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Samstag, 22. November 2025
Slavia Praha – Bohemians Praha 3:1 (2:0)
Tschechien, 1. Liga, 16. kolo, 22.11.2025
Stadion Eden, 18.992
-3°C
Vršovické derby in Prag. In einem Favoritensieg gewann der Tabellenführer Slavia Prag. Die Bohemians Praha hielten zwar eigentlich gut mit, konnten aber nur am Ende ein Ehrentor erzielen.
Vor dem Spiel wurde aus den Stadionlautsprechern eine neue Vereinshymne erstmals im Stadion vorgespielt und dazu gab es als optische Einlage eine Art Flugshow-Ballett eines Schwarms an Drohnen zu sehen.
Die Tribuna Sever von Slavia zeigte zu Spielbeginn eine Choreographie mit einem Schlächter mit Axt und einem blutigen Kopf eines Kängurus, des Wappentiers der Bohemians. Pyro umrahmte das Bild. „Bílá červená, Slavia Praha!“ und anderes erschallte es von der Tribüne in im Lauf der letzten Jahre immer ausgeprägter gewordenen polnischen Supportstil. Polnische Freunde wurden auch begrüßt, BKS Stal aus Bielsko-Biała hing dazu prominent an der Tribüne.
„Vršovický originál 1905 – 2025“ stand zu Beginn vorne am grün-weißen Gästesektor, in dem ein großer Bohemians-Wimpel umrahmt von grünen und weißen länglichen und runden Luftballons gezeigt wurde. Der 1905 als AFK Vršovice gegründete Verein war von Anbeginn an im Stadtteil Vršovice von Prag zu Hause und hatte sein erstes richtiges Stadion 1912 bis 1932 oben am Eck an der Straße Vršovicka, wo heute ein Regierungsgebäude steht, ganz in der Nähe des Stadion Eden von Slavia. Dieses „alte Ďolíček“ Starý Ďolíček wurde dann später mit einem nächsten Banner vorne am Zaun hervorgestrichen. Eine Betonung der Verwurzelung im Stadtteil, da Slavia zwar als Verein älter ist (1892 gegründet), aber bis 1945 im nordwestlichen Stadtteil Letná nahe bei Sparta zuhause war und erst in der Nachkriegszeit 1948 im Eden ein neues Stadion baute und hierher zog.
Der Vršovické derby zwischen den beiden Nachbarn ist kleiner als das große Prager Derby zwischen Slavia und Sparta. Aber es hat auch viel Tradition. Seit der ersten Begegnung 1914 traf man nunmehr 140-mal in der Meisterschaft (73 Siege von Slavia, 34 Remis, 33 Siege von Bohemians), siebenmal im tschechischen Cup (fünf Slavia-Siege, ein Remis, ein Bohemians-Sieg) und dreimal im mittelböhmischen Cup Středočeský pohár (drei Slavia-Siege) aufeinander. Die Bilanz ist also eindeutig. Neben den Pflichtspielen gab es auch noch Freundschaftsspiele oder Hallenturniermatches.
Im neuen Stadion Eden war ich selbst zuletzt zweimal bei Sommer-Freundschaftsspielen gegen Dynamo Dresden 2023 und nocheinmal erneut gegen Dynamo Dresden 2025. Die Besuche bei Meisterschaftsspielen, zwei Prager Derbys gegen Sparta, datierten zuvor auch schon bereits aus den Jahren 2009 und 2014.
Mittwoch, 24. September 2025
Jiskra Domažlice – Bohemians Praha 1:4 (0:1)
Tschechien, Pohár FAČR, 3. kolo, 24.9.2025
Městský stadion Střelnice, 802
Favoritensieg im tschechischen Cup für die klokani (Kängurus) von Bohemians Praha 1905 in Domažlice. Der Erstligist ging beim Drittligisten Jiskra Domažlice bei 10°C und Regenwetter zwar schon nach wenigen Minuten in Führung, konnte diese in der ersten Hälfte aber nicht mehr erhöhen. Nach der Pause fielen dann weitere Tore, wobei Jiskra beim Stand von 0:3 den Ehrentreffer zum 1:3 erzielen konnte.
