Donnerstag, 20. Juni 2024

Unterwegs 25



Rezension


Unterwegs
Das etwas andere Fanzine aus Österreich
Nr. 25, Mai 2024
92 S.









Jubiläumsausgabe 25 des „etwas anderen Fanzines aus Österreich“. Autor Josef Gruber bilanziert mit den 25 Ausgaben sowie einem halben Dutzend Büchern und Sonderheften nach 28 Jahren „durchaus zufrieden“. Das kann er auch sein.

Zum historischen Cupspiel der Austria Salzburg gegen Red Bull holt Gruber aus und beginnt seinen Bericht beim letzten Spiel mit Anwesenheit der violetten Kurve und ihrem Auszug aus dem gekaperten und umgewandelten Klub am 18. September 2005, von dem er ein Video angefertigt hatte. „Was vor Spielbeginn begann und sich bis weit in die erste Halbzeit hineinzog, war brachial und manifestierte ohne Bedenken den Platz in den Top 3 Kurven Österreichs,“ schreibt Gruber zum Geschehen auf der Tribüne im Jahr 2023. Unter den zahlreichen Aktivitäten, um die Pyrostrafe von 34.000 € zu berappen, gehörte auch ein Film namens David vs. Goliath, den Gruber rezensiert. Im Heft gibt es auch eine Rezension des On the terraces-Fanzines der Udinese.

Weitere Themen sind das Atalanta-Europacupgastspiel bei Sturm Graz, das sich auch am Titelblatt findet. Zu einem Spielbesuch von Genoa gegen Empoli hat Gruber Interessantes zur Kurvengeschichte der Gäste zu berichten. Ebenso gibt es hier viel zur Geschichte der Kurve von Treviso, dem Konnex zum Basketball und dem dortigen Rechtsextremismus zu lesen.

„Nachhilfeunterricht“ erteilt Gruber zur Beziehung von Újpest und der Fiorentina, indem er einen Veteranen ausführlich über die Anfänge zu Beginn der 1990er Jahre erzählen lässt. Wenn man eine Ahnung von ungarischem Chaos hat, schmunzelt man, wenn er zur Begegnung beim Fiorentina-Spiel bei Ferencváros 2023 erzählt, sie wären in Budapest beim Treffen „mit dem hohen Organisationsgrad und der Präzision der Südländer konfrontiert worden“.

Stichwort 1990er Jahre: Dorthin lässt einen Gruber gedanklich in der Wiederaufnahme der anno dazumal-Serie schweifen und erzählt von Spielbesuchen der 1990er Jahre. Wie anders die Umstände waren, erklärt er gleich zu Beginn zum Spiel Milan-Lazio vom 18.5.1997: „Da Filme damals wirklich teuer waren, ging man sehr sparsam mit seiner ,Munition‘ um. So kam es, dass ich von der abgebildeten Milan-Kurve nur sage und schreibe zwei Fotos machte.“ Rapid kommt in der Reihe mit einem Bericht mit Bildern vom Match gegen Boby Brno 1997 vor.


A5 Format / 5 € / Kontakt unterwegsfanzineverlag.at

Sonntag, 16. Juni 2024

Rapid-Frauen – Nürnberg-Frauen U20 1:4 (0:2)

Freundschaftsspiel, 16.6.2024
Weststadion, 7.278

„Rapid Wien und FCN!“ erschallte es zu Spielbeginn von den 7.278 Leuten auf den Tribünen. Im ersten Halbjahr der Rapid-Frauen hatten sie schon einige Highlightspiele mit dem Auftaktspiel im Februar und dem von mir aufgrund Terminkollision nach Verschiebung von Freitag auf Samstag nicht besuchten ersten Spiel hier im Weststadion. Dabei waren 3.150 Leute gekommen, was neuer österreichischer Rekord für ein Spiel zwischen zwei österreichischen Vereinen war (vor der LASK-Stadionvoreröffnung 2023 mit 3.027). Das bisher absolut bestbesuchte Vereinsfußballspiel von Frauen in Österreich war zuvor das internationale Freundschaftsspiel der Wiener Sport-Club-Frauen gegen die FC St. Pauli-Frauen vor 3.511 Leuten im Jahr 2019 gewesen. Als nächsten Schritt hatte sich Rapid das Ziel gesteckt, den von einem Länderspiel gehaltenen absoluten Rekord eines Fußballspiels der Frauen in Österreich mit 10.050 Zuschauerinnen und Zuschauern zu brechen. Das hochgesteckte Ziel konnte nicht erreicht werden, immerhin wurde aber der bisherige Vereinsfußballrekord verdoppelt.
Das Match war in einen von zahlreichen Aktivitäten begleiteten Rapid-Sporttag eingebettet, wo es u.a. ein Spiel der Rapid-Frauen II gab. Im Weststadion wurde vor Spielbeginn des Nürnberg-Spiels die Eröffnungsfeier der 14. Bundesmeisterschaften der Mädchen-Fußballliga abgehalten bevor es losgehen konnte. Die Rapidlerinnen hatten auch ihre Chancen, die U20 der Frauen des 1. FC Nürnberg traf aber besser und öfter ins Tor. Das erste Team der Club-Frauen hatte 2023/24 nach einem Vierteljahrhundert wieder in der deutschen Frauen-Bundesliga gespielt, war aber abgestiegen. In so einem Freundschaftsspiel im Wortsinn ist das reine Ergebnis nachrangig. Es war ein Fußballfest mit schöner Atmosphäre. Die Rapid-Frauen gehen jetzt in die Sommerpause und beginnen im Herbst den Ernst des Lebens in der Wiener Landesliga.