Mittwoch, 1. Oktober 2025

Uničov – Sigma Olomouc B 2:2 (0:1)

Tschechien, 3. Moravskoslezská fotbalová liga, 7. kolo, 1.10.2025
Stadion SK Uničov, 197

Am Mittwochnachmittag gab es ein Nachtragsspiel der am 14. September abgesagten Begegnung zwischen dem SK Uničov und der zweiten Mannschaft des SK Sigma Olomouc. Die Gäste gingen zweimal in Führung, aber die Heimmannschaft konnte ebenso zweimal zum schlussendlichen Remis ausgleichen.
Der SK Uničov wurde 1935 als SK Union Uničov gegründet. Vor dieser tschechischen Sportvereinsgründung wurde in der damals überwiegend deutschsprachigen Stadt seit 1922 im DFC Mährisch Neustadt Fußball gespielt. Auch wenn dieser Deutscher Fußball Club hieß, spielten dort auch einige Tschechen mit. 1932 wurde mit dem „Arbeiter Fußball Klub“ AFK Mährisch Neustadt ein weiterer deutscher Fußballverein gegründet, der als Arbeiterverein eine bescheidenere Basis hatte, aber auch mehr tschechische Anhänger ansprach. 1935 gab der Verein auf, Spieler und Fans wechselten teilweise zum neugegründeten tschechischen SK Union Uničov, der auch den AFK-Sportplatz im Stadtpark übernahm. 1935 kam es zum ersten Stadtderby, das vor 1.200 Zuschauerinnen und Zuschauern (ein Viertel der damaligen Stadtbevölkerung) 3:3 ausging. Das Revanchespiel gewann der SK Union vor sogar 1.500 Leuten 3:2. Der Lage des Vereins verschlechterte sich in den wirtschaftlich und poltitisch schwierigen Jahren 1937 und 1938, was schließlich die Einstellung des Spielbetriebs nach sich zog. Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht und Eingliederung des Sudetenlands in Nazideutschland 1938 wurde die tschechische Vereinstätigkeit von den Nazis beendet. Nach der Befreiung 1945 wurde einerseits die deutsche Bevölkerung vertrieben und andererseits der tschechische Fußballverein als SK Uničov wiedergegründet und der ehemalige Sportplatz des 1945 beendeten DFC Mährisch Neustadt übernommen.
Im Zuge der Unterstellung des Sports unter die Sokol-Organisation wurde aus dem Verein 1949 Sokol Uničov. Ab 1952 war man Sokol ZVIL Uničov, benannt nach dem umbenannten Škoda-Werk Závody Vladimíra Iljiče Lenina (ZVIL), ab 1953 DSO Spartak Uničov und schließlich ab 1966 jahrzehntelang TJ Uničovské strojírny Uničov, benannt nach dem 1953 gegründeten Maschinenbauwerk Uničovské strojírny. Dieses prägte die Stadt und machte aus einer Kleinstadt eine Industriestadt, in der 1961 60% der Beschäftigten Industriearbeiterinnen und -arbeiter waren. 1991 wurde das Unternehmen in Unicovské noviny – UNEX umbenannt und dem folgte 1994 auch der Sportverein, der zu SK UNEX Uničov wurde. Seit 2006 heißt man ohne Firmennamen SK Uničov. Seit den 1950er Jahren spielte man in der Tschechoslowakei dritt- oder viertklassig, seit dem Meistertitel der viertklassigen Divize D 1985/86 in der drittklassigen II. ČNFL – sk. B, aus der 1991/92 die Moravskoslezská fotbalová liga wurde, und ist auch im tschechischen Fußball seit 1993/94 weiterhin seit nunmehr vier Jahrzehnten stabil in dieser Liga.
Das Stadion stammt aus den 1970er Jahren und wurde damals vor 4.000 Zuschauerinnen und Zuschauern mit einem Spiel gegen Sparta Prag (0:1) eröffnet.
Zum Spiel habe ich auch die Stadt Uničov besichtigt.

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