ÖFB-Cup, Semifinale, 2.4.2025
Stadion auf der Gugl, 12.900
Der LASK führte lange und verlor am Ende das ÖFB-Cup-Semifinale gegen den Wolfsberger Athletiksport Club. Schon nach fünf Minuten stand es 1:0 und danach spielte der LASK darauf, den Vorsprung zu halten. Italienische Schule von LASK-Trainer Schopp (vier Jahre Spieler in Brescia). Trotz Chancen der Gäste schien das auch zu funktionieren, doch ein paar Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit kam nach einem Freistoß das 1:1. Die Verlängerung war ereignislos abseits der gelb-roten Karte für den bereits ausgewechselten Entrup, der bei einem LASK-Finaleinzug somit nicht gegen seine Austria spielen hätte müssen – wenn der LASK ins Finale gekommen wäre und wenn der FAK hernach nicht gegen den TSV Hartberg ohnehin auch ausgeschieden wäre. Entschieden wurde dieses Semifinale auf der Linzer Gugl im Elfmeterschießen.
Beachtlich war die Ex-Rapid-Spieler-Quote des Abends mit zwei beim LASK und drei beim WAC (abseits von Trainer Kühbauer). Aber gut, Rapid wechselt die Mannschaft auch seit Jahren schnell durch und ist ein Durchhaus für Spieler. Didi Kühbauer steht jedenfalls dreißig Jahre nach dem Finale als Rapid-Spieler 1995 diesmal als WAC-Trainer wieder im ÖFB-Cup-Finale.
„Z'reissts eich!“ war die Aufforderung in der Choreographie der Landstrassler zu Spielbeginn an die LASK-Spieler. Dazu zerriss es über der Tribüne zahlreich weiße Konfetti und rote Luftschlangen. Mit einem Laubbläser wurden in der Pause von einem Stadionmitarbeiter Konfetti vom Spielfeld entfernt. Recht lauf hörbar war schon vor Spielbeginn das Einsingen unter der Tribüne gewesen. Während des Spiels funktionierte der „Schalala, Linzer“-Wechselgesang mit der Längsseite sichtlich gut.
„In Linz beginnt's“ wusste der Wolfsberger Fanblock in seiner Choreographie mit einer altbekannten Lebensweisheit – wobei ja ein Semifinale als vorletzter Schritt eher am Ende als am Anfang steht. Für Wolfsberger Verhältnisse waren ordentlich viele Leute aus Kärnten angereist. Mit schwarzen Überziehern und schwarz-weißen Fahnen mit WAC-Wappen zelebrierten sie den Matchbeginn.
Für die Wolfsberger ist das erstmalige Erreichen des ÖFB-Cup-Finales der größte Erfolg. Wenn in Titellisten vom österreichischen Meistertitel des WAC 1915 und den beiden Cup-Siegen 1930/31 und 1958/59 zu lesen ist, handelt es sich nicht um den Wolfsberger Athletiksport Club sondern um den Wiener Athletiksport Club.
Der LASK war österreichischer Cupsieger 1964/65. Es war die Saison, in der sie auch Meister wurden und ihre beiden bislang einzigen österreichischen Titel gewannen. Bei einem Erfolg wäre es die siebte ÖFB-Cup-Finalteilnahme des LASK gewesen. Zuletzt war er 2020/21 ins ÖFB-Cup-Finale gekommen, wo er in einem coronapandemiebedingten Geisterspiel dem Seriencupsieger Dosenkonzern unterlag. 12.900 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen das größte Spiel für den LASK seit Jahren im Stadion. Mit 80 € für einen Längsseitensitzplatz in der Mitte und 50 € für die Längsseite am Rand zu den Hintertorseiten verfolgte der Verein weiter seine Hochpreispolitik und das Konzept der mit Werbeplanen überdeckten leeren Ränge.
Seit 2013/14 waren die ÖFB-Cup-Sieger ausschließlich entweder die Dosen (achtmal) oder Sturm Graz (dreimal) gewesen. Das wird 2024/25 anders sein und es wird auch einen neuen ÖFB-Cup-Sieger geben.
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