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Dienstag, 12. Mai 2026

Athleticker 11



Rezension


Athleticker
So tickt die Kurve
Ausgabe 11 – Frühjahr 2026
172 S.









„Während des Heimboykotts sahen viele nur das Schlechte, jetzt wird plötzlich alles perfekt geredet.“ Der LASK wandelte sich im Lauf der Saison 2025/26 vom Abstiegskandidat zum Titelgewinner. Kurvenboykott und Konflikt mit der Vereinsführung, die der Fanszene ein breit getragenes Grundsatzpapier (dokumentiert im letzten Heft) zurückwarf und ihr „mafiöse Strukturen“ unterstellte, stehen als Themen am Anfang des Halbjahresrückblicks auf den LASK im Herbst 2025. Ohne besuchte Heimspiele gibt hier zunächst nur die Auswärtsspiele, beginnend mit dem Cupspiel gegen den Wiener Sport-Club auf der Hohen Warte. Mit der Klärung der Vereinsfarben-Frage, womit der LASK nun wieder in eigenen schwarz-weißen Farben oder roter Farbe der Stadt Linz antritt und nicht mehr in Sponsorfarben, wurde der Heimsupport nach einer Länderspielpause wieder aufgenommen.

Cupsieger sind sie heuer bereits. Meister werden sie vielleicht auch noch. Da das nicht der Normalfall ist, und es über die Jahre und Jahrzehnte Hinauf und Hinunter ging, widmet sich eine neue Rubrik dem Thema „Warum gehst du eigentlich noch zum LASK?“. In der ersten Folge beschreibt jemand (wie alle Texte anonym) hier dazu seine Motivlage. Weitere Themen im Heft sind karitative Spendensammlung, Feste und Feiern, eine Fanklubvorstellung von Semper Fidelis oder ein Interview mit Erika, die den LASK als Fan seit den 1960er Jahren begleitet. Zu Kosten und Arbeitsaufwand ausgewählter Choreographien gibt es wieder Zahlen und Daten im Heft. Neben klassischen Fotos ist hier auch erneut eine Analogkamera-Bilderstrecke dabei, die aktuellem Geschehen die Optik der 1990er Jahre verleiht. Etwas aus dem Rahmen des Hefts fällt eine Abhandlung in wissenschaftlicher Sprache, die mit empirischer Datenanalyse ergibt, dass im Gegensatz zum LASK Blau-Weiß Linz kein Traditionsverein wäre und näher an einem „temporären Projektverein“ wie Pasching, das in der Studie als „Referenzpunkt für strukturelle Marginalität“ dient. Ah ja.

Protest und Unzufriedenheit waren in den letzten Jahren große Themen im LASK. Ein Text im Heft beschäftigt sich mit Fanprotesten in Deutschland, Ägypten und Frankreich. Über das Thema „Sudern“ philosophiert ein Kommentar. Reiselust machende Groundhoppingberichte liest man von einer Tour auf Zypern und Fanzine-Rezensionen bietet das Heft auch wiederum.

Einen Einblick in seine Arbeit an einem Vereinsgeschichtsbuch bietet LASK-Chronist Günther Waldhör mit einem Auszug über die Europacupbegegnung mit Dundee United 1984/85. In jüngere Geschichte der Regionalligazeit blickt ein anderer Text „mit einer Mischung aus Nostalgie, Freude und Scham“ auf das „vermutlich asozialste Auswärtsspiel, das die LASK-Fanszene im 21. Jahrhundert – oder jemals – erleben durfte“, dem Meisterschaftsspiel in Vöcklamarkt im Jahr 2012. Diese historische Ausnahmestellung war mir bei meinem Besuch dieses Spiels vor bald eineinhalb Jahrzehnten nicht bewusst. Höflich zurückhaltend schrieb ich in meinem obengenannten Bericht davon nur, dass die LASK-Fanszene „am schlechten Ruf gearbeitet“ habe.


A5 / gegen Spende / erhältlich bei den Landstrasslern

Freitag, 8. Mai 2026

Diabolik 4



Rezension


Diabolik
Fanzine der Fraternité Violette
Ausgabe 4
Saison 2024/25
246 S.








Die Salzburger Regionalligameister- und Zweitligaufstiegssaison im Rückblick der Fraternité Violette. Nachdem die Austria Salzburg schon in der vorherigen Saison Meister geworden war, aber aus infrastrukturellen Gründen noch nicht aufsteigen durfte, schaffte sie es diesmal. „Schwelgt noch einmal in Erinnerung und genießt die Aufstiegssaison 24/25“ ist so auch die Aufforderung im Vorwort. Verschiedene Autoren erzählen von den Spielen der Austria Salzburg sowie gewohnt oft von den zahlreichen Besuchen beim 1. FC Saarbrücken. Ein Drittel der Spielberichte handelt von Saarbrücken. Eine stets beachtliche Intensität der Besuche. Weiters ist auch wieder von Spielbesuchen beim FC Aarau zu lesen. Über das Bündnis Fanszene Deutschland liest man Informationen aus Saarbrücken. Lehrreich ist darüber hinaus auch ein Jugendsprache-Lexikon, von dem ich als alter Mann keinen der vorgestellten Begriffe kannte. Aber vielleicht ist das ja auch Salzburger Sprache. Erzählt wird im Heft noch von Veranstaltungen abseits des Spieltags und es gibt Graffiti-Bilder zu sehen.

Der unterschiedliche Schreibstil der Autoren tritt in den Beiträgen deutlich zu Tage und gibt den Texten stets eine persönliche Note. Es gibt kaum einen Text von Grinch, der einen nicht an zumindest einer Stelle schmunzeln lässt, nicht nützliche Informationen oder einen Bezug zu Musik enthält. Er schließt das Heft auch ab mit persönlichen Worten nach dem finalen Erfolg des Meistertitels und der Aufstiegsfixierung im letzten Spiel der Austria Salzburg gegen den SC Schwaz.

Vom Tief mit frühem ÖFB-Cup-Ausscheiden gegen Reichenau und dem schweren Schlag der Testspiel-Absage gegen den FSV Zwickau zum Saisonbeginn bis zur Euphorie am Ende beschreibt das Heft die erstaunliche Bandbreite des Fußballs.


A5 / 8 € / erhältlich bei der Fraternité Violette

Mittwoch, 6. Mai 2026

Am Wörthersee geboren ... 3



Rezension


Am Wörthersee geboren ...
Das Kurvenheft des Fandachverbands Wir.Austrianer
Ausgabe 3 / April 2026
24 S.








„Dort zu sein, wo das Herz der Austria schlägt, ist in diesem Frühjahr das Wichtigste.“ Aufgrund der Misswirtschaft der Klubführung hat sich die Fanszene der Austria Klagenfurt entschlossen, sich von der als GmbH geführten Zweitligamannschaft abzuwenden und die im Verein angesiedelten Mannschaften bis inklusive der zweiten Mannschaft in der viertklassigen Kärntner Liga im Fokus zu haben. Auch die Frauen unterstützte man etwa beim Kärntner Derby gegen den SV Kraig in Guttaring und war bei einem Hallenturnier der Austria Klagenfurt Champions, bei denen Menschen mit Behinderung Fußball spielen.

