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Donnerstag, 31. Mai 2012

When Saturday Comes, 304


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 304, June 2012
46 S. + 15 S.






Einen guten Einblick in wahre Fußballeidenschaft bietet Roger Titford. Er schreibt über seine 50 Jahre mit dem FA-Cup-Finale. Am Fernseher, im Stadion, mit Freunden, allein: Seit genau einem halben Jahrhundert sah er sich in irgendeiner Form jedes Jahr das Spiel an. Er berichtet über persönliche Höhe- und Tiefpunkte dabei und den Wandel im Erleben des Finales über die Jahrzehnte: Vom bier- und wettseeligen jungen Mann in seinen Zwanzigern bis in späteren Jahren zur Runde graumelierter Herren, die sich aus Anlaß des Spiels zu besserem Essen und weniger Bier trifft und anschließend in den Park kicken geht. Vom Buben mit zugeschicktem heiligem Matchprogramm in der Hand 1965 bis zum Selbständigen, der berufliche Turbulenzen in Kauf nimmt, um 2010 ein Finale seiner “very least favourite clubs” Chelsea und Portmouths in irgendeinem schäbigen Pub zu sehen.
“Indeed, rather than a source of annual joy, watching the Cup final has become my curious personal obligation to the footballing gods. I belong to the tail-end of the generation that was ensnared of the Cup final and who feel its degredation most keenly.” Titford blickt zurück in eine Zeit, als das jährliche Cupfinale in England unumstritten das fast religiös zelebrierte Spiel der Spiele war: “It was England's football's high holy-day with the royal family, Abide With Me and all that. The old allocation, with tickets going to county association blazers, referees and boys' clubs as a reward for their service, created a communion of the whole national game. That became out of step with the times and more tckets were allocated to fans of the competing clubs. Wembley now looks divided in two halves, with the blues against the reds. It has become a more private affair and has lost that universal appeal.”
Eine sehr spannende Betrachtung.

Dzu gibt es im Heft ein sehr schönes Fotoessay, diesmal Bilder von Colin McPherson vom Spiel von Fleetwood Town gegen Wrexham im April, sowie einen interessanten Rückblick auf die Saison 1978/79 von AC Perugia, in welcher der kleine Verein ungeschlagen blieb und sich am Ende im Kampf um die italienische Meisterschaft nur Milan geschlagen geben mußte.

Zur anstehenden Europameisterschaft gibt es ein eigenes Heft, in dem die Teilnehmerländer in bewährter Weise per informativem Fragebogen vorgestellt werden. Von What are the expectations for the team? über Do any players have unusual hobbies or business interests? oder Will there be any rehearsed goal celebrations? bis zu Will there be many fans travelling to the finals and will they have any chants oder songs?

Donnerstag, 6. September 2007

When Saturday Comes, 247


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 247, September 2007
46 S. + 15 S.






WSC widmet seine Hauptaufmerksamkeit diesmal dem zunehmenden Aufkauf englischer Vereine durch ausländische Millardäre. War das zunächst vor allem Roman Abramowitsch, geht es jetzt vor allem um die Glazers bei Manchester United, die Übernahmen von Liverpool durch offensichtlich fußballunkundige Amerikaner, die den Vereinsnamen schon mal nicht mehr erinnerlich haben und den Klub "Liverpool Reds" genannt oder als "franchise" bezeichnet haben, Aston Villa oder zuletzt den Einstieg des halbseidenen ehemaligen thailändischen Premierministers Thaksin Shinawatra bei Manchester City. Wie Ian Farrell schreibt: "The military government that peaceably ousted Shinawatra in September 2006 has accused him of, among other things, major corruption, selling off national assets for personal gain, curtailing the freedom of the press and using the cover of war on drugs to suppress elements of the population. This isn't quite like hearing that your club has been bought by a consortium of Serb ethnic cleansers fronted by Jonathan King, but the openly made charges still dwarf the urban myths and innuendo that follow the Premier League's other foreign tycoons. And yet, no one has taken to the streets in protest." Bei Man Utd hat es ja, wie im letzten WSC beschrieben, eine Abspaltung von Fans gegeben. Aufgrund der hohen Profitablität der Premier League, die zum Einstieg der Milliardäre geführt hat, ist wohl eine weitere Kommerzialisierung zu erwarten. Die Stadionumbauten und hohen Eintrittspreise haben mit ihrem gewollten ZuschauerInnen-Austausch ja schon zu einer Veränderung der "typisch britischen Stimmung" in Richtung Event-Publikum geführt (vgl. Ballesterer Nr. 26 und 11 Freunde Nr. 62).

Sehr gut in der September-Ausgabe sind ein Porträt von Giorgio Chinaglia und seiner zwielichtigen Rolle beim Versuch der Übernahme von Lazio Rom mithilfe von Mafia-Geldern und ein Artikel über das Verschwinden des Zigaretten-Rauchens im heutigen Profi-Fußball ("The Lights Are Going Out"). Interessant war auch die Rezension von Alan Tomlinson über die Biographie der Ehefrau eines Fußballers in den 1950er/60er Jahren (Margaret Potts/Dave Thomas, Harry Potts - Margaret's Story. The Toughest Job in Football), eine harte Zeit: "He needed a lot of sleep, his mother said. If there was a match on Saturday there was no sex after Thursday."

