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Mittwoch, 12. November 2025

Die Stimme der Kurve, 48



Rezension


Die Stimme der Kurve
Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord
Ausgabe 48, November 2025
32 S.









„Unseren Blick vermehrt auf die Vereinsthemen zu richten und unsere Rolle als kontrollierende Opposition verstärkt einzunehmen“ nimmt sich die Tivoli Nord vor und veröffentlicht im Heft einen Kommentar der Rubrik LauT Nachgedacht (man erkennt unschwer das TN für Tivoli Nord darin) zur Vereinsentwicklung, um als Verein auch für den Fall der „theoretischen Auflösung der Partnerschaft“ mit dem Investor gewappnet zu sein.

Das große Spiel der letzten Monate war in Innsbruck die ÖFB-Cup-Begegnung von Wacker Innsbruck und Rapid. Auf sie wird hier auch noch mal in zwei Seiten geblickt. „Schön, dass unser respektvoller Hass auch nach einigen Jahren Abstinenz immer noch auf Gegenseitigkeit beruht.“ bedankt man sich für ein Innsbruck gewidmetes Stück Stoff der Ultras Rapid und bilanziert, was aus ihrer Sicht an jenem Tag gut und nicht so gut gelaufen war.

Weiters gibt es Berichte von einigen Regionalligaspielen von Wacker Innsbruck von August bis Oktober, die in dieser Saison auch erstmals wieder über die Tiroler Landesgrenzen hinaus nach Salzburg und Vorarlberg führten. Grundsätzliches äußert man zur Unsitte des Handygebrauchs von jung und alt, wobei man direkt auch die eigene Szene und nicht nur „Normalos“ anspricht und quasi als kategorischen Imperativ die Leitlinie aufstellt „verhaltet euch selbst nicht wie die Volltrottel“.

Thema des Erscheinungstags zum Spiel FC Wacker Innsbruck gegen TSV St. Johann war die Jubiläumschoreographie von wacker unser., von denen das Heft daher auch einen Text zu ihrem 15-jährigen Jubiläum im Heft enhtält, in dem sie Einblick in ihr Selbstverständnis geben.

Erzält wird noch von einem Spielbesuch mit Ternana in Livorno, dem Besuch des Gedenkturniers für SPAKA & BIOFA in Bergamo sowie einem Spielbesuch beim FK Sarajevo und einem solchen bei Botafogo in Rio de Janeiro, wobei es in letzterem Text vor allem darum geht, nicht „in dieser arroganten, bewertenden Art“ groundhopper-stereotypisch zu agieren und sich auf Genuss zu konzentrieren.


A5 / gegen Spende / erhältlich bei der Tivoli Nord

Donnerstag, 28. August 2025

Die Stimme der Kurve, 47



Rezension


Die Stimme der Kurve
Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord
Ausgabe 47, Juli 2025
20 S.









„So schön es sich gerade anhört, wenn der FC Wacker Innsbruck wieder einmal ein Heimspiel vor ausverkauftem Tivoli austragen darf (bei voller Tribünenkapazität), so sehr wundert man sich doch auch wie es plötzlich wieder dazu kommt.“ heißt es im einleitenden Text zum anlässlich des ÖFB-Cup-Spiels von Wacker Innsbruck und Rapid im Juli erschienenen Heft. Tatsächlich ist es abseits dieses Highlightspiels bemerkenswert, wie im Artikel genannt, dass mehr Leute zu den Spielen von Wacker Innsbruck im Unterhaus gingen als in den letzten Zweitligajahren im Stadion waren. Als „plausible Antwort“ gibt der Artikel, dass „die Tour der Fanszene durch die Dörfer Tirols durchaus Sympathien auf den Fußballplätzen des Landes entfacht“ habe.

In Spielberichten wird auf vier Spiele in Mai und Juni 2025 zurückgeblickt, wobei die Rückkehr der Tivoli Nord auf die Nordtribüne des Tivolistadions im Spiel gegen Kematen und das große Cupfinale in Tarrenz den meisten Stoff hergeben, einerseits wegen der angesprochenen Rückkehr und andererseits auch wegen der Bedeutung von Tarrenz für wacker unser. Im Heft gibt es auch einen Bericht von der 15-Jahres-Feier von wacker unser., vom 27. Gedenkturnier, einen Nachruf auf die verstorbene Melanie (siehe das VK-Spruchband bei obengenanntem Rapidspiel) und einen längeren Text zum Saisonrückblick 2024/25, der auf die allgemeine Vereinsentwicklung seit dem Krach 2022 und Szeneaktivitäten der vergangenen Saison eingeht.


