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Samstag, 21. September 2024
AFC – Barendrecht 2:2 (1:0)
Niederlande, Tweede Divisie, speelronde 6, 21.9.2024
Sportpark Goed Genoeg, ca. 300
In der siebten Minute der Nachspielzeit schoss der AFC-Goalie den Ball wuchtig zum 2:2 ins gegnerische Tor. Die Amsterdamer waren in der ersten Hälfte in Führung gegangen, konnten diese aber nicht halten. Der angesprochene Goalie ließ einen haltbaren Ball zum 1:1 passieren und die Gäste des BVV Barendrecht aus Barendrecht in Südholland (Zuid-Holland) setzten auch noch das 1:2 drauf. Doch dann kam die lange Nachspielzeit, in welcher der Goalie im letzten Versuch sich auch noch ins Getümmel nach vorne warf und erfolgreich seinen Schnitzer vom 1:1 ausbesserte.
Der Amsterdamsche Football Club, kurz AFC, wurde 1895 gegründet und ist damit der älteste Fußballverein in Amsterdam. Man trägt die rot-schwarzen Stadtfarben als Vereinsfarben. Seit 2016/17 spielt man in der mit jener Saison neugebildeten, entgegen ihrem wortwörtlichen Namen drittklassigen Tweede Divisie, der höchste Amateurspielklasse in den Niederlanden. In dieser Liga gibt es die Trennung zwischen den Samstags- und Sonntagsvereinen nicht mehr. Aufstieg hieraus in die Profiligen ist möglich, aufgrund der Lizenzierungsvorschriften aber nicht üblich. So gewann der AFC auch 2018/19 die Liga, womit man niederländischer Amateurmeister wurde, blieb aber in der Liga.
Der Sportpark Goed Genoeg liegt im Watergraftsmeer, einem im 17.Jh. trockengelegten ehemaligen See. Seit 1906 spielt der AFC hier. Ein Denkmal aus dem Jahr 1946 erinnert an die Vereinsmitglieder des AFC und des Amsterdamsche Cricket Club (ACC), die nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande im Zweiten Weltkrieg 1940 von den Nazis als Juden ermordet wurden, vom Kind bis zum Erwachsenen, oder die im Krieg ums Leben kamen. In einem großen Neubauprojekt wurde die Sportanlage 2019 bis 2022 ein Stück verschoben, ein neues Klubhaus und Tribünen gebaut und so auch Platz für fünf Kunstrasenspielfelder geschaffen. Im Stadtviertel Zuidas wird auch ringsum viel gebaut und man hat hier einen beachtlichen Ausblick auf ein Hochhäuser-Panorama. Auffällig sind am Sportpark Goed Genoeg das alte schmiedeeiserne Eingangstor und ein Glockenspiel.
Wartburgia – Sportclub Westeinder 2:2 (2:1)
Niederlande, West 1, Zaterdag, 3e klasse B, speelronde 1, 21.9.2024
Sportpark Drieburg, ca. 40
Abwechslungsreiches Match zwischen Wartburgia und dem Sportclub Westeinder aus Rijsenhout. Zweimal ging die Heimmannschaft in Führung und zweimal glichen die Gäste aus.
Die Amsterdamse Sportvereniging Wartburgia wurde 1924 als LFC Wartburgia gegründet, als Nachfolger des 1922 gegründeten Lutherse Football Club. Aus dem Zusammenhang der evangelisch-christlichen Religion kommt auch der Vereinsname. Er bezieht sich auf die Wartburg bei Eisenach in Deutschland, wo Martin Luther in den Jahren 1521 und 1522 die Bibel in die deutsche Sprache übersetzt hatte. So spielt man auch seit Anbeginn in der Samstagsgruppe (Zaterdag) im niederländischen Fußballsystem, in welchem die Vereine aus evangelischem Zusammenhang spielen, während in der Sonntagsgruppe (Zondag) die Vereine aus katholischem Zusammenhang und proletarischer Arbeitervereinstradition spielen. Größter Erfolg der Wartburgia war die Saison 1960/61 in der Tweede Divisie, der damals bis 1970 höchsten Spielklasse im Samstagsfußball.
Der Sportpark Drieburg liegt im Watergraftsmeer, einem im 17.Jh. trockengelegten ehemaligen See. Man betritt das Gelände stilecht über eine Brücke über einen Kanal. Der Stadtteil ist etwa fünf Meter unter dem Normal Amsterdam Peil, der durchschnittlichen Seehöhe, und ist damit einer der tiefstgelegenen Teile der Stadt Amsterdam.
WV-HEDW Vrouwen MO20 - Castricum Vrouwen MO20 0:3 (0:2)
Niederlande, Hoofdklasse Zwaluwen Jeugd Reeks (1e fase) A, speelronde 4, 21.9.2024
Sportpark Middenmeer, ca. 20
Ein Spiel der U20-Teams, die in der niederländischen Altersklassen-Systematik der Frauen vor zwei Saisonen die U19 bzw. hier MO19 ersetzt haben. Die Gäste vom FC Castricum aus dem nordholländischen Dorf Castricum gewannen das Match.
WV-HEDW steht für Wilhelmina Vooruit – Hortus Eendracht Doet Winnen und ist ein im Jahr 1956 aus der Fusion von zwei Vereinen entstandener Amsterdamer Klub. Der Vorgängerverein Wilhelmina Vooruit („Wilhelmina Vorwärts“) wurde 1908 unter dem Namen Wilhelmina gegründet. Wilhelmina war damals (von 1890 bis 1948) Königin der Niederlande. 1912 stiegen sie aus dem Amsterdamsche Voetbalbond AVB in den Spielbetrieb des niederländischen Fußballverbands Nederlandse Voetbal Bond NVB (seit 1929 mit Zusatz königlich Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond KNVB) auf. Da es dort bereits einen Fußballverein namens Wilhelmina aus 's-Hertogenbosch gab, fügten die Amsterdamer das Vooruit („Vorwärts“) hinzu. Der Vorgängerverein Hortus wurde 1912 gegründet und fusionierte 1931 mit dem 1913 gegründeten Verein EDW (Eendracht Maakt Macht, „Einheit macht Macht“) zu HEDW.
Den Sportmark Middenmeer bezog der Verein 1998, nachdem man den Sportpark Voorland 1997 verlassen musste, da dieser Wohnbauten zum Opfer fiel. In Amsterdam lebten bis zum deutschen Überfall auf die Niederlande 1940 viele Jüdinnen und Juden. Wilhelmina Vooruit (45%) und HEDW (95%) hatten einen hohen Anteil an jüdischen Vereinsmitgliedern. Das Morden der Nazis überlebten nur wenige. Nach der Befreiung 1945 errichteten beide Vereine Gedenktafeln an ihre ermordeten Mitglieder, die nach der Fusion 1956 zu einem Denkmal zusammengefügt wurden. Beim Umzug 1998 wurde es hierher mitgenommen und neu aufgestellt und mit nach Recherchen gefundenen weiteren von den Nazis Ermordeten ergänzt. Die Tafeln umfassen nun 67 Mitglieder von Wilhelmina Vooruit, 162 namentlich genannten HEDW-Mitglieder und sieben weitere HEDW-Mitglieder, deren Schicksal unbekannt ist. Das Klubhaus der Sportanlage wurde 1998 eröffnet. 2003, 2008, 2015 und 2019 wurden Zubauten errichtet. Ringsum gibt es mehrere Fußballfelder mit Kunstrasenbelag und Rasen. Das mit kleinen Tribünen ausgestattete Hauptfeld ist Kunstrasen. Dieses Spiel fand auf einem der Nebenplätze statt.
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