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Dienstag, 14. Juli 2026

Ballesterer 207



Rezension


ballesterer
Nr. 207
August 2026
84 S.








Altern im Fußball ist ein großartiges Schwerpunktthema, in dem ich mich als alternder Mensch sofort wiederfand. Über den richtige Zeitpunkt des Aufhörens als Fußballprofi samt der Lebensweisheit von Ümit Korkmaz, wie man es schafft, für das Leben danach vorzusorgen – „Du musst der Mama die Kontrolle über das Konto geben.“ – schreibt Dominik Sinnreich. Über Höhen und Tiefen aus Fanszenenperspektive und drei Jahrzehnte als Vorsänger der Austria Salzburg seit 1996 erzählt Salva: „Die Intention, mit der wir die Austria wiederauferstehen lassen haben, war die Bundesliga. Eigentlich habe ich mir in den Kopf gesetzt, dass ich damit aufhöre.“ Über das freudvolle Hobbykicken in älter werdender Freundesrunde schreibt Stefan Kraft. Über die Spielerinnen-Perspektive spricht Viktoria Schnaderbeck.

Über die Gegenwart der Austria Klagenfurt„Man ist in kompletter Abhängigkeit von den Investoren.“ – und wie sie damit umgehen sowie über die Perspektive „Unser Ziel ist ein Mitgliederverein.“ erzählen zwei Vertreter der dortigen Fanszene im Interview. Weitere Themen im Heft sind u.a. die erstaunliche Entwicklung von Sant Andreu und Europa in Barcelona, Grönland, Aarhus Gymnastikforening als dänischer Meister, Obermais in der Serie D und Polizeirepression gegen Fans.

Ins Salzburger Großarltal geht es in meiner Folge der Amateurfußball-Serie „Nebenschauplätze“ im Heft zum USV Großarl.


A4 / 9€ / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Mittwoch, 24. Juni 2026

Ballesterer 206



Rezension


ballesterer
Nr. 206
Juni/Juli 2026
100 S.








Auch über diese WM berichtet der ballesterer. Ich weiß auch nicht, wer sich für sowas wie die WM interessiert und warum. Es wird eben ein Nationen-Wettstreit mit Fußball durchgeführt und dafür kann man sich offensichtlich massenhaft national begeistern wie für Skilauf-Rennen oder Wettsingen. Ich tue das nicht. Ich halte das auch nicht für zielführend. Spieler aus unterschiedlichen und gegnerischen Vereinen zusammenzuwürfeln, nur weil sie aus einem Land kommen, ist absurd. Aber Ähnliches schreibe ich ohnehin alle zwei Jahre. Die relevanten Artikel, wie das ganze jetzt nicht nur für das Geldscheffeln gemacht wird sondern auch politischem Zweck dient, sind interessant zu lesen. Der Großteil des Hefts ist das nicht, was nicht an ihm und den Texten sondern an der Themenstellung liegt. Dieser ballesterer bleibt das einzige, was ich von dieser Veranstaltung medial aufnehme. Fußball ist spannend, Nationalteams sind es nicht.


A4 / 12,00 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Freitag, 17. April 2026

Ballesterer 205



Rezension


ballesterer
Nr. 205
April 2026
84 S.








In die Rapid-Europacupsaison 1995/96 taucht das Heft ein. „Für alle, die in den 1990er Jahren Fußball verfolgt und nur ein bisschen zu Rapid gehalten haben, ist diese Ausgabe ein perfektes Rezept für statt gegen Nostalgie.“ heißt es schon im Editorial. Emotionen und Erinnerungen kommen sonder Zahl allein beim Gedanken an jene Zeit hoch, beim Lesen sprudeln sie in jeder Zeile über. Die 1990er waren wild, auch wenn ich persönlich damals nicht so dabei war wie jetzt.
Zur großen Titelgeschichte gibt es wie gewohnt Randglossen zur Ergänzung. Herausragend ist dabei Stefan Krafts Erinnerung an seine Busfahrt nach zum Finale nach Brüssel. „Es war einer der offiziellen Busse. Wer verstehen will, was das heißt, soll Jean-Paul Sartre lesen. Die Hölle, das sind die offiziellen Rapid-Busse.“ Wenn man schon einmal (nicht 17 Stunden nach Brüssel) mit der dort recht eigenwilligen Mischung an Leuten gefahren ist, weiß man, was er meint. Um es ein wenig zurechtzurücken: Da ich unlängst mit einem Vertreter eines anderen größeren Vereins zufällig über die dortigen Reisegesellschaften geplaudert habe, kann ich sagen: Anderswo ist es nicht besser. Vielreisende sind auch die Herren Harald und Robert vom grundsympathischen Fanklub Die Klempner Rapid Wien. Über ihre Reiseabenteuer 1995/96 und darüber hinaus erzählen sie hier in einem wundervollen Interview. Es war eine begeisternde Saison und es ist ein begeisterndes Heft.

