Posts mit dem Label Grazer Sturmflut werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Grazer Sturmflut werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 9. Januar 2026

Fuori di testa, 3




Rezension


Fuori di testa
#3
Nov. 25
68 S.








Schon bald nach Numero 2 erschien im November 2025 auch schon das dritte Heft des Fanzines Fuori di testa der Grazer Sturmflut. Man liest Spielberichte aus dem Frühjahr 2025 am Weg zum erneuten Meistertitel, wobei es nicht nur klassische Berichte sondern wiederum auch einen speziellen literarischen Text als kleinen Roman gibt. Die harte Repression gegen die Nordkurve Graz mit Polizeiermittlungen und Gerichtsverfahren seit Herbst 2024 ist Thema und wird mit einem grundsätzlichen Text mit Blick auf den Nachgang des Cup-Derbys 2023 behandelt. Es gibt weiters im Heft einen Ausflug nach Vallecas und aus der Kreativabteilung findet sich je ein Spiel zur Saison 2024/25 und 2025/26 für Freundinnen und Freunde des Trinkens und des Bingo.
„Wie immer gilt: Heftl ist für GSF & Friends aus der Nord gedacht. Weitergabe an außenstehende Freunde der Fanzine-Kultur nur mit Bedacht.“ ist die im Vorwort ausgegebene Devise des nicht offen erhältlichen Zines.


A5-Format / erhältlich bei der Grazer Sturmflut

Dienstag, 12. August 2025

Fuori di testa, 2




Rezension


Fuori di testa
#2
März Zwanzigfünfundzwanzig
92 S.








„An dieser Stelle wollen wir wieder darauf hinweisen, dass wir das Heft bewusst nicht offen verkaufen. Es ist ausschließlich für GSF & Friends, die Gruppen der Nord sowie ausgewählte Freunde der Fanzine-Kultur gedacht.“ heißt es hier wiederum erneut gleich zu Beginn im Vorwort, weswegen ich auch nur kursorisch auf den Inhalt eingehen möchte. Jedenfalls ist es sehr erfreulich, dass es nach der Schwarzmalerei nun wieder regelmäßig Lesestoff aus dem schwarzen Graz gibt. Bereits das dritte Heft in zwei Jahren aus den Reihen der Grazer Sturmflut hier und nebenan gab es zuletzt ja auch wieder ein Heft der Jewels.

Beginnend mit dem ÖFB-Cup-Spiel in Krems werden Geschehnisse rund um die Spiele von Sturm Graz in Cup, Meisterschaft und Europacup 2024/25 erzählt. Nur einen Sammelbericht gibt es zu den „Heimspielen“ der Champions League, die ja in aufgrund der Liebenauer Stadionsituation in Klagenfurt stattfanden. Mehr gibt es von den internationalen Auswärtsfahrten zu lesen. Teils recht anschaulich wie bei ihrer Dortmund-Fahrt, mitsamt sinnvollen Verhaltensregeln. Weiters wird u.a. über das Derby im Oktober 2024 und anderen Meisterschaftsspielen 2024/25 bis zum Februar 2025 geschrieben. Zahlreiche Bilder aus dem SturmTifo.com-Fundus illustrieren das Heft. Recht viel gibt es diesmal außerdem an Spielbesuchen mit Werder Bremen im Norden und mit Blick in den Süden ist ein Bericht über die Filmvorführung von A guardia di una fede der Sturm-Szene samt Begleitprogramm enthalten. Humor kommt im Heft in Karikaturen nicht zu kurz.


A5-Format / erhältlich bei der Grazer Sturmflut

Freitag, 16. Mai 2025

Fuori di testa, 0 und 1


Von der Grazer Sturmflut gibt es ein interessantes Heft. Die Ausgabe 1 ist gar nicht das erste Heft des Fanzines, da zuvor bereits eine Nullnummer erschienen war. Ich hatte sie zwar aufmerksam gelesen, aber sie war nicht für einen über Sturm Graz hinausreichenden Kreis bestimmt und daher wollte sie hier nicht präsentieren. Nachdem aber doch auch einige andere Rezensionen zu lesen waren, erlaube ich mir nun ein paar Worte darüber. Das schnelle Herumkursieren des Hefts #0 „hat uns zwar ein paar sehr liebe Rezensionen eingebracht, aber nicht allen von uns getaugt. Letztendlich ist es aber wohl illusorisch, so etwas vollkommen intern zu halten, was im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass wir die Ausgabe 1 vollkommen freigeben. Sie ist weiterhin als Erinnerungsstück für GSF, Friends und all diejenigen, die der Gruppe verbunden sind, gedacht.“ ist im Vorwort von #1 zu lesen.





Rezension


Fuori di testa
Ausgabe #0
Cup Spezial
2023
80 S.






