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Dienstag, 28. Oktober 2025
Block West Echo, 46
Rezension
Block West Echo
#46
Saison 2024/25
276 S.
Nachteil an dicken Heften ist, dass man sie nicht schnell fertiggelesen hat. Vorteil, dass man viel zu lesen hat. Ich lese sehr gern. Das Block West Echo der Ultras Rapid hat zum wiederholten Mal einen Stärke, die nicht in Inhalt und Optik, aber doch im Umfang an seinerzeitige Skripten im Studium vor dem einen oder anderen Jahrzehnt erinnert. Es aufmerksam zu studieren ist auch hier ein Gebot. „Die Sonne scheint nun mal nicht 365 Tage im Jahr.“ heißt es im Vorwort zur Rapid-Saison 2024/25. Tatsächlich bot sie an emotionalen Spitzen und echten Tiefschlägen schon wieder einmal eine beachtliche Bandbreite. Nach starkem Beginn in der Meisterschaft am Ende gerade noch im letzten Moment im Nachsitzen „Mindestziel erreicht, ein blamables Ausscheiden im Cup und eine lange Reise durch Europa“. In den erkennbar zeitnah mit den Emotionen jener Momente geschriebenen Spielberichten zu den Rapid-Spielen findet sich dieses Auf und Ab auf über hundert Seiten und lässt einiges an Erinnerungen hochkommen. Der Venedigteil hat mir diesmal sehr gut gefallen. Lernen kann man hier auch etwas über Geschichte und Bedeutung des Markuslöwen und seiner Varianten. Da sich 2025 die Freundschaft mit VeneziaMestre zum 25. Mal jährte, gibt es auf 35 Seiten nicht nur erfreulich viele Berichte von Spielbesuchen mit Schilderung von Erlebnissen und Eindrücken sondern auch Bezug zum Jubiläum im Jänner. Der Vergleich der Eindrücke in Neapel 2003 und 2024 ist interessant: 2003 waren beim Venedig-Gastspiel nur 12.923 Leute im Stadion mit vollen Kurven und leeren Längsseiten, doch die Stimmung beim Hineinkommen in den Gästesektor beängstigend. 2024 war das Stadion mit 51.199 Leuten voll, doch Curva A und Curva B enttäuschten. In den Besuchen in Venedig selbst kommt in den Texten auch das Genießen der Stadt nie zu kurz. Zum Spiel gegen Inter am 12.1.2025 gab es einen Besuch in besonderer Konstellation durch fünf Ultras, die bei der Gründung der Freundschaft im Jahr 2000 federführend gewesen waren mit einem speziell angefertigten Besuchsfetzen. Bei einem anderen Spiel waren vier Junge erstmals in Venedig und resumierten: „Die italienische Ultras-Kultur und Mentalität kennenzulernen, ist ein bedeutender Bestandteil einer jeden Ultraskarriere.“ Auf 13 Seiten PAO wird u.a. auf schwierige interne Situation in Gate 13 verwiesen wird und ein interessantes Interview mit einem speziellen Protagonisten geboten. Auf 25 Seiten 1. FC Nürnberg geht es mit dem FCN auf die Reise durch die zweite deutsche Bundesliga, man nahm am Begräbnis eines langjährlichen aktiven Mitglieds der UN und ehemaligen Vorsängers teil und auch an der Filmpremiere von Aura einer Legende - 125 Jahre Erster Fußball-Club Nürnberg. Am großen 125-Jahre-Festtag spielte Rapid am selben Tag. Dafür berichten die UN selbst davon. Auch Ferencváros und Sampdoria haben wieder Platz, sodass der Teil im Heft zu Freundschaften und freundschaftlichen Kontakten zusammen 113 Seiten umfasst. Dies spiegelt den großen Stellenwert des Themas für die Gruppe wohl stark wider. Über Italien kann man nicht genug Wissen aufgesogen haben. Eine sehr gute Gelegenheit dafür war die von den UR organisierte Filmvorstellung von A guardia di una fede. „UR ist dafür bekannt, Dinge nicht normal machen zu können, daher musste auch hier das Rahmenprogramm stimmen. Einfach ins Kino zu gehen, war zu wenig.“ Eine eigens gestaltete Sonderausstellung beeindruckte an diesem Tag, es gab Grußbotschaften und als Highlight ein Video mit Worten an das Rapid-Publikum Claudio selbst. Das war beachtlich. Im Nachgang gab es dann auch noch einen Besuch bei ihm in Italien selbst mit einem Wiener Geschenkpaket, wie das Heft berichtet. Weiters gibt es im Heft Berichte zu diversen Festivitäten und Veranstaltungen. Einen Blick über den europäischen Tellerrand bietet ein Interview mit einem aktiven Mitglied der Green Boys von Raja Casablanca zu den dortigen Verhältnissen in einem herausfordenden Umfeld. Lesen und lernen aus selbstgewähltem und daher freudebringendem Lernstoff bringt einen im Leben weiter. A4 / 10 € / ultrasrapid.at.
