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Freitag, 5. Juni 2026

Lost Ground 1. SVg Gmünd

5.6.2026

Die Fußballsektion der 1. SVg Gmünd fusionierte 2001 mit dem Stadtrivalen zum heutigen SC Gmünd. Ein Zusammenschluss der seit 1919 bestehenden und damals in der 2. Landesliga spielenden, bürgerlichen und aus der Altstadt kommenden 1. SVg Gmünd mit dem seit 1923 bestehenden und damals in der Gebietsliga spielenden, proletarisch geprägten und aus der auch Gmünd II genannten Neustadt kommenden EPSV Gmünd in der niederösterreichischen Stadt Gmünd.
Die 1. SVg Gmünd war 1919 als Deutsche Sportvereinigung Gmünd gegründet worden. Bereits 1920 trat die DSV Gmünd dem Niederösterreichischen Fußballverband bei, gründete aber auch zahlreiche weitere Sportsektionen und war im bürgerlichen, deutschnationalen Milieu der Stadt Gmünd verwurzelt. Nach der Spielbetriebseinstellung im Zweiten Weltkrieg wurde nach der Befreiung 1945 die Sportvereinigung 1946 wiedergegründet und nannte sich nun ohne „deutsch“ 1. SVg Gmünd. In den 1970er Jahren spielte die Sportvereinigung in der Oberliga und in den 1980er und 1990er Jahren in der 2. Landesliga West. Der Verein besteht nach Fusionierung der Fußballsektion weiter, Tennis ist hier heute die Hauptsportart. 1969 feierte man das 50-jährige Vereinsjubiläum mit Errichtung einer Flutlichtanlage und deren Eröffnung mit einem Gastspiel des LASK.
Der Fußballplatz der 1. SV Gmünd wurde nach der Fusion zunächst als Trainingsplatz weiter auch noch für Fußball genutzt. Tribüne, die alte Kantine und das als privates Wohnhaus umfunktionierte ehemalige Klubhaus stehen hier noch. Fußball wird aber nicht mehr gespielt, sondern auf der Sportanlage des ehemaligen EPSV Gmünd. Nebenan gibt es Tennis und hier im Winter einen Eislaufplatz.

Donnerstag, 4. Juni 2026

Alter Sportplatz Amaliendorf

4.6.2026

Der alte Sportplatz in der Amaliendorfer Hartbergstraße wurde in der Nachkriegszeit errichtet und diente dem seinerzeit 1932 als Arbeiter- Turn- und Sportverein ATSV Amaliendorf gegründeten, späteren ASV Amaliendorf und nunmehrigen SC Amaliendorf-Aalfang 1954 bis 1976 als Spielstätte. 1977 hat man die heutige Sportanlage eröffnet.
Fußball wird hier nicht mehr gespielt, sondern das Gelände von verschiedenen Vereinen als Veranstaltungsstätte genutzt. Das alte hölzerne Kabinenhaus haben Anhängerclub, Theatergruppe, Pensionisten und Dorferneuerungsverein vor einigen Jahren renoviert und für ihre Zwecke umgebaut. An diesem Tag war ein Festzelt davor aufgestellt und einige Leute werkten emsig am Aufbau für ein am Wochenende hier stattfindendes Oldtimer- und Motorsporttreffen.

