Freitag, 5. Dezember 2025

Hütteldorfer Wödmasta



Hütteldorfer Wödmasta
100 Jahre Ernst Happel
29.11.2025 – 30.4.2026
Sonderausstellung des Rapideum



Ernst Happel ist eine Sonderausstellung des Rapideum gewidmet. Als Spieler war er mit Rapid sechsmal Meister und einmal Cupsieger. Als Sektionsleiter konnte er den Meistertitel 1959/60 feiern und mit Rapid ins Europacupsemifinale 1960/61 vorstoßen, bis er in die Welt hinauszog und zu einem der besten Trainer der Fußballgeschichte avancierte. Der am 29. November 1925 in Wien geborene Happel wäre dieser Tage hundert Jahre alt geworden, wenn er nicht schon am 14. November 1992 verstorben wäre.


Drei Sonderausstellungs-Vitrinen in den Räumen des Rapideums sind Happel gewidmet. Gleich zu Beginn ist das Kartenspiel als seine persönliche Leidenschaft dargestellt.


In der bewährten Rapideum-Ausstellungsgestaltung lassen sich Schubladen öffnen, in denen man Exponate sieht und über Happel erfährt. Bücher in deutscher und niederländischer Sprache über ihn.


Zeitungsseite über das wohl größte Match des Spielers Ernst Happel. Er erzielte heute wie damals sensationell aus zwei Freistößen und einem Elfmeter als Verteidiger drei alle Rapid-Tore bei einem Europacupsieg über Real Madrid. In der zweiten Saison des 1955/56 eingeführten Europacups der Meister traf Rapid in der ersten Runde auf Real Madrid, die in jener Zeit den Europacup 1955/56 bis 1959/69 fünfmal in Serie gewannen. Das Hinspiel verlor Rapid vor 125.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im Estadio Santiago Bernabéu 4:2, gewann aber das Rückspiel vor 53.000 im Wiener Prater 3:1. Weiter ging es leider nicht. Das nach Reglement danach anstehende Entscheidungsspiel wäre auf neutralem Boden auszutragen gewesen. Rapid entschied sich damals aber, es gegen viel Geld an Real Madrid zu verkaufen, so fand es wieder im Bernabéu statt. Rapid verlor 2:0.


Wie damals üblich, spielte Rapid Tourneen in Übersee, um Geld zu verdienen. In der Südamerika-Tournee in Juni und Juli 1949, lernte man dort ein neues Spielsystem kennen, das man als „brasilianisches System“ nach Wien mitbrachte. Happel kam es entgegen: „Sein Amt als Ausputzer entspricht seinem ungestümen Temperament.“


Happels Weggefährten bei Rapid (1938 bis 1954 und 1956 bis 1959) und seine Zeit als Sektionsleiter nach Spielerkarriere-Ende (1959 bis 1962)


Sammlung von Film- und Videobeiträgen


Wo Ernst Happel in den Vitrinen und Laden der Dauerausstellung des Rapideum vorkommt, ist jeweils gekennzeichnet, und ergänzt die Sonderausstellung. Als Mitglied des zum hundertjährigen Vereinsjubiläum 1999 gewählten Jahrhundertteams ist Happel auch in einer Säule präsent. Sie zeigt eines seiner Rapid-Trikots (das älteste bekannte Rapid-Trikot) und sein Trikot von der FIFA-Weltauswahl 1953.


Vitrine mit Straßenschild der nach Ernst Happel benannten Straße vor dem Stadion De Kuip in Rotterdam, wo Happel als erfolgreicher Feyenoord-Trainer der Jahre 1969 bis 1973 mit dem Europacupsieg 1969/70 hoch verehrt wird. Bis heute sichtbare mediale Präsenz Ernst Happels wird durch die ihm gewidmete jüngste Ausgabe des ballesterer gezeigt, die u.a. Interviews mit Weggefährten enthält.


Aufgrund Happels erfolgreicher Trainerzeit beim HSV 1981 bis 1987, wo er mit Meistertitel, Pokalsieg und Europacupsieg alles gewann, was zu gewinnen war, ist Ernst Happel auch im HSV-Museum in Hamburg und im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund als wichtige Person der deutschen Fußballgeschichte präsent.