Sehr nett ist eine Beilage mit Saisonbilanzen von Fans der Vereine der oberen Ligen. Leider kenn ich mich zuwenig aus, schon gar nicht unterhalb der Premier League. Aber dennoch sehr amüsant zu lesen, was der beste oder schlechteste Moment der Saison war, welche Vereine sie mögen und welche nicht etc. Am Cover die Landnahme der Milliardäre im britischen Fußball.

Auch ganz hübsch ein Wandkalender mit den WSC-typischen Karikaturen, die ich ja im Heft eigentlich meist nicht besonders witzig finde. Aber hier gibt es u.a. wirklich nette Verarschungen von Thierry Henry.

Mittwoch, 3. September 2014

When Saturday Comes, 331


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 331, September 2014
46 S. + 15 S.







Im Schwerpunkt des Ballesterer über den Ersten Weltkrieg war auch über die anfängliche Fortführung des Profifußballs in England 1914/15 berichtet worden. Hier im Heft ist über die englischen Kontroversen hierzu nochmal nachzulesen. Die Konfliktlinie verlief auch zwischen dem schon früh professionalisierten Nordengland und dem am längstem am Amateurfußball festhaltenden Süden. Ein interessanter weiterer Text widmet sich den damals engen Beziehung von Celtic zur britischen Armee und erwähnt, dass die schottische Meisterschaft im Unterschied zur englischen während des Kriegs ungebrochen weiterlief.

Die jährliche Beilage zum Saisonbeginn befragt wieder per Fragebogen Fans der englischen Profivereine und der schottischen ersten Liga zum Saisonrückblick und zu Aussichten der neuen Saison. Eine neue Frage wurde diesmal auch gestellt: “In the wake of the free-kick spray used in the World Cup, what innovation would you like to see brought into football?” Ein sehr guter Vorschlag von Steve Wilson (Huddersfield Town): “A new rule that the playing of music after a goal for the home team results in that goal being disallowed. A second offense sees the goal awarded to the opposition instead.”

Freitag, 2. September 2011

When Saturday Comes, 295


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 295, September 2011
46 S. + 15 S.






Adam Bate beleuchtet die auf die Spitze getriebene Klassengesellschaft des Fußballs zwischen den finanzschweren englischen und spanischen Spitzenvereinen und dem Rest. Er verweist auf die jüngsten Beispiele des deutschen Meisters Borussia Dortmund, der trotz oder infolge des Titelgewinns einen zentralen Spieler an Real Madrid abgab, sowie des Europacupsiegers FC Porto, der seinen Erfolgstrainer an Chelsea verlor. In beiden Fällen handelt es sich um große Vereine großer Fußball-Länder und dennoch sind sie in einer anderen Welt als die englischen und spanischen Schwergewichte. Die Champions League ist schon absurd: „The Premier League's fourth-placed side, Arsenal, are at shorter odds to win the tournament than the champions of Germany, France and Italy.“

Das Heft präsentiert sich in leicht modifizierten Layout. Die sanfte Veränderung gefällt. Schade allerdings um die schöne Serie Season in brief, die nun offenbar nach Folge 81 eingestellt wurde.
Interessantes gibt es über Olympique de Lyon zu lesen, dazu einen netten Bericht vom Europacupgastspiel von Fulham bei den Crusaders in Belfast.

Im traditionellen Season Guide, Rückblick und Vorschau auf vergangene und kommende Saison per Fragebogen bei Fans der Vereine der vier englischen Profiligen und der Scottish Premier League gibt es diesmal aus Anlaß des Jubiläums von WSC eine besondere Frage: „What is your personal favourite moment of following your club over the 25 years of WSC?“ Viele große Momente, Saisonen oder persönliche Higlights werden jeweils genannt. Am besten gefiel die Antwort von Martin Atherton (Preston North End), der von keinem Spiel oder keinem Titelgewinn erzählte, sondern von einer Party auf der Autobahn: „The trip home from a goalless draw at Derby in 2005. Being 2-0 up from the first leg of the play-offs, the team had given a disciplined performance to secure our spot in the Cardiff final. When roadworks in Cheshire brought the M6 to a standstill at midnight, the carriageway was crammed with North End fans all out of their cars celebrating.“

Freitag, 13. Juni 2014

When Saturday Comes, 328


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 328, June 2014
46 S. + 15 S. + 15 S.







Interessantes über Little brothers, kleinere Vereine im Schatten großer Stadtrivalen, gibt es hier neben Torino vor allem in einem Artikel von Aleksandar Holiga über die Geschichte von NK Zagreb und RNK Split aus Kroatien. Holiga skizziert die politische Geschichte von RNK Split als ursprünglich anarchistischer Arbeiterverein mit Vereinsfarbe schwarz, der dann zum sozialistischen Arbeiterverein mit Vereinsfarbe rot wurde, wo fast die ganze Mannschaft von Faschisten erschossen wurde und rund 120 Vereinsmitglieder ihr Leben im Zweiten Weltkrieg verloren. Heute sei davon aber nichts mehr übrig: „The blue-collar, politically radical roots are now a thing of the past: these days, RNK are just a small club with a well-off backer.“

Dazu gibt es im Heft etwas über das Estádio Nacional do Jamor bei Lissabon, in dem 1967 Celtic den Europacup der Meister gewann und Diskussionen um Stadionbenennungen in Frankreich am Beispiel Lille.