Donnerstag, 10. Oktober 2024
Block West Echo, 45
Rezension
Block West Echo
#45
Saison 2023/24
280 S.
Stolze 280 Seiten dick ist das Block West Echo der Ultras Rapid diesmal. Die Saison mit Rapid wird in Spielberichten und Fotos von allen Pflichtspielen der Saison 2023/24 sowie dem Testspiel bei Union Berlin ausführlich beleuchtet. Mit allerlei Details wie der Feier des 30. Geburtstags des „Iron-Maiden-Fetzens“ (Schrift in der Schriftart des Iron-Maiden-Logos) beim ersten Bundesligaheimspiel oder einem Rückblick auf einen kuriosen Abend wie dem Flutlichtausfall-Spiel gegen Gurten in Ried. Die Fotos sind zahlreich, aufgrund der guten Anzahl und ihrer Qualität wäre oft eine größere Präsentation schön. Gerade etwa beim großen Bericht zum beeindruckenden Spiel mit der 35-Jahre-Jubiläums-Choreographie. Allerdings gibt es z.B. in diesem Fall hier teilweise auch abgedruckte QR-Codes bzw. genauer gesagt UR-Codes mit einem Link zur betreffenden Seite auf ultrasrapid.at, wo man die Bilder am Handy oder sonstigen Bildschirm ansehen kann. Größe und Tragik Rapids gab es beim ÖFB-Cup-Finale oder den Europacup-Highlightspielen gegen die Fiorentina zu spüren. „Ein Europacup, wie er sonst nur in den Märchenbüchern zu finden ist. Es geht zum Rückspiel gegen die Fiorentina im alten Stadio Artemio Franchi und unsere Gefühlslage spielte dementsprechend verrückt. Für viele von uns ging ein absoluter Lebenstraum in Erfüllung.“ Ganze 129 Seiten umfasst der wieder ausführliche Teil zu den Freundschaften und Kontakten. Neben Spielbesuchsberichten gibt es dabei auch andere Texte zu verschiedenen Anlässen wie etwa einen Bericht zur würdigen Verabschiedung des verstorbenen Ex-Capos Arnaldo Loja bei VeneziaMestre. Dabei kam auch der eingangs genannte Iron-Maiden-Fetzen wieder zum Einsatz: „Wir brachten dieses gute Stück Stoff, da es am 15. Jänner 2000, als die Freundschaft zwischen UR und UUVM offiziell wurde, am Zaun der Sud hing.“ Weiters liest man von der Feier zu 24 Jahren Freundschaft, einem Venedigabend in Wien oder – durchaus einmal etwas anderes und besonderes – dem Verbringen der Weihnachtsfeiertage in Venedig, um zwei Spiele mit Veneziamestre zu besuchen. Bei PAO ist u.a. vom zahlreichen Besuch zur Feier von 58 Jahren Gate 13 zu lesen und bei 1. FC Nürnberg u.a. eine interessante Annäherung an 30 Jahre Ultras Nürnberg über anhand von 30 Bildern erklärten 30 Momenten in der Geschichte von UN. Spielbesuche gab es auch wieder bei Ferencváros. Besonders spannend im Teil zu Sampdoria ist, dass es auch hier wieder wie zuletzt etwas tiefer gehendes Informatives gibt. Diesmal in Form eines Interviews mit Ultras Tito zu ihrer Geschichte, ihrem Selbstverständnis und dem Wandel der Zeiten. „Von 2011 bis 2017 wuchsen die Ultras auf, ohne zu Auswärtsspielen zu fahren, das ist ein Wahnsinn. Als wir 16 Jahre alt waren, wurde man beschimpft, wenn man nicht auswärts fuhr.“ Von den zahlreichen weiteren Aktivitäten wie Feiern oder der großen Pyro-Zelebrierung zu 125 Jahren Rapid, 20 Jahre Gioventù, Wiener helfen Wienern, Block West Bambini und vielem mehr. Zehn Jahre ist der Abschied vom Hanappi-Stadion schon her. Ein Artikel erinnert an markante Tifo-Momente in seinen letzten Jahrzehnten und seine Geschichte, geht dabei im Text aber auch an die bei Nostalgie gern auftauchende Wendung „früher woa ois bessa“ ein und stellt sich diesem Zugang entgegen: „Nur das sogenannte Gras, welches glücklicherweise oft drüber wächst, lässt uns besser verarbeiten und die leiwanden Eindrücke bleiben glücklicherweise präsenter bestehen. Deshalb erschaffen wir uns neue, positive Momente im neueren Weststadion und vergessen nicht, was wir alles im Hanappi-Stadion erlebt haben.“ A4 / 10 € / ultrasrapid.at.
Mittwoch, 20. Dezember 2023
Block West Echo, 44
Rezension
Block West Echo
#44
Saison 2022/23
216 S.
Mit dem Block West Echo der Ultras Rapid kann noch einmal auf die Saison 2022/23 geblickt werden. Ausführlich in Text und Bild zurückgeblickt wird im ersten Teil des Fanzines auf die Saisonspiele Rapids in der Bundesliga, im ÖFB-Cup und im Europacup. Erinnerungen an einige Höhepunkte und manch emotionale Tiefpunkte werden geweckt und geschildert, wie die Ultras Rapid die Spiele erlebten. Hart zu lesen sind die Berichte zum Tod von UR-Mitglied Luksus und den Aktionen in seinem Gedenken. Interessante Rückblicke gibt es von diversen UR-Veranstaltungen wie Abenden mit Trimmel, zu Argentinien, Wiener helfen Wienern, der Weihnachtsfeier, der Jubiläumsfeier (am Stephansdom!), mit Hans Krankl, mit Andy Marek und vieles mehr. Eine interessante Idee war das kulinarische Programm der Weihnachtsfeier, das aus Elementen der Küche Wiens, aus den Heimatstädten der Freundschaften Nürnberg, Athen und Venedig sowie der Kontakte Budapest, Genua und Stockholm stammte. Maradona und Neapel ist wie in Nummer 43 auch wieder Thema, Ein Nachruf auf die aufgelösten Verrückten Köpfe von Wacker Innsbruck schließt die Ausgabe ab.
Spannend ist es immer, über den Stand der Dinge bei den Freundschaften zu lesen, etwa von VeneziaMestre „Schön zu sehen, wie die ganzen verschiedenen Gruppen an einem Strang zogen. Etwas, das man aus der Lagune so nicht kennt.“ Herausragend im PAO-Teil ist Olivers Marathon. Vom 1. FC Nürnberg gibt es u.a. von den Feiern zum 20-jährigen UR-UN-Freundschaftsjubiläum zu lesen, die im Sommer 2022 begannen, und es wird gewohntermaßen ein Saisonrücklick der Ultras Nürnberg geboten. Dabei gehen sie auf die Malaise des Vereins ein („Es mangelt einfach an Konstanz.“) und äußern auch offene Worte zu Szeneentwicklungen („Es liegt an uns zu entscheiden, wohin sich unsere Kultur entwickelt.“) Weiters gibt es auch Berichte von Besuchen bei den ansprochenen Kontakten, wobei im Ferencváros-Teil das besondere Erlebnis des Spiels Qarabağ – Ferencváros mit einem bis auf zwei Ungarn von Rapid gestellten Gästeblock nochmal herausgestrichen wird. Viele Berichte von Besuchen gibt es wieder von Sampdoria. Die Ultras Rapid halten dazu fest: „Seit drei Jahrzehnten führt uns der Weg immer wieder nach Genua, momentan sind die Kontakte zu Ultras Tito aber am intensivsten.“ Auch im Nya Söderstadion bei Hammarby schauten die Ultras Rapid vorbei. Ursprünglich wäre der Besuch beim Cupfinale gegen Malmö 2022 geplant gewesen. Das hatte ich auch fix geplant und war stattdessen ebenso wie die Ultras Rapid beim Nachsitzen von Rapid. Im Unterschied zu den UR habe ich es seither noch nicht wieder nach Stockholm geschafft. Das sollte ich einmal tun. A4 / 10 € / ultrasrapid.at.
Donnerstag, 13. Oktober 2022
Block West Echo, 43
Rezension
Block West Echo
#43
Saison 2021/22
260 S.
„Reichlich Lesestoff und jede Menge Bilder.“ verspricht das Vorwort. Das trifft mal wieder vollkommen zu. Im Umfang des Hefts jagt ein Rekord den nächsten und nun sind es bereits unfassbar starke 260 Seiten geworden. Nach dem letzten Heft 42 ist einige Zeit vergangen. Ausgabe 43 widmet sich der Saison 2021/22.