A5 / erhältlich bei der Tivoli Nord

Mittwoch, 11. Juni 2025

Die Stimme der Kurve, 46



Rezension


Die Stimme der Kurve
Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord
Ausgabe 46, Mai 2025
28 S.









„Wir lassen nicht nur das Exil hinter uns, sondern auch langsam, aber sicher, die Niederungen des österreichischen Fußballs.“ stellt das Fanzine der Tivoli Nord von Wacker Innsbruck zu Beginn fest. Das Heft erschien zum letzten Heimspiel 2024/25. Mit diesem Spiel wurde die Nordtribüne des Stadions wieder regulär geöffnet, nachdem seit dem Absturz in den Amateurfußball 2022 nur die Westtribüne offen gewesen war. Die Rückkehr ist das erste Thema im Heft und man geht dabei auch auf kritische Stimmen dazu ein, wozu es aber deutlich heißt: „Wir sind die Tivoli Nord!!!“

Mit einem Blick auf die turbulente Geschichte des Vereins beschreibt ein Artikel, warum das Halten der Markenrechte am Namen FC Wacker Innsbruck und dessen Wappen, welche sich die Faninitiative Innsbruck bereits nach dem Konkurs des FC Tirol 2002 sicherte, wichtig ist, und man seither gegen Druck, diese zur wirtschaftlichen Verwertung an den Verein abzugeben, standhält.

Auf Heim- und Auswärtsspiele von März bis Mai 2025 wird in Text und Bild eingegangen. Weiters liest man von einer von Kindern in Anleitung der Faninitiative auf einem Stadtteilfest gestalteten und beim Heimspiel gegen Völs gezeigten Überrollfahne. Jeweils ein Bericht über Besuche bei FC Thun, FC Obermais, Eintracht Frankfurt und Atalanta BC sowie ein Bericht von einer Reise zum Club Bolívar nach Bolivien (über eine ganz andere Österreich-Connection dort war vor Jahren im Ballesterer 134 zu lesen) runden das Heft ab.

Am Schluss gibt es noch eine Leseempfehlung für Erlebnis Fußball und 45° mit der Botschaft, sich nicht durch die zahlreiche Social-Media-Welt falsch- und halbinformieren zu lassen, sondern Hefte zu lesen: „Wer nicht liest, bleibt dumm!“


A5 / erhältlich bei der Tivoli Nord

Mittwoch, 28. August 2024

Die Stimme der Kurve, 43



Rezension


Die Stimme der Kurve
Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord
Ausgabe 43, August 2024
28 S.









„Allein am Zuschauerschnitt und an den Spieltagfotos lässt sich erkennen, dass teilweise deutlich mehr Leute wieder zu Wacker-Spielen kommen als teilweise zu Zweit-Liga Zeiten.“ bilanziert die Stimme der Kurve in der Einleitung des Hefts den Aufwärtstrend des in vierter, fünfter und nun wieder vierter Spielklasse spielenden FC Wacker Innsbruck. Man sei aber „nach wie vor ein komplett abhängiger Verein,“ heißt es allerdings in warnenden Worten. „Sollten wir nicht gleichzeitig schauen, dass wir den Verein irgendwie auf (unabhängige) gesunde Beine stellen und uns nicht nur auf LAFC und ihr Investment verlassen?“

Die Spielberichte im Heft beginnen beim ersten Frühjahrsspiel im März in Kirchbichl, man liest von Dr. Heart Attack, sieht Bilder von Auswärtsspielen auf Tiroler Dorfsportplätzen und Choreographien im Tivoli-Stadion oder erfährt vom Argentinien-Tag bei einem Heimspiel gegen den SV Hall. Ein weiteres Thema ist u.a. das neu organisierte Gedenkturnier.
Nach der Leipzig-Fahrt 2023 machte sich der Wacker Innsbruck auch 2024 zu einem internationalen Freundschaftsspiel im Sommer auf und besuchte diesmal die Freunde vom FC Obermais in Meran in Südtirol. „Die Curva Sud, welche ihrem Verein nun das 19. Jahr bereits zur Seite steht und wacker unser vereint eine mittlerweile mehr als zehnjährige Freundschaft und diese galt es am heutigen Tag für viele von uns aufs Äußerste zu zelebrieren.“ Dazu gibt es auch noch einen Unterland-Freundschaftsbesuchsbericht zu den Relegationsspielen des FC Thun.

