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Samstag, 4. Dezember 2021
OH Leuven – KAA Gent 0:1 (0:1)
Belgien, Eerste klasse A / Division 1A, speeldag 17 / 17ème journée, 4.12.2021
Stadion Den Dreef, 4.047
Mit einem frühen Tor gewann KAA Gent das Spiel. Den Matchball zum Ausgleich hatte OH Leuven mit einem Lattentreffer in den Schlussminuten. In einem eher zerfahrenen Spiel waren die Gäste knapp, aber doch verdient die Sieger.
Höhepunkt bzw. je nach Sichtweise eher Tiefpunkt der in Benelux ohnehin stets fragwürdigen Stadionmusikprogramms war „Sweet Caroline“ in der Version eines sich nach einer Leiche nennenden österreichischen Sängers mit mehr Enthusiasmus als Talent und Können. Das Lied wurde mit Karaoke-Textzeilen auf den Anzeigetafeln begleitet und der Stadionsprecher rief zum Mitsingen auf. Glücklicherweise wurde dies praktisch gar nicht befolgt.
Auf der stadtnahen Hintertortribüne gab es um eine Trommel und einen Vorsänger so etwas wie einen Fanblock. Mehr als ein oder zwei dutzend Leute schien das aber nicht zu umfassen oder zu interessieren. Im Auswärtssektor stand die Fanszene um Ultras Ghent und Banlieue Gantoise recht kompakt, mit übrigen normalen Genter Fans herum, und supportete ordentlich.
Die allgemeine Maskenpflicht wurde von Ordnerinnen und Ordnern auch im Gästesektor durchgesetzt, wo im Unterschied zu den übrigen drei Tribünen im Fanszenenkern anfangs noch wenige Leute den Mund-Nasen-Schutz im Gesicht sondern großteils als Kinn-Schutz trugen. Sichtlich engagierten Ordner führten laufend Gespräche, drängten sich in die Reihen und redeten auch mit dem Vorsänger. Dieser blieb dabei, keine Maske zu tragen.
Oud-Heverlee Leuven entstand 2002 aus der Fusion von drei Vereinen aus der Stadt Löwen (flämisch Leuven) und der Nachbargemeinde Oud-Heverlee.
Koninklijke Stade Leuven war 1903 gegründet worden und trug die niedrige stamnummer 18 des belgischen Fußballverbands. Ursprünglich war der Vereinsname wie damals üblich französisch Stade Louvaniste, zum 25-jährigen Jubiläum 1928 kam der vom belgischen König verliehene Titel dazu und man wurde zur Royal Stade Louvaniste. 1967 wurde der Vereinsname niederländisch K. Stade Leuven. Größter Erfolg war eine Erstligasaison 1949/50.
Der Daring Club Leuven war 1922 als Sporting Club Louvain gegründet worden und trug die stamnummer 223. Nach einer Fusion mit Victoria FC Louvain war daraus der 1945 der Daring Club Leuven geworden. 1947 wurde auch noch der Hooger Op FC Leuven hineinfusioniert. 1951 erhielt der Verein den Titel als königlicher Verein und war von da an der Koninklijke Daring Club Leuven. Größter Erfolg war eine Zweitligasaison 1951/52.
Der FC Zwarte Duivels Oud-Heverlee war 1957 gegründet worden (stamnummer 6142), hatte im Gemeentelijk sportcentrum von Oud-Heverlee gespielt und hatte als größter Erfolg 2000/01 und 2001/2 drittklassig gespielt (Derde klasse B / Division 3B).
Im aus den beiden Ortsnamen gebildeten Namen des Fusionsvereins rangiert der Name der kleineren Umlandgemeinde vor demjenigen der größeren Stadt. Man übernahm 2002 aus sportlichen Gründen die Spielberechtigung und damit Nummer 6142 des Vereins aus der Nachbargemeinde, während die beiden niedrigeren Nummern der Vereine aus Löwen gelöscht wurden. 2018 wurde aus Prestigegründen aber die niedrige Nummer 18 von Stade Leuven reaktiviert und seither firmiert der Verein unter dieser Nummer. Seit dem Aufstieg aus der Drittklassigkeit 2005 spielt OHL entweder in der zweiten oder ersten Liga (2011/12 bis 2014/15, 2015/16, seit 2020/21). 2018 kaufte sich die thailändische Milliardärsfamilie Srivaddhanaprabha, die auch den englischen Leicester City FC besitzt, OHL als weiteres Spielzeug für sich. Nachdem der Familienchef wenige Monate nach dem Kauf von OH Leuven bei einem Hubschrauberaufsturz gestorben war, wurde hinter der Haupttribüne ein Gedenkstein mit untertäniger Lobeshymne an ihn errichtet.