In Spielberichten wird von den verbleibenden Zweitligaspielen im Herbst 2025 erzählt und dann von den Spielen der Austria-Amateure in März und April 2026, wo man zur Heimspielpremiere gleich auch mit einer „Zurück zu den Wurzeln“-Choreographie der Barrakudas am Kunstrasenplatz neben dem Wörthersee-Stadion startete. Mit zweifacher Bedeutung, einerseits als Hinweis auf die Rückkehr zu den Wurzeln des Mitgliedervereins und andererseits der „Bezug auf die für uns historisch bedeutende Örtlichkeit am Freddy-Hohenberger-Platz (...) mit dem einzigen Überbleibsel des alten Wörthersee-Stadions: dem Austria-Stüberl“ neben der dortigen Tribüne.

Weitere Themen sind u.a. die Buchpräsentation zu 105 Jahren Austria Klagenfurt, fanszeneninterne Filmvorführungen von A guardia di una fede sowie Nachrufe zu einem verstobenen Austrianer und einem Freund von Vicenza. In der Rubrik „Gedankenritschert“ geht es in Texten die Krise und Pleite des Vereins und um den Umgang mit Support auf Dorfplätzen im Frühjahr. Ein beigelegter Flyer informiert über die Spieltermine von Amateuren und Frauen.


A5-Format / erhältlich vor Spielen am Freddy-Hohenberger-Platz

Dienstag, 28. April 2026

Rückspiegel 2




Rezension


Rückspiegel
Ausgabe 2
April 2026
116 S.








„Es gibt viel zu erzählen – wir haben viel zu erzählen.“ schreibt die SAF im Vorwort ihres zweiten Hefts. Es hätte schon im Winter da sein sollen, aber wie es eben kommt, wurde es umständehalber April 2026. Der Vorteil eines Hefts im Print ist aber, dass dies nichts ausmacht. Denn so etwas ist für Langfristigkeit da und nicht für den Augenblick. Fanzines haben einen Wert.

Seit dem ersten Heft vor sechs Jahren ist viel passiert. So wird hier auf die Zelebrierung des zehnjährigen Gruppenjubiläums 2022 und das Making-of der Choreographie eingegangen, auf Aufmerksamkeit erregende Aktivitäten zum 125-jährigen Jubiläum Rapids oder den Wechsel des Gruppenlogos vom Bus zum Strizzi 2024. Auf spezielle Europacup-Reiseabenteuer in Zeiten der Coronapandemie 2021 und 2022 sowie schönen Reisen 2023. Mit und für Rapid zu reisen ist dann doch immer das Allerbeste.

Groundhopping, große Fotostrecken von Graffiti und etwas zur Beziehung zu 1860 München gibt es weiters. Zu guter Letzt darf auch meine Person selbst in Form eines Interviews zu Wort kommen. Ein Jahrzehnt nach dem Interview bei den Tornados. Mich selbst will ich nicht in den Vordergrund stellen und präsentieren, sondern durch diesen Blog hier und meine Arbeit für den Fußball generell sprechen. Fanzines sind aber eine gute Plattform für die an Themen nachhaltig interessierte Zielgruppe abseits der großen Öffentlichkeit. Daher habe ich die Einladung der SAF gerne angenommen und freute mich, hier ein wenig über mich zu erzählen.


A5-Format / 4 € / nur szeneintern erhältlich

Freitag, 24. April 2026

Da Brunnenmiller, 118, 120, 127, 130, 131



Rezension

Da Brunnenmiller
Stadionheft der aktiven Fanszene
Ausgabe 118 (7. Spieltag: TSV 1860 München – TSG Hoffenheim II)
Ausgabe 120 (11. Spieltag: TSV 1860 München – MSV Duisburg)
Ausgabe 127 (25. Spieltag: TSV 1860 München – Hansa Rostock)
Ausgabe 130 (31. Spieltag: TSV 1860 München – Waldhof Mannheim)
Ausgabe 131 (33. Spieltag: TSV 1860 München – Jahn Regensburg)
Saison 2025/26 / 3. Liga
20 S. (118) / 36 S. (120) / 56 S. (127). / 28 S. (130) / 32 S. (131)



„Nächster Halt ... 3. Liga“ hieß es am Titelblatt der jüngsten Ausgabe des Stadionhefts der aktiven Fanszene des TSV 1860 München zum letzten Heimspiel gegen Jahn Regensburg. „Realistisch betrachtet ist der Aufstiegskampf für die Saison jetzt endgültig beendet.“ bilanzierte die Redaktion im Vorwort dieses Hefts die Tabellensituation nach der vorherigen Auswärtsniederlage bei Energie Cottbus. Mit zwei Unentschieden seither hat sich daran nichts geändert. Verbliebenes Saisonziel ist der Titelgewinn im in einem Monat anstehenden Finale im bayerischen Toto-Pokal bei den Würzburger Kickers, welcher die Qualifikation für den DFB-Pokal brächte. Wie es im Spielbericht zum gewonnenen Semifinale in Regensburg zum Abschluss heißt: „Nur noch 7 Spiele bis Europa!“

Hervorzuheben lehrreich sind hier die Gegnervorstellungen, in denen fundiert und faktenreich über Vereinsgeschichte und Stadiongeschichte der jeweiligen Gegenüber sowie über deren Fanszene und ihre Einschätzung informiert wird. Da liest man etwa starke 25 Seiten über Hansa Rostock (127) oder eine redliche Bewertung der Regensburger Freundschaften zu Stuttgarter Kickers und Blau-Weiß Linz („das ist schon nicht schlecht, wie gut die gelebt werden – von allen Seiten.“ ohne diesen Vereinen positiv gegenüberzustehen.
Die Hefte bieten sonst wie stets Spielberichte der vergangenen 1860-Spiele, Erklärungen zu gezeigten Spruchbändern (für Außenstehende immer aufschlussreich) und auch einen Blick zurück in die Geschichte. Historische Spielberichte liest man anlässlich der Begegnung mit der Zweitmannschaft der TSG Hoffenheim etwa vom Auswärtsspiel in der 2. Bundesliga 2007/08. Dieses fand damals auch noch im Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim selbst statt und am Weg vom Bahnhof dorthin wurden Leute im erstbesten Dönerlokal mit den Worten „Seid ihr die Verrückten, die mit den Löwen-Amateuren schon mal da waren und mir den ganzen Laden leergesoffen haben?“ begrüßt. Andere Rückblicke auf historische Begegnungen mit dem jeweiligen Gegner führen einen ins Jahr 1997 (1860-Duisburg in der Bundesliga), 1996 in Rostock („Für uns naiv-dümmlichen Wessis zu dieser Zeit ein echter Kulturschock. Die Löwenfans, die mit Klischees über unsere neuen Mitbürger aus Dunkeldeutschland nach Rostock reisten, kamen dafür aber voll auf ihre Kosten.“), nach 1991 (2. Bundesliga gegen Waldhof Mannheim) oder gar ins Jahr 1990 (Bayernliga bei Jahn Regensburg gegen 1860 im alten Jahnstadion).

