Donnerstag, 6. Dezember 2018

Forza Rapid, 17



Rezension


Forza Rapid
Die Hütteldorfer Revue
Nr. 17, 3/2018
100 S.







Ich freue mich schon auf das nun wohl unabdingbare Interview mit Sabine K., nachdem hier im Heft ein Gespräch mit Thomas K. ist und zuvor Roland K. in Ausgabe 9, Rudolf K. in Ausgabe 15 und Gerhard K. in Ausgabe 16 vertreten waren. Damit wäre dann die offensichtliche 5K-UR-Interviewreihe vollständig.

Mit einer anderen bemerkenswerten Frau gibt es in dieser Ausgabe ein Interview. „Spieler kommen und gehen, was bleibt? Die Fans. I kenn niemand, der g'wechselt hätt' (lacht). Wenn ich zusammenrechne, wie viele Spieler in meiner Fanhistorie Rapid verlassen oder aufgehört haben ... ich hab noch nicht aufgehört, ich habe einen Dauervertrag!“ sagt Nurten Yılmaz, Rapidfan mit jeder Faser, Sprecherin des Rapid-Ethikrats und SPÖ-Nationalratsabgeordnete, und wer könnte ihr widersprechen. Sie erzählt im Interview von ihrer Jugend („Mich hat niemand zu einem Match gebracht, ich bin immer alleine gegangen.“), dem Erleben des Block West und manchen Problemen im neuen Weststadion, ihrem Fanleben („Es ist pure Leidenschaft − entweder die hat jemand oder eben nicht.“), ihrer politischen Arbeit als engagierte Sozialdemokratin („Die Leute kämpfen nicht mehr darum, gerechter behandelt oder bezahlt zu werden, sondern es gilt: ‚Nehmt’s denen, die noch weniger haben, noch mehr weg.‘ Leider scheint der Neid in Mode zu sein. Das hat aber eine Gesellschaft noch nie zum Erfolg geführt.“) Als Politikerin, aber natürlich auch als interessierte Rapidanhängerin, beobachtete Yılmaz in den letzten Jahren auch Gerichtsprozesse gegen Rapidfans. Ein Kommentar zum Straftatbestand Landfriedensbruch, den sie 2014 in der Tageszeitung Der Standard veröffentlicht hatte, wird im Heft nochmals abgedruckt.

Während sportliche Erfolgsmeldungen Rapids in letzter Zeit rar waren, wurde zuletzt immerhin die jahrelange Diskussion um einen Standort für ein Trainingszentrum abgeschlossen, das Elektra-Platz und Happel-Trainingsplätze im Prater umfassen wird. Max Frey hat sich vorab damit befasst.

Branko Milanović, dem heuer beim Eiskastenspiel gegen Ried zum 80. Geburtstag gratuliert werden konnte, erzählt im Heft in Doppelconférence mit Funki Feurer über seine Fußballkarriere und sein Leben, u.a. als kurzzeitiger und unbewusster Nebenbuhler von Ernst Happel, der das laut Milanović damals mit kurz angebundenem „Die Rosi − vergiss das, du bist Fußballprofi. Wir bleiben Freunde wie vorher.“ beendete.

Wer sich einmal über in Wien hie und da zu sehende Pickerl Bagasch Lisboa gewundert hat, wird im Heft über zwei Wiener Lokalbetreiber im schönen Lissabon und die „Bagasch“-Entstehungsgeschichte beim Atlantic Cup in Faro informiert.

Als reine Unschuld vom Lande erklärt sich Peter Pacult im Interview zu seinem Hinauswurf bei Rapid 2011 nach Kontakten zu Mateschitz und dem kurz darauf folgenden Antritt als Trainer in der Leipziger Dosenfiliale. Man darf das bezweifeln. Auch in anderen Fällen erzählt er in einem lesenswerten Portrait im Heft seine Sicht der Dinge als der große Missverstandende, aber auch über seine Erfolge als Spieler und Trainer.

Weiters u.a. im Heft: Als Rapid vor fünfzig Jahren Real Madrid aus dem Europacup warf, Paul Halla und Johny Bjerregaard.

Von mir selbst stammt in der Reihe Rapid around the world ein Beitrag anlässlich eines Besuchs bei Rapid Bukarest über Vereine mit Rapid im Namen.

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