Sonntag, 8. September 2013

Rapid - Nürnberg 1:3 (1:1)

Testspiel, 7.9.2013
Gerhard-Hanappi-Stadion, 6.200

Freundschaftsspiele in Länderspielpausen bieten Abwechslung durch ungewöhnliche Mannschaftszusammenstellungen. So war auch diesmal eine gemischte Kampfmannschafts-Amateur-Mannschaft am Feld. Sogar Königshofer durfte eine Halbzeit ins Tor, nachdem er keinen Verein gefunden hatte. Rapid konnte gegen den natürlich ebenfalls durchgemischten deutschen Bundesligisten 1. FC Nürnberg ein gefälliges Spiel bieten. Man hätte nicht unbedingt verlieren müssen, aber das nackte Resultat ist in einem Testspiel ohnehin nicht so wichtig.
Das Match war als Ablösespiel für den im Winter nach Nürnberg gewechselten Momo Ildiz vereinbart worden. Er durfte sogar am Schluß einige Minuten mitspielen, obwohl er dort mittlerweile schon wieder aus dem Kader gestrichen und in die zweite Mannschaft in die vierte Liga versetzt wurde.
Der Nachmittag stand allerdings weder im Zeichen des sportlichen Vergleichs noch des unglücklichen Karriereverlaufs des Ex-Rapidlers. Nur wenige hundert Leute außerhalb der ultraorientierten Fanszenen interessierten sich für das Spiel. Für die Ultras Rapid (und auch die Lords) war es in krassem Gegensatz dazu das Spiel des Jahres, aufgrund ihrer Fanfreundschaft mit den Ultras Nürnberg. So füllte ein stolzer Nürnberger Auswärtsanhang von wohl fast 2.000 Leuten die Ost und feierte mit dem Block West ein spektakuläres Fest.
Beide Seiten besangen den eigenen und den jeweils anderen Verein. Im Gedächtnis blieben das Nürnberger „Rapid Wien Lebenssinn“ und das Nürnberg-Echo des Block West. Es war im Stadion meist lauter als bei vielen Meisterschaftsspielen. Dazu gab es nicht nur schöne Choreos sondern es wurde vor allem auch nach Herzenslust gezündelt. Es gab eigentlich keine Spielminute, in der es nicht irgendwo gebrannt oder geraucht hätte. Beide Vereinshymnen waren vor Spielbeginn während des Aufwärmens gespielt worden. Beide Mannschaften wurden von beiden Fanblöcken begrüßt und verabschiedeten sich gemeinsam zweimal auf beiden Seiten. In der Pause gab es eine bemerkenswerte Inszenierung einer Fahnenparade mit Treffen im Mittelkreis und gemeinsamer Präsentation vor den Fanblöcken. Die Rapidviertelstunde wurde vom ganzen Stadion gemeinsam eingeklatscht. Auch wenn man sie selbst nicht teilt, war das schon eine beeindruckende Demonstration einer Freundschaft.

































































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