Schön, dass auch Fußballreiseberichte wieder Standardrepertoire des Hefts geworden sind. Diesmal ist von einem Spielbesuch bei Hellas Verona zu lesen.
Praktischen Mehrwert bietet das Heft noch mit einer Checkliste im Fall einer Hausdurchsuchung. Ich persönlich hatte auch einen Mehrwert durch Erweiterung musikalischen Wissens. Beim Video zur Meisterfeier war mir die musikalische Untermalung aufgefallen, da ich die Melodie vom Fangesang „Oh FC Wacker Innsbruck, oh FCW alé“ kannte, aber zuvor nicht wusste, dass es dazu ein Musikstück gibt. Im Heft lerne ich hier gleich auf der dritten Seite, wie das heißt und von wem das ist.


A5 / erhältlich bei der Tivoli Nord

Dienstag, 28. Mai 2024

Die Stimme der Kurve, 42



Rezension


Die Stimme der Kurve
Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord
Ausgabe 42, März 2024
36 S.









„Das Ziel der Frühjahressaison heißt ohne wenn und aber AUFSTIEG, AUFSTIEG und nochmal AUFSTIEG.“ Im zum Wiederbeginn nach der Winterpause erschienenen Heft der Tivoli Nord des FC Wacker Innsbruck ist zu lesen, dass man zwar demütig sein müsse, da man vor zwei Jahren nicht wusste, ob der Verein weiter existieren würde, man aber möglichst schnell wieder in den Profifußball wolle. „Denn wir als Tivoli Nord brauchen Gegner:innen auf den Rängen.“

In Spielberichten wird auf Matches von September bis November 2023 zurückgeblickt. Höhepunkt war dabei das 110-Jahres-Jubiläumsspiel mit großer Choreographie, bei dem die Tivoli Nord ausnahmsweise auch wieder auf der Nord stehen konnte. In der Winterpause besuchte und supportete man bei einem Nachwuchsturnier. An Texten gibt es einen Beitrag über Umgang mit Pyrotechnik (derzeit drohen Wacker bei erneutem „Vergehen“ drei Punkte Abzug) und einen weiteren über die Wichtigkeit des Schals als Stilmittel.

Während in Nordtirol Mitte November und Dezember der Spielbetrieb beendet war, wurde in Südtirol gespielt. So finden sich im Heft auch wieder Berichte von Besuchen von wacker unser. bei Obermais, mit denen man im Dezember binnen sieben Tagen gleich zwei Cupfinali und Cupsiege erlebte (Südtiroler Oberliga-Cup bzw. Coppa Italia Bolzano der Eccellenza Alto Adige und dann das regionale Cupfinale gegen den Trentiner Cupsieger um den Cupsieg in der Coppa Italia Eccellenza Trentino-Alto Adige/Südtirol bzw. dem Italienpokal der Oberliga Trentino-Südtirol) und dann im Februar in der landesweiten Cupphase nach Lignano fuhr, wo die Cupsaison für Obermais zu Ende ging. Unterland besuchte die 15-Jahres-Feier der Red White Boys aus Thun. Auch von Besuchen bei Spielen von Eintracht Frankfurt, Ternana und Atalanta ist wieder zu lesen.

Abwechslung bringt ein Hoppingbericht einer gleich neunköpfigen (!) Innsbrucker Reisegruppe zu einem Belgrader Derby. Um aber keine Zweifel aufkommen zu lassen, schließt der Bericht mit „Scheiß Hopper!“


A5 / erhältlich bei der Tivoli Nord

Dienstag, 4. April 2023

Die Stimme der Kurve, 39



Rezension


Die Stimme der Kurve
Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord
Ausgabe 39, März 2023
36 S.









