Sonntag, 11. März 2018

Wacker München - Würmtal Planegg 3:1 (3:0)

Deutschland, Bayern, Kreisliga München 2 Süd, 14. Spieltag, 11.3.2018
Bezirkssportanlage Demleitnerstraße, Kunstrasenplatz, 60

Einen Heimsieg feierte der in achtklassigen Münchner Kreisliga spielende Traditionsverein Wacker München zum Frühjahrsauftakt. Leider wurde aber nicht am schönen historischen Hauptfeld sondern am wetterfesten Kunstrasenplatz gespielt.
Der FC Wacker München wurde 1903 im Münchner Stadtteil Laim als FC Isaria gegründet. Nach zeitweisen Eingliederungen in den Radsportclub Monachia ab 1908 (als Fußball-Abteilung Wacker 1903 des SC Monachia und die Turnerschaft 1886 München ab 1913 (als Fußballabteilung Turnerschaft Wacker 1886 München) machte man sich dann 1917 als FC Wacker als eigenständiger Verein wieder selbständig. Die 1920er Jahre waren die beste Zeit von Wacker München, man etablierte sich hinter 1860 und dem FC Bayern als Nummer 3 im Münchner Fußball, wurde 1922 süddeutscher Meister und erreichte 1922 sowie 1928 das Semifinale in der Endrunde der deutschen Meisterschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte man 1947/48 noch eine Saison in der Oberliga Süd, der höchsten Spielklasse, dann aber bis 1954 nur mehr in der 2. Oberliga Süd und bis 1980 in der drittklassigen Bayernliga. 1964/65, 1970/71 und 1972/73 spielte Wacker jeweils eine Saison in der zweitklassigen Regionalliga Süd. 1976 musste man als Bayernligameister aus finanziellen Gründen auf den erneuten Regionalligaufstieg verzichten.
In den 1980er Jahren wechselte Wacker noch zwischen dritter und vierter Spielklasse, aber drei aufeinanderfolgende Abstiege 1992 bis 1994 führten schließlich in die sechste Liga hinunter, was 1994 die Pleite und die Einstellung des Spielbetriebs brachte. 1995 begann man in der untersten Spielklasse, der C-Klasse, neu und erlebte seither wechselhafte Jahre in den unteren Münchner Ligen. 2016 stieg man aus der Kleisklasse wieder in die Kreisliga auf. Für Furore sorgte in den tristen Jahren die 1970 gegründete Frauensektion, die 1992/93 und 1994/95 in der Bundesliga spielte. 1999 gründeten die Frauen den eigenständigen FFC Wacker München, der weiterhin ebenfalls an der Demleitnerstraße spielt.
Rapid gewann 1912 auf dem Monachia-Sportplatz 4:0 gegen Wacker München. Josef Klima hatte bei Wacker München gespielt bis er 1911 zu Rapid wechselte, wo er bis 1918 spielte und viermal Meister wurde. Walter Probst (1935 bis 1938 bei Rapid, Meister 1938) spielte 1938/39 bei Wacker München. Der Wiener Karl Pekarna (Vienna), der 1905 als erster österreichischer Legionär bei den Rangers in Glasgow im Tor gespielt hatte, spielte von 1908 bis 1910 bei Wacker München.
Die Bezirkssportanlage Demleitnerstraße wurde anstelle des ehemaligen Wackerplatzes errichtet. In der großen Wacker-Zeit war hier ein richtiges Stadion für damalige Verhältnisse.

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