Im beiliegenden World Cup Team Guide werden die teilnehmenden Länder vorgestellt, zur Hälfte per WSC-üblichem Fragebogen. Über Spanien wird berichtet: „Another notable absentee could be Manolo el del Bombo, who has been banging his drum at international games since 1982. FIFA safety regulations banned the instrument from last year's Confederations Cup, and it remains to be seen if he can make it this summer.“

In einem kleinen Foto-Heft gibt es je ein Bild zu den bisherigen Auftreten Englands bei Weltmeisterschaften. Bis auf einmal geht es ums Scheitern. 1966 ist mit einem Foto der Mannschaft bei einer Mahlzeit vertreten, bei dem Geoff Hurst in die Kamera schaut.

Freitag, 16. November 2007

When Saturday Comes, 249


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 249, November 2007
46 S.






Sehr schön WSC's Zusammenfassung der medialen Aufregung rund um die Bestellung von Avram Grant zum neuen Trainer bei Chelsky: "Secret networks, friends of friends: sound familiar? Well, yes, actually. It sounds a bit like football." Auch sonst geht's im Heft ein bißchen um Mourinho und seinen Nachfolger, in informativer, nicht übermäßiger und daher genießbarer Dosis.

Sehr interessant ein Bericht über das Magazin Groundtastic, das sich als "Football Grounds Magazin" den Stadien widmet - und hier hat sich in den letzten 15 Jahren in England ja tatsächlich sehr viel getan - "But however tempting it is to wallow in fond memories on rusty barrel-roofed stands and claggy cinder terracing, the magazine keeps a keen eye on current developments, hoping that the next new ground will be the architectural masterpiece we've all been waiting for and not just another clone, whose only individual touch is the colour of the seats." wie Vince Taylor schreibt. Inspiration des Fanzines war übrigens Simon Inglis' 1983er Buch The Football Grounds of England and Wales, das ich auch in meiner Bibliothek stehen hab' - bisher nur durchgeblättert, aber vor dem Silvester-Hopping in Schottland werde ich es mir zwecks Einführung in britische Stadiengeschichte noch zu Gemüte führen.

Informativ sind auch Berichte über Australien, Wales und Fraußenfußball in China. Ansonsten glänzt die November-Ausgabe durch schöne Foto-Strecken: FA-Cup, 1. Quali-Runde, Shildon AFC - Whitby Town (wunderbare Unterliga-Bilder!) und WM-Qualifikation 1974, Wembley, 17. Oktober 1973, England remisiert gegen Polen und bleibt daher 1974 zu Hause.

Nach einem Bericht über die Schweiz in der letzten Ausgabe war diesmal Österreich dran. Die Aufmerksamkeit des Berichterstatters (Paul Joyce, offensichtlich gut informiert) auf sich gezogen hat das Sich-Ausliefern der meisten österreichischen Vereine an Sponsoren und Investoren ("Austria - where the sponsors still hold sway"). So werden neben Red Bull, "dank" ihres Umgangs mit den Fans von Austria Salzburg ja in informierten Fan-Kreisen europaweit bekannt, u.a. die Namensverkauf-Beispiele SCS bet.at-home.com (früher SCS Schwanenstadt), SV Glatter Edelpute (Zemendorf) oder SCU Seidl Software, vormals SC Interwetten.com, vormals SC Untersiebenbrunn, und natürlich die Verlegung des FC Superfund (vormals SV Pasching) nach Klagenfurt angeführt. Als positives Beispiel genannt wird Wacker Innsbruck, wo nicht auf Initiative der Fans die Rückkehr zum traditionellen Namen und dessen Sponsorfreiheit beschlossen worden ist - "A survey of 20,000 supporters had revealed what any first year marketing student could tell you - brand loyalty can only be established if you don't keep changing the name of the brand." Man muß sich ja wirklich einmal vergegenwärtigen, wie unglaublich das alles von außen ausschauen muß.

Mittwoch, 29. August 2012

When Saturday Comes, 307


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 307, September 2012
46 S. + 15 S.







Als Match of the month berichtet Archie MacGregor vom Europacupspiel zwischen dem schottischen St Johnstone und dem türkischen Eskişehirspor. Beide Vereine kamen durch den Ausschluß großer Vereine auf die europäischen Startplätze: Hier der Bankrott der Rangers, die nun in der vierten Liga antreten. Dort der UEFA-Ausschluß von Beşiktaş wegen Finanzvergehens. MacGregor stach dabei die Körpergröße der Spieler des Gastvereins ins Auge, auch von dessen hier wohlbekannten Neuzugang: “The Eskişehirspor players tower over their Saints counterparts, with goalkeepers Ruud Jorge Boffin along with colleagues Veysel Sarı and Servet Çetin well over the six-foot mark, and just in case he's required, 6ft 7in striker Atdhe Nuhiu in reserve on the bench.”

