Samstag, 22. November 2025

Am Wörthersee geboren ... 2




Rezension


Am Wörthersee geboren ...
Das Kurvenheft des Fandachverbands Wir.Austrianer
Ausgabe 2 / November 2025
28 S.







„Mitgliederverein jetzt!“ ist die bei jedem Spiel gezeigte Forderung und gleich mehrmals am Titelblatt zu sehen. Das macht das wichtigste Thema derzeit bei der Austria Klagenfurt deutlich. In der Rubrik „Gedankenritschert“ beschäftigt man sich in einem Artikel mit der Problematik um den gegenwärtigen Investor, eine schon sich ankündigende nächste Investorengruppe und der gewünschten Einführung eines Mitgliedervereins. Lesen heißt lernen. Hier musste ich den Begriff „Ritschert“ googlen und lernte aus der Wikipedia: „Das Ritschert ist ein in den alpinen Gebieten Sloweniens und Österreichs, auch Bayerns verbreiteter Eintopf. Ein Synonym ist in Kärnten Gerstbrein, aus dem sich auch das im Slowenischen ebenfalls gebräuchliche ješprenj entwickelt hat. Ritschert ist aus dem slowenischen ričet eingedeutscht. Ričet heißt Gerstengraupe bzw. auch eines der dortigen Nationalgerichte, ein Gersteneintopf. “ Fanzine-Lesen bildet.

Die zweite Ausgabe des Hefts ist mit 28 Seiten gleich mehr als dreimal so seitenstark wie die Premierenausgabe. Die von Anfang August bis Anfang November reichenden Spielberichte beginnen mit dem Spiel der Austria Klagenfurt bei Austria Salzburg und Erinnerungen des Autors an einen Salzburger Auswärtsauftritt im alten Wörtherseestadion als einer seiner ersten Fan-Erinnerungen zu Beginn der 2000er Jahre bevor er sich dem aktuellen Spiel zuwendet, über die Choreographie der Barrakudas und den Mitgliederverein Austria Salzburg in Kontrast zum eigenen Verein schreibt. Wie auch andere kleinere Fanszenen begleitet sie bei anderen Auswärtsspielen das Problem, das Gästesektoren für sie nicht aufgesperrt werden, wie weiteren Berichten zu entnehmen ist. Bemerkenswert, dass Ex-Trainer Peter Pacult bei ihren Auswärtsspielen in Floridsdorf gegen Stripfing und seinen Heimatverein FAC bei ihnen stand. Für den geschichtsinteressierten Leser war interessant, dass ihr Gastspiel bei der Vienna das erste Match auf der Hohen Warte seit dem Jahr 2000 im Rahmen des damaligen Konstrukts FC Kärnten (einer Fusion der alten Austria Klagenfurt mit dem Villacher SV) ebenfalls in der zweiten Liga bzw. das erste Gastspiel als Austria Klagenfurt seit dem Jahr 1988 (damals noch Bundesliga) war. Dass die S. Pöltner Szene den 10:30-Uhr-Termin im Wörthersee-Stadion als Protest gegen die Uhrzeit boykottierte, kommentierte man hier kritisch: „Womöglich gibt es auch bessere Ideen, dem Protest in Form von Präsenz Ausdruck zu verleihen, als einfach nicht hinzu fahren.“ Selbst spielte man später einmal zu diesem Termin zur Matinée an einem Sonntag bei der Austria Lustenau, was Abfahrt um 2:30 Uhr bedeutete „und im Grunde ist es ja auch egal, wann im Ländle gespielt wird – die Zeit muss man sich ja eh nehmen.“

Weitere Themen sind das große Wörthersee-Stadion und seine Problematiken, Vereinsgeschichte und das zum siebten Mal von Fangruppen mit Vereinslegenden durchgeführte Totengedenken am Annabichler Friedhof.


A5-Format / erhältlich vor Spielen am Freddy-Hohenberger-Platz und dann im Stadion

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