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Freitag, 16. Oktober 2026

Ballesterer 210



Rezension


ballesterer
Nr. 210
November 2026
84 S.








Bosnien und Herzegovina ist das Ziel einer langen Reise. Aus vier über das Land verteilten Stationen berichtet Stephan Wabl in Gesprächen mit Leuten vor Ort und aus Lokalaugenschein über das Land prägende Themen. Zwei Themen erleben er und sein aufgrund der Vorfälle pseudononymisierter Fotograf gleich recht drastisch, indem sie in der gespaltenen Stadt Mostar von den Ultras von Zrinjski aufgrund des Vorwurfs, im Stadion Nahaufnahmen ihrer Leute gemacht zu haben und somit wohl versteckte Agenten des Feinds zu sein, attackiert werden, und in der politisch hoch aufgeladenen Stadt Banja Luka mit juristischer Klagsdrohung von Borac Banja Luka konfrontiert werden, weil sie dem Spieler Srđan Grahovac eine sich aus dem Fußballkontekt ergebende politische Frage gestellt hatten. Im Krieg in den 1990er Jahren gelegte Minenfelder töteten und verletzten nach Jahre und Jahrzehnte danach Menschen im Land. Auch in vielen anderen Fragen ist das Land im übertragenen Sinn sichtlich ein Minenfeld, in dem man schnell viel falsch machen kann. Florian Haderer schreibt in einem weiteren Artikel über markante Stadien in Bosnien und Herzegovina und dazu gibt es noch ein Interview mit Musikern über die Nationalmannschaft. Außerhalb des Schwerpunktswird in der schönen Rubrik Wappenkammerl diesmal das Vereinswappen eines bosnischen Vereins präsentiert. Christian Nell schreibt hier über Čelik Zenica.

Weitere Themen im Heft sind u.a. die Spielweise des LASK unter Trainer Kühbauer in der Taktikkolumne von Emanuel Van den Nest sowie Berichte aus und den USA, über das afghanische Frauen-Team im Exil, über einen Südtiroler bei Cagliari oder ein Artikel von Juraj Červenka über die ausgelöschte Geschichte der Fußballsektion des jüdischen Sportvereins Makkabea Bratislava. Ein wichtiges Thema behandelt den Vorschlag der Einführung eines period out als Regel im Fußball, der Frauen mittels eigens dafür eingeführten Handzeichen kurzzeitiges Verlassen des Spielfelds erlauben würde. Vom ausgezeichneten Fußballfotografen Hans van der Meer, von dem es viele inspirierende Bilder gibt, sind im Heft schönes Fotos aus seinem Buch über allein stehende Torleute zu sehen.

Auf den Fetzenberg geht es in meiner Amateurfußball-Serie „Nebenschauplätze“ diesmal zum SV Wolfau.


A4 / 9€ / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Mittwoch, 23. September 2026

Ballesterer 209



Rezension


ballesterer
Nr. 209
Oktober 2026
84 S.








Ob und wie Zürich eine Fußballstadt ist, betrachtet die Titelgeschichte des Heft über FC Zürich und Grasshopper Club Zürich. Lukas Bono Berger und Tobias Fries betrachten dabei den Machtwechsel in der Stadt, die noch vor drei Jahrzehnten vom GCZ dominiert war und wo man heute aus Sicherheitsgründen nur direkt am Stadion an Spieltagen deren Fanartikel trägt und der FCZ das Stadtbild dominiert.

In der Reihe Chanchas ist diesmal ein schönes Foto eines Kleinfeld mit Panorama aus Sardinien zu sehen. Weitere Themen sind u.a. Unzufriedenheit mit der Vereinsentwicklung bei Admira Wacker, neue Perspekiven bei 1860 München oder ein Nachruf auf Franco Baresi. Herbert Kager spricht im Interview über seinen Beitrag zur Rapid-Niederlage im ÖFB-Cup beim ASK Kottingbrunn 1996.

In der 90. Folge der Amateurfußball-Serie „Nebenschauplätze“ geht es im Heft zum FC Mariahilf in Wien. Somit ist der zehnte Kreislauf der Serie abgeschlossen. Jeder der neun Landesverbände war gleichmäßig zehnmal vertreten. Aber wie es in der Vorstellung meiner Person in der Rubrik Teamkader heißt: „Die Reise geht weiter, das österreichische Unterhaus hat noch viele Plätze“.


A4 / 9€ / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Dienstag, 1. September 2026

Ballesterer 208



Rezension


ballesterer
Nr. 208
September 2026
84 S.








Aktive Teilhabe am Vereinsgeschehen durch Fans, die Funktionen im Verein übernehmen, ist am Beispiel Deutschland Schwerpunktthema des Hefts. FCN-Aufsichtsrätin Sandra Hummel erzählt in der Titelgeschichte „Ich sehe es als meine Aufgabe, in die Kurve zu tragen, was bestimmte Dinge für den Verein bedeuten, aber vor allem in den Verein hinein zu erklären, warum etwas in der Kurve passiert.“ und nennt dabei etwa die Proteste gegen die DFL-Investorenpläne 2024 als Beispiel. Artikelautorin Nicole Selmer bezeichnet diese Tätigkeit als „Übersetzerin“.