Die dickste Ausgabe der hier behandelten fünf Hefte ist Nummer 127 mit 56 Seiten, was für ein Spieltagsheft beachtlich ist. Diverses an aktuellen Themen gibt es jeweils auch, seien es Blicke in andere Sportabteilungen von 1860, ein Pro und Contra zur erneuten Abhaltung Olympischer Spiele in München (120), ein Interview mit dem Portal sechzger.de oder Graffiti im Stadtviertel Giesing (130). Fanpolitische Kommentare und Texte gibt es zur „Machtgier der Bonzen“ (118), kollektiven Protest (127) oder Ultras in Deutschland (131). Bildungsarbeit gibt es mit Texten über Stefano Furlan oder mit einem Nachruf auf den verstorbenen Karsten Wettberg. Anlässlich der Wahlen in der Stadt München fragt man kandidierende Parteien mit einem Fragebogen zu ihren Positionen zum Stadionausbau ab. Schmunzeln kann man u.a. bei Stadionbezeichnungen wie Wellblecharena Wiesbaden oder den gut gezeichneten Comics im Heft. Praktischen Informationswert für die unmittelbare Zielgruppe hat die „Bierpreisrecherche für`s nächste Auswärtsspiel“ samt Angabe zu Marke, ausgeschenkte Menge und eben Preis.


A5 Format / erhältlich bei den Heimspielen des TSV 1860 München / ab einer Spende von 60 Cent

Mittwoch, 15. April 2026

Gardener #1 2025/26




Rezension


Gardener
#1 2025/26
60 S.









Nach acht Jahren erschien wieder ein Heft des Vienna-Fanzines Gardener. Die letzten Ausgaben des Fanzines erschienen 2015 und 2018. Jetzt gibt es in Döbling neue Leute und auch das Heft wurde von diesen erstellt.

In Spielberichten wird von den Vienna-Spielen im Herbst 2025 erzählt, vom ersten Pflichtspiel im ÖFB-Cup im steirischen Tillmitsch (was mich daran erinnert, dass ich dort nur am alten Sportplatz war und am Neubau noch gar nicht) bis zum vorletzten Meisterschaftsspiel auswärts in Bregenz. Dazu gibt es noch einen Text zur Leistungsbetrachtung der Kampfmannschaft. Die Saison begann man als Aufstiegsaspirant, fand sich aber schon bald abgeschlagen wieder. „Bereits am 8. Spieltag sind wir also nun auf der Jagd nach der goldenen Ananas.“ resumiert man nach einem Auswärtsspiel in Kapfenberg. Diese Trophäe der goldenen Ananas findet man auch am Titelblatt in Szene gesetzt.

Zu lesen ist in den Spielberichten vom Support, von Aktivitäten und Veränderungen im Fansektor wie Einführung einer Trommel oder Diskussionen um Fahneneinsatz und Sichtbehinderung, Häkel mit dem FAC sowie den vielen Möglichkeiten, wofür der neue Fetzen DKT stehen kann. „Nach dem Rückzug der Wanderers und Urban Group 2017 ist es recht dünn geworden, wenn es um Choreos oder ,aktives‘ Fanleben bei der Vienna geht. Als Reaktion haben sich ein paar Ältere zusammengetan, um dieses Loch zu schließen (...) Für was DKT dann am Ende des Tages tatsächlich steht, darf sich jeder für sich selbst ausmachen.“ Zum Spiel der Vienna gegen Austria Salzburg ist auch der online zu lesen gewesene Text von Ines über die beiden Vereine in ihrem Leben abgedruckt. Einen Blick in vergangene Zeiten bringt ein Interview mit Erich, der mit dem verstorbenen Michael Czeschka 1997 bis 2001 das Fanzine Old Firm Review herausgab und über jene Zeiten erzählt.


A5-Format / 5 € / Kontakt fvfc1894supporters @ outlook.at

Freitag, 10. April 2026

Clockwork Jewels, 8




Rezension


Clockwork Jewels
Ausgabe 8
04/2026
84 S.








Die achte Ausgabe des Fanzines der Jewels Sturm kam wie zum vorigen Heft versprochen schon nach einem Jahr, während es bis zur Ausgabe 7 ja fast zwei Jahrzehnte waren. Ultras liberi hält der Kater Karlo der Jewels am Titelblatt ins Bild und das Hauptthema des Hefts ist auch das aktuelle große Thema der Nordkurve Graz mit Polizeirepression neuer Qualität und mehreren gerichtlichen Verurteilungen zu Haftstrafen. „Zählt man die gesamten Verurteilungen der letzten anderthalb Jahre zusammen, so stehen wir aktuell bei 320 Monaten Haft, verteilt auf 15 Mitglieder unserer Szene, wovon ungefähr ein Drittel als unbedingt ausgesprochen wurde.“ Dabei bleibt es nicht, sondern es folgten auch Verfahren zum Führerscheinentzug aufgrund der Verurteilungen wegen Gewaltdelikten, Briefe an und Anrufe bei Arbeitgebern von Personen in Ermittlungsverfahren etc. Dazu gab es bei zahlreichen Kurven Solidaritäts-Spruchbänder, die im Heft dokumentiert werden. Zu lesen ist hier in einem reflektierten Text auch über Folgen medialer Narrative über Ultras.

Spielberichte erzählen von ausgewählten Spielen von Sturm Graz von Mai 2025 bis Februar 2026. Besonders wird dabei auf die Choreographien eingangen. Lesenswert ist auch die Geschichte der Norwegen-Reise zum Europacupspiel beim FK Bodø/Glimt, mit den teuersten je gekauften PVC-Rohren und Besichtigung landschaftlicher Schönheiten auf abenteuerlichen Autofahrten und Wanderungen bei Regen, Wind und Schnee im Hochsommer. Ein abschließender Essay beschäftigt sich mit den sportlichen Erfolgen der letzten Jahre und ihrer Auswirkung für das Fandasein.


A5-Format / erhältlich bei den Jewels Sturm

Freitag, 20. März 2026

Tornados Spezial, 54




Rezension


Tornados Spezial
Ausgabe 54
108 S.









„Dieses halbe Jahr hat uns nicht nur wesentlich älter gemacht, sondern auch Jahre näher an den Tod gebracht.“ leiten die Tornados im Vorwort ihr Heft mit dem Rückblick auf die Rapid-Herbstsaison 2025 zutreffend ein. Als Rapidfan altert man aufgrund der emotionalen Hochschaubahnen mit rasanten Abstürzen nach kurzen Höhenflügen generell schnell. Die Saison 2025/26 sticht dabei aber nocheinmal aus dem langjährigen Schnitt heraus.

Einer der zahlreichen Punkte dieses Alterungsprozesses war die in sieben Jahrzehnten Europacupgeschichte erstmalige Entscheidung einer Begegnung Rapids im Elfmeterschießen im Sommer bei Dundee United, wobei nach 2:0-Pausenrückstand das jähe frühe Ende der Europacupsaison auch schon davor nahe war. Unter dem Titel „Auf den Punkt gebracht“ beschäftigen sich die Tornados in ihrer stets lehrreichen Geschichtsbetrachtung diesmal mit den Elfmetern in der Rapid-Geschichte und versuchten dazu auch soweit möglich die Daten und Zahlen zusammenzutragen. Man lernt wieder einige Fakten der Rapid-Geschichte dazu.

„Oida. Puh.“ und ähnliche Gedanken kommen einen zu den aufsteigenden Grausbirnen beim Lesen der Spielberichte des Herbsts 2025. Da waren Tiefpunkte wie die Heimniederlage gegen den Tabellenletzten GAK dabei, die ich gern verdrängt gehabt hätte. Aber an die guten Momente wird man hier zumindest auch erinnert. Auch wenn der Europacupherbst katastrophal zu bilanzieren ist, konnte man immerhin doch wieder einmal mit der Rapid kreuz und quer durch Europa reisen. Ein Schmunzeln entlockte die Bildunterschrift „Statue eines fassungslosen Rapidfans im Herbst 2025“ zur abgebildeten Statue des Jan Kiepura in Sosnowiec, wo Rapid sich von Raków Częstochowa an die Wand spielen ließ.

