Sonntag, 15. Februar 2026

Austria – Rapid 2:0 (2:0)

Bundesliga, 19. Runde, 15.2.2026
Horrplatz, 15.600

„Die Wirklichkeit ist so schlimm, dass sie nicht beschrieben werden kann.“ schrieb einst der Schriftsteller Thomas Bernhard einmal in anderem Zusammenhang in einem seiner bekannten Dramen. Probieren wir es dennoch: Sportlich unterlegen ging Rapid als Außenseiter in das Derby, spielte ohne Elan unterlegen und verlor klar unterlegen. Die teuersten Spieler verletzten sich früh oder spielten farblos unsichtbar. Zwölf Pflichtspiele ohne Sieg sprechen eine klare Sprache zur Leistungsfähigkeit der Mannschaft.
Erstmals wieder nach dem, den Ausschreitungen 2024 folgenden, wechselseitigen Verbot von Auswärtsfans durch die beiden Vereine waren wieder Gäste erlaubt. „Einmal Rapid – immer Rapid“ hieß es in der Lords/Lions-Choreographie im ersten Schritt zu einer Schalparade (vorige Woche hatten sie zum Mitnehmen von Retroschals aufgerufen) und im zweiten Schritt dann „Austria Wien – Scheiße von Wien“ begleitet von grünem Rauch. In der Mitte zeigten sie dazu das Bild eines diesen Chant gegen den FAK seinerzeit in einer Folge aus dem Jahr 1993 der ORF-Sendung Alltagsgeschichten von Elizabeth T. Spira skandierenden markanten Rapidfan mit zeittypischer Frisur. „Wir wollen Rapid sehen!“ und „Wir wollen euch kämpfen sehen!“ verlautete aus dem Block schon gegen Ende der ersten Hälfte sowie „Zeigt endlich Herz für Rapid Wien!“ oder „Wir sind Rapid, und wer seid ihr?“ und „Wir haben die Schnauze voll!“ in der zweiten Hälfte. Am Ende krachte es angesichts der eingangs beschriebenen Lage, es flog Pyro aufs Spielfeld und gab lange Unterbrechung. Was folgt, ist klar.
Drüben gab es ein Gedenkspruchband für eine verstorbene Schwechaterin und im Rapid-Block eines von der Grünen Szene Weinviertel für einen der ihren, wobei auch der andere Sektor jeweils aus Respekt vor dem Tod kurz innehielt.
Bei 0°C, aber aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit und Wind gefühlter Temperatur von fünf Grad darunter, war es frostig.

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