Dienstag, 17. Mai 2022

Wienerwald – Himberg 2:2 (1:1)

Niederösterreich, 1. Klasse Ost, 20. Runde, 17.5.2022
Sportplatz Sittendorf, 100

Es war ein teils hitziges Match, in dem die Gäste des SC Himberg zweimal in Führung gingen und Wienerwald zweimal ausglich. Zwanzig Minuten vor Schluss folgte auf eine gelbe Karte für einen Spieler der Heimmannschaft wegen der Unsportlichkeit eines Stessers gegenüber einem Gegenspieler nach einem Foul die glatt rote Karte für einen Himberger, der sich daraufhin zu einem stärkeren Stesser hinreißen hatte lassen. Tätlichkeit.
Der SV Wienerwald wurde 1969 in der damals selbständigen Gemeinde Sittendorf als SV Sittendorf gegründet. Zuvor hatte es hier allerdings einige Jahre ab 1949 schon einen Vorläuferverein namens SV Wienerwald gegeben. Sittendorf ist Teil der 1972 aus Dornbach, Grub, Sittendorf und Sulz im Wienerwald gebildeten Gemeinde Wienerwald. Der größte Erfolg des SV Wienerwald waren der Meistertitel der 2. Landesliga Ost 1996/97 und die Saisonen in der 1. Landesliga 1997/98 und 1998/99. Darauf folgten noch drei Saisonen 2. Landesliga Ost. Dann spielte Wienerwald bis 2016/17 in der sechstklassigen Gebietsliga Süd-Südost und ist nunmehr seit 2017/18 in der siebtklassigen 1. Klasse Ost.
Der Sportplatz in Sittendorf wurde 2012 eröffnet. Im Anschluss an das bisherige Trainingsspielfeld waren zwei neue Spielfelder angelegt und ein Klubhaus mit Tribünenvorbau gebaut worden. Am alten Sportplatz wurden Wohnbauten errichtet.

Ballesterer 170




Rezension


ballesterer
Nr. 170, Mai 2022
84 S.










„Es ist schon ein steiniger Weg zum großen Ziel. Aber wenn man es schafft, hat es sich auch ausgezahlt.“ sagt Steffen Hofmann in der Titelgeschichte von Armin Grasberger. Sie beschäftigt sich mit dem Weg von Fußballern zum Profi und den österreichische Ausbildungsstätten dazu. 14 Akademien gibt es derzeit im Land, die teils von Vereinen und teils von Landesverbänden betrieben werden. Anhand der Beispiele von Rapid und der vom Niederösterreichischen Landesverband betriebenen Akademie St. Pölten wird geschildert, was dort passiert. Interessant sind dazu auch einerseits die zwei Interviews mit Eltern, die wenn man die Sichtweise aus dem Fußballgeschäft auch aus anderen Gelegenheiten und Medien kennt, doch auch einen anderen Blickwinkel auf das Geschehen schildern, sowie andererseits der Artikel über die „Nebenwege“ privater Fußballschulen.

Über seinen Weg ist ein Interview mit Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer im Heft zu lesen. Im Gespräch mit Jakob Rosenberg und Benjamin Schacherl erhält der dabei eine der besten Fragen: „Es ist auffällig, dass Sie in Ihren Interviews kaum jammern.“ Gute Beobachtung. Weitere Beiträge handeln u.a. von der ersten Trainerin im deutschen Männerfußball Imke Wübbenhorst, Linzer Frauenfußball oder einer Ausstellung über rechte Gewalt im HSV-Museum.

Spannend ist ein Interview mit dem hierzulande von seiner Zeit als GAK-Trainer bekannten Ulli Thomale, der davor aber in den 1980er Jahren immerhin mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig jahrelang im Europacup war und ihn 1987 auch ins Europacupfinale geführt hatte. Dabei warf er 1986/87 im Achtelfinale auch Rapid aus dem Bewerb. Das hätte nicht sein müssen. Rückblickend sagt er über den DDR-Fußball: „Die Fußballer im Osten waren hervorragend ausgebildet. Dort hat es Fußballschulen gegeben, als man im Westen noch nicht einmal daran gedacht hat. Der größte Fehler im DDR-Fußball war, dass Spieler nicht regulär wechseln durften. Ich bin mit einer Mannschaft im Europacupfinale gestanden, deren Spieler aus Leipzig und Umgebung gekommen sind. Mann muss den sächsischen Eltern noch heute dankbar sein, dass sie einen so guten Jahrgang in die Welt gesetzt haben. Irgendwann reicht es aber nicht mehr, nur Spieler aus der Region zu holen.“

Hubert Herzog hat mit Johannes Demantke wieder einen interessanten Gesprächspartner aus der österreichischen Fußballgeschichte gefunden. Domenico Mungo widmet sich in seiner Kolumne Pier Paolo Pasolini und dessen Sicht des Fußballs und Herr Dr. Pennwieser in seiner Kolumne dem Ekel.

Von mir liest man im Heft in meiner Amateurfußballreihe Nebenschauplätze, warum man im steirischen Seiersberg am Sportplatz gut behütet ist.


A4 / 6,50 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Sonntag, 15. Mai 2022

Rapid – Red Bull 0:1 (0:1)

Bundesliga, Oberes Play-off, 9. Runde, 15.5.2022
Weststadion, 23.400

„Ersatzgeschwächt“ ist mittlerweile ein Hilfsausdruck für die Rapid-Mannschaft. Die Dosen gingen nach bereits zehn Minuten in Führung und bestimmten über weite Strecken das Spiel. Dennoch hatte Rapid immer wieder auch Chancen. Dass kein Glück da war, kulminierte in einem Stangen-Latten-Treffer nach etwas mehr als 70 Minuten. Gartler verhinderte weitere Gegentreffer. Wie so oft: Wir waren dran, aber unterm Strich blieb nichts.
Vor Spielbeginn wurden die Rapid verlassenden Schobesberger, Grahovac und Greiml von Verein und Ultras Rapid verabschiedet. Auch Arase wurde verabschiedet, erhielt seine Ehrung aufgrund seiner Konzentration beim Aufwärmen auf die Matchvorbereitung in der Startaufstellung aber noch nicht.
Da in den Parallelpartien alles gegen Rapid lief und wir in unseren Spielen genügend oft Punkte liegen gelassen haben, rutschte Rapid in der Tabelle ab. Man kann in der letzten Runde dieses Play-offs nun ins nächste Play-off abstürzen, wo man einen Europacupplatz dann erst noch erringen muss.
Wie es in der Choreographie zu Spielbeginn hieß: Wir san dir ausgeliefert, Rapid Wien!