Freitag, 5. Dezember 2025

Hütteldorfer Wödmasta



Hütteldorfer Wödmasta
100 Jahre Ernst Happel
29.11.2025 – 30.4.2026
Sonderausstellung des Rapideum



Ernst Happel ist eine Sonderausstellung des Rapideum gewidmet. Als Spieler war er mit Rapid sechsmal Meister und einmal Cupsieger. Als Sektionsleiter konnte er den Meistertitel 1959/60 feiern und mit Rapid ins Europacupsemifinale 1960/61 vorstoßen, bis er in die Welt hinauszog und zu einem der besten Trainer der Fußballgeschichte avancierte. Der am 29. November 1925 in Wien geborene Happel wäre dieser Tage hundert Jahre alt geworden, wenn er nicht schon am 14. November 1992 verstorben wäre.


Drei Sonderausstellungs-Vitrinen in den Räumen des Rapideums sind Happel gewidmet. Gleich zu Beginn ist das Kartenspiel als seine persönliche Leidenschaft dargestellt.


In der bewährten Rapideum-Ausstellungsgestaltung lassen sich Schubladen öffnen, in denen man Exponate sieht und über Happel erfährt. Bücher in deutscher und niederländischer Sprache über ihn.


Zeitungsseite über das wohl größte Match des Spielers Ernst Happel. Er erzielte heute wie damals sensationell aus zwei Freistößen und einem Elfmeter als Verteidiger drei alle Rapid-Tore bei einem Europacupsieg über Real Madrid. In der zweiten Saison des 1955/56 eingeführten Europacups der Meister traf Rapid in der ersten Runde auf Real Madrid, die in jener Zeit den Europacup 1955/56 bis 1959/69 fünfmal in Serie gewannen. Das Hinspiel verlor Rapid vor 125.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im Estadio Santiago Bernabéu 4:2, gewann aber das Rückspiel vor 53.000 im Wiener Prater 3:1. Weiter ging es leider nicht. Das nach Reglement danach anstehende Entscheidungsspiel wäre auf neutralem Boden auszutragen gewesen. Rapid entschied sich damals aber, es gegen viel Geld an Real Madrid zu verkaufen, so fand es wieder im Bernabéu statt. Rapid verlor 2:0.


Wie damals üblich, spielte Rapid Tourneen in Übersee, um Geld zu verdienen. In der Südamerika-Tournee in Juni und Juli 1949, lernte man dort ein neues Spielsystem kennen, das man als „brasilianisches System“ nach Wien mitbrachte. Happel kam es entgegen: „Sein Amt als Ausputzer entspricht seinem ungestümen Temperament.“


Happels Weggefährten bei Rapid (1938 bis 1954 und 1956 bis 1959) und seine Zeit als Sektionsleiter nach Spielerkarriere-Ende (1959 bis 1962)


Sammlung von Film- und Videobeiträgen


Wo Ernst Happel in den Vitrinen und Laden der Dauerausstellung des Rapideum vorkommt, ist jeweils gekennzeichnet, und ergänzt die Sonderausstellung. Als Mitglied des zum hundertjährigen Vereinsjubiläum 1999 gewählten Jahrhundertteams ist Happel auch in einer Säule präsent. Sie zeigt eines seiner Rapid-Trikots (das älteste bekannte Rapid-Trikot) und sein Trikot von der FIFA-Weltauswahl 1953.


Vitrine mit Straßenschild der nach Ernst Happel benannten Straße vor dem Stadion De Kuip in Rotterdam, wo Happel als erfolgreicher Feyenoord-Trainer der Jahre 1969 bis 1973 mit dem Europacupsieg 1969/70 hoch verehrt wird. Bis heute sichtbare mediale Präsenz Ernst Happels wird durch die ihm gewidmete jüngste Ausgabe des ballesterer gezeigt, die u.a. Interviews mit Weggefährten enthält.