„Es gibt keinen hundertprozentig richtigen Weg in dieser Zeit.“ Dieser Satz habe die Suche nach einem „bestmöglichen Mittelweg“ zum Umgang mit den Umständen in den Phasen der Corona-Pandemie begleitet, wird eingangs festgestellt. Zu verschiedenen Zeiten und Maßnahmen gab es ja unterschiedliche Verhaltensweisen. „Ob wir das geschafft haben, kann nur jeder für sich selbst entscheiden.“ bilanzieren die UR. Der Saisonrückblick auf die im Rahmen der Pandemie besuchten Rapid-Spiele 2021 nimmt standesgemäß großen Raum ein. Das Versprechen von reichlich Lesestoff und Bildern wird hier schon einmal gleich in die Tat umgesetzt. Die Spielberichte beinhalten die gewohnte Mischung aus Rundherum, Tifo und sportlichem Geschehen. Die Bilder rufen viele Erinnerungen im Kopf wieder hervor. Besonders gilt das für die Europacupspiele jener Saison, die von unterschiedlichen Corona-Schutzmaßnahmen und unterschiedlichen Kurvenreaktion darauf geprägt waren. So gab es wahre Festtage genauso wie die Auswärtsspiele, wo man aufgrund der Linie (3G akzeptiert, aber bei weiteren Einschränkungen Draußenbleiben) vor dem Stadion war oder auf verschlungenen Wegen z.B. beim Abschlusstraining Präsenz und Protest gegen die UEFA-Bestimmungen zeigte (vor dem Spiel auf Zypern). Bis hin zum durch Polizeischikanen anstrengenden Tag in Arnheim. „Unsere Mannschaft tat alles dafür, den anstrengenden Tag noch anstrengender zu machen.“
Sehr erfreulich ist, dass hier jetzt wieder ein großer Block an aktuellen Texten und Berichten von VeneziaMestre Platz eingeräumt werden konnte, aufgrund der dortigen Kurvensituation und trotz Covid-Pandemie möglichen Spielbesuchen. In dieser Saison sogar in der Serie A. Das liest man gerne. Beim großen Spiel von Veneziamestre in Bologna am 21.11.2021 mit (beiderseits) schönem Kurvenbild hatte ich dieselbe frühmorgendliche Anreisevariante gewählt, an diesem Tag als Groundhopper aber lieber die beiden Spiele Correggese-Carpi und danach Imolese-Reggiana stattdessen besucht. Schon damals kam mir nach Betrachten der bald im Internetz auftauchenden Choreo-Bilder der Gedanke, dass dies womöglich doch eine falsche Prioritätensetzung war. Das Zweifeln und Grübeln begann hier beim Bericht auch gleich wieder. Schwierig. 20 Jahre Ultras Rapid und Gate 13 ist ein weiteres großes Thema im BWE. Es ist über Feiern und Besuche zu lesen und vor allem gibt es hier auch einen spannenden Artikel zur hundertjährigen Geschichte des Panathinaikos-Stadions Leoforos Alexandras mit vielen Details. Vom 1. FC Nürnberg ist wieder ein UN-Saisonrückblick abgedruckt und es gibt eine UR-Besuchsbericht.
Weiters zu finden sind im BWE ein Interview mit Markus Heikkinen, ein Bericht vom Begräbnis von Rudolf Edlinger, ein Nachruf auf Otto Barić oder die Erzählung von der Revitalisierung der mittlerweile im Block West aufgestellten Diadora-Kanone. Das zwei Jahrzehnte danach nachgestellte Foto mit ihr ist ein Highlight. Ein solches ist auch die „Maradona Murales ToUR 2022“, bei der in Neapel zu zahlreichen Maradona-Wandgemälden spaziert wurde. Zu dem beeindruckenden 25 Jahre Tornados Rapid-Film erzählt Filmemacher Dominik H. im Interview einige Hintergründe zur Entstehung.
Gut und richtig ist es immer, sich mit der Rapid-Geschichte zu befassen. Hier ist ein Gastbeitrag von Laurin Rosenberg über wegen Ausschreitungen abgebrochene Rapid-Spiele aus den Jahren 1900 bis 2011 zu lesen. Es gibt wenig bessere Kenner der Rapid-Geschichte als Laurin Rosenberg. Aufgrund politischer Winkelzüge oft verzwickt ist allerdings die DDR-Sportgeschichte. Rapid spielte im Meistercup-Achtelfinale 1960/61 gegen Wismut Karl-Marx-Stadt, wie hier richtig steht. Das Auswärtsspiel fand aber nicht in Karl-Marx-Stadt, wie Chemnitz 1953 bis 1990 hieß, statt. Denn der Verein hieß zwar Wismut Karl-Marx-Stadt, war aber de facto Wismut Aue und daher spielte Rapid auch in Aue. Die zentrale Sportvereinigung Wismut hatte ihren Sitz in Karl-Marx-Stadt und hieß SC Wismut Karl-Marx-Stadt. Dorthin sollte 1954 die erfolgreiche Fußballsektion der BSG Wismut Aue übersiedelt werden, was einen halben Volksaufstand in Aue auslöste. So hieß dann als Kompromiss der Verein zwar Wismut Karl-Marx-Stadt, spielte aber in Aue (heute Erzgebirgsstadion, damals Otto-Grotewohl-Stadion). 1963 wurde das Gewirks aufgelöst, die BSG Wismut Aue wieder selbständig und in Chemnitz übernahm der SC Karl-Marx-Stadt den Fußball, woraus 1966 der bekannte FC Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitzer FC) entstand.
Interessant zu lesen ist der Bericht über Sampdoria und faszinierend ist die Dokumentation der Murales in der Gradinata Sud samt Wiedergabe der kundigen Führung zu ihnen. Das ist wirklich gut. Weiters werden im Heft Spruchbänder dokumentiert (mittlerweile hat auch jemand aus der Neuland-Generation wie ich eine Übersetzungs-App am Handy, bei jenen in griechischer Sprache wäre dennoch die Beifügung der Übersetzung praktisch), Gruppenfotos gezeigt und von zahlreichen Aktionen und Aktivitäten berichtet. Nach 260 Seiten hat man reichlich Lesestoff und Bilder aufgenommen, verarbeitet und einiges erfahren. A4 / 10 € / erhältlich bei den Ultras Rapid
Donnerstag, 10. Dezember 2020
Block West Echo, 42
Rezension
Block West Echo
#42
Herbst 2020
232 S.
„In Zeiten wie diesen ist die Herausgabe eines Fanzines noch mehr von Bedeutung als ohnehin schon.“ schreibt die BWE-Redaktion im Vorwort. Darin kann ich sie nur bestärken. Wenn jemand glauben sollte, dass es angesichts von Geisterspielen 2020 weniger für ein Fanzine zu schreiben gäbe, wird er von den Ultras Rapid mit einem Heft widerlegt, das nocheinmal um einige Seiten stärker ist als im Vorjahr. Wie wahr doch auch ihre weitere Feststellung ist: „Der Fußball und das Leben in der Kurve wurden uns vorübergehend genommen. Auf der Suche nach Strohhalmen greifen wir unweigerlich zu den Heftln, die sich in den Regalen stapeln.“
In eine gar nicht lang zurückliegende, aber schon ferne andere Zeit entführen die Berichte des Rapid-Saisonrückblicks in Herbst 2019 und den wenigen noch normalen Spielen in Februar/März 2020. Den Anfang macht das Rapid-Nürnberg-Freundschaftsspiel vom Juli 2019. Die Umstände und auch die notwendigen organisatorischen Vorbereitungsarbeiten mit den Vereinen werden beschrieben. Beim Spiel stand man miteinander im Block West, „mehr als 5.000 Leute in der Kurve, welche die Farben grünweißschwarzrot gleichermaßen hochielten. Es war für beide Szenen etwas Neuartiges, mit dem unsere Brüderschaft auf ein neues Level gehoben wurde.“ Wie gewohnt wird im weiteren Verlauf auf jedes Rapid-Pflichtspiel zurückgeblickt. Vom Auftakt im Cup in Allerheiligen über Tiefpunkte und Höhepunkte bis zum Spiel in Wolfsberg am 7. März 2020, das noch unbeschwert ablief. Ein daran anschließender Text beschäftigt sich mit der Corona-Pause und der Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit Geisterspielen und gibt nocheinmal das ebenso ausführliche wie tiefschürfende gemeinsame Statement der österreichischen Fanszenen vom 28. April 2020 wieder.
