Freitag, 2. April 2021

11 Freunde, 233




Rezension


11 Freunde
Magazin für Fußballkultur
Nr. 233, April 2021
116 S.









„Alle Witze über den FC Schalke sind gemacht, alle Grabreden gehalten.“ Mit dem Absturz von Schalke 04 vom Champions-League-Verein zum abgeschlagenen Tabellenschlusslicht und Absteiger beschäftigt sich 11 Freunde in der Titelgeschichte. Im Ballesterer war dazu zuletzt ein weiter ausholenderes größeres Bild zu lesen. Hier im Heft widmet man sich der jüngeren Vergangenheit und Hintergründen für „den größten Absturz, den es im deutschen Fußball je gegeben hat“. Das hat viel mit dem System Tönnies und strategischen Fehlannahmen zu tun, wird analysiert. Die wechselnden sportlich Verantwortlichen „trafen in den letzten Jahren eine unglaubliche Zahl schlechter sportlicher Entscheidungen. Aber sie alle scheiterten auch deshalb, weil sie in einem System arbeiteten, in dem letztlich nur Scheitern möglich war.“

Zum Ende der Zeitschrift Der tödliche Pass und dessen „Spagat zwischen Fußball-Fanzine und akademischer Vierteljahresschrift“ als Herangehensweise in einem Vierteljahrhundert Bestehen erzählt Stefan Erhardt im Interview. „Ich erinnere mich auch an eine Lesung, auf der wir gefragt wurden, warum wir über Fußball schreiben, wenn wir ihn doch nur kritisieren. Muss man das alles aufschreiben? Muss man nicht, haben wir gesagt, aber es macht uns halt Spaß.“

Weitere Themen im Heft sind u.a. nicht funktionierende Ausbildungsentschädigungszahlungen für Amateurvereine, Lothar Matthäus' Gladbacher Jahre 1979 bis 1984, 30 Jahre Fanladen St. Pauli, die in Argentinien lebende Tochter von Bernd Schuster oder Olaf Marschall. Zum Thema der Ausgabe 231 über vergessene Helden und Beinahe-Stars merkt ein Leserbrief von Christian W. aus Linz noch Rainer Rauffmann an, der als deutscher Zweitligafußballer zum LASK kam und von dort nach Zypern weiterwechselte, wo er heimisch und unter neuem Namen Markos Rauffmann zum zypriotischen Nationalteamspieler wurde.

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