Mittwoch, 19. August 2026

Svätý Peter – DAC 0:13 (0:7)

Slowakei, Slovenský pohár, 2. kolo, 19.8.2026
Športové ihrisko Svätý Peter / futballpálya Szentpéter, 1.200

Ungarisches Fußballfest im slowakischen Cup. Der Erstligist DAC (ungarisch Dunaszerdahelyi Atlétikai Club) aus Dunajská Streda (slowakisch) bzw. Dunaszerdahely (ungarisch) war mit Ex-Rapid-Trainer Robert Klauß als Coach zu Gast in der Region beim Sechstligisten OŠK Svätý Peter (slowakisch) bzw. Sportklub Szentpéter (ungarisch). Eine Viertelstunde vor Spielbeginn wurde entsprechend das Lied „Nélküled“ intoniert, das die Grenzziehung von 1918 bzw. 1920 und die seither außerhalb der Staatsgrenze lebenden Ungarinnen und Ungarn betrauert. Eine sichtlich etwas nervöse junge Sängerin sang es live. „Ria Ria Hungaria“ erschallte es daraufhin vom neben der Gästebank positionierten Auswärtsmob, bei dem der Fanklub Yellow Blue Supporters (YBS) zu sehen war. Die Ultraszene ist im Cupspiel nicht dabei und aktiv gewesen. Ungarisch wurde an allen Ecken hier gesprochen, außer von den internationalen Aktiven des DAC und dem slowakischen Schiedsrichtergespann. Am Spielfeld ließ der DAC keine Zweifel offen und gewann ohne große Mühen hoch.
Im Europacup ist der DAC heuer in der zweiten Qualifikationsrunde zur Conference League gegen Velež Mostar mit zwei Siegen weitergekommen und in der dritten Runde gegen den FC Twente mit 6:0-Niederlage im Hinspiel und im Rückspiel einem 3:3-Remis nachdem ein 0:2 zwischenzeitlich zu einem 3:2 gedreht worden war, ausgeschieden. Die Cupsaison 2026/27 ist für den DAC eine Jubiläumssaison, in der sich der einzige Cupsieg zum 40. Mal jährt. 1986/87 gewann der DAC um ersten und einzigen Mal den slowakischen Cup und dann im tschechoslowakischen Cupfinale gegen den tschechischen Cupsieger Sparta Prag zum ersten und einzigen Mal den tschechoslowakischen Cup.
Der OŠK Svätý Peter (slowakisch) bzw. Sportklub Szentpéter (ungarisch) besteht in der heutigen Vereinsform als Gemeindesportklub seit 1990. Fußball wird hier aber bereits seit den 1930er Jahren gespielt. Seit dem Meistertitel in der VII. Liga ObFZ KN 2023/24 spielt man in der VI. Liga Východ im westslowakischen Fußballverband ZsFZ. Bereits vor einem Jahrzehnt hatte man hier im slowakischen Cup einen Großverein zu Gast gehabt, In der dritten Runde gab es damals im September 2017 vor stolzen 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern ein 1:8 gegen Spartak Trnava. In der heutigen Saison kam der Verein über Siege gegen die TJ Dynamo Nová Stráž / Örsújfalu SE in der Vorrunde und FK Kolárovo / Gútai FK in die dritte Runde des Bewerbs.
Die Ortschaft Svätý Peter (slowakisch) bzw. ungarisch Szentpéter im Südwesten der Slowakei war bis nach 1945 fast ausschließlich ungarisch bevölkert, danach wurden wie in anderen Orten ein Viertel der Einwohnerinnen und Einwohner zum Verlassen ihres Heimatdorfs Richtung Ungarn gezwungen und ihrerseits staatlich vertriebene Slowakinnen und Slowaken aus Ungarn, Rumänien und Jugoslawien angesiedelt, um einen slowakischen Einschlag zu bilden. Heute ist etwa 70% der Bevölkerung ungarisch und 30% slowakisch.
Die Sportanlage hat ein regionaltypisches Gebäude mit aufgesetztem Tribünenbereich im oberen Stock. Ebenerdig gibt es einen weiteren Vorbau. Mit ausreichend Platz und bester Verpflegung bot man hier einen gastfreundlichen Mittwochabend.

Dienstag, 18. August 2026

Rechnitz – Oberpullendorf 4:2 (1:1)

Burgenland, BFV-Cup, 2. Runde, 18.8.2026
Geschiebenstein-Arena, 120

Fünftligist gegen Viertligist im burgenländischen Cup. Der SV Rechnitz aus der II. Liga Süd gewann gegen den SC Oberpullendorf aus der burgenländischen Landesliga, welche die zweite Hälfte mit einem Mann weniger zu bestreiten hatten. Auf von Hitze und Trockenheit schwer gezeichnetem Spielfeld gingen die Rechnitzer nach einer halben Stunde in Führung, der Landesligist konnte aber vor der Pause ausgleichen. Rot wegen Torraub gab es nach Wiederbeginn erst für einen Oberpullendorfer Feldspieler, der Schiedsrichter nahm nach Hinweis des Linienrichters die Karte aber zurück und gab sie dem Oberpullendorfer Goalie. Der unglückliche Ersatztormann musste gleich nach seiner Einwechslung das 2:1 aus dem folgenden Freistoß hinnehmen. In Unterzahl spielten die Oberpullendorfer zunächst noch auf den Ausgleich, Rechnitz zog aber auf 4:1 davon. Ein Elfmeter verkürzte auf 4:2. Der SV Rechnitz steht im Achtelfinale.
Der SV Rechnitz wurde 1931 in der von mir im Jahr 2013 besichtigten Gemeinde Rechnitz gegründet, bereits 1924 war hier aber schon Fußball gespielt worden. Größter Erfolg der Vereinsgeschichte war der dem Meistertitel in der Landesliga 1971/72 folgende Aufstieg in die Regionalliga Ost, die 1972/73 noch die zweithöchste Spielklasse war. Man schaffte in der ersten Saison den Klassenerhalt und in der Folgesaison 1973/74 sogar den fünften Platz. Aufgrund der Ligenreform reichte dies aber nicht für die Qualifikation in die neue bundesweite zweite Liga. So spielte man weiter in der nun drittklassigen Regionalliga, aus der man sich 1977 aber wieder in die Landesliga verabschieden musste.
Dort kam es in der Saison 1977/78 gleich zu einem Skandalspiel gegen den SV Hannersdorf, das mit Spielabbruch und sechsmonatiger Platzsperre für Rechnitz endete. Der SV Rechnitz trug seine Heimspiele in dieser Zeit im benachbarten Schachendorf aus. Seit den 1980er Jahren tritt der SV Rechnitz zumeist in der fünftklassigen II. Liga Süd an, mit immer wieder einigen Jahren dazwischen in der darunterliegenden 1. Klasse. Derzeit spielt man seit über eineinhalb Jahrzehnten, seit 2009/10, in der II. Liga Süd. Im Cup des Burgenländischen Fußballverbands hat der SV Rechnitz bislang 1948/49 (Finalniederlage gegen den ASV Neufeld) und 2011/12 (Finalniederlage gegen den SV Heiligenkreuz) zweimal das Finale erreicht, aber noch nie den Cup gewonnen.
Den Sportplatz in Rechnitz hatte ich im Sommer 2013 einmal leer besichtigt. Damals stand das Tribünengebäude mit Kantine noch nicht. Mit dem Bau wurde bald danach begonnen und im September 2014 hat man es eröffnet. Die Anlage heißt nun nach dem Gebirgszug des Geschriebenstein, mit 884 Metern der höchste Berg des Burgenlands, Geschriebenstein-Arena.