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Samstag, 10. April 2021

Zeitspiel 22



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#22 (I/2021)
100 S.









„Eine kurze Geschichte des europäischen Gedankens im Fußball“ bringt die Titelgeschichte des Hefts. Auf 41 Seiten wird das Thema Fußball und Europa behandelt. Europa ist ja ein komplexer Begriff im Fußball: Weder sind alle Staaten Europas Mitglied der UEFA noch liegen alle UEFA-Mitglieder in Europa. Darüber hinaus sind ja nicht nur Staaten Mitglied der UEFA. Verschiedene Beiträge unterstreichen die Rolle des Fußballs als verbindende und einigende Kraft über staatliche und nationalistische Grenzen hinweg.
Damit es nicht ganz untergeht, wird auch eine andere Ebene zumindest in einer Artikel-Einleitung einmal erwähnt: Fußball als Plattform und geradezu Verstärker von Hass und Nationalismus, wie es doch in der Realität wohl öfter vorkommt, wenn der verkürzte Blick vom Fußball als Spiel auf den Fußball als gesellschaftliches Phänomen erweitert wird. Man tut dies hier mit einem Bezug auf das Diktum vom „Krieg ohne Schießen“ (im Original „War Minus the Shooting“) von George Orwell, der schrieb: „Auf internationaler Ebene ist der Sport ein Kriegsspiel. Aber das Wesentliche ist nicht das Verhalten der Spieler, sondern die Haltung der Zuschauer; und, hinter den Zuschauern, der Nationen, die sich wegen dieser absurden Wettkämpfe in Wutanfälle hineinsteigern und im Ernst glauben – zumindest für kurze Zeitabschnitte –, dass Wettlaufen, Springen und Balltreten Kriterien der nationalen Tugend sind.“ (im Original im hier nicht als Quelle angeführten Artikel The Sporting Spirit aus dem Dezember 1945 in englischer Sprache: „At the international level sport is frankly mimic warfare. But the significant thing is not the behaviour of the players but the attitude of the spectators: and, behind the spectators, of the nations who work themselves into furies over these absurd contests, and seriously believe – at any rate for short periods – that running, jumping and kicking a ball are tests of national virtue.“)
Interessant ist im Rahmen des Schwerpunkt die Auflistung der verschiedenen grenzüberschreitenden Wettbewerbe, die es in Europa im Lauf der Fußballgeschichte gegeben hat, und die Darstellung von Fußball-Grenzgängern, mit einer Beleuchtung der Bodensee-Liga von 1909 bis 1913 mit Vorarlberger, Ostschweizer und süddeutschen Mannschaften, über die man verhältnismäßig wenig weiß.

Weitere Themen im Heft sind der Aufstieg von Degerfors IF in die schwedische Allsvenskan, Fußball in Eswatini (Swasiland) oder die Etablierung von Chemie Leipzig in der Regionalliga. Chemie kommt auch in einem Portrait über Stahl Riesa vor, wo in einem Interview zu erfahren ist: „Zu DDR-Zeiten gab es eine sehr aktive Freundschaft mit Chemie, die gar nicht mehr existiert. Da muss man auch sagen, dass sich die Regionen politisch unterschiedlich entwickelt haben. Je weiter Chemie in die linke Richtung gegangen ist, umso mehr ging es bei uns in die andere. Ohne dass der Verein politisch geworden ist, aber halt Teile der Fanszene.“ Dafür gebe es jetzt einen regen Kontakt der Riesa-Fanszene mit Lok Leipzig.

Eine wieder lehrreiche Ausgabe, die am Heftende die Freude der abgeschlossenen Lektüre mit der Ankündigung des Schwerpunkts Jugoslawien für Ausgabe 23 um die Vorfreude auf zukünftige Lektüre erhöht.

Donnerstag, 4. März 2021

Zeitspiel 21



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#21 (IV/2020)
100 S.









„Dass die 80er Jahre mit romantischem Blick verklärt werden, ist wohl vor allem dem Lauf der Zeit geschuldet. Früher war eben alles besser. Vor allem, weil man da selbst noch jung und prägend war. Heute sind andere jung und prägend, natürlich nie so, wie man es gerne hätte.“ Erinnerungen an die 1980er Jahre im Fußball der noch getrennten beiden deutschen Staaten bilden den Schwerpunkt des Hefts. Das Jahrzehnt der sportlich prägenden Rekordmeister wird beschrieben, hier der von der Stasi geförderte BFC Dynamo mit zehn Titeln in Serie („Abseits der BFC-Fanszene sprach man in der DDR deshalb auch nicht vom ,Rekordmeister‘, sondern vom ,Schiebermeister‘.“) und dort der FC Bayern München, der 1987 den 1. FC Nürnberg als deutschen Rekordmeister ablöste. Zu lesen ist über Abstiege und Abstürze großer Namen, heimliche Helden und Sensationsaufsteiger, Dramen, Frauenfußball, Geld und Kommerzialisierung, Souvenirs, Randale, Alkohol, Informationsbeschaffung und Medien („In den 80ern gab es keine Apps.“), die Nationalmannschaften sowie auch über Fankultur.
Torsten Gränzer erinnert sich an seine Jugendjahre mit den Fans von Stahl Brandenburg in der DDR und ihr Ende 1989: „Die Zeit, in der Kutten Punks, Skins, Shell-Parker und Metaller die Schlachten gemeinsam durchgestanden hatten, war definitiv vorbei. Nun kamen die 90er, nun kam Politik, und als nach dem Mauerfall auch die Reichskriegsflaggen Einzug hielten, war es für mich erst einmal Zeit zu gehen.“
Beate Wild erinnert sich an ihre Zeit in den 1970er und 1980er Jahren als eine von wenigen Frauen in der FCN-Kurve, hebt insbesondere den Zusammenhalt untereinander hervor und zeichnet im Interview ein lebendiges Bild jener Jahre: „Ich habe unglaublich viele Leute kennengelernt von anderen Vereinen. HSVler, die Kontakte bestehen bis heute, Stuttgarter, Gladbacher, Schalker sowieso. Rapid Wien. Die Freundschaft gab es in den 80ern schon, die ist jetzt durch die Ultras wieder verstärkt aufgetreten. Wenn wir irgendwo hingefahren sind, wo wir Leute kannten, dann haben die uns schon am Bahnhof abgeholt. Man hat sich gefreut, dass man sich sieht, hat sich umarmt, den ganzen Tag miteinander verbracht. Teilweise kamen auch Leute von anderen Vereinen, wenn wir im Ruhrgebiet waren. Hamburger zum Beispiel waren oft bei uns, wenn wir auf Schalke spielten. Natürlich in zivil, denn Hamburg und Schalke, das ging nicht.“

Rapid-Bezug gibt es auch in den Kurzmeldungen zu Heftbeginn mit einer Gegenüberstellung der Vereinswappen von Botev Plovdiv und dem SK Rapid. Weiters finden sich im Heft u.a. Artikel zur Lage bei den Sportfreunden Siegen, den Stuttgarter Kickers und in Bürstadt.
Die Fußballgeschichte Perus wird von Hardy Grüne beschrieben. Dabei stelle ich fest, dass ich mit Ausnahme der WM-1978-Episode darüber schlicht nichts wusste. Es werden einige spannende Begebenheiten genannt. In einer Liste samt Kurzbeschreibung „bekannter peruanischer Klubs“ kannte ich keinen einzigen auch nur vom Namen nach. Einmal mehr ein Hinweis darauf, wie eurozentriert ich bin, nachdem ich Fußballgeschehen außerhalb meines Reise-Radius nicht wahrnehme.

Sonntag, 29. November 2020

Zeitspiel 20



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#20 (III/2020)
100 S.









Fußball und Identität ist das Titelthema, das auf 41 Seiten aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird. Fanidentitäten in Nähe und Distanz, Vereinsidentitäten auf lokaler und regionaler Ebene etc. „Und plötzlich war der Verein weg“ ist darunter ein interessanter Text von Zeitspiel-Herausgeber und Chefredakteur Hardy Grüne betitelt, der beschreibt, wie er als Fußballfan seinen Verein verlor. Nach langen finanziellen Problemen wurde das Insolvenzverfahren seines 1. SC 05 Göttingen im Jahr 2003 abgebrochen und der Verein aus dem Vereinsregister gelöscht.
„Ratlos stand ich vor den Wochenenden. Fast 30 Jahre lang hatte ich im Rhythmus Heimspiel/Auswärtsspiel gelebt. Hatte meine Kumpel im Fanblock getroffen, auf dem Weg zum Auswärtsspiel viel Blödsinn gelabert und viel Bier getrunken, gelitten, gehofft, gejubelt, gejammert, geliebt. Die Leere in mir war unbegreiflich. [...] Die Lücke im Herzen schmerzte weiter. Irgendwann vernarbte sie ein bisschen. Weil aus der Asche etwas erwuchs, das mir erlaubte, es als Ersatz zu akzeptieren: Der aus dem von Fans gegründeten FC 05 und dem Vorstadtklub RSV Geismar gebildete RSV Göttingen 05. Es war wie eine frische Liebe. Alles war neu. Wappen, Farben, Sportplatz. Zugleich war vieles vertraut. Die Mitfans, das ,ich bin 05er‘. Die acht Jahre von 2005 bis 2013 waren die vielleicht schönsten meiner Fanliebe. Dann kam wieder ein Geldgeber, schwadronierte von ,one team, one dream‘ und killte meine Fußball-Liebe erneut und diesmal für immer. Heute gibt es in Göttingen neben dem RSV 05 einen Verein, der sich I. SC 05 nennt, das alte 05-Wappen trägt und im alten Stadion spielt. Er ist mir egal. Mit meiner Liebe zu 05 hat er nichts zu tun, außer, dass er (fast) dessen Namen und Wappen trägt. 2003 ist meine Fußball-Liebe gestorben. Aber erst seit 2013 bin ich endgültig Fußball-Witwer.“
Es lässt über eigene Gefühlslage in solchen Umständen nachdenken. Zu einem Schluss, wie es mir gehen würde, bin ich nicht gekommen. So eine Situation ist überwältigend.

Spannend ist ein Interview mit den Herausgebern des englischen Magazins Groundtastic, das sich mit der britischen Stadionentwicklung beschäftigt. Bemerkenswert ist dabei ein von ihnen angesprochenes Faktum, dass sich die letzten drei Jahrzehnte mit ihren zahlreichen Stadionneubauten gegenüber den Jahrzehnten zuvor drastisch unterscheiden: „Zwischen 1955, als Southend United sein Stadion Roots Hall eröffnete, und 1988, als Scunthorpe United den Glanford Park bezog, gab es in England kein einziges neues Football-League-Stadion. Also über 33 Jahre kein neuer Ground! Allein seit 1990 aber hat es dutzende von Neueröffnungen gegeben.“ Illustriert wird das Interview von zahlreichen Bildern aus ihrem Buch über Lost Grounds, die einen die Augen weiten lassen.

Freitag, 16. Oktober 2020

Zeitspiel 19



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#19 (II/2020)
100 S.









„Fußball ist ein Kind der Stadt, und ohne Großstädte hätte sich das Spiel niemals etablieren können.“ schreibt Hardy Grüne und erzählt eine mit einander verwobene Geschichte von Fußball- und Stadtentwicklung im 19./20. Jahrhundert. Verschiedene Texte behandeln weiter im Heft das Großstadtfußballleben in München in autobiographischer Perspektive und Fallbeispiele deutscher großstädtischer Ballungsräume (etwa werden Hamburg und Altona zusammen betrachtet obwohl die beiden Großstädte erst 1937 zusammengeschlossen wurden, und Nürnberg/Fürth ebenfalls zusammen, auch wenn eine solche Fusion hier nicht erfolgte und nach menschlichem Ermessen nicht erfolgen wird und kann). Man lernt viel über vielfältige Aspekte von Stadtgeschichte. Traurig ist das Résumé zu Ludwigshafen: „Heute ist Ludwigshafen eine einzige Fußballruine. Das jenseits der Sanierbarkeit verfallene Südweststadion im wahrsten Sinne des Wortes, auf Vereinsebene im übertragenen Sinne. Ludwigshafen ist die größte gescheiterte Fußballhochburg Deutschlands.“

Das Thema Corona und seine Auswirkungen im Fußball wird im Heft natürlich auch behandelt. Dazu erfährt man etwas aus Sofia und über die Ligengeschichte Irlands.
So tiefgründig recherchiert die großen Geschichten sind, so leichtgläubig schreibt man in den Kurzmeldungen leider scheinbar Mythen weiter. Fern der Realität wird hier das Gschichtl vom „Derby of love“ im kleinen Wiener Derby zwischen Vienna und Wiener Sport-Club weitergesponnen. Es ist nicht der Fall, dass dabei gemeinsam gesungen würde.
Eine schöne Koinzidenz ist, dass in der Ende Juni erschienenen Ausgabe auf den von mir ein Monat später bei einem Auswärtsspiel gesehenen SK Bayern Křepice hingewiesen wurde. Das hätte ich früher lesen sollen, bin aber aufgrund zu vieler zu lesender Hefte und (zu?) vieler Spielbesuche über den Sommer erst jetzt dazugekommen.

Dienstag, 9. Juni 2020

Zeitspiel 18



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#18 (I/2020)
100 S.









„1920 war das Jahr, in dem der Fußball in Deutschland zum Volkssport und Deutschland eine Fußballnation wurde. Das alles geschah vor dem Hintergrund vieler politischer Konflikte und eines umfassenden gesellschaftlichen Aufbruchs.“ Ein gewohnt ebenso umfassender Schwerpunkt führt im Heft in die Zeit vor hundert Jahren und reißt die vielen Grundlagen an – von der Einführung des Acht-Stunden-Arbeitstages durch die neugegründete Republik nach dem Fall des Kaiserreichs an der Basis, was Zeitressourcen schuf, bis zum gesellschaftlichen Überbau eines neuen Zeitgeists. Periodisierungsfragen sind immer komplex und auch wenn man auf den Epochenbruch des Faschismus dreizehn Jahre darauf verweist, meint man, es „ist 1920 das Jahr, in dem die Gegenwart beginnt. Denn binnen kurzem wird aus einem Volk, das sich selbst vornehmlich über Disziplin, Gehorsam und Pflichterfüllung definiert hat, eines, das sich euphorisch in die Lust am Erleben und Experimentieren stürzt.“

Auf die Vielfalt der in Beiträgen angesprochenen Aspekte kann in der Kürze einer Rezension nicht eingegangen werden. Brüche mit der Vergangenheit werden in mehreren Beiträgen genauso beleuchtet wie Kontinuitäten. Einen Hinweis auf die Neuheit der Erfahrung des Fußballspielbesuchs für die Masse der Menschen gibt der Historiker Jörg Schweighard in seinem Interview, wenn er nicht nur über das Anwachsen des Umfangs der Sportberichte in den Zeitungen sondern auch auf ihre inhaltliche Gestaltung anspricht: „Bemerkenswert sind vor allem die Spielberichte. Sie gleichen bisweilen eher feuilletonistischen Reportagen. Anfahrt, Abfahrt, Stimmung und Drumherum werden ausführlich besprochen. Manchmal ist der belletristische Vorspann so lang wie der eigentliche Bericht vom Spiel selbst.“

Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Erfurt, VfB Fichte Bielefeld, Hongkong oder der Lost Ground des Leu-Stadions in der Humboldt-Kaserne in Braunschweig sind weitere interessante Themen im Heft.

Donnerstag, 19. März 2020

Zeitspiel 17



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#17 (IV/2019)
100 S.









Die DDR-Oberliga gab es zwar nicht 70 Jahre sondern drei Jahrzehnte weniger, aber dennoch gibt es hier zum 70-jährigen Jubiläum des Starts der höchsten Spielklasse in der damaligen DDR 1949 einen Schwerpunkt unter dem Titel 70 Jahre DDR-Oberliga. Das Heft bietet eine Einführung in die Ligengeschichte, Statistik, Auflistung mit Kurzvorstellung aller Oberligisten bis zur letzten Saison 1990/91, Europacup („Eine der legendärsten Fotografien der DDR-Fußballgeschichte zeigt elf junge Männer in weißen Bademänteln. Ein Foto, wie es im heute so durchgestylten Spitzenfußball undenkbar wäre. Aufgenommen wurde es am 8. Mai 1974 im Rotterdamer Stadion De Kuip. Dort hatte das Team des 1. FC Magdeburg im Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger gerade den hochfavorisierten AC Mailand mit 2:0 bezwungen.“), die Typologie der DDR-Vereinswelt (ASG und ASK, BSG und SG, FC und SC – „die namentlich so feinen Nuancen konnten in der Realität Welten abbilden“), die Frage des Traditionsbegriffs im Osten, eine Chronik der Liga, eine Diskussionsrunde zur heutigen Fanidentität oder einen Sammler sowie Randnotizen u.a. zu politischen Opfern, Frauenfußball und Nachwuchsarbeit. 41 Seiten lesenswerte Geschichtslehrstunde.

Viel zu Lernen gibt es hier auch aus einer Reportage aus und über Albanien. Weitere Themen im Heft sind die Kickers Offenbach, die finnische Nationalmannschaft oder die SpVgg Bayreuth. Ein schönes Panoramafoto gibt es vom FavAC-Platz.

Donnerstag, 21. November 2019

Zeitspiel 16



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#16 (III/2019)
100 S.









Mit dem „Unterbau“ der höchsten Fußballligen Europas und seiner unterschiedlichen Entwicklung und Ausgestaltung beschäftigt sich die Zeitspiel-Ausgabe in ihrem Schwerpunkt. Deutschland, mit Fokus auf die BRD und Seitenblick auf die DDR, sowie England werden ausführlich betrachtet. Dazu gibt es Texte zur Situation in Schottland, Frankreich, Spanien, Portugal („So viel trennt die drei Großvereine Benfica, FC Porto und Sporting von den übrigen Klubs, dass die zweite Liga eigentlich schon im Oberhaus beginnt.“) und den Niederlanden sowie ein Groundhopper-Interview zu Tschechien, Polen und Ungarn und weitere Interviews zu Italien, der Schweiz und Belgien. Belgien ist ja ein spezieller Fall. David Kulpers versucht, ihn zu erklären.
Den Beitrag über Österreich durfte ich beisteuern. Conclusio: „Finanzielle und strukturelle Fragen stehen in der Aufstiegsfrage in den oberen drei Ligen seit längerem stärker im Zentrum der Debatte als sportliche Qualifikationen.“

Eine Reportage blickt auf die Vereinsfusionen in Gießen und Fulda ein Jahr danach. Die heftigen Proteste der Fanszene der Borussia Fulda gegen die Eingliederung in den Lokalrivalen zur SG Barockstadt Fulda-Lehnerz werden zwar berichtet, aber der Vereinsführungsstandpunkt kommt im Text positiver bewertet vor.

Weitere Themen im Heft sind Vereinsgeschichte und aktuelle Situation beim I. SC Göttingen 05, dem VfR Mannheim („Der Klub zieht bei Auswärtsspielen viele Besucher an und wird stets als ‚Deutscher Meister von 1949‘ begrüßt.“) und bei Alemannia Aachen sowie das Land Oman.

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Zeitspiel 15



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#15 (II/2019)
100 S.









„Überleben im Turbokapitalismus“ war das Titelthema der Premierenausgabe der Zeitschrift. Vier Jahre danach gibt es auf 41 Seiten ein Update zur Situation des deutschen Amateurfußballs abseits von Geld, Glanz und Glamour. Konkrete Problemfelder des Amateurfußballs werden benannt und beschrieben. Ausgewählte Vereine werden als Best Practice für Profibereich, Mittelbereich und Unterbau vorgestellt.

Berichtet wird über einen mehr als beachtlichen, numerisch aber letztlich missglückten Rekordversuch beim KSV Hessen Kassel, zum Spiel gegen den KSV Bauntal den Fünftliga-Rekord von Waldhof Mannheim aus dem Jahr 2011 mit 18.313 Zuschauerinnen und Zuschauern zu überbieten. 15.488 kamen schließlich, weniger als die 16.500 im Vorverkauf verkauften Karten da viele von Unternehmen gekauften Karten nicht in Anspruch genommen wurden. „So gewaltig die Kulisse für ein Fünftligaspiel war, so eigentümlich die Atmosphäre.“ bilanziert Hardy Grüne den Nachmittag.

Sehr informativ ist erneut der Rückblick auf die Saison 2018/19 in den deutschen Ligen von der 3. Liga abwärts bis zu den Oberligen. Man erfährt eine Fülle von Details und Eindrücken. Die wunderschöne Sportanlage des ostdeutschen FSV Kali-Werra Tiefenort wird weiters als „schönstes Amateurstadion des Landes“ vorgestellt und das abgedruckte Panoramafoto lässt einen dazu neigen, dem zuzustimmen. Das durch Johannes Brattke verliehene Ehrenzeichen „Schmankerl“ dafür verstehen Ortsansässige wohl allerdings nicht. Weitere Themen sind das Fußballland Djibouti sowie Geschichte und Gegenwart des FC Hanau 93, ältester hessischer Fußballverein und Gründungsmitglied des DFB.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Zeitspiel 14



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#14 (I/2019)
100 S.








„Die andere Hälfte – Frauen und Fußball“ ist das Titelthema, dem ein vierzigseitiger Schwerpunkt im Heft gewidmet ist. Es wird auf den ersten Durchbruch des Frauenfußballs im und nach dem Ersten Weltkrieg und den anschließenden, bis in die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs dauernden Rückschlag geblickt, als die Verbände wie der DFB, aber auch der ÖFB, ihren Vereinen unter Strafandrohung verboten, Frauen auf ihren Plätzen Fußball spielen zu lassen. Ein Artikel beschäftigt sich mit dem Mythos des Dick, Kerr Ladies FC, die im englischen Preston während und nach dem Ersten Weltkrieg die Massen begeisterten, als der Betrieb der Football League kriegsbedingt ruhte. Vor allem Benefizspiele waren beliebt, 35.000 sahen 1919 ein solches Match zwischen den Dick, Kerr Ladies und den Newcastle United Ladies im St James' Park oder 53.000 eines gegen die St Helens Ladies im ausverkauften Goodison Park mit 14.000 weiteren Leuten vor den Toren, berichtet Bernhard Ubbenhorst. „Der männerdominierten Football Association war der phänomenale Erfolg des Frauenfußballs suspekt. Man änderte schließlich die Regularien und verbot im Dezember 1921 seinen Vereinen die Organisation von Frauenfußballspielen.“ Frankreich und die deutsche Frauen-Bundesliga werden noch genauer betrachtet und Nadine Strathmann berichtet aus ihren Erfahrungen aus 25 Jahren als Fußballspielerin. Weitere Perspektiven zum Agieren von Frauen im Fußball bringen eine Journalistin, eine Fanaktivistin und eine Groundhopperin ein. Über die Entstehung des Ultrasupports der PSG-Frauen nach dem Rauswurf der Fankurven im Prinzenparkstadion 2010 wird auch berichtet.

Weitere Themen im Heft sind u.a. Höhen und Tiefen des 1. FC Bocholt und von Notts County, Fanfotos aus Brasilien und ein Portrait von Altona 93. In der Reihe Singing Area stellt Uli Hesse die Geschichte der Wiederentdeckung der Hymne Rapid bin ich und sag' es stolz im Zuge der Gründung des Rapideum vor.

Donnerstag, 14. März 2019

Zeitspiel 13



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#13 (IV/2018)
100 S.







Den „Wendejahren“ der Saisonen 1988/89 bis 1990/91 im deutschen Fußball widmet sich das Zeitspiel in seinem ausführlichen Schwerpunkt. Während in Westdeutschland über die Bundesliga in der Krise und Ligenreform diskutiert wurde, stürzte die DDR in sich zusammen und auch im Fußball galt es, mit der sich laufend verändernden neuen Situation umzugehen. Auf 43 Seiten werden die Ereignisse jener Jahre nachgezeichnet, Organisationen und Funktionäre zum Zeitpunkt der Wende in Ost und West vorgestellt, die verschiedenen Lebenswelten dargestellt und die Folgen der Vereinigung für den ostdeutschen Fußball mit „Exodus und Resignation“ beschrieben. Die fatale Situation, dass nur acht der 14 DDR-Oberligisten in den gesamtdeutschen Profifußball eingegliedert wurden und prominente Vereine in die Amateurspielklasse kamen, wird an vielen Stellen erwähnt. Eine Gegenstimme gibt es nur einmal, als in einer Gesprächsrunde der ostdeutsche Fußballjournalist Gottfried Weise meint, „von der fußballerischen Qualität her war es schon in Ordnung“.
In Exkursen werden das Europacupspiel von Hansa Rostock bei Baník Ostrava im September 1989, bei dem ein Sonderzug Auswärtsfans von der tschechoslowakischen Polizei mit Gewalt retourgeschickt wurde, sowie der geplatzte WM-Traum der DDR im November 1989 behandelt, als die DDR gegen Österreich ein Unentschieden benötigt hätte, allerdings 3:0 verlor und die Spieler heftig von Abgesandten deutscher Bundesligisten umworben wurden.

Weitere Themen im Heft sind u.a. Geld im Amateurfußball, Streit bei Tennis Borussia Berlin, Nîmes Olympique, Völklingen, Schwaben Augsburg, Eintracht Trier und Rot-Weiss Essen.

Donnerstag, 9. August 2018

Zeitspiel 12



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#12 (II/2018)
100 S.







Auswärtsspiele sind das Thema der Ausgabe. „Wer das erste Mal zum Auswärtsspiel fährt, verändert sein Leben.“ stellen dazu Hardy Grüne und Frank Willig im Vorwort fest: „Auswärts trennt den Fan vom reinen Zuschauer. Und das schon seit Anbeginn der Fußballgeschichte.“ Im ausführlichen Schwerpunkt wird dem Thema Auswärtsfahren auf 30 Seiten nachgegangen und dabei manche Kuriosität und Anekdote aus der deutschen Fußballgeschichte gebracht. „Auch einer der ältesten Anfeuerungsrufe im deutschen Spitzenfußball entstand auf einer Auswärtsfahrt: Am 29. Mai 1927 reisten etwa 1.500 Fans von Hertha BSC per Sonderzug nach Leipzig, wo ihr Team im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft auf die SpVgg Fürth traf. Was genau passierte, ist bis heute Gegenstand von Spekulationen. Als die Hertha-Fans in Leipzig ankamen, hatten sie jedenfalls den Schlachtruf ‚Ha-Ho-He – Hertha BSC‘ ersonnen und gaben ihn im Probstheida-Stadion sogleich zum Besten.“
Die Reise, die Hoffnungen und Erwartungen auf der Fahrt, der Reiz des Fußballs an anderem Ort als im eigenen Stadion, etc. „Weil es ab einem Punkt zur Selbstverständlichkeit wird, weil man seinen Verein nicht allein lässt. Weil man ab einem gewissen Punkt einfach keine Wahl mehr hat.“ bringt der Bregenzer Benjamin Fogarasi in einer Befragung die Faszination des Auswärts-Allesfahrens auf den Punkt: Irgendwann ist das Auswärtsspiel genauso eine Selbstverständlichkeit wie das Heimspiel geworden.

Weiters werden im Heft der SV Arminia Hannover und der FSV Frankfurt portraitiert und mittlerweile schon traditionell ein faktenreicher Rückblick auf die Saison 2017/18 in den deutschen Ligen von 3. Liga bis zu den einzelnen Oberligen erstellt. Interessant ist dabei u.a. das ligenübergreifende Zuschauerinnen- und Zuschauerzahlenranking. Interessant ist auch eine Betrachtung der palästinensischen Fußballgeschichte.

Mittwoch, 18. April 2018

Zeitspiel 11



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#11 (I/2018)
100 S.







Die bevorstehende WM in Russland bringt Russland-Schwerpunkte. Hier widmet man sich der sowjetischen und russischen Fußballgeschichte zwischen Kaliningrad und Kamtschatka. Man liest interessiert und lernt viel über die Anfänge des russischen Fußballs in St. Petersburg, die Umbrüche durch politische Veränderungen in der Sowjetunion und die Entwicklungen seit 1991. Der Blick auf die Gegenwart verrät, dass die großen Vereine „entweder abhängig von mächtigen Oligarchen oder Spielzeuge in den Händen von Regionalfürsten sind. Kaum ein russischer Profiklub arbeitet wirtschaftlich.“ Wie bei den thematischen Schwerpunkten hier üblich, erfreut einen Fülle an Fakten bei der Lektüre − etwa die Kurzportraits von Vereinen aus den 40 Städten, die den russischen Fußball seit den 1930er Jahren geprägt haben. Interessant ist die Beschreibung der Entwicklung der Fankultur, die aufgrund der politischen Situation in der Sowjetunion speziell war. Die Repressionswelle nach dem Stadionunglück im Moskauer Luschniki-Stadion, wo 1982 offiziell 66 aber wahrscheinlich 102 Menschen aufgrund organisatorischer Mängel ums Leben kamen, führte zu einer Radikalisierung. Heute dominiert rechtsextreme Politik die Fanszenen.

Weitere Themen sind u.a. die Fußballgeschichte Luxemburgs und die süddeutschen Meistertitel des Straßburger FV 1899 und 1900. Die harte jüngere Vergangenheit mit sportlichem Absturz und die schwierige Gegenwart von Alemannia Aachen („Zwischen Hoffen und Bangen“) und Energie Cottbus wird näher betrachtet. Ein trauriges Bild ist der abgedruckte Zustand der Bauruine des großteils abgerissenen Saarbrücker Ludwigsparkstadions, wo der Umbau vor einem Jahr gestoppt wurde. Kai Tippmann berichtet über die üblichen Konkurse, Vereinsauflösungen und -neugründungen in ItalienVicenza Calcio schickt sich aktuell an, der 147. italienische Fußballklub zu werden, der allein in den letzten 15 Jahren das Zeitliche segnet. Das sind ungefähr zehn Vereine pro Saison.“

Samstag, 20. Januar 2018

Zeitspiel 10



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#10 (IV/2017)
100 S.







Die Titelgeschichte erzählt von tragischen Geschichten vieler Vereine, die in den letzten Jahrzehnten knapp am Aufstieg in die deutsche Bundesliga gescheitert sind und sie dann nie erreichten. Dabei geht es auch um die Vereine, die bei der Gründung 1963 die damals vom DFB geheimgehaltenen Qualifikationskriterien nicht schafften. Manche stiegen später in die Bundesliga auf, aber andere kamen nie mehr so nah heran. „Fünfmal waren die Lila-Weißen (VfL Osnabrück) zwischen 1969 und 1973 in der Bundesliga-Aufstiegsrunde dabei − geschafft haben sie es nie. [...] Bayreuth, Pirmasens, Hof und Schweinfurth scheiterten Mitte der 1970er unterschiedlich knapp am Bundesliga-Aufstieg − und verschwanden kurz darauf − jeweils finanziell gebrochen − im Amateurlager.“ Die Geschichte des Scheiterns von VfL Osnabrück, SpVgg Bayreuth, FK Pirmasens, Freiburger FC, VfB Oldenburg, Wacker 04 Berlin, VfB Bottrop, SC Leu 06 Braunschweig SV Alsenborn, SSV Reutlingen 05, Hertha Zehlendorf, Arminia Hannover, Göttingen 05, Rot-Weiss Essen, Bayern Hof, 1. FC Union Berlin, SV Meppen und FC Gütersloh wird genauer betrachtet. Als „König der Gescheiterten“ wird Hessen Kassel vorgestellt, die zwischen 1983 und 1986 viermal den Aufstieg in die Bundesliga knapp verpassten. Dazu werden auch in kurzen Absätzen die Vereine genannt, die es seit 1963 nur zu einem Kurzgastspiel in die Bundesliga gebracht haben. Ein eigener Artikel behandelt die Fast-DDR-Oberligisten Motor Nordhausen, Motor Babelsberg, Motor Werdau, Dynamo Fürstenwalde und BSG Motor Ludwigsfelde. Ein weiteres Mal ein spannender Schwerpunkt, dessen Lektüre man mit unfassbar viel neuem Wissen beendet.

Immer wieder interessant sind im Heft die Kurzmeldungs-Rubriken Neues aus dem Unterbau, Klubs in der Krise sowie Zeitspiel international aus denen man doch immer wieder einiges an Nachrichten erfährt, die man sonst nicht gelesen hätte oder die einem entgangen wären. Beim Kurzbericht über das Ferencváros-Boykottende hat man hier aber leider einige Fakten falsch (einen sehr guten Überblick gibt es im Ballesterer 128). Die Stadion von Sparta Rotterdam, Anker Wismar und Wacker Nordhausen werden präsentiert sowie traurige Bilder vom Abriss des Stade du Ray in Nizza gezeigt. Eine spannende Geschichte ist auch der Artikel von Ronny Klein darüber, wie Aktivist Schwarze Pumpe aus Hoyerswerda 1970 aus politischen Gründen aus der DDR-Liga (der zweithöchsten Spielklasse) in die Bezirksliga zurückgestuft wurde. Um den olympischen Gremien im Vorfeld der Spiele von 1972 die Durchsetzung der Amateurregelung zu zeigen, wurde ein willkürliches Exempel statuiert, das auch berufliche Konsequenzen für Trainer und Funktionäre hatte. Weitere Themen in der Ausgabe: Panama und Atlas Delmenhorst.