Die Ausgabe 0 feierte die Sturm-Cupsiegersaison 2022/23 und erzählt in Spieltagsberichten von den Cupspielen. Ein erstes Highlight hatten sie dabei schon in der zweiten Runde, nämlich das Aufeinandertreffen mit Austria Salzburg. In der dritten Cuprunde folgte das erste Grazer Derby seit 15 Jahren. Darauffolgende Kracher waren gegen die Dosen und das Semifinale gegen den LASK. Dem Grande Finale mit Rapid sind fast 30 Seiten gewidmet. Lesenswert geschrieben und schön bebildert. Trotz interessanten Inhalts will ich darauf nicht viel weiter eingehen, da das Heft ja nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Ein Zitat sei mir dennoch gegönnt. Der Fanzine-Namensgebung wird hier nämlich im Vorwort erklärt: „Die italienische Phrase tauchte in den späten 1990er Jahren auf einem Doppelhalter und auf Collagen der Grazer Sturmflut auf. Sie lässt sich sinngemäß mit ‚durchgeknallt‘ oder ‚verrückt‘ übersetzen und wurde damals vom Supertifo gefladert, wo es eine Rubrik desselben Namens gab, in der die Leser Fotos von durchgeknallten Ultras zu sehen bekamen.“





Rezension


Fuori di testa
Ausgabe #1
Europacup 2023/2024
2024
124 S.






War in Ausgabe #0 die ÖFB-Cup-Saison 2022/23 das Heftthema, so ist dies in Ausgabe #1 die Europacupsaison 2023/24. Wieder werden in lebendig geschriebenen Spielberichten die Fahrten und Erlebnisse zu den Auswärts- und Heimspielen geschildert. Die Charakterisierungen der Szenen des jeweiligen Gegenübers in gelungenen Karikaturen und vier Stichworten/Zahlen ließ einen schmunzeln. In den von unterschiedlichen Personen verfassten Texten geht man auf das Gegenüber auch ein, etwa auf das Erstaunen über die einen Gutteil der zweiten Hälfte oben gelassene Überrollfahne der Gäste beim Spiel gegen Raków Częstochowa in Graz. Wie im ersten Heft gibt es auch wieder einen kleinen fiktiven Roman vor dem Hintergrund wahrer Begebenheiten. Höhepunkte werden genauso beschrieben wie Dinge, mit denen man nicht so zufrieden war. Als „merkbare Verbesserung“ wird der STURM-Schriftzug in der Choreo im Spiel gegen Slovan Bratislava in Graz im Vergleich zum nicht gelungenen STNRW vor einigen Jahren bezeichnet. Ob das Steinbäcker-„Steiermark“ nach dem Rückspiel bei Slovan Bratislava „vermutlich bis in die Steiermark zu hören war“ weiß ich nicht. Es war jedenfalls recht laut, wie auch ich seinerzeit im Blog vermerkte. Das Aus kam dann im Achtelfinale gegen Lille.
Aus der Schatzkiste in der elektronischen Schublade verwahrter Berichte für eine nicht mehr zustande gekommene weitere Ausgabe der Schwarzmalerei ist im Heft noch vom trotz Coronapandemie-Auswärtsfanverbot besuchten Spiel bei Mura 2021 und den Umständen damals sowie dem Spiel gegen Dynamo Kyiv im Stadion von ŁKS in Łódź 2022 zu lesen. Weiters gibt es auch eine Sturm-Sicht auf das von Rapid erneut verlorene Cupfinale 2024 und die letzten Spiele vor dem Sturm-Meistertitelgewinn 2024. Der letzte Text im Heft ist programmatisch: „Scheiß Nazis!“


A5-Format / erhältlich bei der Grazer Sturmflut

Dienstag, 16. Februar 2021

Erlebnis Fußball, 82





Rezension

Erlebnis Fußball
Ausgabe 82
01/2021
196 S.










Mit Interviews mit der Grazer Sturmflut und den Linzer Landstrasslern bietet das Heft aus österreichischer Sicht spannenden Stoff. Übergroße Interviews haben sich in den letzten Ausgaben (siehe 79, 80 und 81) zu einem Markenzeichen des Hefts entwickelt. Das lässt besonders in einer Zeit, wo es keine Kurven zu bestaunen gibt und Reisen nicht möglich sind, Spannendes erfahren.

