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Donnerstag, 29. November 2018

Spartak Moskau – Rapid 1:2 (1:0)

Europa League, Gruppe G, 29.11.2018
Stadion Spartak, 20.739
-12°C

„Magischer SCR“ ertönte es nach Schlusspfiff aus 800 grünen Kehlen in den klirrend kalten Moskauer Nachthimmel. Rapid drehte den Rückstand nach der Pause und gewann bei Spartak Moskau. Das Europacupgesicht Rapids war wieder einmal ein erfreuliches. Zwar fiel nach zwanzig Minuten der Gegentreffer, doch Rapid hatte Chancen, wurde vor allem nach der Doppel-Einwechslung von Schwab und Schobesberger stärker und schaffte in der 80. Minute nach Schobesberger-Corner den Ausgleichstreffer durch Mert Müldür. Doch es sollte sogar noch besser kommen und nach Traumpass von Schwab traf Schobesberger in der Nachspielzeit zum Auswärtssieg. Jetzt gibt es im letzten Gruppenphasenspiel zuhause ein Endspiel um den Aufstieg ins Europacup-Frühjahr, in dem gegen die Rangers ein Punkt nötig ist.
Ein russischer Platzstürmer suchte Mitte der zweiten Hälfte das handgreifliche Gespräch mit dem Spartak-Kapitän, wurde aber von den Spartak-Spielern und zwei Ordnern hinausgeworfen.
Die 2005 gegründete Fratria, lateinisch für „Bruderschaft“ ist hier die größte Ultragruppe. Den Spartak-Anhang verbindet eine auf den Vereinsfarben und auf der nationalistisch aufgeladenen, gemeinsamen orthodoxen Religion basierende Freundschaft mit Roter Stern aus Belgrad und Olympiakós aus Piräus.
Der FK Spartak Moskau (Фк Спартак-Москва) wurde 1922 als Moskauer Sportklub des Bezirks Krasnopresnensky MKS (Московский кружок спорта Краснопресненского района, Moskowski kruschok sporta Krasnopresnenskowo rajona) unter Beteiligung der sowjetischen Fußballerlegende Nikolai Starostin gegründet. Mit seinen drei Brüdern prägte Starostin die Anfangsphase des Vereins. 1935 schlug Starostin die Umbenennung in Spartak, benannt nach dem antiken Helden Spartacus, der einen Sklavenaufstand gegen Rom angeführt hatte. Er wird durch eine Statue vor dem Stadion dargestellt. Im sowjetischen Fußball hatte Spartak eine Sonderstellung, da es keinem Ministerium oder Betrieb zugeordnet war und galt daher als Volksverein. Spartak wurde zwölfmal sowjetischer Meister (nur Dynamo Kiew wurde mit 13 Titeln öfter sowjetischer Meister) und gewann zehnmal den sowjetischen Cup. In der russischen Meisterschaft war Spartak anschließend Serienmeister der 90er Jahre (neunmal Meister von 1992 bis 2001, nur 1995 nicht). Der zehnte russische Meistertitel folgte erst 2017. Der russische Cup wurde nur dreimal (1994, 1998, 2003) gewonnen. Die größten Erfolge auf internationaler Ebene sind Semifinale in allen drei Europacup-Bewerben: Im Meistercup 1990/91, im Cup der Cupsieger 1992/93 und im UEFA-Cup 1997/98.
Das Stadion Spartak (Стадион «Спартак») wurde 2014 eröffnet. Der Neubau außerhalb des Stadtzentrums kostete rund 200 Mio. € und bietet 44.307 Plätze. Bei der WM 2018 fanden hier fünf Spiele statt. Bis dahin hatte Spartak nie ein eigenes Stadion besessen und im Luschniki-Stadion gespielt.
In mehreren Tagen in Moskau wurde auch die Stadt besichtigt.

Donnerstag, 20. September 2018

Rapid – Spartak Moskau 2:0 (0:0)

Europa League, Gruppe G, 20.9.2018
Weststadion, 21.400

Rapid zeigte wieder sein Europacupgesicht und es war gut. Wir spielten gut und erfolgreich gegen den russischen Rekordmeister Спартак-Москва (sowjetischer Rekordmeister ist hingegen Dynamo Kiew), der zuletzt 2016/17 russischer Meister gewesen war, 2017/18 in der Premjer-Liga Dritter war und aktuell intern kriselte. Müldür erzwang mit Kopfball ein Eigentor und Murg traf in einem herrlichen Konter nach Traumpass von Schwab. Spartak machte natürlich Druck, aber mit Glück und Können (ja!) wurde gewonnen.
Die Europacupstimmung im Weststadion war wieder außerordentlich. Der Block West trieb an und auch Ost und Nord wurden immer wieder einmal motiviert.
Der Auswärtssektor wurde von der UEFA gesperrt, da sie den Spartak-Fans, befreundet mit Olympiakós, zwei Europacup-Auswärtsspiele und ein drittes auf Bewährung verboten hatte. Im Frühjahr war in Bilbao ein Polizist an einem Herzinfarkt gestorben, als sich Anhänger von Athletic und Spartak gegenseitig den Schädel einschlugen. Drei Dutzend Spartak-Fans hatten sich auf der Nord oben neben den leeren Gästesektor gestellt und supporteten von dort aus ihre Mannschaft. Nach einer halben Stunde wurde über die Stadionlautsprecher mitgeteilt, dass es mit den UEFA-Verantwortlichen abgeklärt ist, dass sie ohne weitere Sanktionen in den leeren Gästesektor hinübergehen können. Das millionste Beispiel für Absurdität von Sektor- und Stadionsperren.
Magischer SCR.