Freitag, 11. Juni 2021

Ballesterer 161




Rezension


ballesterer
Nr. 161, Juni 2021
100 S.










Die Europameisterschaft 2020 findet 2021 statt, heißt aber trotzdem 2020. Die UEFA arbeitet hart daran, ihr Niveau an Absurdität konstant zu erhöhen. Mit ihr und dem jüngsten Aufregerthema Super League beschäftigt sich im Heft u.a. Moritz Ablinger und schreibt: „Die UEFA braucht das Geld, es hält ihr System zusammen. Denn während die Gründungsmitglieder der Super League ihre Millionen auf eigene Faust machen wollten, setzen auch die kleineren Klubs dem Verband immer mehr unter Druck. [...] Sie muss immer mehr Geld machen, um immer höheren Ansprüchen gerecht zu werden. Der Verband steckt im Hamsterrad.“

Die Geschichten über die teilnehmenden Nationaltems sind wie immer gut geschrieben und wurden selbstverständlich allesamt gelesen, interessiert hat mich das alles wie die gesamte EM und Nationenwettkampf-Fußball generell allerdings nicht.
In einem an und für sich interessanten Interview von Clemens Zavarsky mit dem Kulturpublizisten Klaus Zeyringer sagt dieser: „Nur gehen Sport und Internationalismus nicht zusammen. Dann kann man nicht mehr gegeneinander antreten und wenn man nicht mehr gegeneinander antreten kann, ist es kein Wettbewerb mehr.“ Das stimmt aber nur dann, wenn man den Nationalismus internalisierend den Sport ausschließlich als Kampf von Nationen gegeneinander begreift. Sport und Fußball sind individuell und kollektiv doch viel mehr. Um sich darauf zu besinnen und gepflegten Vereinsfußball zu genießen, braucht man keine Nationalmannschaften.

Inhaltlich hatte ich zum Thema EM nichts beizutragen. Für die Reisenden und an so etwas Interessierten gibt es im Heft aber von mir Reisetipps („Wegzehrung“) für Stopps unterwegs. Wer etwa die Spiele der Gruppe A besucht und dafür 4.015 km zwischen Rom und Baku über Bari, Brindisi, Ioannina, Kozani, Thessaloniki, İstanbul, Erzurum, Tiflis und Gəncə pendelt, bekommt z.B. von mir Bolu nahegelegt.

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