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Dienstag, 28. April 2026

Rückspiegel 2




Rezension


Rückspiegel
Ausgabe 2
April 2026
116 S.








„Es gibt viel zu erzählen – wir haben viel zu erzählen.“ schreibt die SAF im Vorwort ihres zweiten Hefts. Es hätte schon im Winter da sein sollen, aber wie es eben kommt, wurde es umständehalber April 2026. Der Vorteil eines Hefts im Print ist aber, dass dies nichts ausmacht. Denn so etwas ist für Langfristigkeit da und nicht für den Augenblick. Fanzines haben einen Wert.

Seit dem ersten Heft vor sechs Jahren ist viel passiert. So wird hier auf die Zelebrierung des zehnjährigen Gruppenjubiläums 2022 und das Making-of der Choreographie eingegangen, auf Aufmerksamkeit erregende Aktivitäten zum 125-jährigen Jubiläum Rapids oder den Wechsel des Gruppenlogos vom Bus zum Strizzi 2024. Auf spezielle Europacup-Reiseabenteuer in Zeiten der Coronapandemie 2021 und 2022 sowie schönen Reisen 2023. Mit und für Rapid zu reisen ist dann doch immer das Allerbeste.

Groundhopping, große Fotostrecken von Graffiti und etwas zur Beziehung zu 1860 München gibt es weiters. Zu guter Letzt darf auch meine Person selbst in Form eines Interviews zu Wort kommen. Ein Jahrzehnt nach dem Interview bei den Tornados. Mich selbst will ich nicht in den Vordergrund stellen und präsentieren, sondern durch diesen Blog hier und meine Arbeit für den Fußball generell sprechen. Fanzines sind aber eine gute Plattform für die an Themen nachhaltig interessierte Zielgruppe abseits der großen Öffentlichkeit. Daher habe ich die Einladung der SAF gerne angenommen und freute mich, hier ein wenig über mich zu erzählen.


A5-Format / 4 € / nur szeneintern erhältlich

Samstag, 5. September 2020

Rückspiegel




Rezension


Rückspiegel
Juni 2020
92 S.










In ihrem Heft Rückspiegel blickt die SAF („Sektion Auswärtsfahrt“) auf die Gruppengeschichte und ihre bisherige Zeit mit Rapid zurück.

Zwei Bus-Rückspiegel zieren passend die Titelzeile am Titelblatt, denn ein Bus findet sich ja auch im Gruppenlogo. Ungewöhnlicher für ein Fanzine ist da schon eine Aussage eines antiken Philosophen (in der Überlieferung von Diogenes Laertios) als Leitspruch im Vorwort. „Aristoteles sagte, ‚Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern‘. Die SAF bzw. Rapid Seele haben wir alle in uns, und aufrichtige Freundschaft ist wohl eines der stärksten Attribute, das uns auszeichnet.“

Zurück zum angesprochenen Bus und seinem Stellenwert für die Gruppe nicht nur als Beförderungsmittel: „Die Busfahrten sind der Grundstein unserer Gruppierung. Schließlich besuchten wir nur bei den Auswärtsfahrten zusammen die angesetzten Spiele des SK Rapid. Hatte noch im ehrwürdigen St. Hanappi jeder sein Abo auf unterschiedlichen Tribünen, sollten die Auswärtsspiele Momente werden, bei denen man sich freuen konnte, wieder alle Bekannte zu Gesicht zu bekommen.“

Den Werdegang der Gruppe kann man hier anhand ihrer beiden Keller, Entwicklung bei Auswärtsfahrten und Heimspielen, dem Fünfjahresjubiläum oder Europacupreisen nachlesen. Anekdoten wie von der Mailand-Fahrt 2019 lassen bei der Lektüre das Leben im Luxusbus lebendig werden: „So waren wir erstmals nicht nur mit einer breit gefüllten Bar ausgestattet, sondern auch mit einer Mikrowelle. Die dafür angekauften Iglo Sparprodukte wurden sehr gut von den hungrigen Mitreisenden angenommen – teilweise zu gut, denkt man an den Duft der Käsespätzle, der in den frühen Morgenstunden wie eine Nebelbank über den Busreihen hing.“

„Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ ist mit einer augenzwinkernden musikalischen Anspielung ein Interview mit Oliver von den Ultras Rapid betitelt. Er spricht darin über seine Wahrnehmung der SAF, was ihm gefällt sowie weniger gefällt und stellt zur Entwicklung des Block West fest „Zum Thema der Neugründung von Gruppen bleibt zu sagen, dass man jetzt diesen Gruppenwildwuchs ein wenig eindämmen muss. Es gibt jetzt so viele Gruppen, so viele aktive Gruppen im Block West, und ich denke jeder der Interesse hat, mehr oder weniger intensiv Ultra zu leben, hat seine verschiedenen Anlaufstellen für seine Intensität oder seine Interessensgruppe.“

Weitere Themen im Heft sind die von der SAF gern besuchten Amas (mit Interview mit Niklas Hedl), Graffiti, soziale Aktivitäten oder ein Interview mit Robert Račić vom Klubservice. Ein sehr spannender Teil ist das Kapitel Der 12. Mann, in dem zwölf Personen aus unterschiedlichen Gruppen und Zusammenhängen des Block West ihre durchaus teils kontroverse Meinung über die SAF äußern. Den wieder mit antikem Bezug (Latein) im Heft geäußerten Abschlussworten „ad multos annos“ kann man nur die Hoffnung „ad multos fanzines“ hinzufügen.