Posts mit dem Label Slowenien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Slowenien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 25. September 2026

Jadran Dekani – Ilirija 1:0 (1:0)

Slowenien, 2. SNL, 8. krog, 25.9.2026
Igrišče Ivan Gregorič, 110

Ein frühes Tor entschied das slowenische Zweitligaspiel. Bereits nach acht Minuten erzielte Jadran Dekani mit einem Kopfballtreffer das 1:0 gegen den Hauptstadtverein ND Ilirija und dabei blieb es am Ende dann auch.
Der NK Jadran Dekani wurde 1938 gegründet, als die slowenische Gemeinde seit dem Ersten Weltkrieg Teil Italiens war. Im jugoslawischen Fußball nach 1945 spielte man in den regionalen Ligen Slowenien und kam mit der Unabhängigkeit des Landes in die neue erste Liga 1991/92, aus der man aber gleich wieder abstieg. Als Meister der zweiten Liga 1992/93 kehrte Jadran Dekani dann nocheinmal für zwei Saisonen 1993/94 und 1994/95 in die erste Liga zurück. Aus finanziellen Gründen begann man dann in der vierten Spielklasse neu, stieg 1998 in die dritte Liga auf und spielt num seit 2017 wieder in der zweiten Liga. Es gab hier früher auch einmal einen Fanklub namens Bulldogs.
Der nach Vereinslegende und langjährigem Präsidenten Ivan Gregorič benannte Sportplatz bietet eine längere Längsseitentribüne und eine kleine Stahlrohrtribüne auf der Seite des Kabinenhauses. Auch wenn es ein Flutlicht gibt, fand das Freitagsspiel bei angenehmen Spätsommerbedingungen am Nachmittag statt. Die Ortschaft Dekani liegt im Landesinneren nahe der Küstenstadt Koper. Der im Jahr 1328 erstmals als Decani schriftlich erwähnte Ortsname stammt von der Adeligen de Cani ab, wurde falsch tradiert aber auf das italienische Wort cane für Hund zurückgeführt, woraus sich der Spitzname Pasja vas („Hundedorf“) für den Ort und Pesjani („Hunde“ bzw. „Schurken“) für die Bevölkerung entwickelte. 1.600 Menschen leben hier heute.

Samstag, 1. August 2026

Nafta Lendava – Mura 5:2 (2:1)

Slowenien, Prva Liga, 3. krog, 1.8.2026
Športni park Lendava / Lendvai Sportpark, 2.500
37°C

Torreiches Prekmurski derbi in Slowenien. Nach zwanzig Minuten stand es schon 1:0 für Nafta und nach einer halben Stunde 2:0. Der vermeintliche Anschlusstreffer von NŠ Mura wurde vom Schiedsrichter sehr spät nach VAR-Kontrolle wieder zurückgenommen, schließlich konnten die Gäste aber doch noch vor der Pause treffen, sodass es mit 2:1 in die Halbzeit ging. Auch in der zweiten Hälfte war die Heimmannschaft schnell im Spiel und zog auf 5:1 davon, bevor Mura noch auf 5:2 verkürzen konnte. Der Derbysieg blieb aber eindeutig in Lendava.
Die Gorgone Lendava (1991) hatten sich erneut im Zentrum von Lendava versammelt und marschierten im Corteo zum Stadion. Dort war bei der Ankunft auch schon der Gästemob am Gästeeingang zu hören und zu sehen. Außer Unfreundlichkeiten und Gesten im Blickkontakt über die dazwischenstehende Polizei hinweg, passierte hier aber nichts. Das Nafta-Vereinswappen zeigten die Gorgone zu Spielbeginn in ihrer Choreographie in einem rechteckigen Ausschnitt mit Schriftzug vorne am Zaun und den weißen und blauen Feldern mit erst gehaltenen und dann geschwenkten Fahnen im Sektor. Ein gelungenes Bild. „Mi smo Nafta!“ („Wir sind Nafta!“) war als Anfeuerungsruf sowohl im Sektor als auch als Wechselgesang mit der Haupttribüne zu hören. In der zweiten Spielhälfte nahmen die Gorgone ihn noch einmal in optischer Inszenierung auf und überdeckten ihren Sektor mit einer Überrollfahne, die mit „mi smo“ beschriftet war und „Nafta“ aussparte. Den Vereinsnamen füllte man mit Glitzerzetteln erst silber und dann gewendet golden in der Sonne glänzend aus. Am Zaun des Sektors hing der beim Corteo voran getragene Fetzen Lendavčani („Leute aus Lendava“). Mit dabei waren die Freunde aus Zalaegerszeg, die gegen Ende nach dem „Ria ria Hungaria!“ auch mit ihrem charakteristischen Ruf „Zeg, Zeg, Zeg, Zalaegerszeg!“ besungen wurden. Lendava ist im Gebiet der ungarischen Minderheit in Slowenien. Die Landschaft Prekmurje liegt am namensgebenden Fluss Mur (slowenisch Mura) im Nordosten Sloweniens. Das Prekmurje, deutsch Übermurgebiet und ungarisch Muravidék, liegt am namensgebenden Fluss Mur (slowenisch Mura) im an Österreich und Ungarn angrenzenden Nordostzipfel Sloweniens und war bis zum Zerfall der Habsburgermonarchie 1918 im Unterschied zum in der Krain, Kärnten und der Steiermark und damit in der cisleithanischen Reichshälfte liegenden restlichen Teil des slowenischen Siedlungsgebiets Teil Ungarns gewesen.
Eine mit Prekmurci („Leute aus Prekmurje“) beschriftete slowenische Flagge hing im Gästeblock über dem Fetzen der Black Gringos (1991) von Mura. In schwarz und/oder oberkörperfrei stand die Fanszene geschlossen auf der Böschung auf der Hintertorseite, während viele weitere Mura-Fans auf der offenen Längsseitentribüne daneben ihre Plätze hatten und auch gar nicht wenige auf der Haupttribüne zu sehen und hören waren. Ein blau-weißes Stück Stoff hing im Gästeblock neben den Black Gringos, welches das Wappen der deutschen Stadt Ingolstadt zeigte und auch mit einem schwarz-rot-weißen Fanschal des FC Ingolstadt 04 versehen war. Eine ansehnliche Anzahl Ingolstädter war im Mura-Block zu sehen. Dabei waren dort auch die Traktor Boys des slowenischen NK Bistrica. „Sinovi prekmurskih ravnic“ („Söhne der Ebene der Prekmurje“) stand in der zweiten Hälfte vor dem Block am Zaun. Dazu gingen dann vor schwarzen und weißen Fahnen vier große Doppelhalten hoch, die vier kämpferische Ultras als solche Söhne zeigten.
„Dimenzije niso prave, ko jih kalkulirajo goričke glavne!“ (Übersetzungsversuch „Die Dimensionen sind nicht richtig, wenn sie von den Köpfen der Hügel berechnet werden“) hatten die Gorgone Lendava ein Reaktionsspruchband vorbereitet und zeigten es zur Choreographie des Auswärtsblocks.
Es war ein interessantes und stimmungsvolles Derby, wie ich es auch vor eineinhalb Jahren in Murska Sobota schon einmal gesehen hatte. In Lendava habe ich vor drei Jahren das Cupspiel hier gegen Olimpija Ljubljana besucht. Damals war Nafta noch Zweitligist gewesen. Seit 2024/25 spielen sie wieder in der ersten slowenischen Liga.