Aufgrund Happels erfolgreicher Trainerzeit beim HSV 1981 bis 1987, wo er mit Meistertitel, Pokalsieg und Europacupsieg alles gewann, was zu gewinnen war, ist Ernst Happel auch im HSV-Museum in Hamburg und im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund als wichtige Person der deutschen Fußballgeschichte präsent.


Mit Rapid hatte Ernst Happel nach Ende seiner Funktionärstätigkeit 1962 ein „schwieriges Verhältnis“, wie der Ausstellungstext unumwunden schreibt. Dazu trug persönliche Enttäuschung bei. In den 1980er Jahren hatte der SK Rapid leider keinen guten Umgang mit Geschichte und verdienten Legenden der Vergangenheit.


1992 trainierte Ernst Happel am Ende seines Lebens die österreichische Nationalmannschaft. Nach seinem Tod wurde das Wiener Praterstadion von der Stadt Wien Ernst-Happel-Stadion benannt. Zwei Gedenktafeln erinnern dort an ihn, eine aus dem Jahr 1993 und eine aus dem EM-Jahr 2008.


Erinnerung an Ernst Happel im Block West anlässlich seines 25. Todestags bei einem Heimspiel 2017.


Blick in die Ausstellung


Flutlichttrikot von 1956 (Replika des damals zur besseren Sichtbarkeit bei noch geringerer Lichtstärke angefertigten Trikots) und das Spielplakat des legendären Spiels gegen Real Madrid 1956. Es war nämlich nicht nur ein Happel-Torfestival sondern auch das erste Flutlichtspiel im Wiener Praterstadion.


Gegenstände Ernst Happels in der Rapideum-Dauerausstellung


Zur Ausstellung brachte das Rapideum wieder eine Broschüre heraus.






Rezension


SK Rapid (Hg.)
Hütteldorfer Wödmasta
100 Jahre Ernst Happel
Projektleitung und Text: Matthias Schmid, Julian Schneps
Wien 2025
44 S.





Die Broschüre erweitert und vertieft die Rapideum-Ausstellung über Ernst Happel. Die in den kurzen Ausstellungstexten angerissenen Themen haben hier mehr Platz. Zusammen mit den auch in der Sonderausstellung zu sehenden Bildern, wird die Geschichte Happels bei Rapid näher beschrieben. Dazu gibt es Interviews zu lesen. Mit Branko Milanović, den von Rapid-Sektionsleiter Happel aus Belgrad im Auto abgeholt hatte, ohne Zustimmung von Roter Stern zu haben. Mit Franz Hasil, der unter Trainer Happel die beste Zeit seiner Karriere hatte. Mit Andi Herzog, der von Happel stets als „Zauberer“ angesprochen wurde. Mit seiner Enkelin Christina Happel. Sie erzählen Eindrücke und Anekdoten und vermitteln so ein Bild über den Menschen hinter dem „Grantler“. Die Broschüre beschreibt u.a. auch das Zustandekommen der beiden Spitznamen „Aschyl“ und „Wödmasta“.

A5 / 6,95 € / erhältlich im Rapid-Shop

Sonntag, 30. November 2025

LASK – Rapid 3:0 (1:0)