Trotz des Nachmittagstermins am Werktag war ein ordentlicher Anhang aus Prag angereist, der die alte Tribüne dominierte, wenn auch nur rund ein dutzend Leute auch mit Stimme und einer Trommel supportete. Der Platzsprecher hob in seiner Vorstellung des Gegners vor Spielbeginn Legende und Präsident Antonín Panenka hervor und erwähnte dessen Zeit beim SK Rapid. Der genannte Panenka war schon in Wien-Hütteldorf, als die Bohemians 1981/82 ihren einzigen tschechischen Cupsieg erreichten. Im Stadion Evžena Rošického gewannen die Bohemians in einem Prager Finale 4:0 gegen Dukla Praha. Im Rahmen der Tschechoslowakei folgte für den tschechischen Cupsieger die Teilnahme am tschechoslowakischen Cupfinale, das sie gegen den slowakischen Cupsieger Slovan Bratislava im alten Tehelné Pole im Elfmeterschießen verloren.
Die TJ Jiskra Domažlice führt als Gründungsjahr 1908, als mit dem SK Šumava der erste Sportverein in Domažlice gegründet wurde, wobei bei diesem Verein mit grün-weißen Farben anfangs noch Schwerathletik im Zentrum stand. 1912 wurden mit dem Skisportklub Sněhaři Domažlice ein weiterer Sportverein in der Stadt gegründet. Bei diesem bereits die blau-weißen Farben tragenden Klub wurde aber ebenso wie beim älteren Verein auch Fußball gespielt. Die beiden Vereine schlossen sich 1939 zum SK Domažlice zusammen und übernahmen die Stadtfarben blau-weiß. 1951 wurde der SK Domažlice mit anderen Sportvereinen im Rahmen der Unterstellung des Sports in der Tschechoslowakei unter die Sokol-Organisation zu Sokol, später zur ZSJ Domažlice und 1953 dann zur DSO Jiskra Domažlice. Jiskra war der Name für der Textil-, Leder-, Glas- und chemischen Industrie zugeordnete Sportvereine. Platzhirsch in der Stadt war nach dessen Gründung von den 1960er bis in die 1980er Jahre aber der Militärsportverein TJ Rudá hvězda Domažlice, der zumeist höherklassig als Jiskra spielt. Nach der Wende wurde Rudá hvězda („Roter Stern“) 1992 mit Jiskra fusioniert und verschwand. Die größten Erfolge der Jiskra sind der Meistertitel der viertklassige Divize A 2010/11 mit dem Aufstieg in die drittklassige Česká fotbalová liga (ČFL), in welcher der Verein nunmehr seit 2011/12 spielt, sowie die beiden Meistertitel in der ČFL sk. A 2022/23 und 2024/25, wobei man in den Barrage-Spielen um den Aufstieg in die zweite Liga jeweils dem Meister der ČFL sk. B unterlag. 2023 war das der FK Viktoria Žižkov und 2025 der FK Ústí nad Labem.
Das Městský stadion Střelnice bietet im weiten Oval Stehplätze und auf zwei überdachten Längsseitentribünen 1.229 Sitzplätze. Der Name Střelnice heißt „Schießstand“, was auf die vorherige Nutzung des Geländes verweist. 1930 eröffnete der seinerzeitige SK Sněhaři Domažlice auf einer Wiese hinter dem damaligen Militärschießplatz und hier einen Fußballplatz mit erster Tribüne. In den 1950er Jahren wurde die Anlage zum Stadion für mehrere Sportarten umgebaut und 1958 neueröffnet. Die Leichtathletiklaufbahn wurde in die 1970er Jahren wettkampftauglich erweitert und die heutige alte Tribüne auf der Westseite errichtet, die seit der Umrüstung der Sitzbänke 2008 514 Plätze bietet. 2017 wurde für die Austragung einer U17-EM die zweite Längsseitentribüne auf der Ostseite gebaut (688 Sitzplätze).
Vor dem Spiel habe ich die Stadt Domažlice besichtigt.
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