Weiters gibt es im Heft u.a. über die Lage in Kroatien sowie über Unmut unter Fans von Udinese zu lesen, nachdem die Eigentümer des Klubs nach dem spanischen Granada mit dem englischen Watford nunmehr einen dritten Verein gekauft haben.

Im Season Guide werden die Vereine der vier englischen Profiligen und der ersten schottischen Liga in bewährter Weise per Fragebogen an Fans durchgenommen. Haydn Parry antwortet zur Frage If you could improve one aspect of your club, what would it be? zu seinem Verein Gillingham FC (in der League Two, der vierten Liga): “We have a chairman based in Dubai but that's about the only similarity to football's big boys.”

Donnerstag, 2. September 2010

When Saturday Comes, 283


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 283, September 2010
46 S. + 15 S.






Eine Lanze für den nordirischen Fußball bricht Robbie Meredith. Angesichts von guten Resultaten im Europacup oder der Nähe der Spieler zu den Fans möchte er dem dortigen Spielbetrieb mehr Aufmerksamkeit gewidmet wissen. Denn der lokale Fußball steht für viele nordirische Fans im Schatten des Glasgower Old Firm und der Big Four der englischen Premier League. Doch er verweist auch auf die eigenen Fehler, it would help if local football stopped shooting itself in both feet. In the few short months since Linfield claimed their fourth title in five years, there's been turmoil at the Irish Football Association (IFA), while Glentoran, one of the few clubs capable of attracting four-figure crowds, have had trouble paying their players.

Für den schottischen Fußball rekapituliert Neil White das traurige Jubiläum von 25 Jahren, einem Vierteljahrhundert, seit mit Aberdeen 1985 zuletzt ein Verein von außerhalb des Old Firm Meister wurde. Seit Einführung der Champions League und ihres Geldregens hat sich die Dominanz von Rangers und Celtic noch verfestigt. Nur einmal, 2006, schaffte es mit den Hearts of Midlothian ein anderes Team auf einen Qualifikationsplatz. Eine Latte gilt es noch zu überspringen: 1931 brach Motherwell mit dem Titelgewinn 27 Jahre Old-Firm-Dominanz. White erwartet, daß dieser Rekord 2013 fallen wird.
Steve Menary ergänzt ein Bild versteinerter Fußballstrukturen mit einem Artikel über die Länder, die seit Jahren dieselben Vertreter um den Geldtopf der Champions League spielen lassen. So ist dieses Jahr das erste seit 13 Jahren, in dem z.B. aus Griechenland nicht Olympiakos teilnimmt. In der Ukraine haben die beiden Vereine Dynamo Kiew und Schachtar Donezk seit 1994/95 alle 26 möglichen Plätze in diesem Bewerb belegt.

Im Beiheft werden Rückblick und Ausblick auf vergangene und zukünftige Saison aller Vereine der vier englischen Profiligen sowie der schottischen ersten Liga per einheitlichem Fragebogen an Fans derselben kurz und prägnant präsentiert.
Unterschiedlich die Aufnahme des europäischen Erfolgslaufs von Fulham, die von wanting an English team to do well in Europe made me feel like a kid again (Brad Woodhouse, Aston Villa) bis never has such a mediocre team been so eulogised (David Hearn, Chelsea) reicht. Dabei bestimmt wohl auch der Standort den Standpunkt. Villa schaut im Fernsehen zu, weil sie 2009 (ebenso wie dann 2010) von Rapid hinausgeworfen wurden. Vom Blickwinkel des Wohlstandsbauchs von Chelsea wiederum ist bald jemand mittelmäßig, ganz abgesehen von der Lokalrivialität der beiden.

Dienstag, 8. Juni 2010

When Saturday Comes, 280


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 280, June 2010
46 S. + 15 S.






Eine spannende Sache sind die Pläne in Tschechien und der Slowakei, zur Stärkung des fußballerischen Niveaus wieder eine gemeinsame tschechoslowakische Liga zu installieren. Sportlich sicher eine sinnvolle Sache, doch auch eine emotionale Sehnsucht nach vergangenen "großen" Duellen scheint gegeben − "a February friendly in Žilina between MŠK and Sparta Prague, played in freezing conditions, drew a crowd of 4,300, more than have turned up for all but one of Žilina's subsequent Slovak league home games. The match was surrounded by nostalgia for the old federal league, both in the stands and in the sports pages of the newspapers." berichtet James Baxter.

In einem eigenen Heft zur WM werden in bewährter Manier die Teilnehmer per Fragebogen vorgestellt. Wir erfahren hier etwa, welche altvorderen Legenden in ihren Ländern die WM im Fernsehen kommentieren oder die Differenzierungen im TV-Kommentar in der Schweiz: "Italian commentary will be analytical and informed, German loud and patriotic, and the French will be a catastrophe." schreibt Yuri Goffinet.

Mittwoch, 20. Mai 2009

When Saturday Comes, 267


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 267, May 2009
46 S.






