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Samstag, 1. Dezember 2018

Hoffenheim – Schalke 04 1:1 (0:0)

Deutschland, Bundesliga, 13. Spieltag, 1.12.2018
Rhein-Neckar-Arena, 30.000

Verdientes Remis für Schalke in Hoffenheim. In der Anfangsphase hatte Guido Burgstaller allein vier Möglichkeiten für Tore, traf aber nicht. Der von seinen zwei Saisonen Leihe bei Rapid wohlbekannte weitere Ex-Rapidler Joelinton rackerte ebenso torlos auf der Gegenseite. Aufregung gab es um einen Hands-Elfmeter fünf Minuten vor der Pause. Dieser wurde vom Schiedsrichter unter „Scheiß DFB!“-Gesängen aus dem Schalker Auswärtsblock am Bildschirm nachkontrolliert und die Entscheidung wieder zurückgenommen, nachdem die Spieler sich bereits zur Ausführung aufgestellt hatten. In der 56. Minute gab es einen erneuten umstrittenen Hands-Elfmeterpfiff, diesmal für Hoffenheim, der heftige Reklamationen der Schalker Spieler auslöste und dennoch gegeben wurde. „Ihr macht unseren Sport kaputt!“ hieß es dazu aus dem Gästeblock. Ungeachtet dessen folgte der Hoffenheimer Führungstreffer und die Torhymne aus den Stadionlautsprechern, wofür man beim geschichtslosen Retortenverein eine von der linken, friedensbewegten Hippieband Bots bekannte Melodie aus den 1970er Jahren ausgewählt hat. In der 74. Minute gab es wieder einen Elfmeter, diesmal für Schalke, der den nach der zweiten Hälfte absolut verdienten Ausgleich brachte.
Der laute und gute Schalker Auswärtsblock stimmte sich hör- und sichtbar bereits für das kommende Derby gegen den BVB ein.
Zehn Minuten vor Spielbeginn wurde über die Lautsprecher You'll never walk alone eingespielt und der Stadionsprecher informierte über das Ableben eines jungen Fans. Im Fanblock gab es dazu ein „RIP Linda“-Spruchband und schwarze Luftballons zum Gedenken an die Frau. Es folgten eine Vereinshymne und nach einer Werbeeinspielung die Badner Landeshymne Badner Lied. Im Hoffenheimer Fanblock gab es zu Beginn ein Spruchband gegen Montagsspiele und im Verlauf der ersten Hälfte ein weiteres gegen die Einschränkungen in der Stadt Sinsheim.
Die TSG Hoffenheim wurde 1899 im badischen Dorf Hoffenheim, das seit 1972 in das drei Kilometer entfernte Sinsheim eingemeindet ist, als Turnverein Hoffenheim gegründet. Fußball spielte aber erst der 1920 gegründete Fußballverein Hoffenheim. Die beiden Vereine fusionierten 1945 zur TSG Hoffenheim. Man stieg als Dorfverein 1996 in die Verbandsliga Baden, 2000 in die Oberliga Baden-Württemberg und 2001 in die Regionalliga auf. Seit 1990 unterstützte der Milliardär Dietmar Hopp den Verein und finanzierte dem Dorfverein mit seinem Geld die Aufstiege. Der massive Kapitaleinsatz des Milliardärs begann in den 2000er Jahren. Zur Saison 2004/05 wurde auf Profibetrieb umgestellt und 2005 die Fußballabteilung in eine GmbH ausgelagert, die Hopp zu 96% in seinem Eigentum hat. Aufgrund einer für ihn von der Bundesliga eingeführten Ausnahmeregelung von der 50+1-Regel darf er seit 2015 auch die Mehrheit der Stimmrechte besitzen, da er den Verein mehr als zwanzig Jahre unterstützt hatte. 2006 stieg Hoffenheim unter Trainer Ralf Rangnick in die 2. Bundesliga und 2008 in die Bundesliga auf, überrollte im Herbst 2008 dort alles und jeden, aber beendete die Saison schließlich nur als Siebenter. Seither ist das Milliardärsspielzeug ein etablierter deutscher Bundesligist. Mit dem sportlichen Erfolg kamen Zuschauerinnen und Zuschauer und sogar die Entwicklung von so etwas wie einer Fanszene.
Die Rhein-Neckar-Arena wurde 2009 in Sinsheim eröffnet. Das Stadion bietet 30.150 Plätze. Die Baukosten von 60 Mio. Euro bezahlte wie alles hier großteils Dietmar Hopp.