Rapid war hier im April 1958 in einem Freundschaftsspiel bei Royal Stade Louvaniste zu Gast (4:2-Niederlage). Das Match fand im Rahmen einer Tournee statt, die Rapid von Alemannia Aachen über Thor Waterschei und Löwen zu Racing Paris führte.
Das Den Dreef Stadion liegt im Stadtteil Heverlee von Löwen, der an Oud-Heverlee angrenzt. Seit 1905 hatte Stade Louvaniste / Stade Leuven hier in Den Dreef gespielt und die Sportanlage 1921 auch gekauft. 1953 wurde sie von der Stadtgemeinde übernommen, die 1958 ein städtisches Sportzentrum daraus machte. Bis in die späten 1960er Jahre umschloss eine Radrennbahn den Innenraum. Mit der Gründung von OHL 2002 folgte die Umbenennung von (Leuvens Sportcentrum) zum Stadion Den Dreef und ein kompletter Umbau, bei dem die bisherige Leichtathletiklaufbahn entfernt und die beiden Hintertortribünen neu errichtet sowie 2011 und 2012 eine kleine doppelstöckige Längsseitentribüne auf die ganze Spielfeldseite verlängert wurde. 2015 bis 2017 wurde auch die verbliebende alte Längsseitentribüne abgerissen und an ihrer Stelle die zweite doppelstöckige Längsseitentribüne als neue Haupttribüne gebaut. Die Kapazität wurde damit von 10.200 auf 12.500 Plätze erhöht. Ein Denkmal erinnert in französischer Aufschrift an die in beiden Weltkriegen getöteten belgischen Soldaten sowie die von den deutschen Besatzungstruppen während des Massakers 1914 bzw. ingesamt in den Besatzungen 1914 bis 1918 und 1940 bis 1945 umgebrachten Menschen (Le Royal Stade Louvainiste Reconnaissant heroes morts au champ d'honneur, marters massacres, barbarie allemande 1914-1918 1940-1945).
Vor dem Spiel wurde die Stadt Löwen besichtigt.
Dienstag, 15. September 2020
Gent – Rapid 2:1 (1:0)
Champions League, 3. Qualifikationsrunde, 15.9.2020
Arteveldestadion, unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Es hat nicht gereicht. Rapid schied aus der Champions-League-Qualifikation aus und steigt in die Europa League um. Rapid spielte gut und hatte Chancen, traf aber nicht. Die erste gefährliche Situation nach einem langen Ball in der ersten Hälfte und ein Elfmeter in der zweiten Hälfte brachten einen 2:0-Rückstand ein. In der Nachspielzeit traf Demir zum Anschlusstreffer und Greiml hätte dann auch noch den Ausgleich erzielen können. Aber es sollte nicht sein.
„Football belongs to the fans“ stand auf einem Spruchband an der Heimkurve, die ebenso leer war wie der Rest des Stadions. Wie zuvor wurde die Europacuprunde in einem Entscheidungsspiel ohne Zuschauerinnen und Zuschauer ausgetragen.
Seit meinem Besuch beim KAA Gent im Jahr 2013 wurde man hier 2014/15 zum ersten Mal belgischer Meister und spielte jedes Jahr im Europacup. Der Verein wurde 1864 als Société Gymnastique La Gantoise als Sportverein gegründet. Die Fußballsektion entstand im Jahr 1900. 1914 erhielt der Verein das Attribut königlich und nannte sich Association Royale Athlétique La Gantoise (kurz ARA La Gantoise). Die Handelsstadt Gent war 19. und beginnenden 20.Jh. nach Brüssel jene Stadt im niederländischen Sprachgebiet Belgiens, in der am meisten französisch gesprochen wurde. Vor allem das Bürgertum war hauptsächlich französischsprachig. Im Lauf des 20.Jh. änderte sich das Sprachenverhältnis. Das Französische verlor im Gesamtstaat mit dem wirtschaftlichen Niedergang der Industrie im französischsprachigen Teil Belgiens seine Bedeutung und der auflebende flämische Nationalismus förderte die niederländische Sprache. 1971 wurde der französische Vereinsname in die niederländische Version Koninklijke Atletiek Associatie Gent (kurz KAA Gent) geändert.