Im Text über das Freundschaftsspiel von VeneziaMestre in Hütteldorf gehen die Tornados auch auf die besondere Situation aufgrund ihrer Freundschaft zu deren Rivalen Parma und den Umgang damit ein. Im großen Interview gibt es diesmal ein Gespräch mit Chris und Moriz, die mit den Lords die Fanszene Rapids lange mitgeprägt haben und heute in anderer Rolle in von den Vereinsmitgliedern gewählten ehrenamtlichen Funktionen des SK Rapid tätig sind. Sie reflektieren Vergangenheit und Gegenwart. Weiters liest man im Heft wieder von Veranstaltungen und von Besuchen bei Ferencváros und Parma sowie Nürnberg. Im Rezensionsteil fällt den Tornados im Film der Union '99 Ultrà Salzburg eine Vorliebe für Ottakringer Bier aus Wien auf. Ein Reisebericht entführt einen gedanklich in Text und Bild nach Kolumbien.


A4-Format / 5 € / erhältlich bei den TR bei Rapid-Spielen oder über den deutschen Fachhandel blickfang-ultra.de und nofb-shop.de.

Dienstag, 10. März 2026

Nonstop 1




Rezension


Nonstop
Fanzine von Red Fanatic München
Ausgabe 1
Saison 2024/25
300 S.







Ein neues Fanzine brachten die 2008 gegründeten Red Fanatic München 2025 heraus. Als „lang gehegter Traum, oft verworfen und jetzt endlich vor euch liegend“ beschreibt die Redaktion im Vorwort die Herausgabe eines eigenen Hefts der Gruppe. Dies Motivation dafür ist gut: „In Zeiten, in denen Fußball und der Stadionbesuch völlig zum Event verkommen sind, in denen in Social Media x-tausende Seiten existieren, die alles und jedes ins Internet pressen, in denen Influencer ihre ,Karriere‘ über Berichte über die Kurven aufbauen, schlicht in denen auch das Geschehen in den Kurven konsumierbar wird. In diesen Zeiten bildet dieses Heft – und andere Hefte auch – einen Gegenpol.“ Erklärt wird anfangs auch der Heftname. Er begründet sich im Leitspruch der Gruppe „No one can stop us.“

Inhalt des Hefts ist vor allem ein Rücklick auf die Saison 2024/25 des FC Bayern München, die für die Gruppe einen neuen Standort und das erstmalige Stellen eines Vorsängers brachte. Nach einem einleitenden Saisonfazit liest man einzelne Spielberichte. 153 Seiten widmen sich dabei Bayern-Spielbesuchen und weitere ausführliche Seiten Besuchen bei den „Freunden und Kontakten“ VfL Bochum (27 Seiten), FC Carl Zeiss Jena (21 Seiten) und Bologna FC (13 Seiten). „Die Kontakte unserer Gruppe nach Bologna zu den Forever Ultras/Ultras Rosso Blu (URB) bestehen nun bereits seit ungefähr acht Jahren und nahmen ihren Anfang in Bochum.“ liest man über letztere u.a.

Über Bochum handelt auch ein Interview mit den Ultras Bochum, in dem über die vergangene Saison, die Kurvenentwicklung und die Freundschaft gesprochen wird. Weiters liest man im Heft über die 15-Jahres-Feierlichkeiten und es gibt Bilderstrecken zu Pickerl und Graffiti. Ein Abschnitt mit recht persönlichen Gedanken und Zugängen von Gruppenmitgliedern zu verschiedenen Themen schließt das Heft ab.


A5 / 10 € / erhältlich bei Red Fanatic München

Freitag, 27. Februar 2026

Gegen den Strom, 18




Rezension


Gegen den Strom
Ultrazine der Schickeria München
18/25-26
252 S.








Nachdem vier Jahre zwischen Nummer 16 und Nummer 17 gelegen waren, erschien die Nummer 18 des Fanzines der Schickeria München im November 2025 und so schon ein halbes Jahr nach der vorherigen Ausgabe. Die neue Redaktion hielt damit das Versprechen eines erhöhten Tempos ein.

Einen großen Brocken im Heft nehmen mit 147 Seiten die Spielberichte aus der Saison 2023/24 ein. Eine für Bayern München ungewöhnliche Saison, da sie weder Triple noch Double sondern am Ende gar keinen Titel gewannen. Die Spielberichte werden von zahlreichen Fotos illustriert und dazu werden jeweils die in jener Zeit veröffentliche Stellungnahmen zu verschiedenen Themen abgedruckt. Hie und da gibt es auch unter dem Titel „Andere über uns“ Auszüge aus Fanzines der Gegner über den eigenen Auftritt. Zum Europacupspiel des FC Bayern gegen den FC København druckt man hier des weiteren übersetzte Ausschnitte aus einem Bericht eines geschätzten Kollegen von der Seite sportpeople.net ab. In die Saison fällt auch das erstmalige Aufhängen des großen Südkurve München 1972 am Mittelrang samt vorheriger Einweihung in der Südkurve im Olympiastadion, worüber auch zu lesen ist. Öfters ist bei Heimspielen der Marsch vom Südkurvenplatz zum Stadion abgebildet, was den Stellenwert anzeigt, den der Treffpunkt entwickelt hat.

Als historisch Interessierter und Groundhopper sind mir die Red Munichs 89 ein Begriff. Mit einem 59 Seiten (!) langen ausführlichen Interview werden sie hier gewürdigt, erzählen von sich, aus der Entwicklung der Fanszene des FC Bayern, über Reisen in den 1990er und 2000er Jahren sowie ihren Haltungen zu kontroversen Themen wie Unterstützung der Nationalmannschaft, Reise zur WM in Katar etc. Die Frage der Politik wird auch angeschnitten, aber nicht erschöpfend behandelt. Während anderswo Europacupreisen Sehnsüchte wecken, sprechen sie davon, dass diese keine Freude mehr machten. „Die Abwertung des Europacup-Auswärtsfahrens hat zwei Gründe. Erstens, dass jeder Trottel hinfährt. Jeder Bayernfan fährt heutzutage nach Barcelona. Wenn wir da in zehn Jahren nacheinander zehn Mal spielen, sind jedes Jahr 4.500 Bayernfans und jedes Jahr 3.000 andere, die noch nie vorher da waren. Die andere Abwertung ist die Champions League an sich, weil diese ja mittlerweile fast noch mehr eine Zweiklassengesellschaft ist als die Bundesliga.“

Weiters gibt es u.a. über rechtsextremen Terrorismus in München oder A guardia di una fede im Heft zu lesen. Den Abschluss bildet wieder eine viele Seiten lange Graffiti-Bilderstrecke.


A4 / 10 € / erhältlich bei der Schickeria München

Samstag, 7. Februar 2026

45° Kurvenheft, 51/52/53





Rezension

45°
Kurvenheft
Tripleausgabe 51/52/53
Mai 2025
3x 96 S.







Erneut eine Dreifachausgabe des 45°, über deutsche Kurven von Juli bis Dezember 2024, erschien im Frühjahr letzten Jahres. Die Masse an Bildern und Aktionen ist schon beeindruckend, wenn man Deutschland im großen und ganzen nicht verfolgt. Aus der Fülle an Berichten nach der Lektüre einzelne herauszugreifen, ist schwierig. In Summe wird ein breites Panorama vor allem aus 2. Bundesliga und 3. Liga vermittelt.
Zeitlich erscheint ein Fanzine natürlich im Nachhinein und bis ich zum Lesen komme vergeht auch etwas Zeit, sodass ich dem Geschehen vorsichtig formuliert etwas hinterherhinke. Aber hier kompakt und vor allem nicht allein mit Bildern sondern mit den so wichtigen Hintergrundinformationen dazu einen Informationsstand auf sehr gutem Niveau (wenn auch zeitlich versetzt) zu bekommen, erfreut mich dann doch jedesmal. Von manch einem Spiel hatte ich Bilder gesehen, aber nur damit weiß man dann ja eigentlich auch nichts und erwirbt Wissen erst durch das Lesen von Texten mit Hintergrundinformationen dazu. Damit kommt man weiter und dafür lese ich Fanzines wie dieses.



A5-Format / 10 € / erhältlich über 45grad-heft.de

Freitag, 9. Januar 2026

Fuori di testa, 3




Rezension


Fuori di testa
#3
Nov. 25
68 S.








Schon bald nach Numero 2 erschien im November 2025 auch schon das dritte Heft des Fanzines Fuori di testa der Grazer Sturmflut. Man liest Spielberichte aus dem Frühjahr 2025 am Weg zum erneuten Meistertitel, wobei es nicht nur klassische Berichte sondern wiederum auch einen speziellen literarischen Text als kleinen Roman gibt. Die harte Repression gegen die Nordkurve Graz mit Polizeiermittlungen und Gerichtsverfahren seit Herbst 2024 ist Thema und wird mit einem grundsätzlichen Text mit Blick auf den Nachgang des Cup-Derbys 2023 behandelt. Es gibt weiters im Heft einen Ausflug nach Vallecas und aus der Kreativabteilung findet sich je ein Spiel zur Saison 2024/25 und 2025/26 für Freundinnen und Freunde des Trinkens und des Bingo.
„Wie immer gilt: Heftl ist für GSF & Friends aus der Nord gedacht. Weitergabe an außenstehende Freunde der Fanzine-Kultur nur mit Bedacht.“ ist die im Vorwort ausgegebene Devise des nicht offen erhältlichen Zines.


A5-Format / erhältlich bei der Grazer Sturmflut

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Erlebnis Fußball, 94




Rezension

Erlebnis Fußball
Ausgabe 94
02/2025
196 S.









Die aufsehenerregendste Artikel in dieser im Mai 2025 erschienenen Ausgabe ist sicher die in Kooperation von EF und ballesterer entstandene investigative Reportage von Moritz Gross auf den Spuren der Schalmafia im Kosovo und in Nordmazedonien, die mit nachgemachten Ultras-Schals diverser Gruppen und Szenen zu deren Schaden Geschäft macht. Indonesien-Experte Andrin Brändle erzählt im Heft wiederum über jenes ferne Land und die Kölner Coloniacs über das Freundschaftsjubiläum mit den Ultimi Rimasti Lebowski. Dazu gibt es einen Einblick in die Situation in Serbien zum Umgang der Fankurven mit der landesweiten Protestbewegung auf den Straßen gegen die Regierung. Nach einem Reisebericht aus Marokko in der vorherigen Ausgabe gibt es hier solche aus Algerien. Spannend, da mir da alles neu ist. Aber offenkundig gibt es dort zahlreiche Schwierigkeiten bei einer Fußballreise. Aus Marokko kann man aber auch in diesem Heft wieder lesen, genauer aus Tanger.

Weiters gibt es Texte der Kurven der deutschen Europacupteilnehmer über ihre Spiele im Herbst 2024, wobei die unterschiedlichen Erwartungshaltungen und Ausgangslagen deutlich hervortreten. Der Bericht von Borussia Dortmund über ihr Spiel gegen Sturm Graz und jenes gegen Bologna ist ergänzt durch jeweils einen Text von der Nordkurve Graz und den bei den Forever Ultras Bologna als Freunde teilnehmenden Ultras Bochum sowie jener des VfB Stuttgart über ihr Spiel gegen die Young Boys mit einem Text der Ostkurve Bern. So etwas ist immer eine gute Sache, da es unterschiedliche Perspektiven bringt.

Der offene Brief von Claudio „Bocia“ Galimberti gegen das Unrecht an ihm ist übersetzt abgedruckt. In der beliebten Italien-Reiseberichtsrubrik gibt auch wieder einiges zu schmökern und bei der Betrachtung des Fotos des Spielberichtsautors beim Mithelfen der Beseitigung der Wassermassen am Spielfeld in Catanzaro auch zu schmunzeln.


A5 Format / 5,95 € / Kontakt erlebnis-fussball.de

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Erlebnis Fußball, 92/93



Rezension

Erlebnis Fußball
Ausgabe 92/93
01/2025
127 S. + 193 S.



Die Zeit für das Lesen der vor einem Jahr erschienenen, 320 Seiten starken Doppelausgabe des Erlebnis Fußball musste man sich nehmen. Vorteil an Fanzines: Es geht nicht um hektische Tagesaktualität, sondern um Wissen und Verstehen.

Nach dem 96 Seiten umfassenden ersten Teil des Interviews mit den Erfordia Ultras des FC Rot-Weiß Erfurt in Ausgabe 90 folgt hier in Ausgabe 92 auf 85 Seiten der zweite Teil. Spannend für mich insbesondere, da ich kürzlich erstmals Rot-Weiß Erfurt gesehen habe und damit selbsterlebte Eindrücke mit dem Gelesenen verbinden konnte. Da war im Interview wieder sehr viel drin, was ich nicht wusste oder mir in der Art und Weise nicht bewusst war. Solches in Ruhe in einem Fanzine nachlesen zu können, ist eine starke Qualität dieses Mediums. Interessant waren diesbezüglich die spannenden Passagen über einen interne Konflikt und vor allem auch der Umgang und der Stellenwert der verschiedenen Freundschaften. Wie diese hier jeweils unterschiedlich bewertet werden, ist einer jener Punkte, die mir hier neu waren. Daneben lernt man auch noch neue Wörter, die ich mein (langes) Lebtag lang noch nicht gelesen oder gehört habe: „Die Erfurter sind bekannt für's Meckern und Nölen.“ Da mir hier das gute Österreichische Wörterbuch wohlweislich für „nölen“ auch nicht weitergeholfen hätte, habe ich den Duden zu Raten gezogen und dieser erklärt: „1. etwas (ärgerlicherweise) nur sehr langsam tun; (herum)trödeln 2. nörgeln, mit weinerlicher Stimme klagen“ und fügt hinzu „besonders norddeutsch umgangssprachlich abwertend“.
Weiters gibt es in Ausgabe 92 u.a. über Reutlingen und Südamerika zu lesen. Ebenfalls jeweils terra incognita für mich.

Auf bekanntes Terrain führt dagegen Ausgabe 93 zu Beginn, in der es um Cavese geht und am Ende des Hefts die bekannte Serie an Italien-Spielberichten steht. Dazwischen gibt es drei große Pflöcke: Ein Reisebericht aus einem mehrwöchigen Aufenthalt in Marokko. Vieles spannend, praktisch alles darin Beschriebene kenne ich nicht. Ich entnehme daraus erneut: Einfach scheint das nicht zu sein, wenn man dort auch wirklich etwas sehen will. Das ist eher abschreckend. Aus einer mir fernen Region berichtet ein Interview mit Alianza Lima aus Peru in Südamerika. Ein stattlicher Teil behandelt verschiedene interessante Cupfinalspiele 2024 in Europa. Solch große Cupfinal-Spiele anderswo habe ich tatsächlich eigentlich nur zweimal (einmal Polen und einmal Schweiz, beides vor fast einem Jahrzehnt) besucht und in meiner Reisetätigkeit gar nicht am Schirm. Wenn man die Bilder hier sieht und die Berichte liest, könnte ich das vielleicht überdenken. Anregende Lektüre im Wortsinn.


A5 Format / 9,95 € / Kontakt erlebnis-fussball.de

Mittwoch, 26. November 2025

Wir sind schon auf dem Brenner, 5





Rezension

Wir sind schon auf dem Brenner
Ausgabe 5
Juli 2025
244 S.









Ganz und gar um Italien geht es in diesem Fanzine aus den Reihen der Schickeria München wieder. Ein dickes Hoppingheft, eng beschrieben mit viel Text, der von nichts anderem als Reisen nach Italien und Spielbesuchen in Italien erzählt. Wer diesem kleinen Blog hier folgt, wird meine eigene Leidenschaft für Italien-Reisen schon bemerkt haben. Daher ist das ein Fanzine, das ich aufmerksam studiere, da es eine geballte Menge an wertvollen Erfahrungswerten und Informationen bereitstellt. Darüber hinaus sind die Erzählungen gut und schön zu lesen. Die aufmerksamen Beobachter notieren Details und zeigen gute Fotos dazu.

Eine geballte Ladung an zahlreichen Spielberichten führt einen hier in das Italien der Jahre 2023 und 2024. Durch die verschiedenen Autoren, die teils gemeinsam als Gruppe und teils selbständig reisen, kommt hier eine ordentliche Menge an Spielbesuchen zusammen. Dabei gibt es mit Europacupspielen italienischer Vereine auch erstmals von Spielen mit nicht-italienischer Beteiligung zu lesen. Rauf und runter bunt gemischt durch die Städte und Ligen liest man sich von Bericht zu Bericht. Anlässlich der Schilderung einer Fahrt nach Sardinien fiel mir auf, wie selten die beiden großen Inseln hierbei vorkommen. Das gilt ja für mich selbst hauptsächlich aus reisepraktischen Gründen auch: Von den aktuell 235 Spielen in 211 Grounds, die ich in Italien gesehen habe, waren nur acht auf Sizilien (sieben Grounds) und nur fünf auf Sardinien. Im Unterschied zu Autoren im Heft, die sich das Ziel von zumindest zwölf Spielen pro Jahr in Italien setzen (hätte ich in den letzten Jahren nur 2020 und 2021 nicht erfüllt), setze ich mir bewusst keinerlei Ziele. Wenn ich das tun wollen würde (Konjunktiv II !), wären mehr Spiele auf den Inseln ein Punkt.

Nachdem ich mich in der Rezension der vorigen Ausgabe 4 noch gefragt hatte, ob es aufgrund der zwischenzeitlichen Entwicklung neben der Rubrik Samb e Monaco über Sambenedettese künftig einen eigenen Block über Empoli geben wird, gibt es diesen hier natürlich auch: Empoli e Monaco.

Auch diesmal kommt im Heft wieder das ein und andere Spiel vor, bei dem ich auch zugegen war. Dass aus dem kurzen Gespräch im Oktober 2023 bei einem typischen Sonntagvormittagsspiel aber solch lobende Worte hier folgen, hat mich bei der Lektüre doch arg geflasht und auch sehr erfreut: „Brucki aus der Fanszene von Rapid Wien drehte gerade seine Fotorunde. Ich muss wahrscheinlich nicht sagen, dass meine Sympathien für den SK Rapid gen 0 tendieren, aber genauso steht es außer Frage, dass Brucki nicht nur zusätzlich zu allen Spielen seiner Mannschaft noch eine krasse Anzahl interessanter Spiele sieht, sondern auch einen richtig informativen Blog betreibt, der gerade für italieninteressierte Leser gute Berichte, auch mal mit tiefergehenden Hintergründen bereithält. Für heute sollten sich die Wege nicht mehr kreuzen, für ihn ging es weiter nach Matera, während wir das Spitzenspiel der Serie D Girone H besuchten.“ Ich kann das Lob genauso gespiegelt zurückgeben. Bei vice versa auch wenig überraschend nicht vorhandener Sympathie für den FC Bayern München, erkenne ich gute Arbeit an. Dieses Heft wird von Leuten geschrieben, die wissen was sie tun, das gut machen und mit ihrem Fanzine einen Mehrwert für andere schaffen.


A5 / 6 € / erhältlich in der Südkurve München

Samstag, 22. November 2025

Am Wörthersee geboren ... 2




Rezension


Am Wörthersee geboren ...
Das Kurvenheft des Fandachverbands Wir.Austrianer
Ausgabe 2 / November 2025
28 S.







„Mitgliederverein jetzt!“ ist die bei jedem Spiel gezeigte Forderung und gleich mehrmals am Titelblatt zu sehen. Das macht das wichtigste Thema derzeit bei der Austria Klagenfurt deutlich. In der Rubrik „Gedankenritschert“ beschäftigt man sich in einem Artikel mit der Problematik um den gegenwärtigen Investor, eine schon sich ankündigende nächste Investorengruppe und der gewünschten Einführung eines Mitgliedervereins. Lesen heißt lernen. Hier musste ich den Begriff „Ritschert“ googlen und lernte aus der Wikipedia: „Das Ritschert ist ein in den alpinen Gebieten Sloweniens und Österreichs, auch Bayerns verbreiteter Eintopf. Ein Synonym ist in Kärnten Gerstbrein, aus dem sich auch das im Slowenischen ebenfalls gebräuchliche ješprenj entwickelt hat. Ritschert ist aus dem slowenischen ričet eingedeutscht. Ričet heißt Gerstengraupe bzw. auch eines der dortigen Nationalgerichte, ein Gersteneintopf. “ Fanzine-Lesen bildet.

Die zweite Ausgabe des Hefts ist mit 28 Seiten gleich mehr als dreimal so seitenstark wie die Premierenausgabe. Die von Anfang August bis Anfang November reichenden Spielberichte beginnen mit dem Spiel der Austria Klagenfurt bei Austria Salzburg und Erinnerungen des Autors an einen Salzburger Auswärtsauftritt im alten Wörtherseestadion als einer seiner ersten Fan-Erinnerungen zu Beginn der 2000er Jahre bevor er sich dem aktuellen Spiel zuwendet, über die Choreographie der Barrakudas und den Mitgliederverein Austria Salzburg in Kontrast zum eigenen Verein schreibt. Wie auch andere kleinere Fanszenen begleitet sie bei anderen Auswärtsspielen das Problem, das Gästesektoren für sie nicht aufgesperrt werden, wie weiteren Berichten zu entnehmen ist. Bemerkenswert, dass Ex-Trainer Peter Pacult bei ihren Auswärtsspielen in Floridsdorf gegen Stripfing und seinen Heimatverein FAC bei ihnen stand. Für den geschichtsinteressierten Leser war interessant, dass ihr Gastspiel bei der Vienna das erste Match auf der Hohen Warte seit dem Jahr 2000 im Rahmen des damaligen Konstrukts FC Kärnten (einer Fusion der alten Austria Klagenfurt mit dem Villacher SV) ebenfalls in der zweiten Liga bzw. das erste Gastspiel als Austria Klagenfurt seit dem Jahr 1988 (damals noch Bundesliga) war. Dass die S. Pöltner Szene den 10:30-Uhr-Termin im Wörthersee-Stadion als Protest gegen die Uhrzeit boykottierte, kommentierte man hier kritisch: „Womöglich gibt es auch bessere Ideen, dem Protest in Form von Präsenz Ausdruck zu verleihen, als einfach nicht hinzu fahren.“ Selbst spielte man später einmal zu diesem Termin zur Matinée an einem Sonntag bei der Austria Lustenau, was Abfahrt um 2:30 Uhr bedeutete „und im Grunde ist es ja auch egal, wann im Ländle gespielt wird – die Zeit muss man sich ja eh nehmen.“

Weitere Themen sind das große Wörthersee-Stadion und seine Problematiken, Vereinsgeschichte und das zum siebten Mal von Fangruppen mit Vereinslegenden durchgeführte Totengedenken am Annabichler Friedhof.


A5-Format / erhältlich vor Spielen am Freddy-Hohenberger-Platz und dann im Stadion

Mittwoch, 12. November 2025

Die Stimme der Kurve, 48



Rezension


Die Stimme der Kurve
Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord
Ausgabe 48, November 2025
32 S.









„Unseren Blick vermehrt auf die Vereinsthemen zu richten und unsere Rolle als kontrollierende Opposition verstärkt einzunehmen“ nimmt sich die Tivoli Nord vor und veröffentlicht im Heft einen Kommentar der Rubrik LauT Nachgedacht (man erkennt unschwer das TN für Tivoli Nord darin) zur Vereinsentwicklung, um als Verein auch für den Fall der „theoretischen Auflösung der Partnerschaft“ mit dem Investor gewappnet zu sein.

Das große Spiel der letzten Monate war in Innsbruck die ÖFB-Cup-Begegnung von Wacker Innsbruck und Rapid. Auf sie wird hier auch noch mal in zwei Seiten geblickt. „Schön, dass unser respektvoller Hass auch nach einigen Jahren Abstinenz immer noch auf Gegenseitigkeit beruht.“ bedankt man sich für ein Innsbruck gewidmetes Stück Stoff der Ultras Rapid und bilanziert, was aus ihrer Sicht an jenem Tag gut und nicht so gut gelaufen war.

Weiters gibt es Berichte von einigen Regionalligaspielen von Wacker Innsbruck von August bis Oktober, die in dieser Saison auch erstmals wieder über die Tiroler Landesgrenzen hinaus nach Salzburg und Vorarlberg führten. Grundsätzliches äußert man zur Unsitte des Handygebrauchs von jung und alt, wobei man direkt auch die eigene Szene und nicht nur „Normalos“ anspricht und quasi als kategorischen Imperativ die Leitlinie aufstellt „verhaltet euch selbst nicht wie die Volltrottel“.

Thema des Erscheinungstags zum Spiel FC Wacker Innsbruck gegen TSV St. Johann war die Jubiläumschoreographie von wacker unser., von denen das Heft daher auch einen Text zu ihrem 15-jährigen Jubiläum im Heft enhtält, in dem sie Einblick in ihr Selbstverständnis geben.

Erzält wird noch von einem Spielbesuch mit Ternana in Livorno, dem Besuch des Gedenkturniers für SPAKA & BIOFA in Bergamo sowie einem Spielbesuch beim FK Sarajevo und einem solchen bei Botafogo in Rio de Janeiro, wobei es in letzterem Text vor allem darum geht, nicht „in dieser arroganten, bewertenden Art“ groundhopper-stereotypisch zu agieren und sich auf Genuss zu konzentrieren.


A5 / gegen Spende / erhältlich bei der Tivoli Nord

Mittwoch, 5. November 2025

Athleticker 10



Rezension


Athleticker
So tickt die Kurve
Ausgabe 10 – Herbst 2025
204 S.









„Eine Never Ending Story von Kritik, Protesten und Boykotten“ nennt der Artikel über den LASK und seine Fans deren Verhältnis in den letzten Jahrzehnten. Das Fanzine der Landstrassler kommt in seiner zehnten regulären Ausgabe (zwei Sonderausgaben erschienen dazwischen auch) nicht ohne die Beschreibung von Problemen aus. Vereinspolitisch analysiert man, dass „durch das Nichtvorhandensein eines Mitgliedersystems beim LASK das Problem“ entstand, „dass viele Fans, die sich nicht der aktiven Fanszene zurechnen oder mit ihr sympathisieren, keinen Anreiz haben, sich kritisch mit Vereinspolitik auseinanderzusetzen, da sie keinen direkten Einfluss darauf haben und sich damit auch abgefunden haben.“

Zum 30-jährigen Jubiläum der Viking Linz enthält das Heft nicht ein erneutes Interview wie zu ihrem Vierteljahrhundert in der Spezialausgabe von Februar 2021 sondern ein in andere Textform gegossenes Gespräch mit u.a. Informationen zum Trommeln-„Taktgefühl“ und einer Einteilung von Fans mit einer „Zitronen-Theorie“, deren Lektüre einen etwas unschlüssig zurücklässt.

In einem summarischen Rückblick geht es um die LASK-Spiele im Frühjahr, wobei die Saison 2024/25 als „eine Saison zum vergessen“ bewertet wird. Witzig ist das Foto eines am Auswärtssektor vorgefundenen zurückgelassenen Gürtels als Überbleibsel der Hartberger Ereignisse im Rapid-Gastspiel zuvor. Ästhetische Bilder in 1990er-Jahre-Optik gibt es wieder in der „analog unterwegs“-Foto-Serie sowie Erinnerungen aus der Vergangenheit an ein Spiel bei Vorwärts Steyr 2013 oder an die Reise nach Lillestrøm 2018. Diese erste europäische Auswärtsfahrt in zwei Jahrzehnten wird aus verschiedener Perspektive und Reisevariante teils sehr amüsant geschildert. Durchaus bemerkenswert sind im Heft die offenen Worte eines Ex-Nachwuchstrainers in einem kritischen Interview über Zustände im Verein.

Ein wichtiges Thema behandelt der Artikel „Warum sollten wir mehr lesen?“, wobei nicht nur der größere Informationsgewinn durch Lesen von Fanzines gegenüber Online-Scrollen unterstrichen wird, sondern auch die mentalen Vorteile von Lesen generell. Ein weiterer Grundsatzartikel enthält einige zutreffende Feststellungen unter dem programmatischen Titel „Ultrà – mehr als nur Social Media und weiße Schuhe“.


A5 / gegen Spende / erhältlich bei den Landstrasslern

Dienstag, 28. Oktober 2025

Block West Echo, 46




Rezension


Block West Echo
#46
Saison 2024/25
276 S.