Hoppenheim und FAK sind unabhängig von den konkreten Texten uninteressante Themenstellungen. Vielmehr interessant sind hier weiters hingegen die Artikel aus Tunis oder über Fußballfanjustiz in Österreich. Optisch ansprechend ist eine Fotostrecke über Spielerkabinen Ersatzbänke auf Fußballplätzen. Von Thomas Pöltl gibt es leider die letzte Folge seiner Kolumne Fundstücke aus der Fußballbibliothek. Dem Titel „Lest Klassiker!“ schließe ich mich an. Lesen bildet.

Nicht um Rapid, sondern um Rote Teufel in Kärnten geht es in meiner Folge der Amateurfußball-Serie „Nebenschauplätze“ im Heft über den ATSV Wolfsberg.


A4 / 9,00 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Mittwoch, 18. März 2026

Ballesterer 204



Rezension


ballesterer
Nr. 204
März 2026
84 S.








„Wir sind ja nicht so wie andere.“ hörten die ballesterer-Redakteure in ihren Gesprächen mit Spielerberatern von diesen oft. In ihren Selbstdarstellungen erfährt man in der Titelgeschichte über sie, wie arbeitsreich und aufopferungsvoll ihr Job nicht wäre. Das kontrastiert deutlich zur Erfahrungsschilderung des Ex-Profifußballers und Kolumnisten Michael Novak über nur bei den (Provisionen abwerfenden) Transfers aktive Berater: „Danach wird es oft still. Die Karriere läuft weiter, die klassische Beratung pausiert bis wieder eine Verlängerung und ein Transfer anstehen.“ Eine differenzierte Betrachtung steuert das Interview mit dem guten Zoki Barišić bei, der aus seinen verschiedenen Erfahrungen als Spieler, Trainer und Sportdirektor berichtet. Der Schwerpunkt vertieft das Wissen über die Branche und lässt einen auch neues erfahren und manches etwas zurechtrücken, weil auch Sinnvolles angesprochen wird. Aber die Einschätzung blieb, dass die Branche eher vom Fußball lebt als für ihn etwas bringt.

Recht viele spannende Artikel rund um den Globus gibt es diesmal. So liest man im Heft u.a. aus Paraguay, der Türkei, afghanischem Frauenfußball im Exil oder Palästina. Christoph Biermann sagt im Interview „Es ist doch nicht so, dass ich Spiele als Data Stream schaue.“ Wenn er das Gegenteil gesagt hätte, hätte ich ihm das auch sofort geglaubt.

Nicht um Spielerberater und Business geht es in meiner Folge der Amateurfußball-Serie „Nebenschauplätze“ im Heft sondern es geht zum SV Buch/St. Magdalena in die Oststeiermark.


A4 / 9,00 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Donnerstag, 5. Februar 2026

Ballesterer 203



Rezension


ballesterer
Nr. 203
Februar 2026
84 S.








Tschernobyl 1986 als Schwerpunktthema eines Fußballmagazins überrascht. Tatsächlich informiert das Heft lehrreich, welche Auswirkungen die Nuklearkatastrophe auf den Fußball hatte und wie es um ihn in jener Zeit bestellt war. Schlimme Fakten – „spätere Schätzungen gehen von 4.000 bis 16.000 Todesfällen aus“ – und Absurditäten, wie der Ausnahme vom aus Strahlenschutzgründen verhängten Salzburger Rasenmähverbot im Lehener Stadion für die Abhaltung eines Länderspiels samt fragwürdiger Empfehlung, nicht den Beton abzuschlecken um vor der Strahlung sicher zu bleiben, haben Jan Mohnhaupt und Nicole Selmer zusammengestellt. Über den Lost Ground des Stadions von Prypjat, das aufgrund der Katastrophe nie eröffnet wurde, gibt es einen Reisebericht von Hubert Herzog.

Fredy Bickel gibt ein Interview über seine Zeit in der Schweiz und bei Rapid, bleibt aber im wesentlichen auch nach der Lektüre frei nach Oscar Wilde eine sphinx without a secret. Weitere Artikel handeln u.a. von der österreichischen Bundesliga, Ost-Timor, Kap Verde oder Marokko. Vom eher in der negativen als in der positiven Wortbedeutung verrückten Ilčo Naumoski gibt es einen Auszug eines wohl stärker die zweitere Variante betonenden Buchs über ihn.

In der alljährlichen Umfrage unter den Leserinnen und Lesern des Hefts belegt meine Serie einen guten vierten Platz im Ranking der Rubriken und in der offenen Frage, was ihr oder ihm im Heft fehle, antwortete jemand „ab und zu ein Blick ins Unterhaus (Regionalligen und darunter) – die Dorfplatz-Serie ist aber super“. Das freut mich! In der diesmaligen Folge geht es zum FC Egg in den Vorarlberger Bregenzerwald.


A4 / 9,00 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel