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Mittwoch, 6. Mai 2026

Am Wörthersee geboren ... 3



Rezension


Am Wörthersee geboren ...
Das Kurvenheft des Fandachverbands Wir.Austrianer
Ausgabe 3 / April 2026
24 S.








„Dort zu sein, wo das Herz der Austria schlägt, ist in diesem Frühjahr das Wichtigste.“ Aufgrund der Misswirtschaft der Klubführung hat sich die Fanszene der Austria Klagenfurt entschlossen, sich von der als GmbH geführten Zweitligamannschaft abzuwenden und die im Verein angesiedelten Mannschaften bis inklusive der zweiten Mannschaft in der viertklassigen Kärntner Liga im Fokus zu haben. Auch die Frauen unterstützte man etwa beim Kärntner Derby gegen den SV Kraig in Guttaring und war bei einem Hallenturnier der Austria Klagenfurt Champions, bei denen Menschen mit Behinderung Fußball spielen.

In Spielberichten wird von den verbleibenden Zweitligaspielen im Herbst 2025 erzählt und dann von den Spielen der Austria-Amateure in März und April 2026, wo man zur Heimspielpremiere gleich auch mit einer „Zurück zu den Wurzeln“-Choreographie der Barrakudas am Kunstrasenplatz neben dem Wörthersee-Stadion startete. Mit zweifacher Bedeutung, einerseits als Hinweis auf die Rückkehr zu den Wurzeln des Mitgliedervereins und andererseits der „Bezug auf die für uns historisch bedeutende Örtlichkeit am Freddy-Hohenberger-Platz (...) mit dem einzigen Überbleibsel des alten Wörthersee-Stadions: dem Austria-Stüberl“ neben der dortigen Tribüne.

Weitere Themen sind u.a. die Buchpräsentation zu 105 Jahren Austria Klagenfurt, fanszeneninterne Filmvorführungen von A guardia di una fede sowie Nachrufe zu einem verstobenen Austrianer und einem Freund von Vicenza. In der Rubrik „Gedankenritschert“ geht es in Texten die Krise und Pleite des Vereins und um den Umgang mit Support auf Dorfplätzen im Frühjahr. Ein beigelegter Flyer informiert über die Spieltermine von Amateuren und Frauen.


A5-Format / erhältlich vor Spielen am Freddy-Hohenberger-Platz

Samstag, 22. November 2025

Am Wörthersee geboren ... 2




Rezension


Am Wörthersee geboren ...
Das Kurvenheft des Fandachverbands Wir.Austrianer
Ausgabe 2 / November 2025
28 S.







„Mitgliederverein jetzt!“ ist die bei jedem Spiel gezeigte Forderung und gleich mehrmals am Titelblatt zu sehen. Das macht das wichtigste Thema derzeit bei der Austria Klagenfurt deutlich. In der Rubrik „Gedankenritschert“ beschäftigt man sich in einem Artikel mit der Problematik um den gegenwärtigen Investor, eine schon sich ankündigende nächste Investorengruppe und der gewünschten Einführung eines Mitgliedervereins. Lesen heißt lernen. Hier musste ich den Begriff „Ritschert“ googlen und lernte aus der Wikipedia: „Das Ritschert ist ein in den alpinen Gebieten Sloweniens und Österreichs, auch Bayerns verbreiteter Eintopf. Ein Synonym ist in Kärnten Gerstbrein, aus dem sich auch das im Slowenischen ebenfalls gebräuchliche ješprenj entwickelt hat. Ritschert ist aus dem slowenischen ričet eingedeutscht. Ričet heißt Gerstengraupe bzw. auch eines der dortigen Nationalgerichte, ein Gersteneintopf. “ Fanzine-Lesen bildet.

