Montag, 25. Mai 2026
Rapid – Ried 3:0 (1:0)
Bundesliga, Europacup-Play-off, Finale, Rückspiel, 25.5.2026
Weststadion, 14.604
Rapid wurstelte sich wieder gerade noch in den Europacup. Wie vorige Saison an dieser Stelle spielte Rapid im letzten Spiel im letzten Play-off so wie man es das eine oder andere Mal schon auch gerne vorher gezeigt haben könnte. Frust und fehlende Motivation war nicht nur an der Stadionbesuchszahl abzulesen sondern allenthalben zu bemerken. Das Ergebnis freut dennoch.
„Für eine Auftritte gehören euch Arschtritte / Söldner raus, Identifikationsfiguren rein“ bilanzierten die Ultras Rapid die Saisonleistung, nahmen weiters Nachwuchsleiter Schuldes in die Verantwortung und nannten per Spruchband zeitgemäßes gesamtgesellschaftliches Engagement als Problemfeld. Den Geschäftsführern Katzer und Hofmann wurden von den Lords per Spruchband „bis hierher und nicht weiter“ ausgerichtet.
Der Rieder Auswärtsblock feierte trotz Niederlage nach Hinspielsieg die Mannschaft für die für einen Aufsteiger respektable Saison. Spruchbänder von Supras und Glory Boys bedankten sich und mit „Danke Max“ bedachten die Supras auch den scheidenden Trainer.
Für Rapid sind der wiederholte fünfte Tabellenplatz und das wiederholte gerade noch Hineinrutschen in den Europacup kein Erreichen eines Saisonziels, sondern angesichts des Aufwands ein wiederholter Misserfolg. Von 34 Meisterschaftsspielen in Bundesliga und zwei Play-offs gewann Rapid nur 13, remisierte achtmal und verlor 13-mal. In zwölf Europacupspielen gewann Rapid dreimal, remisierte dreimal und verlor sechsmal (nach 90 Minuten gerechnet, ohne Verlängerung und Elfmeterschießen). Inklusive Cup gab es in dieser Saison in 50 Pflichtspielen 19 Siege, elf Unentschieden und zwanzig Niederlagen. Das ist nicht gut.
Sonntag, 24. Mai 2026
Viareggio – Ilvamaddalena 1:1 (1:0)
Italien, Eccellenza Spareggi Nazionali, primo turno, andata, 24.5.2026
Stadio dei Pini, ca. 1.500
30°C
In der landesweiten Phase der Play-offs der fünftklassigen italienischen Eccellenza traf Viareggio aus der Toskana auf Ilvamaddalena aus Sardinien. In der neunten Minute konnte Viareggio in Führung gehen. Da die Sarden aber in der zweiten Hälfte aus einem Elfmeter ausglichen, geht es mit 1:1-Unentschieden in das Rückspiel in der La Maddalena an der Nordostküste Sardiniens. In den mehrwöchigen Play-offs wird im Finale schließlich ein Platz in der Serie D ausgespielt.
Ultras beider Seiten standen auf der Haupttribüne, die allein offen war. Bei großer Hitze ist das Schatten des Tribünendachs auch nicht schlecht. Abtrennungen oder besondere Sicherheitsvorkehrungen abseits einer Handvoll auf der Tribüne verteilten Ordner gab es nicht.
„Lottiamo insieme“ („Kämpfen wir gemeinsam“) stand vorne an der Choreographie von La Viareggio Ultras. Dahinter zeigte auf einem Doppelhalter ein schwarz-weißer Alex in den Viareggio-Farben „Diffidati presenti“ („Stadionverbotler mit uns“). Der Kern motivierte eine gute Anzahl zum Support. Die Geschichte der Ultras in Viareggio geht auf das Jahr 1973 zurück, als hier mit den nach den schwarz-weißen Farben benannten Commandos Zebre die erste Gruppe entstand. Später gab es verschiedene Gruppen zu verschiedenen Zeiten. Seit den 1980er Jahren prägten die 1984 entstandenen Ultras Fighters Viareggio den Tifo. Aus politisch aktiven Reihen und Jungen der UFV bildeten sich 2003 die Gruppo Autonomo Viareggio und es gab auch weitere Gruppen. 2015 vereinigte man sich zu La Viareggio Ultras (LVU). Befreundet ist man mit Alessandria, Pisa, sowie Toulon aus Frankreich. Die Freundschaft zu Grosseto hat man 2024 nach 35 Jahren beendet. Hochgehalten wird das Gedenken an zwei verstorbene Ultras, Lele Santarcangelo und Nicola Scrima.