Den mit Abstand größten Brocken macht das Sturmflut-Interview aus. 126 Seiten Interview plus drei Seiten Epilog. Das ist schon allein vom Umfang her ein Wahnsinn. Noch beeindruckender ist dann aber, wie weit ausholend und in die Tiefe gehend das Gespräch selbst ist. Man erfährt hier viel darüber, wie die Gruppe tickt und wie sie Dinge sehen. Themen sind u.a. die Entstehungszeit als Fanklub und dessen Wandlung („Zwischen 2000 und 2004 hat das begonnen und man hat versucht, sich als Ultras zu definieren und zu positionieren.“), Innenleben mit Diskussionsthemen und Generationenfrage in der Gruppe, das Auftreten der Kurve („Ich habe schon das Gefühl, wenn man sich andere Kurven so anschaut, dass oft die Gruppe über allem steht. Bei uns ist die Rangfolge: erst Sturm, dann die Kurve, dann die Gruppe. Und das gilt für alle in unserer Szene.“), politische Haltungsfrage, Frauen in der Gruppe, Lokalpatriotismus, die Entwicklung der Kurve, Vereinspolitik, Choreos und Tifostil („Wir sind halt eine Sängerkurve“), Fanzines, das Vorbild Pisa, die Beziehung zu Werder Bremen und allgemein der Umgang mit Freundschaften („Es ist uns als Gruppe nicht so wichtig, ob eine Fahne hängt oder nicht. Wir sind befreundet, weil wir uns eben gut verstehen, fühlen uns wohl, so wie es ist und wir müssen nach außen nicht irgendetwas zeigen, um uns zu profilieren oder sonst was.“) oder die abschätzige Betrachtung der Szene des GAK aufgrund Zusammenarbeit mit der Polizei.
Rapid und Wien kamen erwartungsgemäß an verschiedenen Stellen des Gesprächs als Reibebaum vor. Ein spannender Abschnitt gibt ihre Sichtweise zum Block West wider. „Zum Beispiel, worüber wir viel geredet haben, dass wir sehr selbstkritisch sind und uns selbst hinterfragen und uns manchmal auch bremsen in unserer ständigen Selbstreflexion. Das ist meiner Meinung nach schon einer der größten Unterschiede zu Rapid. [...] Einfach dieses ,Wir sind Rapid!‘ und wenn sie öffentlich angegriffen werden, wirst du – zumindest nach außen hin – nie irgendwie einen kritischen Reflexionsprozess wahrnehmen.“ Als Beispiel dafür wird die Homophobie genannt.
Weitere Themen sind auch noch andere österreichische Fanszenen, Europacupanekdoten, Vereinsgeschichte von Sturm Graz (siehe zuletzt Die Gruabn. Das Herz von Sturm und Mythos Gruabn) oder das Liebenauer Stadion. Ein nachfolgender Text der Sturmflut betrachtet noch die Geschehnisse seit dem Führen des Interviews im Jänner 2020 und dem Oktober jenen Jahres.
Solche Einblicke und Interviews suchen ihresgleichen.

Das Interview mit den Landstrasslern ist mit einem Zehntel der Länge bedeutend kürzer. In normalen Dimensionen erfüllen zwölf Seiten aber auch alle Wünsche nach Ausführlichkeit. Ein Auszug daraus mit anderer Schwerpunktsetzung erschien bereits im Ballesterer 152. Das Gespräch bietet spannende Eindrücke der Fanszene des LASK. Gesprochen wird von den Beweggründen der Bildung des Fanzusammenschlusses unter dem Dach Landstrassler und der Umsetzung der Ambitionen, die den LASK weg von dem früheren Bild bringen soll, dass der Interviewer in einer Frage zutreffend zeichnet: „Früher hat es im Stadion immer einen großen Schwenker mit einem Bierkrug gegeben. Der war zusammen mit rechter Politik und dem Ruf der Umlandfans das klischeehafte Bild, das man als Außenstehender vom LASK hatte. Ihr habt dem Ganzen nun doch einen anderen Stil verpasst.“
Neben einer Kurvenentwicklung weg von Alkoholismus und Rechtsextremismus-Toleranz, der Freundschaft mit YB oder Graffiti geht es im Interview auch um den Stadtrivalen. Die Landstrassler erzählen: „Wenn man vielleicht sogar noch etwas weiter als zehn Jahre zurückgeht, war Blau-Weiß mal die Nummer eins der Stadt. Sie haben seither massiv abgebaut. [...] Wir haben andere Sorgen, Gegner und Ziele.“ In einer spannenden Passage heißt es zur Bedeutung des Konflikts mit den Green Lions für die Entwicklung der LASK-Szene: „Wir hatten einen Gegner, der zu jener Zeit besser war als wir. Und wenn du einen stärkeren Gegner hast, musst du auch besser werden. Hätten wir uns die letzten fünf Jahre mit Blau-Weiß beschäftigt, wären wir nicht weitergekommen.“

Lehrreiche Informationen gibt es im Heft aus den Erzählungen des Autors der Partizan-Fußballfibel samt Kollegen sowie einem Text zum 25. Jahrestag des Massakers von Srebrenica, als nach der Eroberung der Stadt 1995 rund 8.000 muslimische Gefangene ermordet wurden, in der bosnischen Stadionkultur – zwischen „Kein Vergeben. Kein Vergessen.“ zur Aufrechterhaltung der Erinnerung an die Getöteten und „Messer, Stacheldraht, Srebrencia!“-Gesänge zum Feiern der Mörder. Auf eine Bildungsreise führt einen ein Reisebericht samt Interview und Hintergrundinfos über die Fentagin nach Griechenland zu Atromitos nach ... – nein, nicht Athen sondern Peristeri. „No Athens – Peristeri!“ heißt es dort.