Bundesliga, Europacup-Play-off, Finale, Hinspiel, 22.5.2026
Stadion Ried, 4.638
Nicht überraschend verlor Rapid das Playoff-Hinspiel beim Aufsteiger und Sieger des Unteren Play-offs SV Ried. Man begann eh engagiert, geriet aber schon nach einer Viertelstunde in Rückstand. Zur Rapid-Viertelstunde traf zwar Amane (!) zum Ausgleich, der erneute 2:1-Rückstand folgte aber sogleich. Rapid hatte hier
in der Meisterschaft im Herbst nach vorheriger Niederlagenserie überraschend gewonnen und
im Cup zu Jahresbeginn niederschmetternd verloren. Während die Rieder eine gute Saison spielten, verlief sie für Rapid zum wieder einmal katastrophal. Ein ganzes Jahr lang konnte keiner der Trainer aus der Ansammlung von Spielern eine als solche agierende Fußballmannschaft bilden. Es braucht ein Wunder im Rückspiel. Vorige Saison gab es das, aber Wunder haben keine Regelmäßigkeit.
Neben mit Kamera ausgestatteten Polizisten auf der Tribüne neben dem Auswärtssektor prangt über dem Auswärtssektor eine weitere Kamera, die wohl selbst Karies und Augenfarbenschattierungen feststellen kann. Der wiederholten Gegenmaßnahme, ihr mit einem Pickerl die Sicht zu nehmen, nutzte die Polizei als Anlass zur Attacke und Verletzung von Menschen durch Verteilung von Pfefferspray in eng stehender Menge. Die Fetzen wurden im Rapid-Sektor daraufhin wieder abgenommen. Nach der Pause hing nur ACAB und die Chants und Gesänge richteten sich mehrheitlich gegen die Gewalttäter in Uniform.
Auf der Rieder Westtribüne gab es die große
Young Spirit-Choreographie der Jugend der
Supras zu sehen, die umständehalber zuletzt beim
Spiel gegen Blau-Weiß Linz nicht gezeigt werden konnte. In Solidarität mit den Geschehnissen gegenüber gab es auch Wortmeldungen gegen die Polizei. Ansonsten sang und supportete man und bejubelte den Erfolg am Weg zu einem Rieder Europacupplatz. Zu Spielbeginn gab es eine Schweigeminute und ein Spruchband für einen Verstorbenen.
Zum achten Mal seit der Umstellung des Bundesliga-Modus 2018/19 vom sportlichen Wettbewerb zur Show mit Unterhaltungselementen durch diverse Verzerrungen wie Tabellenteilungen, Punkteabzüge, Sternderl nach Rundungen etc. findet 2025/26 erneut das Play-off nach dem Play-off statt, um einen Europacupstartplatz auszuspielen. Zum vierten Mal nimmt Rapid aufgrund unerfolgreicher Saison daran teil. Zweimal haben wir das bisher gewonnen (2021/22 gegen die
WSG Wattens und 2024/25 gegen den
LASK) und einmal verloren (2018/19 gegen
Sturm Graz), wodurch eine europacuplose Saison folgte. Die nach dem Hinspiel wahrscheinliche Perspektive auch diesmal.