Dienstag, 18. August 2026

Rechnitz – Oberpullendorf 4:2 (1:1)

Burgenland, BFV-Cup, 2. Runde, 18.8.2026
Geschiebenstein-Arena, 120

Fünftligist gegen Viertligist im burgenländischen Cup. Der SV Rechnitz aus der II. Liga Süd gewann gegen den SC Oberpullendorf aus der burgenländischen Landesliga, welche die zweite Hälfte mit einem Mann weniger zu bestreiten hatten. Auf von Hitze und Trockenheit schwer gezeichnetem Spielfeld gingen die Rechnitzer nach einer halben Stunde in Führung, der Landesligist konnte aber vor der Pause ausgleichen. Rot wegen Torraub gab es nach Wiederbeginn erst für einen Oberpullendorfer Feldspieler, der Schiedsrichter nahm nach Hinweis des Linienrichters die Karte aber zurück und gab sie dem Oberpullendorfer Goalie. Der unglückliche Ersatztormann musste gleich nach seiner Einwechslung das 2:1 aus dem folgenden Freistoß hinnehmen. In Unterzahl spielten die Oberpullendorfer zunächst noch auf den Ausgleich, Rechnitz zog aber auf 4:1 davon. Ein Elfmeter verkürzte auf 4:2. Der SV Rechnitz steht im Achtelfinale.
Der SV Rechnitz wurde 1931 in der von mir im Jahr 2013 besichtigten Gemeinde Rechnitz gegründet, bereits 1924 war hier aber schon Fußball gespielt worden. Größter Erfolg der Vereinsgeschichte war der dem Meistertitel in der Landesliga 1971/72 folgende Aufstieg in die Regionalliga Ost, die 1972/73 noch die zweithöchste Spielklasse war. Man schaffte in der ersten Saison den Klassenerhalt und in der Folgesaison 1973/74 sogar den fünften Platz. Aufgrund der Ligenreform reichte dies aber nicht für die Qualifikation in die neue bundesweite zweite Liga. So spielte man weiter in der nun drittklassigen Regionalliga, aus der man sich 1977 aber wieder in die Landesliga verabschieden musste.
Dort kam es in der Saison 1977/78 gleich zu einem Skandalspiel gegen den SV Hannersdorf, das mit Spielabbruch und sechsmonatiger Platzsperre für Rechnitz endete. Der SV Rechnitz trug seine Heimspiele in dieser Zeit im benachbarten Schachendorf aus. Seit den 1980er Jahren tritt der SV Rechnitz zumeist in der fünftklassigen II. Liga Süd an, mit immer wieder einigen Jahren dazwischen in der darunterliegenden 1. Klasse. Derzeit spielt man seit über eineinhalb Jahrzehnten, seit 2009/10, in der II. Liga Süd. Im Cup des Burgenländischen Fußballverbands hat der SV Rechnitz bislang 1948/49 (Finalniederlage gegen den ASV Neufeld) und 2011/12 (Finalniederlage gegen den SV Heiligenkreuz) zweimal das Finale erreicht, aber noch nie den Cup gewonnen.
Den Sportplatz in Rechnitz hatte ich im Sommer 2013 einmal leer besichtigt. Damals stand das Tribünengebäude mit Kantine noch nicht. Mit dem Bau wurde bald danach begonnen und im September 2014 hat man es eröffnet. Die Anlage heißt nun nach dem Gebirgszug des Geschriebenstein, mit 884 Metern der höchste Berg des Burgenlands, Geschriebenstein-Arena.