Montag, 12. November 2012

Fortuna Düsseldorf - Hoffenheim 1:1 (1:1)

Deutschland, Bundesliga, 11. Runde, 10.11.2012
Düsseldorf Arena, 41.200

Keinen Heimsieg schaffte der Aufsteiger, obwohl sie in Führung gegangen waren und durch eine verdiente rote Karte für einen Hoffenheimer einen Vorteil bekamen.
Durch die Stadionlautsprecher gibt es vor Matchbeginn nicht nur, aber doch reichlich Musik der Lokalheroen Tote Hosen zu hören. Das Spiel über sorgte der Fansektor im Eck der Stehplatzkurve für ansprechende Stimmung.
Im Jahr 1895 wurde im Düsseldorfer Arbeiterviertel Flingern der Turnverein Flingern 1895 gegründet. Davon abseits benannte sich 1913 der 1911 gegründete Fußballverein Alemania 1911 in Fortuna 1911 um und fusionierte 1913 mit dem 1908 gegründeten Düsseldorfer Fußballklub Spielverein zum neuen Düsseldorfer Fußballklub Fortuna 1911. Dieser wiederum vereinigte sich 1919 mit dem anfangs genannten Flingerner Turnverein zum der Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895. 1933 war Fortuna Düsseldorf deutscher Meister. Dazu wurden 1979 und 1980 der DFB-Pokal gewonnen. Nach dem in einem rheinischen Derby verlorenen Cupfinale von 1978 gegen den deutschen Meister 1. FC Köln erreichte Fortuna 1979 das Finale des Europacups der Cupsieger. Dort unterlag man dem FC Barcelona mit Hans Krankl 4:3 nach Verlängerung. Krankl erzielte das spielentscheidende Tor zum 4:2.
Josef Hickersberger spielte von 1976 bis 1978 bei Fortuna und war hier von Dezember 1990 bis August 1991 auch als Trainer tätig.
Erfolgreiche Zeiten waren die 1930er Jahre, als man regelmäßig an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teilnahm, sowie die Jahre von 1971 bis 1987 in der Bundesliga. 1999 stieg man in die damals drittklassige Regionalliga ab und 2002 ging es weiter hinunter in die viertklassige Oberliga. Erst in den letzten Jahren ging es wieder steil bergauf, mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga 2009 und dem Erstligaaufstieg 2012.
Von 1972 bis 2002 spielte Fortuna hier an dieser Stelle im großen Rheinstadion, welches das 1930 errichtete Paul-Janes-Stadion als Heimstätte ersetzte. Als 2002 mit dem Abriß und Arena-Neubau begonnen wurde, kehrte der Verein dorthin an den Flinger Broich zurück, bevor er 2005 als erst ein Jahr zuvor wieder in die Regionalliga aufgestiegener Verein die neugebaute Arena bezog. Das alte Rheinstadion wurde 1925 mit 40.000 Plätzen eröffnet und für die WM 1974 auf 70.000 Plätze ausgebaut. Über dem weiten Oval zog sich über drei Seiten ein zweiter Rang samt Dach, während eine Hintertorseite einrangig und offen blieb. Bei der WM 1974 fanden hier zwei Erstrunden- und drei Zweitrundenspiele statt, bei der EM 1988 das Eröffnungsspiel und ein weiteres Gruppenspiel. 1975 und 1979 trug hier Borussia Mönchengladbach die Heimspiele des UEFA-Cup-Finales aus und 1981 fand hier das Finale des Europacups der Cupsieger statt.
Trotz dieser Historie erfüllte die große Schüssel moderne Anforderungen nicht mehr. Es wurde ab 2002 abgerissen und durch den 2005 eröffneten Neubau der Arena mit derzeit 54.600 Plätzen ersetzt. Die Stadt hatte dabei mit einer erneuten Wahl zum WM-Spielort 2006 spekuliert, was nicht erfüllt wurde. Die neue Arena ist eine außen gesichtslose Mehrzweckhalle mit einem Dach, das geschlossen oder geöffnet werden kann. Das Schiebedach ist für Indoor-Veranstaltungen wärmeisoliert und kein reiner Wetterschutz. Daher ist die Arena baurechtlich eine Halle. Einziger architektonischer Akzent sind die bunt gescheckten Sitzschalen (wie beim Estádio José Alvalade XXI in Lissabon). Nach Protesten wurden im ursprünglichen Allseater-Stadion in den Fanbereichen nachträglich Sitz- zu Stehplätzen umgewandelt. Seither umfaßt das Stadion 54.500 Plätze.
Nach dem Spiel wurde kurz ein Blick in die Innenstadt Düsseldorfs geworfen.