Mittwoch, 2. März 2016

Block West Echo, 36


Rezension


Block West Echo
#36
Winter 2016
198 S.







Vor einem halben Jahr erschien nach fünfjähriger Pause wieder das Fanzine der Ultras Rapid. Der damals auf 200 Seiten explodierte Umfang wurde auch beim nächsten Heft beibehalten. So gibt es in der neuen Ausgabe wieder viel Lektüre und viele Fotos.

Thema ist u.a. das Weststadion − wie sich die Ultras in die Planungsphase eingebracht haben und was gefällt (Umsetzung einiger Vorschläge in der baulichen Gestaltung) oder nicht gefällt (Kommerzialisierung der Haupttribüne). Im Fanszenen-Rückblick auf die Rapidspiele des Herbsts 2015 wird besonders auf die Europacupspiele näher eingegangen.
Die Freundschaften mit Veneziamestre, Panathinaikos und Nürnberg erhalten wieder viel Raum. Heraus sticht dabei ein Nürnberger Bericht über einen schikanösen Eiertanz, den sie sich mit Polizeibehörden wegen der Ausrichtung eines Gedenkturniers für ein verstorbenes Mitglied liefern mussten. Von Oliver P. gibt es wie in der vorigen Ausgabe einen Reisebericht. Der Weg führte ihn diesmal quer durch Griechenland, wo er diverse Gate13-Klubs besuchte. Hilfe bei der Entstehung der Titelgeschichte des Ballesterer 107 führte zu Rückreisekalamitäten.

Im Herbst gab es mit dem Cupspiel gegen Austria Salzburg ein Wiedersehen nach zehn Jahren Pause. Ein ausführlicher Artikel widmet sich der Rivalität der Ultras beider Vereine in der ersten Hälfte der 2000er Jahre. Er tut das im Bemühen um ehrliche Worte, verschweigt nicht, wenn den Salzburgern ein Tiefschlag gelang, und bilanziert auch durchaus selbstkritisch: „Bleibt am Ende zu sagen, dass es eine wirklich leiwande Zeit war, auch wenn wir im nachhinein betrachtet vieles zu verbissen durch die Mentalità-Brille gesehen haben. Etwas mehr Witz und Ironie hätte uns beiden damals wohl nicht geschadet.“ So etwas ist interessant zu lesen. Nach einer Schilderung des ersten Europacupfinales Rapids 1985 in der vorigen Nummer gibt es als weiteren historischen Rückblick hier nun eine Erzählung der Erlebnisse der Reisen und Spielbesuche der glorreichen Europacupsaison 1995/96 bis zum Finale in Brüssel.

Ein Schmunzeln huscht jedes Mal über mein Gesicht, wenn ich an Sammy Ipoua denke. Beim diesjährigen Cupspiel in Amstetten war er im Rapidsektor zu Gast. Die Ultras führen hier ein Interview mit Ipoua über seine Erinnerungen an Rapid. Danke für einige Erinnerungen und Schmunzler.

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