Zum ersten Heimspiel des FC Wacker Innsbruck im Frühjahr am 24. März 2023 erschien auch wieder eine Stimme der Kurve. Zum heuer anstehenden 110-jährigen Vereinsjubiläum heißt es, dass in den kommenden Wochen Infos folgen werden. Jetzt schon Thema im Heft ist hingegen ein 30-jähriges Jubiläum: „Im Jahre 1993 kam es zum ersten Kontakt zwischen Innsbruck und Frankfurt in München beim Spiel der Eintracht gegen Bayern.“ Man schreibt über Höhe- und Tiefpunkte sowie das Wiederaufleben der Beziehung und lässt, da man nicht „Ultrapolizei“ sei, eine genaue Definition des aktuellen Status offen: „Es ist was es ist und die Zukunft wird zeigen, wie es sich weiter entwickeln wird.“ Jedenfalls gibt es einige Matchberichte von Besuchen bei Spielen von Eintracht Frankfurt zu lesen. Dazu finden sich im Heft auch Besuchsberichte bei Ternana, Atalanta, Obermais und Thun.

In der Winterpause gab es mit de Auflösung der 1991 bis 2023 bestehenden Verrückten Köpfe einen Einschnitt. Die Stellungnahme zur Auflösung („Wenn die letzten Teppichknüpfer sich aber nicht mehr in der Lage sehen, die Löcher zu stopfen, wird der Teppich ins Museum geschickt“) und die Stellungnahme der Tivoli Nord danach („keep the fire burning“) werden nochmal abgedruckt. Da es nicht nur Auflösung sondern auch Neugründung gibt, erfolgt es im Heft eine Vorstellung der 2020 gegründeten Gruppe Wacker Inventar.
Über alle Höhen und Tiefen hinweg gibt es seit nunmehr Jahrzehnten eine Konstante, wenn man etwas aus Innsbruck liest: Kopfschütteln über Probleme, die der Stadionbetreiber Olympiaworld schafft. Auch hier im Heft liest man über „eines unserer Lieblingsthemen“, wenngleich diesmal der Eishockey und nicht der FCW das Olympiaworld-Opfer darstellte.

Man liest Berichte von einigen Heim- und Auswärtsspielen von Wacker Innsbruck in September und Oktober 2022. Dabei erfährt man u.a. die Zutatenliste für einen Zillertaler Krapfen (als kulinarisch eher Desinteressierter kannte ich das nicht), liest im Spielbericht vom Oberperfuss-Auswärtsspiel noch von der damals nachgeholten VK-30-Jahres-Feier, die am Vorband stattgefunden hatte, und von Euphorie nach dem Drittrundensieg im TFV-Cup gegen den SV Hall mit Vorfreude auf die kommende Begegnung gegen den Cup-Titelverteidiger Fügen: „Andere holen internationale Erfolge, wir holen uns eben den ersten Tirolcup Sieg der Vereinsgeschichte.“


A5 / erhältlich in der Tivoli Nord

Mittwoch, 3. August 2022

10 Jahre Horrorshow!!!




Rezension


10 Jahre Horrorshow!!!
gepflegt & arrogant – szene unterland
Zehn Jahre Unterland
2022
208 S.








„10 Jahre Unterland, das ist für mich und viele andere weit mehr als nur der erste runde Geburtstag eines Fanclubs des FC Wacker Innsbruck. Vielmehr spiegeln sich 10 Jahre Lebensinhalt, Blut, Schweiß und Tränen darin wider.“ heißt es zum Einstieg des Buchs, in dem die Innsbrucker Ultragruppe Unterland auf das vergangene Jahrzehnt zurückblickt. Das Eingangszitat auf dem Vorwort beinhaltet auch schon einen interessanten Aspekt, der die Erzählung der Gruppengeschichte und ihrer Vorgeschichte spannend macht: Es sind subjektive, von verschiedenen Leuten aus persönlichem Blickwinkel geschriebene Texte. Die lesenswerte Chronik beginnt bereits in den 1990er Jahren bei ersten organisierten Aktivitäten im Tiroler Unterland (St. Johann in Tirol, Ultras Tirol) und führt über die VK Unterland als Sektion der Verrückten Köpfe bis zur eigenständigen Gruppe. Auf die Konflikte, die zur Trennung von den VK geführt haben, wird nicht näher eingegangen – wenngleich die Dimension der Heftigkeit beim Lesen erkennbar wird. Betont wird aber auch die konstruktve Zusammenarbeit, zu der man schließlich wieder zusammenfand. Symbolisiert durch die Vorsängerkombination der Gruppen der Tivoli Nord.

