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Sonntag, 26. Mai 2013

Piešťany - Petržalka 1:0 (0:0)

Slowakei, III. liga Západ, 27. kolo, 25.5.2013
Štadión PFK Piešťany, 155

Ein lange Zeit ausgelichenes Match lieferten sich Piešťany und Petržalka, das oft nicht über das Mittelfeld hinauskam. Ein 0:0 hätte dem Spiel eher entsprochen.
Auf der Haupttribüne unterstützte ein halbes Dutzend Heimfans seine Mannschaft mit Ratsche und Trommel ein wenig, lauter und intensiver supportete aber natürlich der Auswärtsanhang. Allerdings stärker vor als nach der Pause. Nach einer umstrittenen Linienrichterentscheidung wollte einer von ihnen am Feld mit diesem diskutieren, auch anschließend wurde ein wenig mit Ordner und zu kalmieren versuchenden Vereinsfunktionären debattiert. Polizei fuhr vor und postierte sich etwas abseits, aber gut sichtbar. Sie wurden von den Engeraufans mit ACAB-Rufen begrüßt.
Im Jahr 1912 war noch in der damaligen ungarischen Reichshälfte der Monarchie der Pöstényi atleticai és futbal club (PAFC) gegründet worden. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entstand 1919 der Piešťanský športový klub (PŠK), der zehn Jahre später 1929 zum Piešťanský futbalový klub (PFK) wurde. Von den 1950er bis in die 1990er Jahre spielte man immer wieder in der zweiten oder in den 1970er Jahren sogar in der ersten slowakischen Liga (dies war die zweite tschechoslowakische Liga), bevor es dann bis in die vierte Liga hinunter ging. Aus dieser stieg der PFK zuletzt 2012 wieder in die dritte Liga auf.
Das Stadion ist der klassische Stadionbau der Nachkriegszeit im Ostblock. Die Haupttribüne ist frisch renoviert, während die Stufen des Oval teils bereits stark überwuchert sind.
Vor dem Spiel wurde der Thermalbadeort Piešťany besichtigt.











































Montag, 15. April 2013

Spartak Vráble - Petržalka 3:0 (1:0)

Slowakei, 3. liga Západ, 21. kolo, 14.4.2013
Futbalový štadión na Levickej ulici, 420

Mit einem frühen Tor nach wenigen Minuten eröffnete Spartak Vráble ein unterhaltsames Spiel, bei dem es hin und her ging. Petržalka war keinesfalls so unterlegen, wie es der Endstand ausdrückt, sondern gleichwertig und verlor das durchaus unglücklich. Erst in der 89. Minute fiel das vorentscheidende 2:0. Doch dann war das Match noch nicht vorbei. Denn es gab fünf Minuten Nachspielzeit nach einer längeren Spielunterbrechung nach zwei roten Karten für ein Foul samt Revanche. Nach der 90. Minute gab es auf beiden Seiten noch einen Elfmeter, wobei nur die Heimmannschaft traf.
Anstelle des üblichen Musikprogramms aus der Konserve unterhielt hier vor dem Spiel und in der Pause Live-Musik. Vier ältere Herren gaben mit Leidenschaft volkstümliche Schlager der Kategorie La Paloma mit slowakischem Text zum besten.
Das dutzend Auswärtsfans versammelte sich nach Spielbeginn im von einem einfachen Gartenzaun markierten Auswärtssektor. Eine kleine Trommel begleitete die Petržalka-Chants und auch das „immer wieder Engerau“ wurde gesungen.
Der erste Fußballverein wurde in Vráble im August 1919 gegründet, in diesen unruhigen Zeiten in der damals noch gemischtsprachigen Stadt als Mitglied des Ungarischen Fußballverbands. Der Fußball erlebte in den folgenden Jahren einen Boom: Am Höhepunkt zwischen 1930 und 1935 gab es hier sechs (!) Fußballvereine. Unter anderem gab es einen Verein mit dem schönen Namen Rapid und einen Roma-Fußballklub.
1935 wurde der ŠK Vráble als vereinigter Verein gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Klub wiederbelebt und in kommunistischer Zeit zum FK Spartak Vráble umbenannt. 1982 stieg man in die zweite slowakische Liga auf (die dritte tschechoslowakische), aus der man 1992 sogar in die erste slowakische (zweite tschechoslowakische) Liga aufstieg. Im Zuge der Reorganisation der Ligen nach der Teilung ging es 1993 wieder in die zweite slowakische Liga. Bis 2003 fiel Spartak Vráble dann bis in die vierte Liga hinunter, aus der man 2004 aber den sofortigen Wiederaufstieg in die dritte Liga schaffte, in der man seither spielt.
Das heutige Fußballstadion wurde 1961 eröffnet. Die große Haupttribüne wurde 1976 gebaut. Auf die alten Holzbanksitzrehen sind Plastiksitze in den Vereinsfarben blau-gelb geschraubt. Seinerzeit wurde auch die Innenseite des Wellblechdachs gestrichen, da blattelt jetzt die Farbe ab. Von der Tribüne aus bietet sich eine weite Aussicht über Wiesen und Felder hinter der Stadionmauer. Auf der gegenüberliegenden Längsseite laden auf der Böschung einige Bänke zum niederlassen ein.
Vor dem Spiel gab es einen kleinen Rundgang durch Vráble.











































