Donnerstag, 9. Juli 2026

Blickfang Ultrà, 50



Rezension


Blickfang Ultrà
Nr. 50
2025
204 S.










Fanzine lesen ist weiterhin die beste Form der Informationsgewinnung. Der Faktor Zeit ist ja weniger wichtig als das Erfahren zutreffender Inhalte aus erster Hand und guter Recherche. Aufschlussreich war für mich das Interview mit der Clique du Nord des HSV. Der Einleitungssatz „In dieser Saison bekam auch der letzte Unwissende in ‚Fanszene-Deutschland‘ etwas von den Aktionen der Hamburger Fanszene mit.“ ließ mich aufschrecken. Das Heft erschien im August 2025, die Aussage bezieht sich also wohl auf 2024/25. Da Deutschland außerhalb meines regulären Blickfelds ist, hat mich das schon grübeln lassen. Damals stiegen sie in die Bundesliga auf, beantwortete mir Google und das wird dann auch im Interview gleich zu Beginn angesprochen. Dass es beim HSV große Umbrüche in der Fanszene gab, seit Rapid seinerzeit gegen sie gespielt hatte, wusste ich aus diverser Lektüre. Zuletzt hatte ich sie aber 2015 gesehen, was mein letzter Eindruck von ihnen war. Da haben die Abbildungen hier doch staunen lassen. Auch die Erzählungen haben da eine terra incognita kartiert.

Anschaulich erweist sich aus der Berichterstattung im Heft wieder einmal, dass der DFB-Pokal in Deutschland einen großen Stellenwert hat. Zahlreiche Berichte verschiedener Szenen über ihre Spiele im Lauf der Saison zeigen das und dann gibt es auch noch einen längeren Teil über das DFB-Pokal-Finale, in dem erstaunlicherweise Arminia Bielefeld spielte. Über das Finale wird aus deren Perspektive berichtet wird. Da das Heft auch schon wieder ein Jahr alt ist, gab es dazwischen ja schon wieder ein weiteres DFB-Pokal-Finale. Es wird interessant sein, beizeiten darüber zu lesen.

Eine weitere Rundumschau widmet sich Europacupspielen der Saison 2024/25. Berichte gibt es nur aus einer Perspektive jeweils. Daher ist die Djurgården-Berichterstattung der Begegnung mit Rapid zwar interessant, aber doch sehr eindimensional und tendenziös. Dennoch 43 Seiten lesenswerte Europacup-Berichte. Weitere Themen im Heft sind das gerichtliche Vorgehen gegen das Karlsruher Fanprojekt, der Abriss des Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks und andere verschwundene Stadien und eine Erinnerung an die deutsche Fandemo im Jahr 2010. Im Rahmen der Rubrik Länderpunkt wird Zypern, seine Fußballgeschichte und seine Fanszenen vorgestellt, wobei die Insel sinnvollerweise als ganzes betrachtet wird.



B6 Format / 6 € / Kontakt blickfang-ultra.de

Montag, 6. Juli 2026

Fladnitz / AH Kirchberg / Austria Zöbing – Krumegg 2:5 (1:1)

Freundschaftsspiel, 6.7.2026
Herbert-Ziehenberger-Arena, ca. 10

Montagabendspiel im oststeirischen Fladnitz im Raabtal. Die Gäste des seit 1994 bestehenden SV Krumegg aus Krumegg in der Gemeinde Sankt Marein zeigten sich als stärkere Mannschaft, in Führung ging aber zunächst die Heimmannschaft aus einem Weitschuss. Am Ende ging der Sieg verdient nach Krumegg.
Der UFC Fladnitz im Raabtal wurde 1979 gegründet. Bis 2024/25 nahm man am Oststeirercup teil, stellte dann aber aus Spielermangel den Spielbetrieb ein. Der Verein ist allerdings weiter aktiv und veranstaltet u.a. Turniere. Es entwickelte sich auch eine Zusammenarbeit mit der 1969 gegründeten Austria Zöbing aus dem zu St. Margarethen an der Raab gehörenden Zöbing an der Raab, bei der einige ehemalige Spieler aktiv sind. Gemeinsame Termine mit Austria Zöbing und der Altherren-Mannschaft des TSV Kirchberg/Raab im Herbst 2025 festigten die Zusammenarbeit. Man trainiert abwechselnd auf den Sportplätzen und spielt nunmehr als Spielgemeinschaft.
Der Sportplatz in Fladnitz im Raabtal ist Herbert-Ziehenberger-Arena benannt, nach dem auch bei diesem Spiel anwesenden Gründungsmitglied Herbert Ziehenberger, der seit Jahrzehnten als Obmann fungiert und 2000 bis 2008 auch die Organisation des Oststeirercups übernommen hatte. Im Nachwuchsbereich arbeitet der UFC Fladnitz mit dem benachbarten TSV Kirchberg/Raab zusammen und stellt ihm den Sportplatz als Trainingsstätte und Austragungsort für Spiele bis zur U12 zur Verfügung, wofür er 2025 kommissioniert wurde. Dahinter verläuft die Eisenbahnstrecke der Steirischen Ostbahn, auf der regelmäßig Züge vorbeifahren.