2007 wurde im Gewerbegebiet mit dem Bau des neuen Stadions begonnen, das nach einigen Verzögerungen im Sommer 2013 eröffnet wurde. Das neue Stadion hieß nach dem Anführer eines Aufstands im 14.Jh. Arteveldestadion, erhielt aber schon bald einen Arena-Sponsornamen. Mit 20.000 Plätzen erfüllt es moderne Komfortvorstellungen, ist allerdings im Unterschied zum Jules-Otten-Stadion doch ein gesichtsloser Einheitsbau.
Das Vereinswappen zeigt einen in der üblichen weißen Vorstellung nach dem Völkermord an der amerikanischen Urbevölkerung stilisierten Indianerhäuptling mit Federschmuck wie in Karl-May-Filmen. 1891 und 1906 gastierte die Wild-West-Show des Buffalo Bill auf Europatournee in Gent und man geht davon aus, dass von dort die Symbolik übernommen wurde. Die zweite Tour enthielt eine „Soccer on Horseback“-Nummer. Gesichert ist die Verwendung als Vereinssymbol, die Eigenbezeichnung der Fans als Buffalos und ihr an diesem Abend nur vom Stadionsprecher zu hörender „Buffalo!“-Ruf ab den 1920er Jahren.
Vor dem Spiel wurde in der schönen Stadt Gent spaziert.




























Arteveldestadion, unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Es hat nicht gereicht. Rapid schied aus der Champions-League-Qualifikation aus und steigt in die Europa League um. Rapid spielte gut und hatte Chancen, traf aber nicht. Die erste gefährliche Situation nach einem langen Ball in der ersten Hälfte und ein Elfmeter in der zweiten Hälfte brachten einen 2:0-Rückstand ein. In der Nachspielzeit traf Demir zum Anschlusstreffer und Greiml hätte dann auch noch den Ausgleich erzielen können. Aber es sollte nicht sein.
„Football belongs to the fans“ stand auf einem Spruchband an der Heimkurve, die ebenso leer war wie der Rest des Stadions. Wie zuvor wurde die Europacuprunde in einem Entscheidungsspiel ohne Zuschauerinnen und Zuschauer ausgetragen.
Seit meinem Besuch beim KAA Gent im Jahr 2013 wurde man hier 2014/15 zum ersten Mal belgischer Meister und spielte jedes Jahr im Europacup. Der Verein wurde 1864 als Société Gymnastique La Gantoise als Sportverein gegründet. Die Fußballsektion entstand im Jahr 1900. 1914 erhielt der Verein das Attribut königlich und nannte sich Association Royale Athlétique La Gantoise (kurz ARA La Gantoise). Die Handelsstadt Gent war 19. und beginnenden 20.Jh. nach Brüssel jene Stadt im niederländischen Sprachgebiet Belgiens, in der am meisten französisch gesprochen wurde. Vor allem das Bürgertum war hauptsächlich französischsprachig. Im Lauf des 20.Jh. änderte sich das Sprachenverhältnis. Das Französische verlor im Gesamtstaat mit dem wirtschaftlichen Niedergang der Industrie im französischsprachigen Teil Belgiens seine Bedeutung und der auflebende flämische Nationalismus förderte die niederländische Sprache. 1971 wurde der französische Vereinsname in die niederländische Version Koninklijke Atletiek Associatie Gent (kurz KAA Gent) geändert.
2007 wurde im Gewerbegebiet mit dem Bau des neuen Stadions begonnen, das nach einigen Verzögerungen im Sommer 2013 eröffnet wurde. Das neue Stadion hieß nach dem Anführer eines Aufstands im 14.Jh. Arteveldestadion, erhielt aber schon bald einen Arena-Sponsornamen. Mit 20.000 Plätzen erfüllt es moderne Komfortvorstellungen, ist allerdings im Unterschied zum Jules-Otten-Stadion doch ein gesichtsloser Einheitsbau.
Das Vereinswappen zeigt einen in der üblichen weißen Vorstellung nach dem Völkermord an der amerikanischen Urbevölkerung stilisierten Indianerhäuptling mit Federschmuck wie in Karl-May-Filmen. 1891 und 1906 gastierte die Wild-West-Show des Buffalo Bill auf Europatournee in Gent und man geht davon aus, dass von dort die Symbolik übernommen wurde. Die zweite Tour enthielt eine „Soccer on Horseback“-Nummer. Gesichert ist die Verwendung als Vereinssymbol, die Eigenbezeichnung der Fans als Buffalos und ihr an diesem Abend nur vom Stadionsprecher zu hörender „Buffalo!“-Ruf ab den 1920er Jahren.
Vor dem Spiel wurde in der schönen Stadt Gent spaziert.




























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