Freitag, 20. März 2026

Tornados Spezial, 54




Rezension


Tornados Spezial
Ausgabe 54
108 S.









„Dieses halbe Jahr hat uns nicht nur wesentlich älter gemacht, sondern auch Jahre näher an den Tod gebracht.“ leiten die Tornados im Vorwort ihr Heft mit dem Rückblick auf die Rapid-Herbstsaison 2025 zutreffend ein. Als Rapidfan altert man aufgrund der emotionalen Hochschaubahnen mit rasanten Abstürzen nach kurzen Höhenflügen generell schnell. Die Saison 2025/26 sticht dabei aber nocheinmal aus dem langjährigen Schnitt heraus.

Einer der zahlreichen Punkte dieses Alterungsprozesses war die in sieben Jahrzehnten Europacupgeschichte erstmalige Entscheidung einer Begegnung Rapids im Elfmeterschießen im Sommer bei Dundee United, wobei nach 2:0-Pausenrückstand das jähe frühe Ende der Europacupsaison auch schon davor nahe war. Unter dem Titel „Auf den Punkt gebracht“ beschäftigen sich die Tornados in ihrer stets lehrreichen Geschichtsbetrachtung diesmal mit den Elfmetern in der Rapid-Geschichte und versuchten dazu auch soweit möglich die Daten und Zahlen zusammenzutragen. Man lernt wieder einige Fakten der Rapid-Geschichte dazu.

„Oida. Puh.“ und ähnliche Gedanken kommen einen zu den aufsteigenden Grausbirnen beim Lesen der Spielberichte des Herbsts 2025. Da waren Tiefpunkte wie die Heimniederlage gegen den Tabellenletzten GAK dabei, die ich gern verdrängt gehabt hätte. Aber an die guten Momente wird man hier zumindest auch erinnert. Auch wenn der Europacupherbst katastrophal zu bilanzieren ist, konnte man immerhin doch wieder einmal mit der Rapid kreuz und quer durch Europa reisen. Ein Schmunzeln entlockte die Bildunterschrift „Statue eines fassungslosen Rapidfans im Herbst 2025“ zur abgebildeten Statue des Jan Kiepura in Sosnowiec, wo Rapid sich von Raków Częstochowa an die Wand spielen ließ.

Im Text über das Freundschaftsspiel von VeneziaMestre in Hütteldorf gehen die Tornados auch auf die besondere Situation aufgrund ihrer Freundschaft zu deren Rivalen Parma und den Umgang damit ein. Im großen Interview gibt es diesmal ein Gespräch mit Chris und Moriz, die mit den Lords die Fanszene Rapids lange mitgeprägt haben und heute in anderer Rolle in von den Vereinsmitgliedern gewählten ehrenamtlichen Funktionen des SK Rapid tätig sind. Sie reflektieren Vergangenheit und Gegenwart. Weiters liest man im Heft wieder von Veranstaltungen und von Besuchen bei Ferencváros und Parma sowie Nürnberg. Im Rezensionsteil fällt den Tornados im Film der Union '99 Ultrà Salzburg eine Vorliebe für Ottakringer Bier aus Wien auf. Eine Reisebericht entführt einen gedanklich in Text und Bild nach Kolumbien.


A4-Format / 5 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel blickfang-ultra.de und nofb-shop.de.

Mittwoch, 18. März 2026

Ballesterer 204



Rezension


ballesterer
Nr. 204
März 2026
84 S.








„Wir sind ja nicht so wie andere.“ hörten die ballesterer-Redakteure in ihren Gesprächen mit Spielerberatern von diesen oft. In ihren Selbstdarstellungen erfährt man in der Titelgeschichte über sie, wie arbeitsreich und aufopferungsvoll ihr Job nicht wäre. Das kontrastiert deutlich zur Erfahrungsschilderung des Ex-Profifußballers und Kolumnisten Michael Novak über nur bei den (Provisionen abwerfenden) Transfers aktive Berater: „Danach wird es oft still. Die Karriere läuft weiter, die klassische Beratung pausiert bis wieder eine Verlängerung und ein Transfer anstehen.“ Eine differenzierte Betrachtung steuert das Interview mit dem guten Zoki Barišić bei, der aus seinen verschiedenen Erfahrungen als Spieler, Trainer und Sportdirektor berichtet. Der Schwerpunkt vertieft das Wissen über die Branche und lässt einen auch neues erfahren und manches etwas zurechtrücken, weil auch Sinnvolles angesprochen wird. Aber die Einschätzung blieb, dass die Branche eher vom Fußball lebt als für ihn etwas bringt.

Recht viele spannende Artikel rund um den Globus gibt es diesmal. So liest man im Heft u.a. aus Paraguay, der Türkei, afghanischem Frauenfußball im Exil oder Palästina. Christoph Biermann sagt im Interview „Es ist doch nicht so, dass ich Spiele als Data Stream schaue.“ Wenn er das Gegenteil gesagt hätte, hätte ich ihm das auch sofort geglaubt.

Nicht um Spielerberater und Business geht es in meiner Folge der Amateurfußball-Serie „Nebenschauplätze“ im Heft sondern es geht zum SV Buch/St. Magdalena in die Oststeiermark.


A4 / 9,00 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel