Sonntag, 16. Mai 2021

Sturm Graz – Rapid 4:1 (0:1)

Bundesliga, Oberes Play-off, 9. Runde, 16.5.2021
Stadion Liebenau, unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Wechselndes Wetter und wechselndes Spielglück. Ein 0:1 aus der Hand gegeben und 4:1 verloren. Die nach gefährlichen Sturm-Chancen nach zwanzig Minuten erzielte Rapid-Führung in einer über mehrere Stationen aus der eigenen Hälfte schön gespielten Aktion mit Fountas-Stangenschuss und Kara-Verwertung des zurückkommenden Balls als Abschluss war die beste Szene des Spiels. In der letzten halben Stunde spielte nur mehr Sturm und erzielte vier Tore.
Anfeuerungsrufe für Sturm erfolgten aus der unlängst im Ballesterer zur Prominenz gekommenen Wohnung im Stadionturm sowie diesmal auch von weiteren Sturm-Fans außerhalb im Nordwesteck (hier mit einem Megaphon verstärkt und mit etwas mehr Beleidigungen für Rapid-Akteure).
Die dritte Niederlage in Folge im dritten Anlauf, den zweiten Tabellenplatz und die damit einhergehenden Europacup-Einstiegsmodalitäten in der Champions-League-Qualifikation zu fixieren. In der letzten Runde wird der vierte und letzte Anlauf folgen. Kann man darauf noch hoffen, nachdem das Momentum derart verlorenging? Es fällt schwer, das tun. Optimistisch bin ich nicht mehr.

Graffiti für Ivan Osim

Graz, 16.5.2021

Ivan Osim konnte man auch als Gegner immer Respekt zollen. Er war als Trainer nicht nur erfolgreich sondern vor allem auch ein Sir. Auch wenn seine Spieler nicht immer und der seinerzeitige Sturm-Präsident gar nicht dementsprechend agierten – über Osim kann man kein schlechtes Wort sagen. Zu seinem achtzigsten Geburtstag am 6. Mai 2021 feierten den erfolgreichsten Trainer der Geschichte von Sturm Graz Osim-Wandbilder der Grazer Nordkurve.

Ein markantes Osim-Bild ist am Uhrturmschatten zu sehen. Als Werk des Künstlers Markus Wilfing stand im Jahr 2003, als Graz europäische Kulturhauptstadt war, der Uhrturmschatten neben dem Uhrturm, dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Graz, am Schlossberg. Wilfing hatte in den 1990er Jahren sein künstlerisches Konzept der „Schattenobjekte“ entwickelt. Nach dem Ende des Grazer Kulturhauptstadtjahrs wurde der Uhrturmschatten in das Einkaufszentrum Seiersberg am Rand der Stadt umgesiedelt und steht hier als Attraktion und Werbung in einem Kreisverkehr.

Osim-Graffiti an einem Wohnhaus im Grazer Stadtbezirk Puntigam.

Osim-Graffiti an einem Wohnhaus im Grazer Stadtbezirk St. Peter.

Achtzig Jahre Ivan „Ivica“ Osim im Grazer Stadtbezirk Liebenau

Donnerstag, 13. Mai 2021

Rapid II – Young Violets 1:1 (0:0)

2. Liga, 28. Runde, 13.5.2021
Weststadion, unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Remis im Wiener Derby der zweiten Mannschaften in der zweiten Liga. 1:1 – genauso wie in der Hinrunde. Zwei 1:1 in beiden Derbys hatte es auch in der letzten Amas-Derby-Saison 2017/18 gegeben, seinerzeit noch in der Ostliga. Mit dem zweiten 1:1 im neuen Weststadion wie beim ersten Mal bleibt die Rapid II ebenso wie die Kampfmannschaft weiter ohne Derbysieg in diesem Stadion.
Nach schwierigem Beginn mit Druck von der Gegenseite entwickelte sich in der Matinée am Feiertags-Vormittag bei Regenwetter ein Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Nach der Pause gingen die Lilanen in Führung, aber nach schöner Vorarbeit von Sulzbacher und Binder konnte Strunz zwölf Minuten später den Ausgleich erzielen.
Die rote Laterne wurde damit wieder an den SV Horn abgegeben.

Lost Ground Voithplatz St. Pölten

8.5.2021

Ein halbes Jahr nach Abrissbeginn ist vom Voithplatz im niederösterreichischen St. Pölten bis auf den Eingangsbereich wenig übrig. Als letzte große Erinnerung ragen noch die 1988 gebauten Flutlichtmasten in den Himmel. Es sollen hier Wohnungen gebaut werden.
1951 wurde der Sportplatz auf einem Gelände der St. Pöltner Maschinenfabrik Voith mit einem Spiel des 1949 gegründeten Betriebssportverein BSV Voith gegen den SC Rabenstein eröffnet (18:1). BSV Voith war bald erfolgreich und spielte 1958/59 erstmals in der niederösterreichischen Landesliga. Größter Voith-Erfolg waren die Saisonen 1959/60 bis 1963/64 in der damals zweitklassigen Regionalliga Ost.
1973 wurde aus der Fusion von BSV Voith und des 1920 gegründeten SC Furthner Schwarze Elf der neue VSE St. Pölten (VSE für Voith-Schwarze Elf) mit den Vereinsfarben Blau-Schwarz gebildet. Zum ersten VSE-Spiel hier kamen 1.600 Zuschauerinnen und Zuschauer in einem Landesliga-Spiel gegen Herzogenburg. Der größte Erfolg des VSE St. Pölten waren sechs Saisonen in der Bundesliga 1988/89 bis 1993/94. Mit Antonín Panenka 1985 bis 1987 und Mario Kempes 1987 bis 1990 spielten hier dabei zwei begnadete Fußballer in den letzten Jahren ihrer Karriere. Die letzten Jahre des Vereins bis 1998 waren von finanziellen Problemen gekennzeichnet. 1996 ging man in Zwangsausgleich. Nach dem Zweitliga-Abstieg 1998 kam das Ende.
1998 musste der Zweitligist SV Gerasdorf auf Druck des Landeshauptmanns hin mit dem abgestiegenen VSE St. Pölten fusionieren und daraus wurde ein blau-gelber FC Niederösterreich. 1999 fiel man auf einen Hochstapler herein, der einen Investor versprach sowie von Stadionneubau und der Champions League redete, und benannte sich in Flash St. Pölten um. Stattdassen wurde der überschuldete Verein in der Winterpause 1999/2000 aufgelöst.
2000 wurde als inoffizieller Nachfolgeverein der neue Verein SKN St. Pölten gegründet. Inoffiziell, da er zwar die Nachwuchsmannschaften sowie die Spielstätte Voithplatz übernahm und gleich in der 2. Landesliga West beginnen durfte, aber auf die Schulden verzichtete. Am Voithplatz spielte der SKN ab 2001 in der 1. Landesliga, ab 2002 in der drittklassigen Regionalliga Ost und ab 2008 bis zum Umzug in das neue Stadion 2012 in der 2. Liga.
2007 war der Voithplatz zuletzt renoviert worden und war noch bis 2016 in Betrieb. Die St. Pöltner Frauen, damals FSK St. Pölten-Spratzern, spielten hier im Herbst 2015 vor 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern Champions League gegen Verona. Das letzte Spiel fand am 11. Juni 2016 statt: Ein 6:0-Sieg der St. Pöltner Frauen gegen Altenmarkt vor 250 Zuschauerinnen und Zuschauern, mit dem bei strömendem Regen der Meistertitel der Frauen-Bundesliga gefeiert wurde.
Ich selbst habe hier ein Zweitligaspiel 2010 und ein Rapid-Freundschaftsspiel 2011 gesehen.