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Sonntag, 26. April 2026

Rapid – Red Bull 1:0 (0:0)

Bundesliga, Oberes Play-off, 7. Runde, 26.4.2026
Weststadion, 24.166

Und dann kam Kara. Erneut der Mann für das spielentscheidende Tor. Zuvor gab es 87 Minuten lang ein dem Spiel entsprechendes 0:0 mit schwächerer Rapid in der ersten und besserer in der zweiten Hälfte. Nach Vorarbeit von Seidl und Demir konnte dann Ercan Kara treffen. Er erhielt verdienten Sonderapplaus.
Dem 130. Geburtstag von Pepi Uridil, einem der erfolgreichsten Stürmer der Rapid-Geschichte, aber Person mit dunkler Seite, widmete die SAF ihre umständehalber erst 2026 durchgeführte Choreographie. In den 1920er Jahren erzielte Uridil für Rapid Tore und wurde seinerzeit „Tank“ genannt – die damals aus dem Ersten Weltkrieg geläufige, aus der englischen Sprache übernommene Bezeichnung für einen Panzer. Er war der erste Popstar des Wiener Fußballs, der in Kinofilmen auftrat, Werbung für diverse Produkte machte und in einem Wienerlied von Hermann Leopoldi besungen wurde. Dieses wurde zum Einlauf der Mannschaften gespielt und das Schallplattencover war am Block West abgebildet. Mit kleinen Veränderungen des Originals. Mit Hervorhebung des Worts Spieler im Spruchband „Gewidmet dem Spieler des Jahrhundertteams“ wurde herausgestrichen, dass die Ehrung dem Sportler galt und nicht der Person Uridil, die als bereits vor deren Machtübernahme aktiver Nazi kritisch zu betrachten ist, auch wenn er die Mitgliedschaft wie viele andere später abstritt und ihm mutmaßlich der Prominentenbonus zur Amnestierung nach der Befreiung 1945 verhalf. Der Kontext wurde auch in einem Erklärungstext der SAF im Go West der UR erläutert. Spruchbänder gingen an Ferencváros, beglückwünschten Neugeborene und erinnerten an den dritten Todestag des Benco.
Drei Runden stehen noch an in diesem Play-off. Ob danach ein weiteres zu absolvieren ist, wird man sehen. Eine verrückte Saison, in der man gegen Hartberg untergeht, aber gegen die Dosen drei von vier Saisonspielen 1:0 gewinnt.

Sonntag, 15. März 2026

Red Bull – Rapid 0:1 (0:0)

Bundesliga, Oberes Play-off, 1. Runde, 15.3.2026
EM-Stadion Wals-Siezenheim, 9.957

Die Rapid gewann erneut 1:0 gegen die Dosen. Auswärts. Die schlechteste Rapid-Mannschaft bzw. Ansammlung von Spielern seit einem Jahrzehnt ist ausgerechnet jene, die erstmals seit 2015 hier gewann. Damals unter Zoki Barišić. An diesem Märznachmittag begann Rapid gut, die größten Chancen hatten aber die Dosen und der VAR entschied auch mal wieder gegen Rapid. Mitte der zweiten Hälfte der Wendepunkt: Erst glatt Rot für einen Konzern-Marketingmitarbeiter und kurz darauf traf Seidl abgefälscht einen Freistoß direkt ins Goal. Rapid spielte das gut zuende. Auch mit Schreckmoment am Schluss. Ein Erfolg und durchwegs verdient.
Nach dem Protest gegen die blamable sportliche Bilanz zuletzt nahm der Block West den Support wieder auf. Die Erwartungshaltung an die Mannschaft wurde klargemacht: „Und wenn du kämpfst von Herzen, gehst über deine Schmerzen, dann werden wir gewinnen, für immer Sieger sein!“ richteten die Ultras Rapid in Form dieser Zeilen aus einem Lied gleich beim Aufwärmen eine Botschaft an die Akteure. Auch die SAF sprach die Lage an: „Ins obere Play-off wie die Jungfrau zum Kind – zeigt endlich auf dem Feld, wer wir sind!“ Wünsche kamen per Spruchbändern von den Lords sowie zu unterschiedlich zustande gekommenen Spitalsaufenthalten von Tornados und Ultras. Zum vierten Todestag ihres Mitglieds Bernd zeigten die Tornados zum Wiederbeginn nach der Pause wie jedes Jahr das Gedenkbanner für ihn.
Mit einem Stadionbesuch von offiziell insgesamt 9.957 Leuten, einschließlich der Rapidlerinnen und Rapidler im Gästesektor und auf der Längsseite, unterbot der Dosenkonzern nocheinmal den bisherigen Minusrekord von 10.356 bei einem Gastspiel von Rapid. Nicht fußballerischer Erfolg und nicht einmal der Fußball an sich ist Wesenszweck des Dosen-Marketingprojekts sondern Event und Halligalli zur Werbung für die Getränkemarke. Auch wenn der hiesige Kundenklub mit einem verqueren Banner schwere geistige Verwirrung bestätigt und weniger Event vom Event verlangt. Zumindest der Indikator der Stadionbesuchszahlen zeigt, dass mit ausbleibendem Konsumerlebnis Zulauf und Werbewirkung nachlassen. Es kann dann bald weg.
Ein Tag, an dem die Rapid gewinnt und die Lilanen verlieren, ist als Rapidler der bestmögliche Fußballtag.