Vor zwanzig Jahren, am 15. April 1989, starben 96 Liverpool-Fans beim Hillsborough-Desaster. John Williams erinnert an die Zeit: "History was rewritten later, but Hillsborough then was supposedly one of our great football stadiums, a regular FA Cup semi-final venue (though we found out later one with its own recent dangerous record). In Liverpool, the city of Sheffield was also regarded at that time as a pretty decent place to go to watch football. Good pubs, and not a town full of psychopaths (there were towns in the 1980s that could not easily say the same)."
Ohne falscher Schuldzuweisung geht er dabei auch durchaus kritisch auf das Verhalten der Fans in dieser Zeit ein, verweist etwa auf die seiner Meinung nach in Liverpool zu wenig erinnerte Heysel-Katastrophe. Hillsborough mit all seinen Folgen war jedenfalls ein Wendepunkt des britischen Fußballs. "Today much has changed, of course. Top level football in England is more peaceful, certainly much safer; for some, far too boring and, for most, hideously expensive. ... Remember the 96 and respect the game: their terrible sacrifice helped to safe it - for all its current ills - for all of us."

Man sollte dabei aber nicht übersehen, daß dies nicht weltweit zutrifft: James Copnall berichtet im Heft über die Ursachen der Stadionkatastophe von Abidjan im März, als beim Spiel der Elfenbeinküste gegen Malawi 19 Menschen starben und 132 verletzt wurden.

Weiters interessant ist ein Artikel über die Pläne aus der G-14-Nachfolgeorganisation ECA, eine dreistufige "European Super League" zu schaffen. Ein Szenario, das laut Beny Lyttletons Analyse vor allem eines ist: "a plan hatched as a bargaining-tool to keep the Champions League as it is." Informatives gibt es auch über den Einfluß des Sprachenkonflikts auf den Fußball in Belgien und großartig Historisches über die Saison von Stoke City 1946/47.

Freitag, 22. August 2008

When Saturday Comes, 259


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 259, September 2008
46 S. + 15 S.






Elfmeterschießen bedeutet eine 50:50-Chance? Mitnichten, wie die LSE herausgefunden hat: Zu 60,5 Prozent gewinnt die beginnende Mannschaft. WSC zitiert den verantwortlichen Forscher Ignacio Palacios-Huerta mit den Worten "Going first is even more valuable than having one extra kick, yet no one talks about it." Tatsächlich bemerkenswert, da sich Kapitäne oft genug fragen, ob sie beginnen oder lieber als Zweiter schießen sollten.

Sehr lesenswert ist im Heft Roger Titfords Reflexion der Saison des Absteigers Reading aus Fan-Sicht: "Watching your local team struggle in the world-renowned Premier League is an unique kind of football suffering. However bad we were in the old Third an Fourth, there was always the hope that somebody could hit a winner from 30 yards. Against Chelsea away there was one chance, at Arsenal none at all, despite being a reasonably competent, committed team." Hat mich sehr an unsere Champions-League-Saison 2005 erinnert ("Chelsea" wäre hier Juventus, "Arsenal" Bayern gewesen). Das bleibt mir ja heuer erspart...

Interessantes gibt's sonst noch über Aljaksandr Hleb zu lesen oder über die Übernahme von Bologna durch den Amerikaner Joe Tacopina, der sich zuvor mit einem Roma-Schal photographieren hat lassen (er war im Team von George Soros' Gebot für den Kauf von AS Roma). Geht's da jetzt auch schon so los wie in England? Wär' schlimm.

>Als Beilage gibt's wieder einen Saisonguide, wo die Vereine der oberen Ligen Englands und der schottischen 1. Liga jeweils per Fragebogen präsentiert werden. Eine an sich gute WSC-Standardmethode, alles kann dabei aber halt nicht interessant sein - zumindest mir fehlt da zu viel Wissen, um alle Anspielungen, v.a. von Zweit-, Dritt- und Viertligisten zu verstehen.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

When Saturday Comes, 248


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 248, October 2007
46 S.






Viel Platz nimmt diesmal im WSC das englische Nachwuchsproblem ein. Und zwar sowohl das am Rasen wie das auf den Tribünen. Die englische Premier League bietet tollen Fußball von teils superreichen Vereinen. Die Mannschaften der Großklubs sind nahezu Weltauswahlen. Aber auch die anderen Vereine haben, wie beklagt wird, keine erfolgreichen Nachwuchsförderprogramme. Gavin Willacy schlußfolgert: "My conclusion is that our players are probably just as good as they ever were, only different: fitter, stronger, quicker, but less creative and instinctive. The problem is, they used to have to be just the best in Britain. Now they have to be better than players from all over the world if they have to be better than players from all over the world if they are to make it in the Premier League."

