Samstag, 19. September 2026
Austria Lustenau – Altach 2:0 (2:0)
Bundesliga, 7. Runde, 19.9.2026
Reichshofstadion, 5.138
Die Bundesliga hat wieder das „Ländle-Derby“ von Austria Lustenau und SCR Altach, nachdem die Lustenauer Austria aufgestiegen ist und Altach in der Liga verblieb. Nunmehr auch erstmals seit 2023 wieder im umgebauten Reichshofstadion nachdem die Austria Lustenau während des Baus ihre Spiele und auch das Derby im Bregenzer Bodenseestadion ausgetragen hatte.
Nach ausgeglichener Anfangsphase mit auch Chancen der Gäste kippte das Match nach einer halben Stunde immer mehr auf Seiten der Austria Lustenau, die dann auch in Führung ging. Der Torjubel zum Altacher Block hin wurde dort mit Bengalenwürfen und Böller beantwortet. Noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte erhöhte die Heimmannschaft auf 2:0, während die Gäste in beiden Hälften je einmal nur sekundenlangen und schnell erstickten Torjubel nach Abseits gegebenen vermeintlichen Treffern hatten.
Bereits früh hallten die gegenseitigen Unfreundlichkeiten durch das Stadion. „Altacher Hurensöhne“ hieß es hier und „Chiquita Banana, Scheiß Austriana“ dort. In einem stimmungsvollen Corteo war die Nordtribüne Lustenau wieder vom Kirchplatz im Zentrum zum Reichshofstadion marschiert. Vorne trugen sie dabei ihren seit einiger Zeit benutzten Bananen-Doppelhalter, der diese Beschimpfung umdrehte „Chiquita Banana / Wir sind Austriana“. Beim Aufwärmen der Mannschaften hatten sie für das Altacher Gegenüber auch schon ein erstes Spruchband mit Bezug zu Derby-Vorgeplänkel: „Unter der Woche wieder mal nichts riskieren … um dann im Block den Harten zu markieren!“ Mit Anruf-Symbol.
„Jagdsaison im Reichshofstadion“ hieß es in der Derbychoreographie der Nordtribüne Lustenau. Sie nahm das Thema der Hasenjad der Loony Tunes auf und zeigte im Stil dieser Comics einen mit Altacher Schal und Leiberl ausgestatteten Hasen Bugs Bunny rennend vor einem ihn ins Ziel nehmenden Jäger in Form der Comicfigur Elmer Fudd mit Jagdgewehr. Effekt dazu war ein mit Böller dargestellter Schuss. Die Patrone war mit UNF gekennzeichnet, dem gemeinsamen Kürzel von Union Nord und Nordfront, die auch seit Einzug ins umgebaute Stadion ja seither einen gemeinsamen Fetzen Union Nord Front haben.
Das Spruchband „Die Absteiger sind wieder aufgestiegen … und ihr seid immer noch Hurensöhne!!!“ bezog sich auf ein Spruchband im bislang letzten Derby 2024 in Altach, als man dort zum eigenen Abstieg getextet hatte „Ein Absteiger kann wieder aufsteigen... doch ihr bleibt für immer Hurensöhne!!!“
„Mit Kampf zum Sieg“ war die Devise auf Seiten der Altacher Jungs. Mit der Figur eines martialischen Wrestler namens „The Undertaker“ mit SCRA-Schriftzug am Hut und Flammen im Hintergrund. Ganz wie der Undertaker in schwarz gekleidet war nicht nur der Mob, ganz in schwarz wurde mit Zetteln auch der Block gehüllt. Dabei blieb bis zum Schluss der Stiegenaufgang auch schwarz abgedeckt, wodurch kein optisches Loch blieb.
Beide Seiten waren an diesem Tag ohne ihre Freunde, die jeweils am selben Tag selbst spielten. Der FC Augsburg auf Seiten der Austria Lustenau war in Bremen und der Grasshopper Club Zürich spielte in Luzern. Dennoch waren, wenngleich weniger präsent als sonst, waren auf beiden Seiten Leute zu sehen. Von der Austria Lustenau gab es auch ein Willkommensspruchband zu einem Augsburger Neugeborenen. Neben dem stets hinten aufgehängten Nordtribüne Lustenau hingen in Augsburg-Rot Stoffe mit Max und Dani. Für die beiden im September 2015 vor elf Jahren tödlich Verunglückten gab es in der zweiten Hälfte eine Aktion mit einem Gedenkspruchband, das auch nach Schlusspfiff mit der Mannschaft gemeinsam und zu „Max und Dani unvergessen“-Chören noch einmal präsentiert wurde. Ein weiteres Spruchband in Richtung Augsburg galt dem 75-jährigen Jubiläum des 1951 eröffneten alten Rosenaustadions „75 Jahre Tradition – 75 Jahre Rosenaustadion“.
Nach Schlusspfiff feierte man auf Seiten der Austria Lustenau noch lange, während man auf Altacher Seite auch Gesprächsbedarf zwischen Fans und Spielern hatte. Aufsteiger Austria Lustenau steht nach sieben Runden mit guten acht Punkten da. Vorjahres-Cupfinalist Altach ist mit nur einem Sieg bei sechs Niederlagen Tabellenletzter.
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