Sonntag, 25. März 2018

Venezia - Cittadella 2:1 (1:0)

Italien, Serie B, 32a giornata, 25.3.2018
Stadio Pier Luigi Penzo, 5.688

Nach zwei Aufstiegen in Folge spielt Venezia seit dieser Saison wieder in der Serie B. Gegen Cittadella konnte die Mannschaft von Trainer Pippo Inzaghi gegen einen Konkurrenten in den Aufstiegs-Play-Off-Plätzen gewinnen. Venezia ging nach 25 Minuten in Führung, ein Elfmeter kurz vor dem Ende der ersten Hälfe konnte nicht verwertet werden (vom Cittadella-Goalie abgewehrt). Die Gäste konnten in einem ausgeglichenen Spiel nach der Pause den Rückstand aus der ersten Hälfte ausgleichen, Venezia gelang aber bereits wenige Minuten danach schon das 2:1.
Die heutige Curva Sud VeneziaMestre bildete sich ohne die Nachfolgegruppe Gate 22 der nach der Fusion von Venezia und Mestre 1987 gegründeten einstigen Ultras Unione Veneziamestre, die durch ihre Freundschaft mit den Ultras Rapid in Wien-Hütteldorf bekannt sind. Mit Rapid haben sie in der heutigen Kurve nichts mehr zu tun. Über dem Fetzen erinnerte in der ersten Hälfte ein Gedenkspruchband an einen vor kurzem bei einem Autounfall verstorbenen Ultra aus Andria. Es wurde recht ansprechend gesungen. Am lautesten waren die Einlagen gegen Padova, in die im übrigen auch die gar nicht wenigen (aber nur wenige aktive) Auswärtsfans einstimmten.
Der Venezia Football Club wurde 1907 als Venezia Foot Ball Club in Venedig gegründet. 1919 wurde der Vereinsname in Associazione Calcio Venezia italianisiert. Die erste große Zeit hatte man in den 1940er Jahren als man von 1939 bis 1947 in der Serie A spielte (mit Kriegsunterbrechung 1943 bis 1945) und als bis heute größten Vereinserfolg 1941 italienischer Cupsieger in der Coppa Italia wurde. Bis Ende der 1960er Jahre spielte man noch abwechselnd in der Serie A oder Serie B, rutschte dann aber aber in die Dritt- und Viertklassigkeit ab. 1987 fusionierte der Eigentümer beider Klubs Venezia mit dem Festlandverein Mestre zu Venezia-Mestre und fügte dessen Vereinsfarbe Orange den Venediger Farben Schwarz und Grün hinzu. Der Verein trat schon bald darauf wieder nur mehr als AC Venezia an, die Kurve nennt ihn weiter Venezia-Mestre. 1991 schaffte man nach Jahrzehnten die Rückkehr in die Serie B und 1998 den Wiederaufstieg in die Serie A, in der man 1998/99, 1999/2000 und 2001/02 drei Saisonen hatte. 2005 ging der Verein in der Serie B pleite und wurde als SSC Venezia in der viertklassigen Serie C2 neugegründet, ging aber schon 2009 erneut pleite und musste als wieder neugegründeter FBC Unione Venezia in der damals fünftklassigen Serie D neu beginnen. Zuletzt schaffte man als Drittligist 2015 den Bankrott-Hattrick innerhalb eines Jahrzehnts und wurde als heutiger Venezia FC wieder in der Serie D neugegründet. 2017 schaffte Venezia den Wiederaufstieg in die Serie B, in der man als Aufsteiger heuer eine gute Rolle spielt.
Der legendäre Rapid-Goalie Michi Konsel spielte zu seinem Karriereende 1999/2000 für Venezia in der Serie A. Zuvor wirkten hier als Trainer die Wiener Franz Sedlacek (1925 bis 1927), Rudolf Stanzel (1929 bis 1930) und Karl Stanzel (1930 bis 1931).
Das Stadio Pier Luigi Penzo liegt malerisch am Wasser auf der Insel Sant'Elena. Es wurde als Campo di Sant'Elena 1913 eröffnet. Zunächst gab es eine Holztribüne, die Mitte der 1920er Jahre durch die heutige Haupttribüne ersetzt und in den 1930er Jahren durch die unüberdachte Längsseitentribüne gegenüber ergänzt wurde. Bis 1991 umschloss eine Laufbahn das Spielfeld. Zwischen 1928 und 1935, das genau Datum ist unbekannt, wurde das Stadion nach Pier Luigi Penzo benannt. Nach dem Aufstieg in die Serie A wurden an den Hintertorseiten kleine Holztribünen errichtet, die in den 1960er Jahren durch erste Stahlrohrtribünen ersetzt wurden. 1991 wurde neue große Stahlrohrtribünen in den Kurven errichtet, die jeweils 4.500 Menschen Platz boten und die Kapazität des Stadions auf 16.500 brachten. 2012 beschädigte ein Sturm die Tribünen. Heute gibt es hinter den Toren kleinere Stahlrohrtribünen und einFassungsvermögen von insgesamt 7.426 Plätzen.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Venedig besichtigt.

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