Die zweite Ausgabe des Hefts ist mit 28 Seiten gleich mehr als dreimal so seitenstark wie die Premierenausgabe. Die von Anfang August bis Anfang November reichenden Spielberichte beginnen mit dem Spiel der Austria Klagenfurt bei Austria Salzburg und Erinnerungen des Autors an einen Salzburger Auswärtsauftritt im alten Wörtherseestadion als einer seiner ersten Fan-Erinnerungen zu Beginn der 2000er Jahre bevor er sich dem aktuellen Spiel zuwendet, über die Choreographie der Barrakudas und den Mitgliederverein Austria Salzburg in Kontrast zum eigenen Verein schreibt. Wie auch andere kleinere Fanszenen begleitet sie bei anderen Auswärtsspielen das Problem, das Gästesektoren für sie nicht aufgesperrt werden, wie weiteren Berichten zu entnehmen ist. Bemerkenswert, dass Ex-Trainer Peter Pacult bei ihren Auswärtsspielen in Floridsdorf gegen Stripfing und seinen Heimatverein FAC bei ihnen stand. Für den geschichtsinteressierten Leser war interessant, dass ihr Gastspiel bei der Vienna das erste Match auf der Hohen Warte seit dem Jahr 2000 im Rahmen des damaligen Konstrukts FC Kärnten (einer Fusion der alten Austria Klagenfurt mit dem Villacher SV) ebenfalls in der zweiten Liga bzw. das erste Gastspiel als Austria Klagenfurt seit dem Jahr 1988 (damals noch Bundesliga) war. Dass die S. Pöltner Szene den 10:30-Uhr-Termin im Wörthersee-Stadion als Protest gegen die Uhrzeit boykottierte, kommentierte man hier kritisch: „Womöglich gibt es auch bessere Ideen, dem Protest in Form von Präsenz Ausdruck zu verleihen, als einfach nicht hinzu fahren.“ Selbst spielte man später einmal zu diesem Termin zur Matinée an einem Sonntag bei der Austria Lustenau, was Abfahrt um 2:30 Uhr bedeutete „und im Grunde ist es ja auch egal, wann im Ländle gespielt wird – die Zeit muss man sich ja eh nehmen.“

Weitere Themen sind das große Wörthersee-Stadion und seine Problematiken, Vereinsgeschichte und das zum siebten Mal von Fangruppen mit Vereinslegenden durchgeführte Totengedenken am Annabichler Friedhof.


A5-Format / erhältlich vor Spielen am Freddy-Hohenberger-Platz und dann im Stadion

Donnerstag, 14. August 2025

Am Wörthersee geboren ...




Rezension


Am Wörthersee geboren ...
Das Kurvenheft des Fandachverbands Wir.Austrianer
Ausgabe 1 / August 2025
8 S.







Ein Fanzine aus Klagenfurt! Zur neuen Saison 2025/26 brachte der Fandachverband Wir.Austrianer, welcher Barrakudas 1995, Schwarze Seele Kärnten und Südfront Klagenfurt der Austria Klagenfurt umfasst, zum ersten Heimspiel im Wörthersee-Stadion ein achtseitiges vollfarbiges Heft heraus. 2019 es zuletzt von ihnen ein Heft gegeben. Der Beweggrund wird schon im Vorwort angesprochen: „Unser Verein liefert zu den Themen abseits des Rasens regelmäßig und verlässlich seeeeeehr viel Material, das es von unserer Seite einzuordnen gilt.“

So ist die finanzielle Misere offenkundig und wird im Heft auch in Texten angesprochen, welche den Verantwortlichen benennen, die klare Forderung nach Schaffung von Vereinsstrukturen und Etablierung eines Mitgliedervereins aufstellen und den Protest ankündigen: „Egal, ob weitherhin ein Karajica am Thron sitzt oder ein neuer Sonnenkönig kommt – ab dem ersten Pflichtspiel in Horn wird von Minute 19:20 bis Minute 25 geschwiegen.“ Vom genannten ÖFB-Cup-Spiel in Horn gibt es auch einen Spielbericht.