Endlich gibt es auch wieder eine Folge der in ihrer Detailtiefe großartigen Serie zur schlesischen Fußballgeschichte. Diesmal schreiben Hardy Grüne und Till Scholz-Knobloch über den oberschlesischen und polnischen Fußball im Zweiten Weltkrieg. Die organisatorischen Änderungen durch den Krieg und seine Abläufe werden nüchtern referiert. Aufgrund ihrer Unterdrückungsideologie wurde Polinnen und Polen von den Nazis etwa nicht nur der höhere Schulbesuch über Volksschulkenntnisse hinaus verboten sondern auch das Fußballspielen. Im Untergrund und widerständig wurde dennoch gespielt, was die deutschen Besatzungssoldaten mit Folter und Tod bestraften, wo sie konnten: „Ab 1943 nahm der Druck der Besatzer spürbar zu, und aus Furcht vor SS-Aktionen mussten die Spiele auf zweimal 25 Minuten verkürzt werden. Dennoch kam es immer wieder zu Vorfällen. Am 29. August 1943 beispielsweise schossen SS-Männer im Warschauer Vorort Konstancin in die Zuschauermenge und töteten mehrere Menschen.“ Wie berichtet wird, geht Autor Juliusz Kulesza in einem 2012 erschienen Buch davon aus, dass während der Nazi-Besatzung etwas 5.000 polnische Fußballer in das KZ Auschwitz kamen, weil sie sich über das Verbot hinweg gesetzt hatten.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Zeitspiel 9



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#09 (III/2017)
100 S.







Die vielfältige und geschichtsträchtige Fußballstadt Leipzig (Gründungsstadt des DFB 1900, VfB Leipzig erster deutscher Meister 1903) steht im Zentrum dieser Ausgabe (37 Seiten). „Keine vergleichbare Stadt in Deutschland hat ein derartiges Spektrum zu bieten. Auf der einen Seite das kantenfrei geformte Marketingprodukt RB, das für viele Leipziger Fußballfreunde wie ein Segen daherkommt. Auf der anderen Seite ein Klub wie Roter Stern, quasi ein FC St. Pauli in Reinform, bar jeglichem Kommerzgetüddel und gefüllt mit Leidenschaft, klarer politischer Botschaft und tiefer Liebe zum Fußball Zwischen diesen Extremen mäandrieren die reinkarnierten Traditionsgemeinschaften aus DDR-Zeiten, 1. FC Lokomotive und BSG Chemie, sowie mit dem FC International ein Newcomer, der praktisch jedem ein Rätsel aufgibt.“ Diese Fußballvereine sowie das Marketingprodukt werden näher beleuchtet und weitere Leipziger Vereine kurz vorgestellt. Die konfliktreiche und politisch aufgeladene Fangeschichte von Lok und Chemie wird umschifft indem das Thema weitgehend außen vor gelassen wird. Das ist schade und eine Lücke. Gerade bei Chemie gibt es dazu ja umfangreiche Publikationen. Dennoch erfährt man hier viel über die jeweilige Vereinsgeschichte. Ratlos und unschlüssig lässt allerdings die Gesprächsrunde von vier Anhängern der oben genannten Vereine und einem Dosenunternehmen-Kunden zurück.

Faszinierend ob der Arbeit, die dahintersteckt, ist ein Rückblick auf die Saison 2016/17 in der deutschen 3. Liga, den vier Regionalligen und 13 Oberligen. In einem Absatz wird der Saisonerlauf kurz umrissen, kleine Geschichten werden erzählt, die Tabelle abgedruckt und ein besonderes Augenmerk auf die Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer gelegt. Die versammelten Statistiken sind spannend. Ist der Unterschied des Schnitts zwischen Bundesliga (41.515) und 2. Bundesliga (21.738) noch nachvollziehbar, ist der Abstand zur 3. Liga (5.723) dann doch groß. Zwei bemerkenswerte Erkenntnisse sind die Spreizung auf Regionalligaebene (Regionalliga West 1.816 gegenüber Regionalliga Nord 707) und die durch die Bank niedrigen durchschnittlichen Zuschauerinnen- und Zuschauerzahlen in den Oberligen (von 161 in der Oberliga Mittelrhein bis 333 in der Oberliga Nordost-Süd). Natürlich gibt es aber große Unterschiede zwischen den Vereinen. So hatte Chemie Leipzig mit einem durchschnittlichen Besuch von 1.834 in der Oberliga Nordost-Süd mehr Leute im Stadion als vier Drittligisten zwei Spielklassen höher, aber in der gleichen Liga Schott Jena in denselben 30 Saisonspielen nur einen Schnitt von 88 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Weitere Themen sind das Stadion von Pirmasens und die Fußballgeschichte von Schweinfurt sowie der DR Kongo.

Sonntag, 11. Juni 2017

Zeitspiel 8



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#08 (II/2017)
100 S.





Die Finanzierung von Fußballvereinen durch externe Geldgeber im Laufe der Geschichte ist der Schwerpunkt dieser Ausgabe. Seit mehr als einem Jahrhundert sind das Geld und Geldgeber für den Spitzenfußball Thema im deutschen Fußball, wie Zeitspiel in genauerer Betrachtung einzelner Epochen herausarbeitet. Doch ihre Rolle hat sich verändert: „Im Fußball verbrennt man kein Geld mehr (wie es der klassische Mäzen über Jahrzehnte tat), im Fußball verdient man heute Geld.“
In einer Typologie wird unterschieden zwischen Investoren − „Er betrachtet den Verein als Objekt, mit dem er mittel- oder langfristig Geld verdienen will.“ − sowie Mäzenen oder Gönnern, die keine direkte Gegenleistung erwarten − „Allerdings hofft er häufig auf eine positive Beeinflussung der öffentlichen Meinung über seine Person.“ − und Sponsoren, deren finanzielle Unterstützung explizit Öffentlichkeitsarbeit im eigenen Interesse ist und konkrete Gegenleistungen vorsieht − „Das betrifft in der Regel einen angestrebten Imagegewinn.“ „Industrievereine“, jüdische Mäzene, Patriarchen, „Unternehmensvereine“ (direkte Werbung) und viele Fallbeispiele aus dem letzten Jahrhundert werden erörtert.

Weiters gibt es im Heft neben vielerlei Informationen ein liebevolles Portrait der Fußballstadt Prag und seiner Vereine sowie Reportagen vom Afrika-Cup und über Viktoria Köln .

Mittwoch, 8. Februar 2017

Zeitspiel 7



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#07 (I/2017)
98 S.





