Mittwoch, 1. Oktober 2014

Sheffield Wednesday - Ipswich Town 1:1 (1:0)

England, Football League Championship, week 10, 30.9.2014
Hillsborough Stadium, 18.093

Bereits nach fünf Minuten ging Wednesday in Führung − ein Kopfball-Tor des Ex-Rapidler Atdhe Nuhiu, der hier seit Sommer 2013 erfolgreich spielt. Die Gäste aus Ipswich ließen sich davon nicht schrecken, hatten ihre Chancen und kamen nach der Pause zum verdienten Ausgleich. Ein zweites Tor von Nuhiu, erneut kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit, wurde wegen Abseits aberkannt. Es war eine Freude und sehr schön, Nuhiu wieder spielen zu sehen. Er hatte es als Solospitze oft nicht leicht, rackerte und lief aber über 90 Minuten unermüdlich. Es gefiel mir, wie er nach Balleroberung den Ball mit dem Rücken zum Tor mit seinem wuchtigen Körper abdeckte und an von hinten kommende Mitspieler abgab. Neun Bilder von ihm fanden sich im 82-seitigen Matchprogramm, darunter auch ein Artikel über seine Wahl zum Wednesday-Spieler des Monats August.
Der Sheffield Wednesday Football Club wurde 1867 als The Wednesday Cricket Club gegründet. Man spielte Mittwochabends Cricket. Um im Winterhalbjahr im Training zu bleiben, begann man auch Fußball zu spielen und blieb dann dabei. Die meiste Zeit seiner Geschichte spielte Wednesday in der ersten oder zweiten Liga. Insgesamt viermal, bemerkenswerterweise zweimal zweimal hintereinander, wurde man englischer Meister: 1903, 1904, 1929 und 1930. 1961 schaffte man den zweiten und 1993 nocheinmal den dritten Tabellenplatz in der First Division bzw. Premier League. 1896, 1907 und 1935 wurde der FA-Cup gewonnen, 1966 und 1993 stand man auch noch einmal im Finale. Den Liga-Cup gewann Wednesday 1991 und erreichte ebenfalls 1993 nocheinmal das Finale. Die beste Saison in jüngerer Vergangenheit war also 1992/93. In den letzten Jahren pendelte Wednesday nicht mehr zwischen erster und zweiter sondern zwischen zweiter und dritter Liga, seit 2012 wieder zweitklassig.
Das Hillsborough Stadium wurde 1899 eröffnet. Bis 1914 wurde das Stadion Owlerton Stadium nach der Gegend im Nordwesten der Stadt genannt, seither trägt es den Namen des Stadtteils Hillsborough. Vom alten Namen Owlerton leitete sich der Spitzname Owls („Eulen“) ab. Die Eule ist Vereinssymbol und prangt im Wappen.
Heute hat das Stadion eine Kapazität von 39.812 Sitzplätzen, seinen Rekordbesuch erlebte es mit 72.841 Zuschauerinnen und Zuschauern 1934. Blickfang ist die alte Stadionuhr aus dem Jahr 1913 am Dach des 1914 errichteten und 1996 ausgebauten South Stand. Die linke Hintertortribüne Spion Kop wurde 1914 errichtet und 1993 mit Sitzplätzen versehen. Straßenseitig sieht man am Kop sehr schön die damalige Tribünenbauweise durch Aufschütten eines Erdhügels. Die gegenüberliegende Tribüne an der Leppings Lane wurde zur WM 1966 erbaut. Bei der WM fanden hier drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale statt. In das Gedächtnis eingebrannt ist der Name Hillsborough und diese Tribüne aufgrund der Stadionkatastrophe vom 15. April 1989, als sich hier durch Versagen von Polizei und Sicherheitsdienst viel zu viele Liverpool-Fans bei einem FA-Cup-Semifinalspiel in die Tribüne an der Leppings Lane (die rechte Hintertortribüne mit den Auswärtsfans im oberen Rang) drängten, wodurch während des Spiels 96 Menschen starben und 766 verletzt wurden. Sie wurden von der Menschenmasse niedergetrampelt, erdrückt und an den Zäunen und Toren, die verschlossen gehalten wurden, während dahinter die Menschen starben, zerquetscht. Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer, Teddybären und andere Kuscheltiere an die Kinder unter ihnen.
Untertags wurde die Stadt Sheffield besichtigt und beim Stadion des Stadtrivalen Sheffield United vorbeigeschaut.















































Kommentare:

  1. In Sheffield ist auch der älteste noch existente Fußballclub der Welt zu hause, der 1857 gegründete FC Sheffield, spielt aber nur noch in den Tiefen der englischen Amateurligen.

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    1. Ja, völlig richtig, der Verein ist natürlich erwähnenswert und wird daher im benachbarten Blogpost über die Bramall Lane von Sheffield United von mir genannt, da sie dort einmal gespielt haben. Einen Besuch samt Portrait hebe ich mir für ein anderes Mal auf.

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