Bundesliga, 15. Runde, 30.11.2025
Stadion auf der Gugl, 16.263

Im Linzer Nebel war keine Trendwende zu sehen. Der nun zum zweiten Mal im Jahr 2025 wieder erneute Interimstrainer Kulovits konnte wie auch schon im Frühjahr keine Wunder bewirken. Man sah den Versuch und Rapid spielte mit, was besser als befürchtet war. Aber es reichte auch deutlich nicht und der LASK gewann doch klar.
Mit „Diese Liebe ist krankhaft“ hatte die Grüne Szene Weinviertel ein passendes Motto ihrer Choreographie. Mit dem Abbild eines von krankhafter Rapidbegeisterung gezeichneten Fans auf einem großen Rapidwappen im grün-weiß-grün gekleideten Sektor zu Beginn und Schals mit dem gleichen Bild und „Krankhafte Liebe“ danach. Zur Minute 17 kam dann von der 2017 gegründeten Gruppe nocheinmal ein akustisches und optisches Pyro-Ausrufezeichen.
Mit Spruchband „Ruhe in Frieden Schurli“ gedachten Vatos Locos einem tragisch Verstorbenen. Die dazu als Gedenken an ihn gezündete Fackel führte zu Unmutsäußerungen des umgebenden LASK-Stadionpublikums. Den starken Nebel gab es hier allerdings schon vor dem Spiel und auch wenn die Pyro insgesamt sicher nicht förderlich und sichtbeeinträchtigend war, war sie an diesem Abend nicht das ursächliche Problem für die schlechte Sicht. Der LASK-Sektor stellte zur Schweigeminute ebenfalls den Support ein. Spruchbänder der Ultras Rapid schickten Genesungswünsche an Martina und Raimund. Von den Lions gab es ein Spruchband für Ernst Happel, der hundert Jahre alt geworden wäre. „Alles Gute Aschyl – 100 Jahre Happel!“ „Aschyl“, wie er bei Rapid früh genannt wurde, war als Spieler mit Rapid sechsmal Meister und einmal Cupsieger und konnte als Sektionsleiter den Meistertitel 1959/60 feiern und mit Rapid ins Europacupsemifinale 1960/61 vorstoßen, bis er in die Welt hinauszog und zu einem der besten Trainer der Fußballgeschichte avancierte.
„Anstatt Söldner, da wollen wir Krieger“ wurde der Mannschaft schon beim Aufwärmen ein Spruchband mit einer Zeile eines aktuellen schönen Lieds präsentiert und auch zum Schluss gezeigt. Es wurde mit dem gleichen Trotz und Ärger gesungen wie „Wir wollen Rapid sehen“ und „Wir sind Rapid und wer seid ihr?“ anklagend kam.
Beim LASK wurde nach der Auswärtschoreographie in Hütteldorf nun beim Heimspiel das dreißigjährige Jubiläum der Viking Linz zelebriert. „Schon 30 Jahre füllen die Geschichten etliche Register“ war zuerst zu lesen, danach tauchte im mit schwarzen und weißen Zetteln gefüllten Sektor ein entsprechendes Registerbuch mit Jubiläumslogo drauf auf, das aufgeschlagen wurde und zum Spruch „Seit jeher zeigt der Clown die vielfältigsten Gesichter“ Buchseiten mit Gesichtern aus 30 Jahren zeigte. Viking Linz 1995 stand dann in ihrer Schrift als Banner über die ganze Kurve, pyrotechnisch begleitet. Mit „In Gedanken bei allen verstorbenen Weggefährten“ gedachten die Viking Linz diesen. Von der Linz City Group („Ob Seemann oder Viking, uns gehört die See! Ois Guade wünscht die LCG!“) mit Anspielung auf deren Popeye-Symbol, den Linzer Jungs („Vor 30 Jahren den Ultragedanken nach Linz gebracht – in den folgenden Generationen das Feuer entfacht!“) und Südachse („Ois Guade zum 30-jährigen Bestehen! Auf viele weitere leiwander Erlebnisse!“) (sic) gab es Gratulationen. Spruchbänder gingen beim LASK noch Richtung der Freunde YB „Freiheit allen Bernern – Fuck the Police!“, machten auf das Thema mentale Gesundheit aufmerksam und gedachten einer Verstorbenen.
Der Tabellenstand täuschte aufgrund der Ergebnisse zu Saisonbeginn zuletzt stark über die Leistungskurve. Mit der Niederlage sind wir nun gegen den LASK auf den vierten Tabellenplatz zurückgefallen. Der nächste Gegner kann uns aufgrund des Abstands nicht überholen, Punkte zu gewinnen wäre aber mal wieder gut.