Über Gruppenleben und Aktivitäten informieren Artikel über u.a. Zoki Barišić, Michael Krammer, Andy Marek oder Alfred Körner, Sommerbergtour, Weihnachtsfeier, Wiener helfen Wienern, Solidaritätsprojekten in der Coronakrise (mit abgedrucktem Dankesbrief der Curva Nord Bergamo für die Teilnahme an der Spendensammlung der Tivoli Nord für das schwer getroffene Bergamo) sowie über Eindrücke von der 15-Jahr-Feier der Lords oder der 25-Jahr-Feier der Green Monsters.
Ein Nachruf samt Bildern des Begräbnisses ist dem verstorbenen UR-Gründungsmitglied Koby gewidmet, der nochmals seine Bedeutung für Rapid und die österreichweite Fanzenenlandschaft unterstreicht.
Sehr interessant sind ein Bericht von der Ausstellung zu 50 Jahren UTC samt Sampdoria-Matchbesuch im September 2019 und eine Dokumentation und Zeitreise zu von den UR produzierten Schals von 1988 bis 2020. Ein Rückblick auf das letzte Rapid-Jahrzehnt lässt weiters Erinnerungen aus den Jahren 2010 bis 2019 wieder frisch werden.
Ein Wochenende im Sommer 2020 haben die Ultras Rapid in Venedig mit den Ultras von VeneziaMestre zum zwanzigjährigen Freundschaftsjubiläum verbracht („una grande festa“).
In einem längeren Text über einen Athen-Besuch 2019 wird auch der interne Konflikt in der Fanszene von Panathinaikos angerissen. „Nach längeren Diskussionen einigte man sich auf den Besuch eines Basketballspiels, da dort die Szene einigermaßen zusammensteht. Fußball wäre aufgrund der oben angeführten Situation nicht möglich bzw. wäre es schwierig, unseren Besuchsfetzn auf einer Seite aufzuhängen und damit die andere zu kränken.“
Ausführliche Schilderungen gibt es erneut von UR-Besuchen bei Spielen des 1. FC Nürnberg sowie einen UN-Rückblick auf die Saison 2019/20, der auf den Saisonverlauf, einen Brandbrief „an die Unterhosen-Zupfer und Instagram-Gockel in unserem Lizenspieler-Kader“ und das mit dem Wort hochdramatisch nur unzulänglich zu beschreibende Saisonfinale eingeht.
In den vergangenen Ausgaben war der Rückblick in die Geschichte mit Italien-Auswärtsreisen mit Veneziamestre Anfang der 2000er Jahre ein absoluter Höhepunkt des Hefts. Diesmal ist der Fokus anders, bietet aber mit dem Artikel „Ein Sommer wie damals“ auch eine herrlich zu lesende Zeitreise zu den Mondiali Antirazzisti bzw. „eine Geschichte über die (erfolglosen) Teilnahmen von Ultras Rapid an den Antirassismus-Weltmeisterschaften 2000 – 2003.“ Allein die Fotos sind großartig, aber auch die im Text geschilderten Umstände. Etwa die Anekdoten, dass man 2000 die Fahrt nutzte, um sich unterwegs mit hunderten Bengalen einzudecken – „wir wären ein gefundenes Fressen für jede Polizei-Kontrolle gewesen“ – oder 2003 satte 4.000 Kilometer in vier Tagen im Auto verbrachte: „An einem Donnerstag ging's runter. Rapid spielte am Samstag aber ein Testmatch in Hütteldorf gegen Roter Stern aus Belgrad, das unter Umständen interessant hätte werden können. Also fuhr eine Besatzung am Samstag wieder nach Wien und nach dem Match wieder runter, um am Sonntag, nachdem alle Spiele absolviert waren, endgültig wieder heimzufahren.“ Sportlich war die Bilanz der Turnierteilnahmen eher am unteren Ende: Von insgesamt zwei gewonnenen Spielen gegen ein Mädchenteam aus Berlin und gegen eine Mannschaft der Acid Boys Cavese, die mit einem einarmigen Goalie spielte, ist die Rede. Doch das stand ohnehin nicht im Vordergrund, wie zu lesen ist: „Die Tage in Montecchio waren für uns alle sehr lehrreich und was genauso wichtig war, es war einfach eine leiwande Zeit.“
Ein segr guter und wichtiger Artikel im Heft beschäftigt sich mit der Geschichte von Fanzines in Italien und Österreich. Gerissen hat es mich kurz, als ich hier las, dass die siebte Ausgabe der Grazer Schwarzmalerei schon erschienen wäre. Meines Wissens fand die geplante Veröffentlichung coronabedingt nicht statt. Erwähnt und charakterisiert werden im Fanzine-Artikel Hefte aus Hütteldorf und anderen Fanszenen, wobei es über dasjenige der Salzburger TGS heißt „Das Heft könnte eine etwas höhere Seitenanzahl vertragen, aktuell ist es kein total geniales Meisterwerk, sondern eher ein Prospekt, dennoch ist diesem Fanzine Respekt zu zollen.“ Ein Konter zum Seitenhieb im letzten Sonnenkönig. Sowas gefällt mir.
Die Vorsänger blicken in ihrem Beitrag bereits in die Zukunft und appellieren: „Aktuell stehen wir vor dem Nichts. Der Tag, an dem wir alle gemeinsam wieder in der Kurve stehen, wird jedoch kommen und jeder Rapidler verspürt wohl Gänsehaut, wenn er an diesen Moment denkt. Entscheidend wird aber sein, dass wir das, was wir aktuell durchleben müssen, nicht so schnell wieder vergessen. Die ersten Spiele nach Ende der Corona-Krise werden definitiv in die Geschichte eingehen. Es wird jedoch unser aller Aufgabe sein, diese Euphorie am Leben zu halten.“
Mittwoch, 6. November 2019
Block West Echo, 41
Rezension
Block West Echo
#41
Sommer 2019
208 S.
Der Rückblick auf die Meisterschaftsspiele der Saison 2018/19 weckt mehr unschöne als schöne Erinnerungen, ruft aber auch manches schon wieder Vergessene zurück ins Gedächtnis. Auch wenn das am Spielfeld Dargebotene mager war, so gab es doch einige choreographische Highlights. Einen besonderen Stellenwert nimmt hier im Heft dabei natürlich das Spiel mit der 30-Jahre-UR-Jubiläumschoreographie gegen Wacker Innsbruck im August 2018 ein. („Zum 15er gegen die Austria, zum 20er gegen den LASK, zum 25er gegen Sturm und zum 30er gegen Wacker, so viel dazu, warum man diesen Spieltag wählte.“) Große Bilder davon gibt es abseits des Saisonrückblicks samt Making-of noch weiter hinten im Heft auf neun Doppelseiten. Groß war auch wieder das Cupfinale. „In einer weiteren Seuchensaison blieb uns, wie schon im Jahr 2017, nur noch die Hoffnung auf einen Triumph im ÖFB-Cup.“ Das Drumherum, die Anspannung und die Atmosphäre waren wieder einmal erstklassig, doch auch die Ernüchterung am Ende leider entsprechend stark.
