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Freitag, 23. August 2024
Celta de Vigo – Valencia 3:1 (2:1)
Spanien, Primera División, Jornada 2, 23.8.2024
Estadio Balaídos, 23.519
Das ist Fußball. Gute Stimmung und gutes Spiel in einem vollen Stadion. In einem schön anzusehenden Match besiegte RC Celta mit dem zweiten Saisonsieg in der zweiten Meisterschaftsrunde verdient den Valencia CF. Die Gäste waren in Führung gegangen, wobei das Tor mehrere Minuten lang vom VAR geprüft wurde bevor es der Schiedsrichter gab. Mit schnellen Aktionen drehte Celta das Spiel aber noch in der ersten Hälfte und setzte in der zweiten Hälfte mit einem beachtlichen Volley zum 3:1 den dritten Treffer drauf.
Die Fanszene auch mit ihrer linken, antifaschistischen Einstellung geprägt hatten lange die 1987 gegründeten, am britischen Stil orientierten Celtarras, welche sich 2019 auflösten. Heute gibt es hier die Tropas de Breogan, von denen Graffiti zu sehen waren, oder die 2011 gegründeten Irmandiños 1923. Die Stimmung, die in ihrer Kurve gemacht wurde, war gut. Auch das übrige Stadionpublikum war immer mal wieder motiviert zu langen Vereinsliedern und Schalparaden.
Der Valencia-Auswärtssektor machte sich vor allem zu Beginn bemerkbar, mit Spielverlauf kam von dort weniger. In Minute 19:19 gab es wie seit Jahren in Anlehnung an das Gründungsjahr 1919 einen Protest mit Schildern „Lim go home“ gegen den Klubeigentümer Peter Lim. Der ungeliebte Investor wird für finanziellen Ruin und sportlichen Niedergang des Vereins verantwortlich gemacht.
Das Spiel fand am 101. Gründungstag des RC Celta statt. Vor Spielbeginn und nach Spielende zelebrierte das der Verein mit einer Feuerwerksshow. Das hatte wenig mit Fußball zu tun.
Der Real Club Celta de Vigo entstand am 23. August 1923 aus der Fusion des 1905 gegründeten Real Fortuna FC und dem Real Vigo Sporting Club, der seinerseits 1913 aus einer Fusion des 1903 gegründeten Vigo FC mit dem 1911 gegründeten Sporting Club de Vigo hervorgegangen war. Die größten Erfolge sind insgesamt 59 Saisonen in der ersten spanischen Liga (aktuell seit 2012/13) und vier spanische Cup-Finalspiele, von denen keines gewonnen werden konnte: 1908 Niederlage des Vigo FC gegen Real Madrid, 1947/48 gegen Sevilla FC sowie 1993/94 und 2000/01 jeweils gegen Real Zaragoza. Im Europacup war man zweimal im Viertelfinale und 2016/17 im Semifinale der Europa League, wo man knapp gegen den späteren Europacupsieger Manchester United ausschied.
Rapid traf 1971 im Sommerturnier Trofeo Ciudad de La Línea auf Celta de Vigo und gewann das Spiel am 8.8.1971 in der Verlängerung 1:0 vor 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im andalusischen La Línea de la Concepción neben Gibraltar.
Das Estadio Balaídos wurde 1928 eröffnet. Zur WM 1982, bei der hier drei Gruppenspiele stattfanden, wurde die Haupttribüne neu gebaut und der Rest des Stadions ausgebaut und renoviert. Von 2015 bis 2023 erfolgte ein weiterer Um- und Ausbau, bei dem Tribünen erweitert und neu gebaut wurden. Auf drei Seiten gibt es nun einen einheitlichen Fassadenmantel. Die Kapazität beträgt nun 24.870 Plätze. Ein Stadion mit Ecken und Kanten.
Vor dem Spiel habe ich die Stadt Vigo besichtigt.
Samstag, 22. Juli 2023
Spartak Trnava – Valencia 0:1 (0:1)
Oslava storočnice Spartaka, 22.7.2023
Štadión Antona Malatinského, 12.173
Im Jubiläumsspiel zu 100 Jahren Spartak Trnava zeigten die Ultras Spartak Trnava eine Choreographie zu Spielbeginn und eine große Pyroshow in der zweiten Hälfte. Das Spiel entschied der Valencia CF aus Spanien per Elfmeter nach 25 Minuten sich.
Zu Spielbeginn gab es über die Längsseite der einrangigen alten Westtribüne (Überrest aus dem alten Stadion vor dem Umbau) eine Überrollfahne mit den historischen Vereinswappen und auf der Nordtribüne einen Zeitungsausschnitt mit der Meldung der Vereinsgründung zu sehen, flankiert von Abbildern von Helden aus der Vereinsgeschichte. Der FC Spartak Trnava entstand 1923 aus einer Fusion von ŠK Čechie und ČšŠk zu TSS Trnava, die sich wiederum 1924 mit dem 1919 gegründeten ŠK Trnava zusammenschloss und nun dessen Namen führte. 1939 fusionierte ŠK Trnava mit dem 1925 gegründeten Rapid Trnava zu TSS Trnava. Der Stadionstandort stammt vom ŠK Trnava, die rot-schwarzen Vereinsfarben sind hingegen jene von Rapid. In der kommunistischen Tschechoslowakei wurde der Verein zunächst einem metallverarbeitendem Betrieb zugeordnet und TJ Kovosmalt benannt. 1952 erhielt der Verein den heutigen Namen Spartak.
Zuletzt war ich vor fünf Jahren 2018 im Europacup gegen Crvena Zvezda im 2013 bis 2015 umgebauten Stadion gewesen. Damals hatte Spartak Trnava 2017/18 seinen ersten und bislang einzigen slowakischen Meistertitel gewonnen. Tschechoslowakischer Meister war man 1967/68, 1968/69, 1970/71, 1971/72 und 1972/73 fünfmal gewesen. Zuletzt gewann Spartak Trnava 2021/22 und 2022/23 den slowakischen Cup zweimal hintereinander. Die großen Erfolge der 1960er und 1970er Jahre sind mit Anton Malatinský verbunden, der hier 1956 bis 1960, 1963 bis 1968 und 1971 bis 1976 Trainer war. Nach ihm wurde 1998 das Stadion benannt. Vor dem Stadion ehrt ihn eine Statue und im Fansektor weht eine Fahne mit Kosenamen „Toni Báči“.
Die Freunde von Baník Ostrava waren zu Gast, wurden besungen und es hing u.a. auch Generation 16 – Hooligans Baník Ostrava.
Höhepunkt war dann in der 65. Minute, zu einer Trinkpause, nach der sich die Spartak-Mannschaft in freudiger Erwartung auf den Fansektor blickend aufstellte und alle Blicke im Stadion dorthin gerichtet waren. Aus einer schönen Pyroshow mit roten Fackeln schlossen effektvoll Raketen in den Himmel und feierten das Jubiläum.
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