Montag, 17. September 2012

Slovan Levice - Petržalka 2:0 (0:0)

Slowakei, 3. liga Západ, 7. kolo, 16.9.2012
Futbalový štadión Levice, 670

Einen schließlich überraschenden Heimsieg feierte Slovan Levice gegen den FC Petržalka. Denn eigentlich war das eine 0:0-Partie, in der sich beide Mannschaften neutralisierten, wenig Chancen zuließen und zu wenigen Tormöglichkeiten kamen. Eine Standardsituation in der Nachspielzeit brachte das vielumjubelte 1:0, die Gäste konterten im Gegenzug, doch statt des Ausgleichs fiel das 2:0 per Roller aus der eigenen Hälfte ins leere gegnerische Tor – fast eine Kopie des 3:0 von Steffen Hofmann unlängst für Rapid gegen PAOK.
Auf beiden Seiten gibt es aktive Fangruppen. Heim- und Auswärtsfanblock supporteten fast durchgehend, mit reichlich Pyrotechnik. Entsprach das Fußballspiel sportlich durchaus der dritten Spielklasse, wurde hier mehr geboten als in vielen anderen slowakischen Stadien höherer Ligen.
Der Levice-Fanblock sang offen rechtsradikale Gesänge (über Rudolf Heß, Adolf Hitler und etliches mehr) und brachte laut Erklärung als Referenz auf Hitler zur 88. Minute eine Pyro-Einlage. Sie ist daher nicht unter den Bildern.
Erst heuer war der FK Slovan Levice wieder in die dritte Liga aufgestiegen, aus der man 2005 abgestiegen und dann zwischenzeitlich bis in die fünfte Liga abgetaucht war. Der Verein wurde 1959 gegründet. Fußball wird in der Stadt aber schon länger gespielt, so feierte man hier 2011 100 Jahre Fußball in Levice. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt hauptsächlich ethnisch ungarisch besiedelt. Die bedeutendste Stellung unter den nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen Sportvereinen nahm der 1926 gegründete Klub Lévai Torna Egylet (LTE) ein. 1927 wurde der slowakische Arbeiterverein Rudá hviezda gegründet, dem 1931 der ebenfalls slowakische Proletársky telovýchovný klub (PTK) folgte. Nachdem die Stadt 1938 an Ungarn angeschlossen wurde, mußten die slowakischen Fußballvereine ihre Tätigkeit beenden. LTE spielte bis 1944 im ungarischen Ligensystem.
Nach 1945 gab es zunächst mehrere verschiedene Vereine, nunmehr alle slowakisch, bis dann 1959 Slovan Levice gegründet wurde. Zwanzig Jahre später wurde ein Betriebsname in den Vereinsnamen aufgenommen, wie in der kommunistischen Zeit üblich, und der Klub firmierte als FC Agro Levice. Von 2009 bis 2011 entfiel zwischenzeitlich der Name Slovan und man trat als FK Levice an.
Das Stadion ist das regionaltypische weite Rund eines Nachkriegsbaus mit Stehplatzstufen und einer überdachten Haupttribüne. Die Stufen sind teilweise mit hölzernen Sitzbänken versehen. Die Gestaltung der Haupttribüne gibt dem Stadion einen eigenen architektonischen Akzent. 7.000 Menschen fänden hier Platz, davon 800 auf Sitzplätzen.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Levice besichtigt.