Qualitätsjournalismus prangt deutlich sichtbar unter dem ballesterer-Schriftzug am Titelblatt, wo zuvor das Wort Fußballmagazin als Inhaltsbeschreibung stand. Im Heft geht man darauf ein, dass dem Magazin die aufwändig beantragte Qualitätsjournalismusförderung nicht genehmigt worden war, was Wut auslöste. In den Redaktionsinterna versteckt sich der Hinweis „Übrigens: Seit einigen Ausgaben verwenden wir mehr diakritische Zeichen.“ und ich finde das auch ganz hervorragend, weil einfach richtig und wichtig, korrekt zu schreiben. Das angemerkte Problem mit den nicht in allen Schriftarten darstellbaren Zeichen kann in Kauf genommen werden.

Im Nachruf auf Antonio Rattín zeigt ihn das Bild dazu im Argentinien-Dress vor leeren Rängen im Wiener Praterstadion. Es handelt sich offensichtlich um ein Foto des Testspiels der argentinischen Nationalmannschaft, die sich auf Trainingslager in der niederösterreichischen Wachau auf die WM vorbereitete, gegen die Wiener Austria dort 1966, die damals wie heute wenig Interesse hervorrief. Nur 4.000 Leute verloren sich damals zu dieser Veranstaltung im großen Oval des heutigen Ernst-Happel-Stadions.

Themen im Heft sind u.a. Debatten um fankulturelle Veränderungen beim Wiener Sport-Club, der Fall des in Algerien seit über zwei Jahren eingesperrten Christophe Gleizes, eine Onlineplattform für Spielervermittlung und eine herzerfrischende Reportage vom nördlichsten im Meisterschaftsbetrieb bespielten Rasenfußballfeld Schwedens, dem Palovallen in Parkalompolo.

Vom schönen Rapideum-Buch Dein Name in Europa ist famos ist eine Rezension von mir im Heft zu lesen. in meiner Folge der Amateurfußball-Serie „Nebenschauplätze“ geht es im Heft auf den Kalvari zum FC Fliess im Tiroler Oberland.


A4 / 9€ / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Dienstag, 14. Juli 2026

Ballesterer 207



Rezension


ballesterer
Nr. 207
August 2026
84 S.








Altern im Fußball ist ein großartiges Schwerpunktthema, in dem ich mich als alternder Mensch sofort wiederfand. Über den richtige Zeitpunkt des Aufhörens als Fußballprofi samt der Lebensweisheit von Ümit Korkmaz, wie man es schafft, für das Leben danach vorzusorgen – „Du musst der Mama die Kontrolle über das Konto geben.“ – schreibt Dominik Sinnreich. Über Höhen und Tiefen aus Fanszenenperspektive und drei Jahrzehnte als Vorsänger der Austria Salzburg seit 1996 erzählt Salva: „Die Intention, mit der wir die Austria wiederauferstehen lassen haben, war die Bundesliga. Eigentlich habe ich mir in den Kopf gesetzt, dass ich damit aufhöre.“ Über das freudvolle Hobbykicken in älter werdender Freundesrunde schreibt Stefan Kraft. Über die Spielerinnen-Perspektive spricht Viktoria Schnaderbeck.

Über die Gegenwart der Austria Klagenfurt – „Man ist in kompletter Abhängigkeit von den Investoren.“ – und wie sie damit umgehen sowie über die Perspektive „Unser Ziel ist ein Mitgliederverein.“ erzählen zwei Vertreter der dortigen Fanszene im Interview. Weitere Themen im Heft sind u.a. die erstaunliche Entwicklung von Sant Andreu und Europa in Barcelona, Grönland, Aarhus Gymnastikforening als dänischer Meister, Obermais in der Serie D und Polizeirepression gegen Fans.

Ins Salzburger Großarltal geht es in meiner Folge der Amateurfußball-Serie „Nebenschauplätze“ im Heft zum USV Großarl.


A4 / 9€ / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Mittwoch, 24. Juni 2026

Ballesterer 206



Rezension


ballesterer
Nr. 206
Juni/Juli 2026
100 S.








Auch über diese WM berichtet der ballesterer. Ich weiß auch nicht, wer sich für sowas wie die WM interessiert und warum. Es wird eben ein Nationen-Wettstreit mit Fußball durchgeführt und dafür kann man sich offensichtlich massenhaft national begeistern wie für Skilauf-Rennen oder Wettsingen. Ich tue das nicht. Ich halte das auch nicht für zielführend. Spieler aus unterschiedlichen und gegnerischen Vereinen zusammenzuwürfeln, nur weil sie aus einem Land kommen, ist absurd. Aber Ähnliches schreibe ich ohnehin alle zwei Jahre. Die relevanten Artikel, wie das ganze jetzt nicht nur für das Geldscheffeln gemacht wird sondern auch politischem Zweck dient, sind interessant zu lesen. Der Großteil des Hefts ist das nicht, was nicht an ihm und den Texten sondern an der Themenstellung liegt. Dieser ballesterer bleibt das einzige, was ich von dieser Veranstaltung medial aufnehme. Fußball ist spannend, Nationalteams sind es nicht.


A4 / 12,00 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel