Mittwoch, 12. August 2015

Blickfang Ultrà, 36


Rezension


Blickfang Ultrà
Nr. 36
2015
131 S.







Neben vielen Themen, die von „Pyro, wie es früher war“ über diverse Matchberichte und Hintergründe von Zürich bis Krakau ein breites Spektrum bieten, fielen zwei Texte besonders auf. Einerseits der Reisebericht von Dresdnern, die zu einem Länderspiel Deutschlands quer durch halb Europa und die Türkei mit dem Auto nach Tiflis fuhren und dabei manches sahen und Fußballspiele besuchten. Die Reisestrapazen kann man sich bei der Lektüre nur ausmalen. Bei den Sehenswürdigkeiten Istanbuls haben sie sich etwas vertan. Das, was sie „alte Stadtmauer“ nennen, ist der Aquädukt, die Wasserleitung aus römischer Zeit, und das abgebildete Kuppelgebäude ist die Hagia Sophia und nicht die Blaue Moschee (die steht gegenüber).
Interessant war im Heft weiters auch die Umfrage unter französischen Ultragruppen zu den Repressionen in Frankreich. Aus Strassburg wird endrücklich geschrieben: „Anstatt notwendige Maßnahmen zur Durchführung der Spiele zu beschließen und sie mit den Fans zu klären, besteht die Handlungsweise der Behörden lediglich aus Repressionen. So zieht die Polizei es beispielsweise heutzutage vor, die Anreise von Fans eines Vereines eher zu verbieten anstatt die Durchführung zu gewährleisten. [...] Einige Auswärtsfahrten werden ohne jeden nachvollziehbaren Grund verboten. So durften die Fans des RC Lens im September 2014 nicht nach Bastia fahren. Als Begründung für dieses Verbot nannte die Polizei die Vorfälle zwischen Fans beider Vereine ... im Jahr 1972. Derzeit gibt es in Frankreich keinerlei Kommunikation und Austausch zwischen den Fußball-Verbänden, den staatlichen Behörden und den Fans.“

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