Die Höhepunkte der Saison 2018/19 waren die Europacupspiele. Hier denkt man eigentlich an jedes Spiel und jede Reise gern zurück, selbst wenn es die Auftaktniederlage bei Slovan Bratislava oder das chancenlose Spiel bei Villarreal sind, denn das Ende war schließlich gut. „Keiner konnte es glauben, aber wir haben es geschafft. Wir überwintern in Europa und dürfen nun gespannt die Auslosung verfolgen. Bravo Rapid!“ Zu Beginn der Frühjahrssaison im Europacup gegen Inter zu spielen und mit Rapid nach Mailand fahren zu können, war nicht nur aufgrund der an beiden Abenden hervorragenden Rapid-Stimmung auf den Rängen ein Erlebnis.
Höhepunkt dieses Block West Echo sind die ausführlichen Hintergrundreportagen anlässlich der Europacupspiele bei den Rangers und Spartak Moskau: Zwei große Artikel zur Fußballgeschichte der beiden Städte. „Glasgow – Home of Football! / Glaschu – Dachaigh Ball-Coise!“ geht bis auf die Wurzeln der katholisch-protestantischen Rivalität im 17.Jh. zurück, um vom Old Firm zu berichten, geht auch auf die Stadiongeschichte ein, samt dem Ibrox Disaster 1971 mit seinen 66 Toten und berücksichtigt die Debatte um die Wiederherstellung von Stehplätzen, die bei Celtic tatsächlich zur Einrichtung eines solchen Bereichs geführt hat. „In der Praxis sehen die Reihen für das sogenannte Safe Standing aus wie auf der Linzer Gugl.“
War der Beitrag über Glasgow schon spannend, so gilt das für Moskau noch einmal eine Spur mehr. „Moskau – Stadt der 100 Stadien & 1000 Denkmäler / Москва - город со 100 стадионами и 1000 памятников“. Hundert Stadien und tausend Statuen werden zwar nicht vorgestellt, aber man bekommt einen sehr guten Eindruck von der Fülle an ihnen in dieser großen Stadt. Neben den großen Stadien vom Luschniki abwärts werden auch Stadien wie FOP Ismailowo und das Eduard-Strelzow-Stadion von Torpedo beschrieben und ihre Geschichte erzählt. Wie die russische und sowjetische Fußballgeschichte, ist auch die Moskauer Stadiongeschichte speziell. „Irgendwie hat man das Gefühl, jeder Verein der Hauptstadt hat – wieso auch immer – schon in jedem anderen Stadion Moskaus einmal ein Heimspiel ausgetragen.“
Aufgrund einer intern schwierigen Lage bei Panathinaikos gibt es von dieser Freundschaft in diesem Heft keine Berichte, dafür gibt es in der Reihe Amacord Veneziamestre nicht nur eine weitere Folge des historischen Rückblicks sondern aufgrund der gespaltenen Kurve in Venedig und der Rückkehr einst mit jahrelangen Stadionverboten belegter befreundeter Ultras auch ein Update: „il grande ritorno“. Nach sieben Jahren wurde wieder ein Spiel besucht und nach 13 Jahren auch wieder in der Curva Sud. Aber auch die veränderte Kurvenlage in Venedig ist weiter komplex, sodass die weitere Entwicklung wohl abzuwarten ist. Ultras Rapid betonten erneut die Bedeutung von VeneziaMestre für sie, da sie hier anfangs lernten, wie man es macht, und schließlich, wie man es nicht macht und eine Kurve sich zugrunderichtet.
Der Nürnberger Saisonrückblick ist gewohnt ausführlich und behandelt die abgelaufene Saison in der deutschen Bundesliga mit nur drei Siegen und sofortigem Wiederabstieg nach der Devise Kopf hoch. Dazu kommen UR-Besuchsberichte bei FCN-Spielen und der 25-Jahre-UN-Feier.
Weitere Themen im Heft sind u.a. die Rechtshilfe Rapid, das Abschiedsspiel für Steffen Hofmann, die karitative Aktion Wiener helfen Wienern, diverse Feiern und Hintergrundtexte. Zum Schmunzeln regte eine leider nicht durchführbar gewesene Aktion zum Flug der Mannschaft ins Wintertrainingslager an.
Donnerstag, 11. Oktober 2018
Block West Echo, 40
Rezension
Block West Echo
#40
Sommer 2018
212 S.
Im doppelten Jubiläumsheft (30 Jahre UR und 40. Ausgabe des BWE) bieten die Ultras Rapid auf über 200 Seiten wieder reichlich Lesestoff.
Der Saisonrückblick 2017/18 beginnt mit den im Zeichen Steffen Hofmanns stehenden Spielen gegen AS Monaco (Ernennung zum Ehrenkapitän), in Schwaz (alleiniger Rekordspieler) und gegen Mattersburg (Ehrung und Präsentation einer Fahne für SHFG) und endet nach Betrachtung aller Pflichtspiele samt vielen Fotos mit dem letzten Heimspiel gegen Altach, dem letzten Pflichtspiel Steffen Hofmanns im Rapiddress. Dazwischen hatte er leider viel zu wenig gespielt, aber c'est la vie. Extra wird nocheinmal die Sektorsperre gegen St. Pölten und das Zustandekommen des Auswegs der Nutzung des Gästesektors näher beschrieben.
Die Feiern zum 30-jährigen Jubiläum nehmen entsprechenden Raum ein. Gefeiert wurde intern am Gründungstag am 1. Februar und mit einem großen Fest im Juni. Dabei war auch eine Ausstellung zu sehen, die einen Rückblick auf die 30 Jahre gab. Die Texte und Fotostrecken der Ausstellungs-Plakate zu Choreos, Feiern, Testspielsupport der 2000er Jahre, Fußballturniere, Pyroshows, Sektionen, Corteos, Graffiti, Gruppenfotos, Europacup, Skandalen und Protesten, PAO, Veneziamestre und Nürnberg sind dankenswerterweise hier im Heft abgedruckt. Aufgrund der Vielfalt an persönlichen Blicken interessant sind die Seiten mit 30 Gedanken von 30 UR-Mitgliedern zu 30 Jahren Ultras Rapid. Insbesondere, wenn Leute erzählen wie sie schon im Kindesalter fasziniert wurden und was es ihnen für ihr Leben bedeutet. „Es gibt viele Subkulturen, denen man sich als Jugendlicher anschließen kann, aber bei keiner ist das Zusammengehörigkeitsgefühl und dieses ‚wir zusammen gegen alles andere‘ so stark ausgeprägt.“ heißt es in einem Beitrag über Leben als Ultra.
Eine sehr schöne Sache sind die Rückblenden zehn Jahre zurück auf die Meistersaison 2007/08 und zwanzig Jahre zurück auf den UEFA-Cup 1997/98, der im Herbst 1997 in erinnerungswerten Spielen bis ins Achtelfinale führte. Vor allem auch in fantechnischer Betrachtung ein spannender Blick in die Vergangenheit.