China, Teil I: Das Thema China liegt im Fußball derzeit in der Luft. Zeitspiel beleuchtet in einer gewohnt ebenso tiefgehenden wie ausführlichen Titelgeschichte „Chinas globale Fußballoffensive − und was sie für Europa bedeutet.“ 2015 beschloss die kommunistische Partei Chinas einen Masterplan zur Entwicklung Chinas zum Fußballland. Seither wurde im Land in den bis 2010 arg korruptionsgeplagten Fußball investiert und chinesische Oligarchen begannen sich in Europa in Vereine einzukaufen, um Know-How zu gewinnen. Das alles ist Teil der politischen Legitimationsstrategie des Regimes zum Erhalt der eigenen Herrschaft über die Milliarde Menschen im Land. Die Privatinvestitionen von Firmen und Einzelpersonen sind Teil des Herrschaftssystems nach der Devise „Du stützt den politischen Kurs der Regierung und wirst dafür mit Handelsspielräumen belohnt.“ Diktatur, Verweigerung der Menschenrechte und staatliche Unterdrückung freier Meinungsäußerung sind gegenwärtig so stark wie schon lange nicht und als identitätsstiftend dient der Parteiherrschaft ein chinesischer Nationalismus, der im Fußball gut verwirklicht werden kann. Die Annahme, es ginge hier um Sport oder eine Entwicklung um des Fußballs willen, ist naiv. In der Titelgeschichte und weiteren Artikeln zum Thema erfährt man hier viel über die aktuelle Thematik sowie die chinesische Fußballgeschichte.
Einen realistischen Blick abseits von üblicher touristischer Oberflächlichkeit vermittelt ein Besuchsbericht von Schalke-Fan Bea: „Bedrückend fand ich die Armut überall. Es gibt nur wenige Menschen, die wirklich Geld haben. Viele wohnen in echten Löchern oder in ihren Geschäften und schlafen da auf ihren Waren. Auf den Straßen sieht man zwar keine Bettler, aber viele Leute sind wirklich bitterarm.“

Weiters erfährt man im Heft über die Fußballgeschichte Chiles sowie jene der Kickers Offenbach und der schlesischen Peripherie bis zum Zweiten Weltkrieg. Wieder einmal ein Heft, mit dem man eine Menge neues Wissen erhalten und viel gelernt hat.

Samstag, 10. Dezember 2016

Zeitspiel 6



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#06 (IV/2016)
98 S.





Eine geballte Ladung historischer Informationen in gut geschriebenen und kurzweilig zu lesenden Artikeln auf hundert Seiten bietet das Zeitspiel wieder. Die Hälfte des Umfangs (52 Seiten) ist dem Titelthema Derbys und Rivalitäten gewidmet. Die Tour d'Horizon beginnt mit einer kurzen Geschichte von Rivalitäten im hochklassigen Fußball, wobei das Spiel des Hallam FC gegen den Sheffield FC am 26.12.1860 als ältestes Derby der Welt (beide Vereine existieren noch und treffen regelmäßig aufeinander) und das erstmals 1898 ausgetragene Hamburger Derby zwischen dem SC Victoria und Altona 93 (derzeit in der Oberliga Hamburg) als ältestes Derby in Deutschland genannt werden. Anschaulich wird Verknappung und Zuspitzung der Derbys durch die Ligenreformen und Entstehung überregionaler Ligen dargestellt: Da es bis in die 1920er Jahre in Deutschland nur kleinräumige Ligen gab, waren diese voller Derbys. 1933 wurden durch die Einführung von 16 Gauligen als oberste Spielklassen aus 550 Erstligisten nur mehr 160. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden daraus sechs Oberligen (fünf in der BRD, getrennt davon eine in der DDR), womit es nur mehr 100 Erstligisten gab. Die Einführung der Bundesliga in Westdeutschland 1963 war dann der letzte große Einschnitt: Aus 88 Erstligisten wurden 30 (16 in der Bundesliga der BRD, 14 in der Oberliga der DDR). „Erstligaderbys − seit über fünf Jahrzehnten fester Bestandteil jedes Fußball-Wochenendes − wurden nun zur Ausnahme.“

Im Kapitel über Vereinswechsler zwischen Derbyrivalen wird als Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit der Fall des ehemaligen Austria-Ultras Maximilian Entrup genannt, der 2016 als Spieler zu Rapid wechselte. Das ihm geltende Spruchband beim ersten Meisterschaftsspiel wird im Text der falschen Ultragruppe zugeordnet, aber sonst ist die Beschreibung im kurzen Absatz zutreffend. Fangeschichte wie Auseinandersetzungen, Derbychoreographien etc. ist kein eigenes Thema im Heft.

Sehr wertvoll und in der Zukunft sicher gern zum Nachschlagen benutzt wird eine recht umfassend erscheinende lexikalische Auflistung von Derbyrivalitäten in Deutschland. Interessant sind die Fallbeispiele unterschiedlicher Entwicklung von Stadtderbys, wenn etwa in Frankfurt aus Rivalität zwischen FSV und Eintracht ein freundliches Verhältnis geworden wäre oder − besonders spannend zu lesen − wie in Freiburg der jahrzehntelange Platzhirsch FFC, bis 1982 in der 2. Bundesliga, in den 1970er/80er Jahren vom aufstrebenden SC Freiburg in allen Belangen überholt und in die sportliche Bedeutungslosigkeit gestürzt wurde.

Eine Rundumschau zu den wichtigsten Derbys weltweit − bis nach Asien und Afrika − kann natürlich nicht fehlen, ebensowenig wie die Nennung des großen Wiener Derbys. Das eine oder andere Detail ist knapp daneben (Rapid wurde nicht in Hütteldorf gegründet und der deutsche Meistertitel wurde nicht 1942 gewonnen), aber in der Fülle an Fakten und Informationen soll und kann das keineswegs den positiven Gesamteindruck des Hefts schmälern. Bei manchem Land hätte man hier sehr viel mehr schreiben können, aber das hätte natürlich das Ziel des kursorischen Überblicks in kurzen Worten verfehlt.

Weiters gibt es im Heft Lektüre zur Ligageschichte in Wales und ein Vereinsportrait von Tennis Borussia Berlin.

Freitag, 9. September 2016

Zeitspiel 5



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#05 (III/2016)
98 S.





Dem hundertjährigen Jubiläum der südamerikanischen Kontinentalmeisterschaft der Nationalmannschaften, der Copa América, widmet sich die fünfte Ausgabe ausführlich. Seit 1916 wird das bis 1975 Campeonato Sudamericano genannte Turnier ausgetragen, länger als die Weltmeisterschaft (seit 1930) oder die Europameisterschaft (seit 1960). 1916 wurde auch der südamerikanische Fußballverband CONMEBOL gegründet, lange vor der UEFA (1954). Man liest hier von Aufs und Abs im Laufe der Jahrzehnte, regulären Turnieren und „Extraordinarios“ wie dem Jubiläumsturnier 2016 in den USA. Im großen Artikel wird über das Abflachen der Bedeutung der Copa berichtet, aufgrund der Bedeutung des 1960 hinzugekommenen Vereinswettbewerbs der Copa Libertadores, aber vor allem der heutigen Verankerung praktisch aller Spitzenspieler in Europa, wo die Champions League dominiert. In den Interviews beteuern die Gesprächspartner hingegen die Bedeutung des Nationalmannschaftsbewerbs für den jeweiligen Nationalismus der Länder. Beides wird wahr sein, oder wie es Jan-Henrik Gruszecki formuliert: „Für die Fans ist die Bedeutung der Copa immer noch massiv, für die Spieler ist sie aber leider gesunken.“

Viele weitere Informationen rund um Vereine und Stadien in aller Welt kann man hier wie mittlerweile gewohnt erfahren. Lehrreiche Lektüre sind etwa eine faktenreicher Überblick über die Fußballgeschichte von Neukaledonien im Pazifischen Ozean, von seinen Anfängen, den Beziehungen zum Kolonialherren Frankreich, bekannten Vereinen und einem Groundhopperinterview über Stimmung, Land und Leute − wo kann man derart Exotisches in dieser Qualität sonst lesen? − und eine weitere Folge der hochgeschätzten Serie über die Fußballgeschichte Schlesiens, diesmal über die deutschen Vereine im polnischen Teil Schlesiens der Zwischenkriegszeit wie den 1. FC Kattowitz. Der norddeutsche VfB Lübeck wird im Heft ebenfalls portraitiert, wo seit heuer mit Rolf Landerl ein Wiener Trainer ist.