Einen Bericht gibt es ebenfalls von den Festivitäten zum dreißigjährigen Jubiläum der Barrakudas. Eine vom historisch Interessierten sehr gern gesehene Rubrik namens Kurvenrückblick blickt mit einem Foto und einem kurzen Text auf das Derby gegen den VSV im Jahr 2012 zurück und vermerkt, dass dieser sich mittlerweile ja aus dem Erwachsenenfußball zurückgezogen hat. Das ließ mich auch wieder daran erinnern, dass das Villacher Stadion Lind wohl mit dem Spittaler Goldeckstadion und dem Lienzer Dolomitenstadion eines der größten Fußballstadien Österreichs ist, in denen ich noch nicht war. Auch wenn letzteres in Tirol liegt, ist es bezeichnend, dass alle drei im Kärntner Fußballverband sind. Welche der Anlagen größer ist, kann ich ohne Augenschein nicht beurteilen, da im Internetz sehr unterschiedliche und teils unglaubwürdige Zahlen zu finden sind. Ich schweife ab. Andererseits auch nicht, denn beim Lesen von Printwerken entwickeln sich im Unterschied zur kurzen Bildschirm-Aufmerksamkeitsspanne Überlegungen, Gedanken und Pläne. Ich begrüße daher gedruckte Publikationen.


A5-Format / erhältlich vor Spielen am Freddy-Hohenberger-Platz und dann im Stadion

Freitag, 1. August 2025

Austria Salzburg – Austria Klagenfurt 1:2 (0:1)

2. Liga, 1. Runde, 1.8.2025
Austria-Stadion, 1.770

Austria gegen Austria, violett gegen violett, Aufsteiger gegen Absteiger bei der Salzburger Rückkehr in Liga Zwa. Wie es im schnelllebigen modernen Fußball so ist, hatten beide Mannschaften nur mehr in Teilen (Salzburg) oder de facto nichts mehr (Klagenfurt) mit dem Team der Vorsaison zu tun. Das erste Meisterschaftsspiel war somit auch eine Standortbestimmung. Die Austria Klagenfurt zeigte sich abgebrühter, während es für die Salzburger Austria nur zum Anschlusstreffer aus einem Elfmeter reichte.
„Die Union Ultrà präsentiert die Aufstiegsträume“ hieß es zu Beginn in der Curva Viola Salzburg, wo man den Aufstieg als großes Kino darstellte. Im zweiten Teil zum Wiederbeginn nach der Pause wurden die Akteure, von denen einige nicht mehr da sind, als „Helden für die Ewigkeit“ gefeiert. Auch wenn es sportlich am Spielfeld an diesem Tag nicht reichte, zeigte die Kurve, dass dieser Verein sicher in die oberen Ligen Österreichs gehört. Spruchbänder galten u.a. dem Wechsel am Vorsängerpodest neben Salva.
„Wir san Austrianer“ war im Gästesektor der erste Teil der dortigen ebenfalls zweiteiligen Choreographie mit Grafiken von Austrianern im Stil von KI, die nach der Pause mit „und werden's immer sein“ abgeschlossen wurden. Den Vereinsturbulenzen zum Abstieg begegnete man mit der per Spruchband geäußerten Forderung nach Umgestaltung des Klubs: „Mitgliederverein jetzt!“ Ein auf den Rängen sehenswertes Zweitligaspiel.
Zehn Jahre nach der eher katastrophalen Salzburger Saison 2015/16, die in Pleite, Zwangsabstieg und jahrelangem Kampf gegen die Überschuldung endete, spielt die Austria Salzburg wieder bundesweit. Damals kam es hier auch zu einer Begegnung von Austria Salzburg und Austria Klagenfurt im Februar 2016, die von zahlreichen Spruchbändern angesichts der Finanzmisere beider Vereine gekennzeichnet war. In Erinnerung geblieben ist insbesondere die Klagenfurter Bezeichnung des Spiels als „Konkursderby“. Ein Jahrzehnt später stehen die Salzburger auf erkennbar solideren Beinen, während die Klagenfurter nach einem Höhenflug in die Bundesliga erneut in Unruhe sind. Die größte Salzburger Baustelle war zuletzt die Stadiontauglichkeit. Auch ein politisches Thema. Zur Rückkehr im bundesweiten Fußball konnte man hier u.a. Sportstaatssekretärin Schmidt begrüßen. Die Salzburgerin wurde vom Verein auch gleich violett eingekleidet.