Kontrastiert wird diese Situation mit Italien, in dessen Serie A letzte Saison 73 Prozent italienische Spieler gespielt haben - das Doppelte wie in der englischen Premier League. Die Vereine haben alle ihre Nachwuchsmannschaften, es gibt aber auch noch mehr, wie Matthew Barker beschreibt: "Children of both sexes attend a local scuola di calcio, playing five-a-side games, for 15 minutes a half, under FIGC (der Fußballverband, Anm.) guidelines. There are some 6,800 such schools, covering the six-to-12 age group, with 171 of those operating as advanced centres and a further three - in Rome, Tirrena and Catania - run as scuole calcio federali, where the more promising youngsters develop their skills (for a €450 (£300) joining fee), often watched by scouts from professional clubs." Da wird fleißig in die Grundlagenarbeit investiert - und die, die es zu großen Vereinen schaffen, bekommen später ein Umfeld und eine professionelle Betreuung, die es wohl bei uns nicht mal bei allen Bundesligisten gibt.

Grundsätzlich ist's mir persönlich ja ziemlich wurscht, ob der Spieler meiner Mannschaft aus Wien, Österreich, der Slowakei, Finnland oder sonstwoher kommt. Was mir wichtig ist, daß er gut spielt und vor allem sich reinhaut, was ihn mir damit sympathisch macht.

Aber eben nicht nur am Feld, sondern auch auf den Tribünen gibt es ein Jugendproblem im englischen Fußball. Eine Studie der Premier League hat ergeben, daß das Durchschnittsalter der Fans in den Stadien bei 43 Jahren liegt. Nur 9 Prozent sind jünger als 24 Jahre. Jetzt ist das auch kein Wunder bei den horrenden Eintrittspreisen von ungefähr £ 16,- für Unter-16-Jährige und £ 30,- für StudentInnen etc., wie angeführt wird. Sean Barnes führt dies zum Schluß "A generation ignored becomes a generation lost. Football is not just losing fans; it's losing its future." Gibt's so eine Statistik auch für Österreich? Wäre höchstinteressant, wenn.
WSC beschäftigt sich diesmal u.a. auch mit den Troubles von Leeds United, vor kurzem noch auf der Showbühne der Champions League und nunmehr in der dritten Liga. Martin Hiden war ja 1998-2000 bei denen. Interessant eine kritische Beschäftigung mit rassistische Vorurteilen und den Forderung nach Konsequenzen am Beispiel England-Serbien. Und amüsant ein Lothar Matthäus Porträt (in der Rubrik The strange case of...), wie schon im letzten 11 Freunde. Diesmal kommt er aber dankenswerterweise nicht so gut weg und wird ordentlich, wie es sich gehört verarscht. Immer wieder ein Wahnsinn, wenn man Geschichten darüber lesen muß, wie er bei Rapid war.

Mittwoch, 1. Juni 2016

When Saturday Comes, 352


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 352, June 2016
46 S. + 15 S.







Ein weiteres Mal wird auf die nach langem Kampf erreichte gerichtliche Feststellung der Wahrheit über Unschuld der Liverpool-Fans und Verantwortung der Polizei für die 96 Toten von Hillsborough 1989 geblickt. Themen sind auch der Erfolg von Leicester City und der Misserfolg von Aston Villa. Ein Mann im Vereinsmaskottchen-Kostüm erzählt über seine Erfahrungen und Erlebnisse: “The worst thing, which no one warned me about, was just how hot it gets. I had to hurriedly invent a ventilation system by tilting the head back slightly to allow cold air in.”

Eine große Ehre wurde meiner Wenigkeit diesmal zuteil. In der Reihe Football Cities wirft When Saturday Comes regelmäßig einen Blick auf kleinere Vereine in für ihre großen Klubs bekannten Fußballstädten. Diesmal ist das schöne Wien dran. Ballesterer-Kollege Moritz Ablinger schreibt über Wiener Sportklub und Vienna, ich selbst portraitiere den FAC als derzeit sportlich drittstärkste („stärkste“) Kraft in Wien. Die Bebilderung der beiden Artikel stammt ebenfalls von mir.


Zu Saisonbeginn und zu Turnieren erscheint seit Jahr und Tag ein beigelegtes Sonderheft, in dem die teilnehmenden Mannschaften per Fragebogen an Fans vorgestellt werden. So auch zur anstehenden EM 2016. Manche Nationalmannschaften, ihr Umfeld und die Situation im jeweiligen Land werden aber hier in zusammenfassenden Artikeln anstatt per Fragebogen beschrieben. Den Fragebogen zur österreichischen Nationalmannschaft beantwortet Mario Sonnberger.

Mittwoch, 14. August 2013

When Saturday Comes, 319


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 319, September 2013
46 S. + 15. S.







Eine kuriose Begebenheit aus dem Jahr 1973 erzählt Peter Bateman: Vor einer Urlaubsreise samt Frauen hatte eine Hobbymannschaft aus Wolverhampton namens Oxbarn Social an den Bürgermeister von Mainz mit der Bitte um Hilfe bei der Ermöglichung eines Fußballspiels geschrieben. Es klappte und so freute man sich auf eine kurzweilige sportliche Aktivität während der Westdeutschlandreise. Als sie in Mainz ankamen, stauten sich vor einem Stadion die Menschen und Flutlicht leuchtete. Sie spielten gegen den damaligen Drittligsten SVW Mainz (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Bundesligisten FSV Mainz), da man sie für das Spitzenteam Wolverhampton Wanderers hielt. Das Match war groß beworben worden und für die Mainzer Spieler war eine Siegprämie ausgesetzt. Sie gewannen recht einfach 21:0 (britische Version) oder 20:0 (deutsche Version). Übrigens spielte Franco Foda von 1973 bis 1979 bei der SVW Mainz.