Ergänzend zum chronikalen Rückblick werden zehn „Top-Spiele“ und drei „Scheiß-Spiele“ der letzten zehn Jahren noch einmal herausgegriffen und beleuchtet. Zu den Top-Spielen gehören u.a. das kuriose Westderby in Wien 2016, 2018 die Zweitliga-Meisterfeier gegen Ried oder ebenfalls 2018 das Rapidspiel mit großer Unterland-Choreographie. Eine sehr gute Lektüre, da hier bei den selbst besuchten Spielen nach Jahren Erinnerungen aufgefrischt wurden und einige neue Details in Erfahrung gebracht werden konnten, und man andererseits auch von anderen Episoden wie einem Quasi-„Europacup“-Erlebnis einer Nachtzugfahrt zu einem Vormittagsspiel beim GAK liest. Neben den Top-10 sind auch die drei Lowlights interessant. Selbstkritisch äußert man sich zu den Vorkommnissen beim LASK, die zur Auflösung der I Furiosi führten. „Hass. Hass. Hass wie noch nie!“ ist der Titel des Berichts über die Polizeischikanen beim dadurch letztlich nicht bzw. nur symbolisch kurz besuchten Spiel in Hütteldorf 2018.

Weitere Themen sind die dritte Halbzeit, Urlaub, Streetart-Bilder und vor allem ein großer Block über Besuche und Erlebnisse bei und mit Eintracht Frankfurt, Atalanta, Ternana und Thun. Zahlreiche schöne Fotos sind im Buch zu sehen. Großformatig abgebildet ist 10-Jahre-Jubiläumschoreographie aus dem Frühjahr 2022 mit detailreicher Überrollfahne. Die Buchrückseite schmückt eine Pickerl-Collage.

A5 / erhältlich bei Unterland

Mittwoch, 13. April 2022

Die Stimme der Kurve, 36



Rezension


Die Stimme der Kurve
Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord
Ausgabe 36, März 2022
20 S.









„Endlich melden wir uns aus dem Covidschlaf zurück und begrüßen euch mit der neuen Ausgabe der ,Stimme der Kurve‘.“ heißt es eingangs zur neuen Ausgabe des Fanzines der Tivoli Nord des FC Wacker Innsbruck. Zuletzt hatte es pandemiebedingt, dadurch „dass wir als aktive Szene nicht im Stadion waren“ kein Heft gegeben. Als die Pandemie noch in ihrem ersten Jahr war, hatte es 2020 zwischendurch noch eine Online-Ausgabe gegeben.

Im Moment steht Wacker Innsbruck wieder einmal am finanziellen Abgrund und vor der Existenzfrage. Die Situation zieht sich nun schon lange hin und Investoren und Vorstände wechselten zuletzt mehrmals. „Dadurch, dass der Verein einmal mehr kurz vor dem Ruin stand und keiner wusste, wie wir die kommenden Monate überleben sollten, fiel es uns schwer, für eine Seite Partei zu ergreifen.“ blickt man auf den letzten Tumult in der Vorstandsetage zurück. „Aber eines können wir euch versprechen, dass wir die ganze Entwicklung äußerst genau und sehr kritisch verfolgen.“