Weiters gibt es die gewohnten Berichte der Rechtshilfe Rapid, von der Spendenaktion Wiener helfen Wienern, von Besuchen bei Panathinaikos und in Nürnberg sowie einem UN-Saisonrückblick. Ebenfalls gebührenden Platz erhält hier auch die Filmvorführung des UR-UN-Freundschaftsfilms im Wiener Gartenbaukino, „einem der schönsten Abende in der Hütteldorfer Ultras-Welt“.
Ein Highlight des Hefts ist erneut der Blick ins Italien der Vergangenheit durch Berichte über Besuche mit VeneziaMestre bei Lazio und Hellas Verona im Jahr 2000 samt kundiger Vorstellung der jeweiligen Kurven damals und heute. Nur diese Beiträge allein wären es für sich genommen schon wert, das Heft zu kaufen.
Donnerstag, 19. Oktober 2017
Block West Echo, 39
Rezension
Block West Echo
#39
Sommer 2017
220 S.
In der zweiten Ausgabe des Block West Echo im Jahr 2017 bieten die Ultras Rapid auf über 200 Seiten einen Schwerpunkt zu 40 Jahren Block West samt Interviews mit Vorsängern, Trommler und Choreo-Verantwortlichen. Dazu wird auf zwei 15-Jahr-Jubiläen eingegangen – 15 Jahre Stadionverbote bei Rapid und 15 Jahre Freundschaft mit den Ultras Nürnberg – sowie auf die bescheidende Frühjahrssaison Rapids zurückgeblickt.
Viel ist im Frühjahr 2017 bei Rapid sportlich schiefgegangen. Die Spiele werden aus Kurvensicht nocheinmal Revue passieren gelassen, sportliche Tiefpunkte und Tifo-Höhepunkte werden beschrieben. Die Aussprache mit der Mannschaft auf einem Autobahnparkplatz nach der Niederlage in Ried wird im Saisonrücklick und dann später noch einmal extra behandelt. Einen besonderen Platz nimmt natürlich das Cupfinale ein.
Das Thema 40 Jahre Block West (mit Eröffnung des alten Weststadions 1977) wurde bereits beim sommerlichen Block West Fest und in einer Choreographie thematisiert. Im Fanzine kommen in mehreren Interviews alle Vorsänger zu Wort. Von Roland Holzinger als Chantleader im britischem Stil beginnend über die verschiedenen Ultras-Vorsänger erzählen sie über ihre Zeit. Viel Interessantes an Blicken hinter die Kulissen ist auch in Gesprächen mit dem „1er Trommler“ und zwei ehemaligen langjährigen und stilprägenden Choreo-Machern zu erfahren. Dazu wurde die Foto-Schatzkiste ausgepackt und manch schönes Bild abgedruckt.
Weitere Themen sind die ersten Stadionverbote vor 15 Jahren nach Ausschreitungen und Spielabbruch beim Testspiel gegen Arsenal in Eisenstadt 2002, Aktivitäten der Rechtshilfe Rapid samt Einschätzung zu Gesetzesänderungen, Spruchbänder, der erkrankte Sergei Mandreko oder ein Besuch im empfehlenswerten Genoa-Museum in Genua (2012 von mir noch am alten Standort besucht).
Die Freundschaften nehmen wie gehabt einen guten Teil der Seiten ein. Mit VeneziaMestre gibt es eine weitere spannende Zeitreise nach Italien Anfang der 2000er Jahre samt interessanten Darstellungen der Geschichte der Kurven von Torino und Salernitana sowie einen Hochzeitsbericht („Als die Sposi rauskamen gab es grün-orangen Reis für die Familienmitglieder und Fackeln für die Orgen, auf's Brautpaar wurde aber nur der Reis geworfen.“) Dazu gibt es Rückblicke und aktuelle Berichte zu Panathinaikos und Nürnberg. Das 15-jährige Jubiläum der Freundschaft mit Nürnberg wurde groß gefeiert, von einem Wochenende samt Testspielbesuch im Jänner an beginnend. Darauf und auf die Geschichte der Freundschaft wird zurückgeblickt.
Vor einem Jahr fesselte im Block West Echo 37 der Abenteuerbericht zweier Ultras, die mit dem Rad von Wien nach Athen fuhren. Diesmal gibt es einen Radler-Reisebericht über eine Fahrt von Wien nach Nürnberg. Sie ist nicht ganz so abenteuerreich, aber dennoch lesenswert. Ob in einer kommenden Ausgabe auch eine Radtour nach Venedig kommen wird? Allerdings wurde hier der Großteil der Strecke ja schon im Zuge der Athen-Fahrt beschrieben.
Interviews mit zwei Legenden, dem in seiner Vitalität faszinierenden Alfred Körner und dem beim Herbstderby 2016 in Hütteldorf zu Gast gewesenen Dejan Savićević, runden das Heft ab.
Donnerstag, 9. März 2017
Block West Echo, 38
Rezension
Block West Echo
#38
Winter 2017
216 S.
Ein über 200 Seiten starkes Buch legen die Ultras Rapid mit ihrem Block West Echo wieder vor. Ein Fanzine mit viel spannendem Lesestoff und sehr vielen Fotos.
Die ersten Seiten widmen sich dem Saisonrückblick der Rapid-Herbstsaison 2016 aus Kurvensicht, wobei die Europacupspiele etwas ausführlicher behandelt werden als die nationalen Spiele. Aufgrund der besonderen Umstände (Verbot der Bezeichnung Ultras in Spanien) am meisten zu lesen gibt es über das Spiel bei Athletic Bilbao.
„Ausse mit de Kinositz“ lautet eine programmatische Artikelüberschrift. „Ein schönes, beinahe volles Stadion mit einer, zum großen Teil, leer gebliebenen VIP-Tribüne.“ wird das Weststadion beschrieben. Die Anzahl der VIP-Plätze soll verringert werden, fordert man, und nach der in der Winterpause erfolgten kleinen Korrektur hofft man auf weitere Veränderungen in diesem Bereich.
Wie schon in der letzten Ausgabe werden die Leserinnen und Leser auf eine Zeitreise zu Spielen von VeneziaMestre Anfang der 2000er Jahre mitgenommen, samt interessantem Abriss der jeweiligen Kurvengeschichte der besuchten Stadien. Von Panathinaikos werden anlässlich von 50 Jahren Gate 13 deren wichtigste Clubs vorgestellt. Aus Nürnberg gibt es wiederum eine Herbst-Rückblick der Ultras Nürnberg, Besuchsberichte und die Geschichte vom Kampf des Unfallopfers Tobi ins Leben zurück.