Beeindruckend Bilder von Jasper Redfern zeigt das Heft von Spielen von Sheffield United aus dem Jahr 1899. Zehntausende Leute rund um den Platz (im Anzug, mit Hut und Mantel), während bei uns zu dieser Zeit der Fußball erst die ersten Gehversuche unternahm. Dazu gibt es über Vojvodina Novi Sad, wo der exzentrische Präsident und Eigentümer der halben Stadt gestorben ist, sowie RFK Novi Sad zu lesen.

Im beiliegenden Season Guide werden die Vereine der fünf höchsten englischen Ligen und der schottischen ersten Liga mit kurzen Bilanzen und Erwartungen in bewährter Weise per Fragebogen an Fans vorgestellt. Beste Frage ist diesmal What is your club's greatest contribution to football history? Neben manch amüsanten Antworten erweitert man dabei auch sein Fußballwissen, so ist eine Antwort auf diese Frage bei Barnsley Scoring the first ever goal direct from a thrown-in.

Mittwoch, 4. Juni 2008

When Saturday Comes, 256


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 256, June 2008
46 S. + 15 S,






Im WSC gibt's diesmal Interessantes über Johan Cruyff, über Fulham (da war der Martin unlängst) oder über Belgien und die Bedeutung, die es angesichts der prekären nationalen und politischen Situation dort hat, daß mit Standard Liège nach 25 Jahren wieder ein wallonischer Verein Meister geworden ist.
Des weiteren erfährt man über den mexikanischen Getränkeunternehmer Jorge Vergara, der der Reihe nach Vereine aufkauft, oder über das "franchise hopping" in Südafrika, wo abgestiegene Vereine einfach einen anderen Verein übernehmen und so weiter oben spielen. Amüsant ist, daß Matthew Barker seinen Bericht über den aktuellen Stand der Gerichtsverfahren rund um Calciopoli Power, Corruption and Lies nennt, da ja die WSC-Anthologien Power, Corruption and Pies betitelt sind.

Neu bringt WSC jetzt ein Buch über den afrikanischen Fußball, Elephants, Lions & Eagles von Filippo Ricci, auf Englisch heraus. Daraus gibt's in dieser Ausgabe einen Auszug - und einen hochamüsanten! Ricci schildert seine Schwierigkeiten, als Verantwortlicher bei Panini für das Album zum Afrika-Cup 1996 alle Bilder der Spieler zusammenzubekommen - und wie trotz oder wegen der Hilfe von Weltfußballer und Milan-Spieler George Weah manche Namen und Portraits der Mannschaft von Liberia falsch waren.

Neben einem EM-Spielplan mit den WSC-typischen Karikaturen gibt es ein Extraheft zur Beantwortung der brennendste Frage englischer Fußballfans bei dieser EM: Who to support? Die einzelnen Teams werden per Fragebogen vorgestellt (Österreich stellt Ballesterer-Redakteur Stefan Kraft vor), wobei man durch die Fragen zu den Spielern wie "Are there any players with unusual hobbies or business interests" oder "Are there any players involved in politics?" oder zur nationalen Fußballkultur wie "Is the coach popular?" und "What will the media coverage be like?" viel lernt.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

When Saturday Comes, 343



Rezension

When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 343, September 2015
46 S. + 15. S.







Im Heft gibt es eine Reportage über die Situation des Fußballs auf den Färöer-Inseln, historische Fotos eines braven 18-jährigen George Best aus dem Jahr 1964, einen Artikel über die Zweitligarückkehr der Austria Salzburg oder schöne Blicke ins englische Unterhaus zum Sheffield FC und auf Barnsley.

Im Season Guide werden wieder wie üblich Fans aller Vereine der vier englischen Profiligen, mit der begründeten Ausnahme der MK Dons, sowie der schottischen Premier League per Fragebogen zu ihrer Meinung zur vergangenen Saison und einem Ausblick auf das kommende Jahr befragt. Die Frage, welcher Sponsor am besten zum Verein passen würde, wurde von den meisten mit Humor beantwortet, wobei nichts wirklich witziges dabei war.

Dienstag, 25. August 2009

When Saturday Comes, 271


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 271, September 2009
46 S. + 15 S. Beilage






Interessantes gibt es über eine Südamerikatour von Everton und Tottenham vor hundert Jahren zu lesen. Herausragend aber die photo features, diesmal das leere Stadion von Wrexham beim Europacupmatch des walisischen Bangor City gegen den finnischen FC Honka und Bilder von Alex Ferguson in den Anfängen bei Manchester United 1986 - die nicht aufgestockten Tribünen von Old Trafford, das holzgetäfelte Büro at its worst...
Dazu wieder mal gute internationale Berichte über Wissenswertes aus Spanien, Frankreich, Argentinien oder dem Iran.