„Ilva!“-Rufe ertönten von anderen Tribünenende, wo etwa fünfzig Ilvamaddalena-Fans mitsamt einem halben Dutzend Ultras waren. Vor den Reisestrapazen von der Insel zu Spielen am Festland muss man immer Respekt haben. F99 der 1999 gegründeten Gruppe Fastidiosi hing und die Ultras meldeten sich immer wieder zu Wort. Befreundet ist man hier seit 2018 mit dem Settore Esplosivo Monastir. Mit Olbia hatte man 1987/88 bis 1993/94 ein gemellaggio, seither beruht die Beziehung auf persönlichen Freundschaften, ist von der Gruppe in Josef Grubers Buch Le isole zu lesen.
Viareggio Calcio wurde 1919 aus der Fusion von sechs Fußballvereinen Esperia 1911, Libertas, Vigor, Giuseppe Garibaldi, Aquila und Celeritas unter dem Namen Sporting Club Viareggio gegründet. Den Fußball hatten wie in Hafenstädten seinerzeit verbreitet britische Seeleute eingeführt, die auf Landgängen mit Einheimischen kickten und diese für das Spiel begeisterten. Aus dem gemeinsamen Fußballverein wurde 1926 die US Viareggio und 1928 die US Vezio Parducci Viareggio, welche 1933 über Aufstiegsspiele den Aufstieg in die Serie B schaffte. 1933/24 bis 1936/37 spielte Viareggio in der Serie B. Nach Saisonen in der Serie C plagten den Verein finanzielle Schwierigkeiten, die 1938 die Einstellung des Spielbetriebs brachten und mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs die Auflösung. 1942 wurde die AS Viareggio Calcio gegründet, die 1942/43 regional in der Toskana spielte bevor es aufgrund des Kriegsgeschehens keinen Fußball mehr gab. Nach der Befreiung 1945 begann man neu, spielte 1945/56 in der Serie C und kam 1946/47 sowie 1947/48 erneut in die Serie B. Danach folgte ein schneller Absturz in den regionalen Fußball. 1953 wurde aus der Fusion mit Bar Ivano Viareggio die Associazione Sportiva Calcio Viareggio. Neben Saisonen in der Serie D waren Zeiten in der Serie C 1960/61 und 1968/69 bis 1973/74 sowie in der Serie C2 1978/79 und 1990/91 bis 1993/94 die größten Erfolge bis 1994 eine Pleite folgte und man in der Eccellenza Toscana neu begann. 1997/98 bis 2001/02 war Viareggio wieder in der Serie C2, ging nach Abstieg aus der Serie D aber wieder pleite. Ein neuer Verein Football Club Esperia Viareggio wurde gegründet und in die Eccellenza eingeordnet. 2007/08 war man wieder in der Serie C2, die 2008/09 Lega Pro Seconda Divisione als man über das Erreichen des Play-off-Semifinales den Aufstieg in die Lega Pro Prima Divisione schaffte. 2009/10 bis 2013/14 spielte Viareggio darin drittklassig bis man 2014 pleite ging. Ein neuer Verein Viareggio 2014 wurde gegründet, der wieder in die Eccellenza Toscana eingeordnet wurde. Es ging in die Serie D hinauf, dort folgte aber 2019 die nächste Pleite. Ganz unten in der Terza Categoria spielte 2018/19 der 2015 gegründete Verein Sporting Viareggio 86. Mit diesem schloss das 2020 gegründete Viareggio Calcio eine Vereinbarung und konnte so in den Ligenbetrieb der Seconda Categoria 2019/20 einsteigen. 2022 stieg man in die Prima Categoria auf, 2023 in die Promozione und 2024 in die Eccellenza. Hier konnte man 2025/26 den zweiten Tabellenplatz der Eccellenza Toscana erreichten und so in den Play-offs um den Aufstieg in die Serie D kämpfen. Das größte Ereignis war aber wohl im September 2025 der Rückkehr in das Heimstadion, das seit 2018 geschlossen gewesen war.
Das Stadio dei Pini, benannt nach den umgebenden Pinienwäldern, oder in der Leichtathletikverwendung auch Stadio Torquato Bresciani, wurde ab 1955 errichtet und 1959 eröffnet. Im Juni 2018 wurde die Baufälligkeit des Tribünendachs festgestellt und das Stadion geschlossen. Zwei Jahre später begannen im September 2020 Bauarbeiten zur Sanierung der Anlage, im Zuge derer die Gegentribüne (Tribuna Est) abgerissen und neu gebaut sowie Haupttribüne (Tribuna Ovest) und Infrastruktur renoviert wurden. Die Osttribüne ist baulich fertig, aber nicht in Betrieb. Auf ihr gäbe es auch einen mit Plexiglaswand abgetrennten Gästesektor. Im September 2025 konnte nach über sieben Jahren Schließung unter Anwesenheit bekannter Namen wie Marcello Lippi, Alessandro Del Piero oder Gianluigi Buffon die Wiedereröffnung gefeiert werden. Es gibt hier jetzt eine Gesamtkapazität von 3.572 Plätzen.
Vor dem Spiel habe ich die Stadt Viareggio besichtigt.
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