Um die Gegenwart und ihr „Geworden-Sein“ verstehen, muss man sich mit Geschichte beschäftigen. Ein ausführlicher Artikel beschäftigt sich hier mit dem „Werden, Wachsen und Wesen der über 100-jährigen Gegnerschaft zum FAK“. Das große Wiener Derby war nicht von Anfang an jenes Derby, wie wir es heute kennen. Die Rivalität entwickelte sich in den 1920er Jahren und erlebte im Lauf der Jahrzehnte mehrere Veränderungen sowohl in der Intensität als auch in ihrer fankulturellen Ausprägung, wie der Text aus diesbezüglich kundiger Feder erzählt. „Im Oktober 1971 lief bei einem Freundschaftsspiel im Prater gegen Werder Bremen schon einmal ein kombiniertes grün-violettes Team auf, in ebensolchen Dressen! Anhänger beider Vereine standen − heute undenkbar − einträchtig beisammen.“
Weitere Themen sind u.a. die Ligareform und die dazu von der Bundesliga abgehaltenen Treffen, ein langes und offenes Interview mit den Tornados zu ihrem zwanzigjährigen Jubiläum und zu Entwicklungen im Block West, ein Gespräch mit Veli Kavlak sowie ein Rückblick auf die Champions League 1996.
Freitag, 23. September 2016
Block West Echo, 37
Rezension
Block West Echo
#37
Sommer 2016
228 S.
In der Sommer-Ausgabe des Block West Echo der Ultras Rapid 2016 stehen natürlich die Weststadion-Kampagne und der Einzug ins neue Weststadion im Heft an prominenter Stelle. Thema ist u.a. auch die Graffiti-Gestaltung des Block West und des Mannschafts-Besprechungsraums. Auf das Eröffnungsspiel wird zurückgeblickt und dazu der Gegner Chelsea FC ausführlich vorgestellt, zumal es mit dem für die Stadioneröffnung auserkorenen Verein zuvor keinerlei historische Berühungspunkte gab. Die Worte gegenüber der VIP-Tribüne sind hart und deutlich: „Es wird kein leichtes Unterfangen mit der geldgeilen Bagage in diesem Bereich.“
Die Spiele in Meisterschaft, Cup und Europacup des Frühjahrs 2016 werden Revue passieren gelassen. Ein exemplarischer Spieltag (Cupspiel gegen Austria Salzburg) wird von frühmorgens bis spätabends aus zwei Perspektiven parallel geschildert, vom vor den Toren stehenden Stadionverbotler und dem Vorsänger drinnen.
Die Freundschaften bekommen in diesem Heft nunmehr traditionell viel Platz. Ein besonderes Zuckerl ist diesmal ein Rückblick auf Besuche und Touren der Ultras Rapid mit VeneziaMestre in Italien 2001. In detailreichen Schilderungen wird man durch eine andere Zeit geführt. Ebenfalls sehr detailreich wird weiters die 15-jährige Freundschaft mit Gate 13 von Panathinaikos Jahr für Jahr und mit vielen Fotos illustriert nacherzählt. Rund um das Februar-Spiel gegen den WAC wurde das Jubiläum gefeiert und im Sommer die 50-Jahres-Feier von Gate 13 in Athen besucht. Zu diesem Anlass brachen zwei Leute per Fahrrad in 15-tägiger Fahrt von Wien nach Athen auf, was hier in Tagebuchform nacherzählt wird. Man liest und staunt. Ein fesselnder Bericht − auch bei Fehlen jeglicher Ambition, ähnliches selbst auf sich zu nehmen. Das ist derjenige Text im Heft, der den stärksten Eindruck hinterlassen hat. Zu guter Letzt gibt es auch einen Rückblick auf die Nürnberger Frühjahrssaison und Oliver P. nimmt einen in seinem diesmaligen Reisetagebuch auf eine Stadtführung durch die sehenswerte Stadt Nürnberg mit.
75 Jahre ist heuer der deutsche Meistertitel Rapids her. In einem empfehlenswerten, auch persönlich gehaltenen Artikel beschäftigt sich Domencio Jacono abwägend und analysierend mit der Frage, wie man zu diesem großen sportlichen Erfolg Rapids in einer Zeit des Mordens und der Verbrechen, von der Rapid nicht unberührt blieb, halten kann. Unliebsames zu verdrängen und unter den Tisch zu kehren ist der falsche Weg. Stattdessen offen damit umgehen, um zu Recht einen der größten Vereinserfolge in Ehren halten zu können.
Zuletzt war schon im Forza Rapid ein anekdotenreiches Interview mit Funki Feurer zu lesen. Auch hier kann man einige seiner Geschichten voller Schmunzeln in einem Interview lesen.
Mittwoch, 2. März 2016
Block West Echo, 36
Rezension
Block West Echo
#36
Winter 2016
198 S.
Vor einem halben Jahr erschien nach fünfjähriger Pause wieder das Fanzine der Ultras Rapid. Der damals auf 200 Seiten explodierte Umfang wurde auch beim nächsten Heft beibehalten. So gibt es in der neuen Ausgabe wieder viel Lektüre und viele Fotos.
Thema ist u.a. das Weststadion − wie sich die Ultras in die Planungsphase eingebracht haben und was gefällt (Umsetzung einiger Vorschläge in der baulichen Gestaltung) oder nicht gefällt (Kommerzialisierung der Haupttribüne). Im Fanszenen-Rückblick auf die Rapidspiele des Herbsts 2015 wird besonders auf die Europacupspiele näher eingegangen.
Die Freundschaften mit VeneziaMestre, Panathinaikos und Nürnberg erhalten wieder viel Raum. Heraus sticht dabei ein Nürnberger Bericht über einen schikanösen Eiertanz, den sie sich mit Polizeibehörden wegen der Ausrichtung eines Gedenkturniers für ein verstorbenes Mitglied liefern mussten. Von Oliver P. gibt es wie in der vorigen Ausgabe einen Reisebericht. Der Weg führte ihn diesmal quer durch Griechenland, wo er diverse Gate13-Klubs besuchte. Hilfe bei der Entstehung der Titelgeschichte des Ballesterer 107 führte zu Rückreisekalamitäten.
Im Herbst gab es mit dem Cupspiel gegen Austria Salzburg ein Wiedersehen nach zehn Jahren Pause. Ein ausführlicher Artikel widmet sich der Rivalität der Ultras beider Vereine in der ersten Hälfte der 2000er Jahre. Er tut das im Bemühen um ehrliche Worte, verschweigt nicht, wenn den Salzburgern ein Tiefschlag gelang, und bilanziert auch durchaus selbstkritisch: „Bleibt am Ende zu sagen, dass es eine wirklich leiwande Zeit war, auch wenn wir im nachhinein betrachtet vieles zu verbissen durch die Mentalità-Brille gesehen haben. Etwas mehr Witz und Ironie hätte uns beiden damals wohl nicht geschadet.“ So etwas ist interessant zu lesen. Nach einer Schilderung des ersten Europacupfinales Rapids 1985 in der vorigen Nummer gibt es als weiteren historischen Rückblick hier nun eine Erzählung der Erlebnisse der Reisen und Spielbesuche der glorreichen Europacupsaison 1995/96 bis zum Finale in Brüssel.
Ein Schmunzeln huscht jedes Mal über mein Gesicht, wenn ich an Sammy Ipoua denke. Beim diesjährigen Cupspiel in Amstetten war er im Rapidsektor zu Gast. Die Ultras führen hier ein Interview mit Ipoua über seine Erinnerungen an Rapid. Danke für einige Erinnerungen und Schmunzler.