Die Spielberichte im Heft beginnen mit dem Innsbrucker Auswärtsspiel beim FAC im Herbst 2021, das im Rückblick erstaunlich gewonnen wurde. Support, Spielverlauf, Probleme mit Ordnern und anderes werden in den Spielberichten geschildert. Ein wiederkehrendes Thema sind die Spieltermine bzw. Beginnzeiten. Zum Auswärtsspiel in Floridsdorf hält man fest, dass „diese Freitagstermine jedem Fan, der bereit ist, für seine Mannschaft hunderte von Kilometern zurückzulegen, an die Substanz gehen.“ Zum Heimspiel in der darauffolgenden Woche liest man: „Dank der Spieltagszerstückelung von Liga, Laola1 und Co. freut man sich mittlerweile auf Spiele am Freitagabend. Traurig, aber wahr. Dennoch bleibt es dabei: SCHEISS FREITAGSSPIELE!“ Zum Sonntag-Vormittagsspiel beim GAK um 10:30 Uhr reiste man im Nachtzug mit Abfahrt 0:59 Uhr in Innsbruck an, was Reminiszenzen an glorreiche Vergangenheit weckte: „Die Abfahrtszeit gleicht eher einem Europacup-Auftritt, wie es etwa nach Florenz der Fall war.“ Dass auch das nächste Auswärtsspiel zum gleichen Sonntagvormittags-Internetfernsehtermin stattfand, führte zur sarkastischen Feststellung: „Eigentlich genial. Wie jeder weiß, hat der Fußball der zweiten österreichischen Bundesliga die gleiche weltweite Strahlkraft wie die milliardenschwere Premier League.“

Interessant sind die Berichte von Freundschaftsbesuchen. Vom Besuch bei Ternana ist neben Italien-Flair zu lesen, dass das Spiel am 23. Oktober 2021 „ein historisches für die Innsbrucker Szene“ war, „denn zum ersten Mal hang der TN Fetzen über dem Fetzen der Curva Nord.“ Zwei Berichte gibt es auch von Unterland-Besuchen mit dem FC Thun in Wil und Vaduz.

Weitere Texte handeln von der 10-Jahres-Feier von wacker unser. sowie der Empfehlung, das Handy wegzulegen und gute Bücher wie Ultra – Französische Lebensart zu lesen, und jener, mit Wacker-Pickerln jene andere Vereine in der Stadt zu überkleben. Ein Artikel handelt von Prudencio Reyes aus Uruguay als erstem Fan der Welt. Auf der Rückseite sind einige der in jüngerer Zeit zahlreich gewordenen Graffiti, wie ich selbst anlässlich ansonsten fantechnisch ereignislosen Innsbruck-Besuchen in März 2021 und April 2021 festgestellt und festgehalten habe, zu sehen.


A5 / erhältlich in der Tivoli Nord

Mittwoch, 15. Juli 2020

Die Stimme der Kurve, 34




Rezension


Die Stimme der Kurve
Ausgabe 34, Juli 2020
19 S.










Coronavirusbedingt erschien jetzt auch von der Tivoli Nord eine Online-Ausgabe ihres Fanzines über „Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord“ Die Stimme der Kurve: „Nach langen Überlegungen und Motivationstiefs haben wir uns doch dazu entschieden, nicht auf das nächste Spiel, welches wir besuchen können, zu warten, sondern in dieser Form die SDK zu veröffentlichen.“

Die Corona-Geisterspiele, mit denen die Zweite Liga im Juni wiederaufgenommen wurde, werden gleich auf der ersten Seite im Editorial abgelehnt. Dass der Verein zustimmte, wird als „eine absolute Frechheit“ bewertet und auch in größeren vereinspolitischen Zusammenhang gestellt, denn „seit der vergangenen GV im Winter beschleicht mich immer wieder ein Gefühl, dass wir nicht mehr so wichtig sind.“

Spielberichte blicken auf die Spiele des FC Wacker Innsbruck vom 23. Februar bis 7. März 2020 zurück. Vom Heimspiel gegen Vorwärts Steyr ist zu lesen, dass „ein überdimensionaler Joint inklusive Rauch die Runde auf der Tribüne machte“ nachdem der Stadionbetreiber Olympiaworld ein Rauchverbot im Stadion erlassen hatte. (Grün-gelb-roter) Rauch war auch Thema der „Smoking Heads Wacker unser“-Choreographie beim Auswärtsspiel in Dornbirn, von der hier zu lesen ist und die auf Bildern zu bewundern ist. Den größten Raum nimmt in diesem Abschnitt natürlich der Rückblick auf das ÖFB-Cup-Semifinale bei Austria Lustenau ein. „Schon weit vor Anpfiff wurde das Tivoli-Nord-Heimbanner befestigt und darüber die Botschaft ‚Ihr wolltet ein Heimspiel – wir bescheren es euch!!‘ angebracht, um zumindest keine Zweifel aufkommen zu lassen, wer auf den Rängen die Oberhand hat. […] Lustenau stellte uns die komplette Südtribüne zur Verfügung, welche mit 1400 Leuten brechend voll war. Auch in den anderen Bereichen des Stadions dürfte sich der/die ein oder andere Innsbrucker/in eingefunden haben. Zu Beginn gab es dann auf beiden Seiten Choreos zu bestaunen.“ Im Rückblick verschmerzt man den durch die Niederlage verpassten Finaleinzug durch die folgenden COVID19-Beschränkungen. Das letzte Spiel unter normalen Bedingungen war dann ein Heimspiel gegen den FAC, bei dem es mehrere Spruchbänder gab.

