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Samstag, 6. Januar 2024

Arouca – Benfica 0:3 (0:1)

Portugal, Primeira liga, jornada 16, 6.1.2024
Estádio Municipal de Arouca, 4.437

Letztlich sicherer Sieg von SL Benfica in Arouca am Samstagabend. Neben den drei Toren hatte es zwei nicht gegebene Treffer in der ersten Halbzeit für Benfica gegeben und auch bei einem vermeintlichen Ausgleichstreffer für Arouca ging die Fahne des Linienrichters nach oben. Die zweite Spielhälfte schien ebenfalls mit einem Abseitstor von Benfica zu beginnen, nach einiger Wartezeit gab dann der VAR vom Fernseher aus aber doch das Tor zum 0:2. Trainer bei Benfica ist ein ehemaliger Betreuer der Salzburger Dosen.
Mit 4.437 Leuten war das Stadion an diesem Abend sehr gut gefüllt. Zum Vergleich: Beim vorherigen Heimspiel hatte der FC Arouca gegen Gil Vicente 1.386 Zuschauerinnen und Zuschauer begrüßt. Die im Jahr 2000 gegründeten Ultras Arouca standen einst auf einer mit dem Tribünenausbau wieder abgebauten Stahlrohr-Hintertortribüne. An diesem Abend habe ich nichts mehr von ihnen gesehen. Die ganze offene Längsseitentribüne gegenüber war rot mit Benfica-Anhang gefüllt. Fetzen und Transparente hingen nirgendwo, aber ein kompakter Fanszene-Haufen stand seitlich im oberen Rang, sang durchgehend und nach den Toren gab es Feuer und Rauch. Nach einer Pyroeinlage unterbrach der Schiedsrichter wegen lässlicher Rauchentwicklung, welche die Sicht nicht beeinträchtigte, kurz das Spiel. Der Rauch rauchte weiter und man konnte weiter problemlos das Spielfeld überblicken, sodass weitergespielt wurde. Auch auf der überdachten Haupttribüne war ein Gutteil des Publikums mit roten Schals etc. Benfica zuzuordnen.
Der Futebol Clube de Arouca wurde 1952 gegründet. Die Vereinsgeschichte ist stark mit dem FC Porto verbunden, war man doch dessen Zweigverein nr. 40 (filial n.º 40 ) (von 72 solchen filiais des FC Porto). Mit dem Meistertitel der drittklassigen 2.ª Divisão B 2009/10 stieg Aroua erstmals in die portugiesische zweite Liga auf, aus der man es mit dem zweiten Platz 2012/13 in die höchste Spielklasse schaffte. In der Primeira liga spielte der FC Arouca zum ersten Mal 2013/14 bis 2016/17 und tut das nach Aufstieg über Play-off-Spiele gegen Rio Ave 2020/21 nun seit 2021/22 wieder. In europäischen Bewerben trat Arouca erstmals 2016/17 in der Europa League an, wo man in der 3. Qualifikationsrunde gegen das niederländische Heracles Amelo mit 1:1 auswärts und 0:0 hier dank Auswärtstorregel weiterkam und dann im Play-off auswärts in Piräus nach die 0:1-Hinspielniederlage egalisierendem Führungstreffer erst in der Verlängerung gegen Olympiakos ausschied. 2023/24 konnte man in der Conference League zum zweiten Mal europäisch spielen und verlor diesmal in der dritten Qualifikationsrunde gegen den SK Brann aus dem norwegischen Bergen.
Das städtische Stadion von Arouca Estádio Municipal de Arouca wurde 2006 eröffnet. Zunächst gab es nur die Haupttribüne mit 2.500 Plätzen. Im Zuge des sportlichen Aufstiegs wurde die Kapazität mit der zunächst einrangigen und mittlerweile zweirangigen zweiten Längsseitentribüne auf 5.600 Plätze verdoppelt. Zweitweise stand hinter einem Tor auch eine Stahlrohrtribüne.
Vor dem Spiel habe ich die Kleinstadt Arouca besichtigt.

Donnerstag, 30. Dezember 2021

Porto – Benfica 3:1 (2:0)

Portugal, Primeira Liga, jornada 16, 30.12.2021
Estádio do Dragão, 46.250

Zum großen Jubel des nicht ganz ausverkauften, aber praktisch vollen Estádio do Dragão gewann der FC Porto im 21-Uhr-Abendspiel am Donnerstag den portugiesischen Klassiker gegen Benfica. Nach einem aberkannten Tor nach zwanzig Minuten, nach dem schon mit Torjubelmusik kollektives Auszucken im Stadion herrschte, obwohl der Linienrichter sogleich die Fahne oben hatte und dies nach dem üblichen minutenlangen Warten dann auch vom Fernsehsessel aus vom VAR bestätigt wurde, konnte Porto nicht ganz eine Viertelstunde später mit einem Doppelschlag binnen drei Minuten 2:0 in Führung gehen. Nach der Pause verkürzte Benfica auf 2:1, schwächte sich aber mit einem gelb-roten Ausschluss. Mit dem 3:1 in Minute 68 bestätigte Porto dann den Sieg in einem beiderseits guten Spiel. Damit bleibt Porto weiter punktegleich mit Sporting an der Spitze der portugiesischen Primeira Liga. Wie es bei solchen Prestigeduellen aber oft der Fall ist, zählte für Porto der Sieg über den Tabellendritten Benfica dennoch mehr als die drei Punkte. Zuletzt hatte man eine Woche zuvor an derselben Stelle auch Benfica mit 3:0 aus dem Cup geworfen, was die Entlassung von Benficas erst zu Saisonbeginn zurückgekehrten Trainers Jorge Jesus zur Folge gehabt hatte.
Die Kurve der Super Dragões (1986) zeigte zu Spielbeginn eine Choreographie mit hin und her bewegter Blockfahne mit Abbild des zwei Tage zuvor 84 Jahre alt gewordenen, seit 1982 (!) dem FC Porto als Präsident vorstehenden Pinto da Costa als König von Porto mit dem Spruch „Longa vida ao rei“ („Lang lebe der König“). Im Eck der anderen Hintertortribüne, neben mir, supportete das alternative Colectivo Ultras 95. Die Atmosphäre war dem Spitzenspiel durchaus würdig. So stellt man sich das vor. Im oberen Rang der gegenüberliegenden Längsseite befand sich der Benfica-Auswärtssektor. Ich hörte von ihm zwar wenig, was aber wohl eher stadionakustische als Support-Gründe hatte. Sie zeigten auch etwas Pyro.
Vor elf Jahren war ich hier beim Europacupgastspiel von Rapid im Jahr 2010 gewesen. Damals war im Unterschied zu diesmal auch Zeit für die schöne Stadt Porto geblieben. Das Estádio do Dragão hat sich jedenfalls seither nicht verändert. Der Futebol Clube do Porto hat seither weitere fünf portugiesische Meistertitel und zweimal den Cup gewonnen sowie darüber hinaus in der damaligen Saison 2010/11 die Europa League.