Dienstag, 6. Oktober 2015
Block West Echo, 35
Rezension
Block West Echo
#35
Sommer 2015
198 S.
Fünf Jahre dauerte die Fanzine-Pause der Ultras Rapid und als man schon gar nicht mehr daran dachte, dass sie ihr Block West Echo wiederbeleben würden, kam dann doch die Kunde einer neuen Ausgabe. Es wurde nicht einfach ein neues Heft, sondern ein 200 Seiten dickes, in hoher Druckqualität produziertes Buch im A4-Format mit sehr viel Lektüre und hunderten Fotos.
Zu Lesen gibt es ein Interview mit den Vorsängern und auch viel von und über ihren eineinhalb Jahrzehnte prägenden Vorgänger, Ex-Capo Oliver P., dem ein Foto-Rückblick gewidmet ist und der von seinen ersten Wegen und Reisen nach Haftende erzählt. Interessant sind seine Schilderungen zur Produktion von Erinnerungsstücken aus Steinen und Rasenstücken des Hanappi-Stadions während seines Hausarrests.
Der nachdenklichste Text stammt von Domenico Jacono. Er beschäftigt sich in einem wohldurchdachten Artikel mit der Bedeutung des Westen Wiens für die Identität Rapids. Jacono erzählt von den Hütteldorfer Erinnerungsorten (lieu de mémoire) der Ankunft und Abfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Hütteldorf, von diversen Wirtshäusern und Lokalen, in denen eingekehrt und über Rapid gesprochen wurde und wird, bis hinauf zu den Bezirken XV und XVI. Tausende kamen von dort früher zu Fuß zu den Matches, „weil sie sich nur die Eintrittskarte leisten konnten, den Fahrschein nicht mehr. So bezeichnete ,Völkerwanderungen‘ von Rapidlern aus den Hacklergrätzeln der westlichen Bezirke über den Flötzersteig auf die Pfarrwiese sind bis in die 1960er Jahre belegt.“
In einem großartigen kulturwissenschaftlichen Spaziergang nimmt uns Jacono mit, „vorbei am Reithoffer-Park, über dessen Schottersand schon vor 1910 Leopold Nitsch und in den 1930ern dann Ernst Happel mit dem Fetzenlaberl wirbelten, und in dessen Käfig später Andi Heraf und Ümit Korkmaz das Kicken lernten. Nicht zu vergessen die langjährige Stimme des Block West, der hier ebenfalls seine ersten Bock zerriss.“ zur Selzergasse, an der Rapid den ersten eigenen Sportplatz hatte bis hin zum Urban-Loritz-Platz, wo über Jahrzehnte die Geschäftsstelle ihren Sitz hatte. „Zahlreiche Erinnerungsorte, viele Wege, noch mehr Spuren und ungezählte persönliche und überlieferte Erinnerungen von abertausenden Rapidlern haben sich so im ganzen Wiener Westen und insbesondere in Hütteldorf in den letzten 118 Jahren zu einem gemeinsamen historischen Gedächtnis aufgeschichtet,“ schreibt Jacono, um zu seiner Warnung vor einer „Entwurzelung unseres Lebensbaums aus dem Wiener Westen und seiner Verpflanzung in den Bereich Zentrum-Ost der Stadt“ zu kommen. Derzeit trägt Rapid seine Spiele nach dem Abriss des Hanappi-Stadions und während des Neubaus des Weststadions übergangsmäßig im Ernst-Happel-Stadion im Prater aus. Das Praterstadion ist selbst seit dem ersten Spiel, das Rapid 1932 dorthin verlegte, ein Erinnerungsort Rapid, mit dem viele gute und viele schlechte Momente verbunden sind, wie Jacono festhält. Doch ihm geht es nicht um diesen Spielbetrieb, sondern um die auf längere Sicht vorgenommene Ansiedlung des täglichen Trainingsbetriebs. Damit folgten die Sesshaftwerdung von Spielern und Funktionären in der Leopoldstadt in naher Distanz zu ihrem Arbeitsort statt in Hütteldorf. Es folgte lautes Nachdenken über die Verlegung der Kooperationsschulen aus dem Westen in den Osten Wiens, damit sie näher an den Trainingsplätzen im Prater sind.
Domenico Jacono wendet sich gegen solche Tendenzen und regt u.a. an, etwa Aktivitäten für Fans wie den „Rapid-Lauf“ anstelle im Prater im Wienerwald zu veranstalten. Das neue Weststadion dürfe keine leere Hülle werden, die einmal in der Woche besucht wird. Hütteldorf müsse Zentrum und Heimat Rapids sein, wie es auch im Leitbild festgelegt ist. Ich teile die Ansicht über die unschätzbare Bedeutung des Westen Wiens und insbesondere Hütteldorfs für Rapid, denke aber dass die aus pragmatischen Gründen zustandegekommene Konzentrierung auf den Prater ebenso schnell wieder zurückgenommen werden wird, sollte sich die Gelegenheit eines passenden Grundstücks für ein Trainingszentrum im Westen auftun. Hier aktiv zu suchen wird wohl eine Aufgabe für den Verein und darauf zu drängen eine Aufgabe für den Anhang.
Dazu gibt es im Block West Echo bilderreiche Rückblicke auf Tifo-Höhepunkte der vergangenen Jahre wie das 25-Jahr-Jubiläum der Ultras und das Nürnberg-Freundschaftsspiel im Jahr 2013 oder natürlich den Hanappi-Abschied 2014. Mit den Folgen der Polizeigewalt nach dem Nürnberg-Spiel beschäftigt sich ein ausführliches Interview mit der Rechtshilfe Rapid. Ein Saisonrückblick lässt die Spiele 2014/15 Revue passieren. Sehr erfreulich sind auch die historischen Artikel über die Geschichte des Hanappi-Stadions, zur Geschichte des Torschals hinter dem Heimtor und Erinnerungen an das Erleben des ersten Europacupfinales Rapids gegen Everton in Rotterdam 1985. Es jährte sich heuer ohne Erinnerungsaktivitäten zum 30. Mal. Lesenswert ist der große historische Rückblick auf die Geschichte der Freundschaft der Ultras Rapid mit den Ultras von Venezia Mestre. Gute Lektüre sind weiters Texte über einen Besuch bei Hammarby und der aufgrund seiner vielen Hintergrundinformationen sehr spannende Artikel über das Frühjahrsderby Panathinaikos gegen Olympiakos, der auch bereits in Erlebnis Fußball erschienen war. Schmunzeln lässt die Rubrik „Was wurde aus Hugo Maradona?“ Schön ist die Covergalerie der bisherigen Ausgaben des Block West Echo (28 durchnummeriert, dann sechs Ausgaben mit Zusatz „neu“). Eine gut recherchierte Geschichte der Hütteldorfer Fanzinekultur gab es unlängst im Unterwegs zu lesen.
Im Alltag übersieht man immer wieder einiges, das man dann erst durch Lektüre wie hier erfährt. So war mir bisher entgangen, dass der Weststadion-Schriftzug, der im Zuge der Stadionnamens-Kampagne seit Jahresbeginn Materialien des Block West und Banner im Stadion ziert, dem Aufdruck alter Eintrittskarten entnommen ist (Bild aus der Ausstellung des alten Rapideums). Wer liest, weiß mehr.
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