Mit Rapid hatte Ernst Happel nach Ende seiner Funktionärstätigkeit 1962 ein „schwieriges Verhältnis“, wie der Ausstellungstext unumwunden schreibt. Dazu trug persönliche Enttäuschung bei. In den 1980er Jahren hatte der SK Rapid leider keinen guten Umgang mit Geschichte und verdienten Legenden der Vergangenheit.


1992 trainierte Ernst Happel am Ende seines Lebens die österreichische Nationalmannschaft. Nach seinem Tod wurde das Wiener Praterstadion von der Stadt Wien Ernst-Happel-Stadion benannt. Zwei Gedenktafeln erinnern dort an ihn, eine aus dem Jahr 1993 und eine aus dem EM-Jahr 2008.


Erinnerung an Ernst Happel im Block West anlässlich seines 25. Todestags bei einem Heimspiel 2017.


Blick in die Ausstellung


Flutlichttrikot von 1956 (Replika des damals zur besseren Sichtbarkeit bei noch geringerer Lichtstärke angefertigten Trikots) und das Spielplakat des legendären Spiels gegen Real Madrid 1956. Es war nämlich nicht nur ein Happel-Torfestival sondern auch das erste Flutlichtspiel im Wiener Praterstadion.


Gegenstände Ernst Happels in der Rapideum-Dauerausstellung


Zur Ausstellung brachte das Rapideum wieder eine Broschüre heraus.






Rezension


SK Rapid (Hg.)
Hütteldorfer Wödmasta
100 Jahre Ernst Happel
Projektleitung und Text: Matthias Schmid, Julian Schneps
Wien 2025
44 S.





Die Broschüre erweitert und vertieft die Rapideum-Ausstellung über Ernst Happel. Die in den kurzen Ausstellungstexten angerissenen Themen haben hier mehr Platz. Zusammen mit den auch in der Sonderausstellung zu sehenden Bildern, wird die Geschichte Happels bei Rapid näher beschrieben. Dazu gibt es Interviews zu lesen. Mit Branko Milanović, den von Rapid-Sektionsleiter Happel aus Belgrad im Auto abgeholt hatte, ohne Zustimmung von Roter Stern zu haben. Mit Franz Hasil, der unter Trainer Happel die beste Zeit seiner Karriere hatte. Mit Andi Herzog, der von Happel stets als „Zauberer“ angesprochen wurde. Mit seiner Enkelin Christina Happel. Sie erzählen Eindrücke und Anekdoten und vermitteln so ein Bild über den Menschen hinter dem „Grantler“. Die Broschüre beschreibt u.a. auch das Zustandekommen der beiden Spitznamen „Aschyl“ und „Wödmasta“.

A5 / 6,95 € / erhältlich im Rapid-Shop

Montag, 30. September 2024

Meine Rapid – Geschichten aus 125 Jahren



Meine Rapid – Geschichten aus 125 Jahren
1.10.2024 – 8.1.2025
Sonderausstellung des Rapideum

Eröffnung am 30.9.2024


In der Sonderausstellung des Rapideum erzählen zwanzig Objekte von Rapidfans ihre Verbundenheit zu Rapid.


Ausstellungseröffnung mit Moderator Lukas Marek, Präsident Alexander Wrabetz und Rapideum-Leiter Julian Schneps


Eröffnung


In bewährter Weise gibt es Ausstellungsstücke in der Aula sowie in den Rapideumsräumen selbst in Vitrinen zu sehen.


Die verschiedenen Stücke sind höchstpersönliche Gegenstände, die jeweils eine eigene Geschichte haben. Dieses Ivanov-Dress gehört zum Beispiel einer katholischen Nonne, die ein großer Rapidfan ist.


Ein Highlight der Ausstellung sind die Notizbücher von Gerald Pichler, in welchen er in den 1980er Jahren akribisch die Spieldaten der Rapidspiele notierte. In weiterer Folge wurde aus seiner großen Datensammlung schließlich in Zusammenarbeit mit Herbert Pawlek rapidarchiv.at, die beste Website dieses Internetz.


Blicke in die Ausstellung


Das Rapideum ist immer wieder einen Besuch wert.