Freitag, 8. Januar 2016

11 Freunde, 170


Rezension


11 Freunde
Magazin für Fußballkultur
Nr. 170, Januar 2016
118 S.






Vor zwanzig Jahren, zwischen 1996 und 1997, fotografierte der Fotograf Markus Wendler die Fußballstadien jener Zeit in Deutschland, die schon wenige Jahre später durch die neuen Einheitsarenen ersetzt werden sollten. Es gibt hier schöne Bilder der leeren Stadien zu sehen. Bilder aus einer anderen Zeit. Dass der Prozess des Fotografierens damals anders war als heute, zeigt sein Interview: „In der Regel war ich ein bis zwei Tage pro Stadion unterwegs und machte maximal 30 Fotos, meist nur eher 10 bis 15, weil Negative inklusive Entwicklung damals rund 15 Mark kosteten.“

Weiters gibt es hier nachzulesen, warum eine ganze Menge ostdeutscher Fußballvereine aufgrund einer Neuorientierung der DDR-Sportpolitik zwischen Dezember 1965 und Jänner 1966 (um)gegründet wurden und daher heuer ein 50-jähriges Jubiläum feiern. Über die deutsche Fußballbuchwelle erzählt Bernd M. Beyer, 23 Jahre Lektor des deutschen Werkstatt-Verlags in einem Interview.

Irgendjemand hat einmal das journalistische Genre „Selbstversuch“ erfunden und seither hält sich in Redaktionen wie 11 Freunde die Mär, solche Texte seien witzig und interessant zu lesen. Das sind sie nicht. Hier im Heft der nicht bemerkenswerte Genrebeispieltext eines Zuschauers von Fernseh-Fußball-Talk-Sendungen.

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