Freitag, 10. Juni 2016

Zeitspiel 4



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#04 (II/2016)
98 S.





Dem Land Frankreich ist der 44-seitige Schwerpunkt des Hefts gewidmet, der fast die Hälfte der Ausgabe ausmacht. In mittlerweile schon gewohnt ausgezeichneter, tiefgehender und thematisch umfangreicher Manier erfährt man viel über die Geschichte des Fußballs ins Frankreich. Besonders aufmerksam studiert wurden die beiden Seiten, in denen das Fußballland Frankreich in Kurzportraits von fünfzig Städten präsentiert wird, die den französischen Fußball seit den 1890er Jahren geprägt haben (alles mögliche Reiseziele). Viel interessantes Neues lassen aber auch die Artikel zur Entwicklung der Fankultur in Frankreich erfahren, oder jene über die Legenden Stade Reims und AS Saint-Étienne, den geschichtslosen Pariser Fußball „in einem Land, das sich mit Hingabe der Vergangengheit rühmt und als ausgesprochen geschichtsbewusst gilt“, wo von den drei Profivereinen der Île-de-France neben dem erst 1970 gegründeten PSG Red Star, Paris FC und US Créteil „nur Red Star eine Verbindung zur Pionierzeit des Fußballs“ hat, sowie die Fußballregionen Marseille, die Bretagne, Korsika, den Norden und den Osten.

Weiters gibt es im Heft etwas über die Stuttgarter Kickers oder Waldhof Mannheim sowie eine Reportage über Fußball in Nordkorea, samt Interview mit einem Groundhopper, der eine der geführten Reisen dort unternommen hat, und einem Inserat desjenigen staatlichen Reiseanbieters, der Groundhoppingtouren für Länderpunktsammler zur Deviseneinnahme für die Diktatur verkauft.

In der Rubrik Klubs in der Krise wird über diverse finanzielle Pleiten und Krisen in Deutschland und Europa rapportiert. Zum Eintrag über Recreativo de Huelva durfte ich ein Bild aus dem Stadion beisteuern.

Mittwoch, 23. März 2016

Zeitspiel 3



Rezension


Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
#03 (1/2016)
98 S.





Erst die dritte Ausgabe und doch möchte man das Zeitspiel-Magazin nicht mehr missen. Die Dichte und Qualität an Informationen, die man hier geboten bekommt, ist schier unglaublich. Erstaunlich sind jedes Mal wieder Länderportraits wie diesmal Ecuador, wo man alles über Fußballgeschichte und Vereine eines solchen Landes erfährt, das doch abseits des Blickfelds liegt. Dazu wieder ein Portrait eines gefallenen Traditionsvereins und seines Stadions (Wuppertaler SV) und eine weitere Folge der Serie über Schlesien, die einen mittlerweile schon in ihren Bann gezogen hat.

Mit einer gesellschaftlich aktuellen Themenstellung beschäftigten sich Hardy Grüne, Dietrich Schulze-Marmeling und Frank Willig im Schwerpunkt Flucht, Vertreibung, Migration, Integration. Sie blicken auf die Migrationsgeschichte im deutschen Fußball und spannen dabei einen weiten inhaltlichen Bogen: Ohne britische Migranten, die Ende des 19.Jh. zur Arbeit in alle Welt ausschwärmten, gäbe es keinen globalen Fußball. Deutsche Auswanderer brachten den Fußball nach Brasilien oder Nordamerika. Die erste migrantische Fußballgeneration in Deutschland waren die polnischen Arbeitsmigranten, die seit den 1870er Jahren aus den heute in Polen liegenden Ostprovinzen des Deutschen Kaiserreichs zu hunderttausenden zur Arbeit in Bergbau und Industrie ins westdeutsche Ruhrgebiet kamen. So „wurde der aufstrebende FC Schalke 04 mit seinen Stars Szepan, Kuzorra, Tibulski, Zurawski etc. als ,Polacken- und Proletenverein‘ bezeichnet.“ Die Vertreibungen und Morde der Nazis werden im Artikel kurz gestreift (würde wohl den Rahmen sprengen), dann wird über die Generationen der Ostvertriebenen und Flüchtlinge infolge des Zweiten Weltkriegs und die später angeworbenen „Gastarbeiter“ berichtet. Sie gründeten sowohl auch eigene Fußballvereine, aber auch ihre Integration erfolgte teilweise über den Fußball. Der DFB verwehrte aber bis in die 1960er Jahre die Teilnahme von Ausländern am westdeutschen Fußballbetrieb. Alleine im Bundesland Nordrhein-Westfalen agierten damals mehr als 80 ausländische Fußballmannschaften außerhalb des DFB-Spielbetriebs, was schließlich zu einer unhaltbaren Situation geführt hatte, wie Zeitspiel berichtet. Ab 1971/72 durften Ausländer dann gleichberechtigt im westdeutschen Amateurfußball teilnehmen. Da gab es aber auch schon einige „Gastarbeitervereine“. Der Berliner Verein Türkiyemspor erregte in den 1980er Jahren Aufsehen und Aufregung, als sie von zahlreichen Fans unterstützt an der 2. Bundesliga anklopften. Als Beispiel eines Vereins, der heute an Integration arbeitet, wird Wacker München präsentiert.

Mit einer Weltkarte werden einige von Flüchtlingen und Migranten gegründete Verein kurz dargestellt, von AEK in Athen über die Boca Juniors in Buenos Aires bis hin zum palästinensischen Verein Al-Widhat in Jordanien. Angesichts der Fülle an weiteren Beispiele, die es hier gäbe (allein in Griechenland gibt es ja viele Beispiele), hätte man hier mehr daraus machen können. Aber ich will nicht hoffärtig sein. Die Botschaft, dass migrantische Fußballvereinsgründungen ein globale Geschichte sind, wird deutlich. Interessant ist ein Interview mit einem Deutschen mit bosnischen Wurzeln über seine Identität, da er Deutschland zwar als Zuhause und Heimat begreift, sein fuballerisches Herz aber in (FK Sarajevo) und an Bosnien hängt. Als Groundhopper hat er eine erfreuliche Präferenz: „Meine Nummer eins ist jedoch Rapid Wien, schon aufgrund persönlicher Erfahrungen und Erlebnisse. Fantechnisch bin ich bei Rapid-Spielen noch nie enttäuscht worden.“