In der Beilage zur Saison 2009/10 interessieren in Zeiten wie diesen natürlich vor allem die Fragebogen-Antworten zu Aston Villa. Zur Frage "If your club had a smell what would it smell of?" schreibt Brad Woodhouse, in Anspielung auf den Rückfall in der letzten Saison: "A magnificent juicy steak that had everyone salivating. And suddenly went rancid in February." Ganz und gar unruhig vor Donnerstag, hoffe ich, daß zumindest die europäische Seite des Fleisches schon früher schlecht wird. Schön wär's.

Donnerstag, 25. Juni 2009

When Saturday Comes, 269


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 269, July 2009
46 S.






Jonathan Barker erinnert an den Fußballkrieg zwischen El Salvador und Honduras 1969. Wirklich großartig ist hierzu ja die Reportage von Ryszard Kapuściński.

Sonst gibt es auch noch Interessantes über die Präsidentenwahlen bei Real Madrid. Grundsätzlich finde ich ja den Zugang der Wahl durch alle Mitglieder, wie er ja beispielhaft auch beim großen Konkurrenten FC Barcelona praktiziert wird, sehr sympathisch. Was bei kleinen Vereinen geht, muß auch bei großen demokratischer Standard sein. Das hat, wie Tim Stannard am Madrider Beispiel zeigt, aber auch Tücken: "All presidential candidates must be Spanish and have been a member for ten years. Most importantly of all, they have to front a deposit of €57 million (£49m) or 15 per cent of Madrid's budget in 2009. A rule designed to warn off those wanting to put their hand in the club's cookie jar leaves just the super-rich, or those with super-rich friends, able to run in the race." Da kommt dann die Blase riesiger Transfersummen raus, die bei ihrem Platzen den ganzen Fußball mit sich reißen wird.
Nächstes Jahr werde ich den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Rudolf Edlinger als Rapid-Präsidenten wählen. 57 Millionen braucht er oder sie nicht mitbringen.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

When Saturday Comes, 311


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 311, January 2013
46 S. + 16 S.







Im Winter 1963 ging es bei West Bromwich Albion zwei Wochen lang rund. Der Trainer verweigerte seinen Spielern ihren Wunsch, bei Temperaturen am Gefrierpunkt die ersten 30 Minuten des Trainings in langen Hosen bestreiten zu dürfen. Diese traten daraufhin in einen Trainingsstreik. Die schließlich vom Präsident vermittelte Lösung: 15 Minuten lange Hosen. Trainer Jimmy Hagan blieb unrund und fuhr mit seinem Auto in einen Graben. Eine kuriose Episode des Fußballgeschehens, die Peter Bateman im Heft erzählt.

Über neue Hoffnung für eine wiedervereinigte tschechisch-slowakische Liga schreibt James Baxter (vom Blog Britskí Belasí).

In einer Beilage würdigt Ian Preece die Tradition von zu Weihnachten erscheinenden Fußball-Jahrbüchern. Dazu gibt es herrliche Illustrationen aus den 60er/70er Jahren. Preece kritisiert die schlechtere Ästhetik und nur mehr kurzen Textsplitter heutiger Ausgaben.

Freitag, 23. November 2018

When Saturday Comes, 381



Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 381, December 2018
48 S.








Während die Profifußballliga in England im Ersten Weltkrieg nach Abschluss der Saison 1914/15 eingestellt wurde, wurde die erste Liga in Schottland weitergeführt, wie Drew Whitworth beschreibt. In Großbritannien galt in den Anfangsphase des Krieges die Wehrpflicht noch nicht, sondern Soldaten wurden angeworben. Die Einstellung des englischen Ligenbetriebs hing damit zusammen: “Footballers, and their clubs, were considered cowards for continuing their sporting pursuits.” In Schottland war die Situation anders, da sich im Freiwilligen-Bataillon der 16th Royal Scots gleich sechszehn Spieler von Heart of Midlothian einschrieben und dies ein Erfolg der Kriegspropaganda wurde. “Their players’ mass enlistment in ʽMcCrae’s Battalionʼ was very well received and led to hundreds of Hearts fans also volunteering as well as players from clubs such as Raith Rovers, Falkirk and rivals Hibernian. The 16th Royal Scots raised over 1,300 men in a week.” Die Hearts waren damals auf einem sportlichen Höhepunkt gewesen, das änderte sich aber nun schnell. Einerseits natürlich durch die eingerückten Spieler, von denen sieben im Krieg getötet wurden, aber auch durch die begünstigte Situation der Westküstenvereine und jener aus Glasgow, wo viele Männer für die Arbeit in Kohlebergwerken und Schiffswerften von der später eingeführten Wehrpflicht befreit waren.

Weitere Themen sind eine deutlich negative Bewertung des Engagements der beiden deutschen Eigentümer von Bradford City, Edin Rahić und Stefan Rupp, das derzeit in einem Dokumentarfilm gefeiert wird, sowie Swindon Town (mit Fjørtoft-Bild, aber nicht übertrieben positiver Erwähnung), Russland nach der WM und der ruinierte Fußball in Venezuela.