Samstag, 11. April 2026

Lost Ground ATSV Trimmelkam

11.4.2026

In der zur Gemeinde St. Pantaleon im oberösterreichischen Innviertel gehörenden Ortschaft Trimmelkam gab es 1947 bis 1993 ein Braunkohlebergwerk der der Salzach-Kohlenbergbau-Gesellschaft. Aus dem 1951 vom SV St. Pantaleon und Fußballern umliegender Ortschaften wie der anwachsenden Bergarbeitersiedlung gebildeten SV Grün-Schwarz Riedersbach entstand nach der Trennung hier 1953 mit dem ATSV SAKOG Trimmelkam ein eigener Sportverein, der in der lokalen Weilhartsliga mit dem Fußballspielen begann und mit der Saison 1954/55 in die 3. Klasse D im Oberösterreichischen Fußballverband wechselte. Nach dem Meistertitel der fünftklassigen oberösterreichischen 1. Klasse West 1960/61 wählte man anstelle des Aufstiegs in die oberösterreichische Landesliga den Übertritt in den Salzburger Fußballverband, wo man 1961/62 in der Salzburger Landesliga einstieg. 2015 stellte der ATSV SAKOG Trimmelkam den Spielbetrieb ein. 2003/04 führte man eine Saison lang eine Spielgemeinschaft mit dem SV St. Pantaleon im OÖFV, begann dann aber wieder eigenständig im Salzburger Verbandsbetrieb. 2014/15 zog man seine Mannschaft aus der Salzburger 1. Klasse Nord zurück, stellte den Fußball-Spielbetrieb ein und löste den Verein 2015 auf.
Der Sportplatz wurde 1957 nach vierjähriger Bauzeit eröffnet. Heute verfällt der einstige Fußballplatz. Nach der Vereinsauflösung 2015 entstanden aus vorherigen Sektionen mit dem ATSV Schach SAKOG Trimmelkam, dem ATSV Trimmelkam Stocksport und dem ASKÖ TC Bergbau Trimmelkam eigenständige Vereine. Der Tennisklub betreibt seine Tennisanlage nebenan.



Der Sportplatz ist alter Pracht am 15.9.2012 (Foto © Onkel Andy)

Samstag, 14. Februar 2026

Lost Ground Štadión Tatran Prešov

14.2.2026

Das Štadión Tatran war 1899 eröffnet worden, als die Stadt Prešov hier eine Wiese als Fußballplatz zur Verfügung stellte. Es wurden Kabinen und ein Klubhaus gebaut. Stolz der Anlage war eine 1907 errichtete Holztribüne. 1944 wurde sie im Zweiten Weltkrieg zerstört. In der Nachkriegszeit wurde das Spielfeld wiederhergestellt sowie 1946 und 1947 Tribünen gebaut. Das Aussehen der letzten Jahrzehnte mit überdachter Haupttribüne und drei Seiten Stehplatzrängen erhielt das Stadion 1974. 2009 wurden die Stehplätze in Sitzplätze umgewandelt und die Kapazität auf 5.410 Plätze gesenkt. Zu dieser Zeit hatte auch schon eine Diskussion über einen vollständigen Neubau begonnen.
Nach Vorstellung konkreter Stadionneubaupläne 2016 zog Tatran Prešov zu Jahresbeginn 2017 aus dem alten Stadion aus und spielte von 2017 an eineinhalb Jahre in Poprad. Bauarbeiten in Form des Abrisses der Stehplatztribünen gab es aber erst ein Jahr später 2018. Die Saison 2018/19 spielte Tatran in Stropkov und kehrte nach dem Abstieg aus der zweiten Liga für die Drittligaspiele im Sommer 2019 auf das zu drei Vierteln abgerissene Stadion in Prešov zurück, wo nur mehr die Haupttribüne stand und weitere Bauarbeiten und der beabsichtigte Neubau nicht in Sicht waren. Die letzten Spiel im übriggebliebenen Rest des alten Stadions spielte Tatran im Jahr 2020. Die letzte Drittligasaison spielte man in Veľký Šariš, in der zweiten Liga 2022/23 und 2023/24 in Ličartovce und zuletzt 2024/25 wieder in Stropkov. Zwischenzeitlich hatte es in Prešov im Jahr 2023 tatsächlich einen Baubeginn gegeben. Hintergrund war der Zuschlag für die Austragung der U21-EM in der Slowakei 2025, wofür der Slowakische Fußballverband einen Neubau in Prešov als Austragungsort erkor. Am Gelände des alten Trainingsplatzes und einem Teil Spielfeld des alten Stadions wurde das heutige neue Stadion gebaut. Zuletzt wurde im April 2025 die noch an der Straßenseite stehende Haupttribüne des alten Stadions abgerissen. Sichtbar sind derzeit noch Teile der alten Umfassungsmauer. Ein Hotel-, Büro- und Wohnprojekt soll hier gebaut werden.