Nachteil an dicken Heften ist, dass man sie nicht schnell fertiggelesen hat. Vorteil, dass man viel zu lesen hat. Ich lese sehr gern. Das Block West Echo der Ultras Rapid hat zum wiederholten Mal einen Stärke, die nicht in Inhalt und Optik, aber doch im Umfang an seinerzeitige Skripten im Studium vor dem einen oder anderen Jahrzehnt erinnert. Es aufmerksam zu studieren ist auch hier ein Gebot.

„Die Sonne scheint nun mal nicht 365 Tage im Jahr.“ heißt es im Vorwort zur Rapid-Saison 2024/25. Tatsächlich bot sie an emotionalen Spitzen und echten Tiefschlägen schon wieder einmal eine beachtliche Bandbreite. Nach starkem Beginn in der Meisterschaft am Ende gerade noch im letzten Moment im Nachsitzen „Mindestziel erreicht, ein blamables Ausscheiden im Cup und eine lange Reise durch Europa“. In den erkennbar zeitnah mit den Emotionen jener Momente geschriebenen Spielberichten zu den Rapid-Spielen findet sich dieses Auf und Ab auf über hundert Seiten und lässt einiges an Erinnerungen hochkommen.

Der Venedigteil hat mir diesmal sehr gut gefallen. Lernen kann man hier auch etwas über Geschichte und Bedeutung des Markuslöwen und seiner Varianten. Da sich 2025 die Freundschaft mit VeneziaMestre zum 25. Mal jährte, gibt es auf 35 Seiten nicht nur erfreulich viele Berichte von Spielbesuchen mit Schilderung von Erlebnissen und Eindrücken sondern auch Bezug zum Jubiläum im Jänner. Der Vergleich der Eindrücke in Neapel 2003 und 2024 ist interessant: 2003 waren beim Venedig-Gastspiel nur 12.923 Leute im Stadion mit vollen Kurven und leeren Längsseiten, doch die Stimmung beim Hineinkommen in den Gästesektor beängstigend. 2024 war das Stadion mit 51.199 Leuten voll, doch Curva A und Curva B enttäuschten. In den Besuchen in Venedig selbst kommt in den Texten auch das Genießen der Stadt nie zu kurz. Zum Spiel gegen Inter am 12.1.2025 gab es einen Besuch in besonderer Konstellation durch fünf Ultras, die bei der Gründung der Freundschaft im Jahr 2000 federführend gewesen waren mit einem speziell angefertigten Besuchsfetzen. Bei einem anderen Spiel waren vier Junge erstmals in Venedig und resumierten: „Die italienische Ultras-Kultur und Mentalität kennenzulernen, ist ein bedeutender Bestandteil einer jeden Ultraskarriere.“

Auf 13 Seiten PAO wird u.a. auf schwierige interne Situation in Gate 13 verwiesen wird und ein interessantes Interview mit einem speziellen Protagonisten geboten. Auf 25 Seiten 1. FC Nürnberg geht es mit dem FCN auf die Reise durch die zweite deutsche Bundesliga, man nahm am Begräbnis eines langjährlichen aktiven Mitglieds der UN und ehemaligen Vorsängers teil und auch an der Filmpremiere von Aura einer Legende - 125 Jahre Erster Fußball-Club Nürnberg. Am großen 125-Jahre-Festtag spielte Rapid am selben Tag. Dafür berichten die UN selbst davon. Auch Ferencváros und Sampdoria haben wieder Platz, sodass der Teil im Heft zu Freundschaften und freundschaftlichen Kontakten zusammen 113 Seiten umfasst. Dies spiegelt den großen Stellenwert des Themas für die Gruppe wohl stark wider.

Über Italien kann man nicht genug Wissen aufgesogen haben. Eine sehr gute Gelegenheit dafür war die von den UR organisierte Filmvorstellung von A guardia di una fede. „UR ist dafür bekannt, Dinge nicht normal machen zu können, daher musste auch hier das Rahmenprogramm stimmen. Einfach ins Kino zu gehen, war zu wenig.“ Eine eigens gestaltete Sonderausstellung beeindruckte an diesem Tag, es gab Grußbotschaften und als Highlight ein Video mit Worten an das Rapid-Publikum Claudio selbst. Das war beachtlich. Im Nachgang gab es dann auch noch einen Besuch bei ihm in Italien selbst mit einem Wiener Geschenkpaket, wie das Heft berichtet.
Weiters gibt es im Heft Berichte zu diversen Festivitäten und Veranstaltungen. Einen Blick über den europäischen Tellerrand bietet ein Interview mit einem aktiven Mitglied der Green Boys von Raja Casablanca zu den dortigen Verhältnissen in einem herausfordenden Umfeld.

Lesen und lernen aus selbstgewähltem und daher freudebringendem Lernstoff bringt einen im Leben weiter.


A4 / 10 € / ultrasrapid.at.

Dienstag, 21. Oktober 2025

Unterwegs 26



Rezension


Unterwegs
Das etwas andere Fanzine aus Österreich
Nr. 26, Oktober 2025
96 S.









Schon das Titelblatt des Hefts lässt gleich Vorfreude auf Italien-Berichte aufkommen und man wird dabei hier nicht enttäuscht. Ascoli, Bari, Lecce, Manfredonia, Florenz, Latina, Rom und Giulianova sind die Stationen von Spielbesuchen 2024/25. Wie immer erzählt Josef Gruber hier nicht nur vom Gesehenen sondern bietet eine Reihe zusätzlicher Informationen, die den Wert des Fanzines ausmachen. Mit den Ultras 1924 von Giualianova führte er ein absolut rares Interview. Bei den Spielen Manfredonia gegen Martina und Giulianova gegen Barletta war ich auch anwesend und habe die Ehre, in einem der Spielberichte im Heft hier direkt zitiert zu werden und im anderen indirekt vorzukommen.

Diese beiden genannten Matches in Italien waren richtige Highlights, Höhepunkt im Heft ist aber das Römer Derby. Hier gibt es nicht nur den Bericht in Text und Bild sondern auch eine Hintergrunderklärung zur damaligen Lazio-Choreographie und als Besonderheit Auflistung, Übersetzung und Erklärung zu den bei diesem Derby üblichen dutzenden Spruchbändern. „Der Zeitaufwand, den alle Beteiligten damit hatten, war wirklich enorm. Da gingen etliche Stunden und Tage drauf. Teilweise mussten erst Zusammenhänge erfragt und erklärt werden, was halt auch nicht immer möglich ist.“ Josef Gruber zählte und dokumentierte 35 Stück bei der Roma und 19 bei Lazio. Er schätzt aber selbst, dass dies nur 90% der Gesamtmenge ist, weil eine 100%-Quote beim Fotografieren aufgrund der Vielzahl nicht zu schaffen ist. 54 Spruchbänder in 90 Minuten! „Absolut beeindruckende Zahlen, was die Wichtigkeit dieser Tradition ganz dick unterstreicht.“

Neben den bekannten Rurbiken gibt es diesmal auch einiges in der Reihe Anno dazumal aus den 1990er Jahren. Fotos und Erzählungen zeigen deutlich, wie sehr sich die Welt seither verändert hat.


A5 Format / 5 € / Kontakt facebook.com/UnterwegsFanzineSeit1996 gruberjosef.jg @ gmail.com