Weiters gibt es Freundschaftsbesuch-Spielberichte aus dem Februar. Mit Ternana war man in Reggio di Calabria bei der Reggina: „Als wir den Block betraten, empfing uns das ganze Stadion mit wilden Gestikulationen und feinsten Beschimpfungen. Mir ging das Herz auf.“ Die Winterpause wurde auch durch einen Besuche beim Spiel der Eintracht Frankfurt in Düsseldorf verkürzt, wo man sich in der Düsseldorfer Altstadt u.a. in einem Polizeikessel wiederfand.

Schön ist es von einer nach dem Cupspiel in St. Pölten unternommenen „Bildungsfahrt“ nach Süditalien zu lesen. „Bei zwei Spielen an einem Tag kamen wir uns schon vor wie die ärgsten deitschen Hopper.“ Weiters gibt es hier noch einen Grundsatztext zur Bewertung des Verhaltens von „Polizei und Staat in der Krise“ und einen Kommentar zu den Geisterspielen, womit sich der Themenkreis des Hefts wieder schließt.

Dienstag, 15. Mai 2018

Die Stimme der Kurve, 24



Rezension


Die Stimme der Kurve
Geschichten aus der fabelhaften Welt der Tivoli Nord
Ausgabe 24, Mai 2018
16 S.







Das Fanzine enthält Berichte von ausgewählten Heim- und Auswärtsspielen des FC Wacker Innsbruck, vom freundschaftlichen Eisstockschießen in Frankfurt, eine Folge der Reihe „Kennst du deine Stadt?“ über das am 8. Mai 1948 fertiggestellte, aber weitgehend unbeachtete und unverstandene Innsbrucker Befreiungsdenkmal in Erinnerung an den 8. Mai 1945, sowie einen Bericht über einen Vortrag des geschätzten David Winterfeld zu Fußball unterm Hakenkreuz in der „Ostmark“. Zum Abschluss wird eine Stellungnahme der Faninitiative Innsbruck abgedruckt, welche sich gegen die vom FPÖ-Innenministerium angekündigte Streichung aller Ausnahmegenehmigungen für den Einsatz von Pyrotechnik in Fußballstadien, um Fußballfans wieder stärker kriminalisieren zu können, wendet.

Die Spielberichte behandeln siegreiche Innsbrucker Spiele von Februar bis April 2018, am Weg zum späteren Meistertitel der zweiten Liga. „Wie zu erwarten, ging der Blick in Richtung Auswärtssektor auch diesmal ins Leere. Ein paar verlorene Seelen fanden zwar den Weg in unsere heilige Stätte, aber eigentlich braucht man die nicht erwähnen. Es wird wirklich Zeit, dass wir uns wieder mit größeren Kurven messen um uns auch als Nordtribüne weiterzuentwickeln. Es macht einfach viel mehr Spaß einen gut gefüllten Auswärtssektor als gegenüber zu haben.“ heißt es u.a. im Bericht zum Heimspiel gegen Wiener Neustadt. Insofern: Willkommen zurück in der Bundesliga. Allerdings werden Mattersburg oder der Wolfsberger AC auch nicht viel mehr Leben in das Tivoli-Stadion bringen als Kapfenberg oder der FAC. Aber da gibt es doch auch andere Kaliber und Wacker Innsbruck gehört ohne Zweifel in die Bundesliga.

Die Stimme der Kurve hat eine große Geschichte und es ist gut, dass es in dieser Form weitergeführt wird.