Montag, 29. Dezember 2025

Lost Ground Highfield Road, Coventry

29.12.2025

Die Highfield Road war von 1899 bis 2005 die Spielstätte des Coventry City FC in der englischen Stadt Coventry. 1981 wurde das Stadion zum ersten All Seater, also reinem Sitzplatzstadion, in England umgebaut. Es war aber zunächst nur ein kurzer Versuch. Bereits 1983 kehrten die traditionellen Stehplätze wieder zurück. 1994 musste aufgrund der Vorgaben des Taylor Reports das Stadion wie alle anderen Fußballstadien endgültig zum Sitzplatzstadion umgebaut werden. Rekordbesuch waren 51.455 Zuschauerinnen und Zuschauer gegen die Wolverhampton Wanderers 1967. Am Ende hatten hier nur mehr 23.489 Leute Platz. Nach der Schließung und dem Umzug ins neue Stadion im Jahr 2005 wurde das Stadion an der Highfield Road 2006 abgerissen und es wurden Wohnhäuser hier gebaut. Eine Gedenktafel bei einem Kinderspielplatz inmitten eines Parks erinnert an 106 Jahre Fußballgeschichte.

Freitag, 26. Dezember 2025

Lost Ground Filbert Street, Leicester

26.12.2025

In seinem Filbert Street Stadium in der Stadt Leicester spielte der 1884 als Leicester Fosse FC gegründete Leicester City FC von 1891 bis 2002. Zunächst gab es eine kleine Tribüne und sonst umlaufend aufgeschüttete Böschungen. 1921 wurde ein größerer Main Stand errichtet und 1927 eine Tribüne, die später aufgrund ihrer zwei Ränge als Double Decker bekannt werden sollte. 1928 gab es hier den Rekordbesuch mit 47.298 Zuschauerinnen und Zuschauern, die sich hier in einem Spiel im FA Cup gegen Tottenham Hotspur drängten (0:3).
Rapid war auf England-Tournee im Jänner 1933 hier auf Leicester City getroffen und hatte sie vor 16.000 Zuschauerinnen und Zuschauern 3:1 besiegt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Main Stand durch einen Bombenangriff der deutschen Luftwaffe im November 1940 zerstört, bei dem diese 108 Menschen in der Stadt tötete. In der Nachkriegszeit baute man die Tribüne mit der Arbeit deutscher Kriegsgefangener aus einem nahen Kriegsgefangenenlager neu und erreichte eine Stadionkapazität von 42.000. Mit der Umwandlung der Stehplatzränge in Sitzplatztribünen 1994 gab es nur mehr 21.500 Plätze im Stadion. 2001 begannen wenige hundert Meter entfernt die Bauarbeiten am neuen Stadion, wohin Leicester City 2002 umzog. Das Stadion an der Filbert Street wurde 2003 abgerissen.
Auf einem Teil des Geländes wurde eine Filbert Village benannte Studierendenwohnsiedlung gebaut und die dort hin führende Straße nach Gary Lineker Lineker Road benannt. Der 1960 in Leicester geborene Lineker spielte ab 1976 in der Jugend und 1978 bis 1985 in der Kampfmannschaft von Leicester City (Zweitliga-Meister 1979/80, Erstliga-Torschützenkönig 1984/85) und wurde mit Karrierestationen bei Everton FC (englischer Torschützenkönig 1985/86), FC Barcelona (Cupsieger 1987/88 und Europacupsieger 1988/89) und den erwähnten Spurs (Torschützenkönig 1989/90, FA-Cup-Sieger 1990/91) sowie der englischen Nationalmannschaft (48 Tore in 80 Länderspielen) zum berühmtesten Spieler, den Leicester City hervorgebracht hat.
Der Rest des einstigen Stadiongeländes ist auch zwanzig Jahre nach dem Abriss eine Gstettn.

Sonntag, 21. Dezember 2025

Campo Vecchio Via Matine, Tricase

21.12.2025

Das alte Stadion der apulischen Stadt Tricase wurde 1964 eröffnet, wie in Josef Grubers Il tacco d'Italia nachzulesen ist, der darin auch den Capo der Ultras Tricase über das Stadion erzählen lässt, das sich im Lauf der Jahrzehnte nur wenig verändert hat: „Einzig das Dach der Tribüne ist nicht mehr vorhanden und deren ursprünglicher Eingang wurde zugemauert.“
Fußball gespielt wurde hier vor einigen Jahren noch im Unterhaus und im Nachwuchs. Mittlerweile steht die Anlage aber leer. Rasen gibt es hier am Spielfeld nicht, die Infrastruktur ist ungenügend. Hauptspielstätte ist seit 1996 das 1994 eröffnete Stadio San Vito.