Sonntag, 16. August 2015

Zlín - Baník Ostrava 2:0 (1:0)

Tschechien, 1. liga, 4. kolo, 15.8.2015
Stadion Letná, 5.873

Als Drittplatzierter der letzten Zweitligasaison kam Zlín heuer überraschend in die erste Liga, da das zweitplatzierte Varnsdorf im Sommer aufgrund Stadionproblematik auf das Aufstiegsrecht verzichtete. Man spielt als Aufsteiger eine sehr gute Rolle (nunmehr neun Punkte aus vier Runden) und ging auch hier mit einer verdienten Führung aus der ersten Halbzeit in die Pause. In der zweiten Halbzeit gewannen zunächst die Gäste von Baník Ostrava die Initiative, was aber nach einer roten Karte für sie nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit unterbrochen wurde. Wenig später schaukelten sich im erhitzten Auswärtsblock nach einem Stesserl des gegnerischen Goalies für einen Verteidiger die Situation am Zaun hinter ihm auf. Es wurde an ihm gerüttelt bis ein Teil herausfiel. Erst rückte der militärisch ausstaffierte Ordnerdienst an, dann stürmte die Polizei in voller Montur in den Sektor. Es kam zu zahlreichen Rangeleien, Pfeffersprayeinsätzen, fliegenden Gegenständen etc. Das Spiel war zwanzig Minuten unterbrochen, bis es weiterging. Die restliche Spielzeit dominierte wieder Zlín und gewann verdient das Match.
Nach Schlusspfiff dieskutierten einige Auswärtsfans erst am Zaun mit ein paar Spielern über ihre Leistung. Einige betraten das Spielfeld. Ein paar begaben sich auch Richtung Heimblock. Bis auf einen, der sich dorthin durchschwindelte, begaben sie sich nach dem Einlaufen der Polzei am Rasen aber schnell wieder auf die Tribüne zurück.
Der Heimfanblock hatte das ganze Match über ein RIP-Transparent für Tomislav Salopek. Der in der Erdölindustrie arbeitende Kroate war in Ägypten von Terroristen enführt und umgebracht worden. Er war Mitglied der Bad Blue Boys von Dinamo Zagreb, deren Vereinswappen darauf gezeigt wurde. Zum Wiederbeginn nach der Pause wurde eine erste Choreographie gezeigt und während der Auseinandersetzungen gegenüber gab es eine thematisch passende zweite Choreographie gegen Videoüberwachung.
Der Auswärtsblock war bis auf die Freunde aus Katowice (gelb) fast ganz in Blau gekleidet, mit Leiberln mit der Aufschrift Baník Ostrava extremní hobby“. Eine dazugehörige Choreographie gab es dann zehn Minuten nach der Pause. Ein von ihnen gewohnter einheitlicher Auftritt mit einfachem, lautem Support.
Der FC Zlín wurde 1919 als SK Zlín gegründet. Bereits ab 1924 trat man mit dem Namen der die Stadt prägenden Schuhfabrik als SK Baťa Zlín auf. 1938 schaffte man den Aufstieg in die erste Liga. Erst 1947 musste man daraus wieder absteigen: Zwangsabstieg aufgrund Spielmanipulation. In der kommunistischen Tschechoslowakei wurde nach der Umbennung der Stadt Zlín nach dem Staatspräsidenten Klement Gottwald in Gottwaldov und von Baťa in Svit erst 1949 Svit Gottwaldov und ab 1953 Jiskra Gottwaldov. Nach einer Dusion mit einem anderen Stadtverein hieß der Klub ab 1958 TJ Gottwaldov. Mit einer Saison Ausnahme spielt man in der zweiten Liga bis man 1969 in die erste Liga zurückkehrte und dann 1970 auch noch den Cup gewann. Bereits 1971 stieg man aber wieder ab. Nach der Wende 1989 wurde die Stadt wieder rückbenannt und auch aus dem Fußballverein wurde wieder der SK Zlín. Mit wechselnden Sponsorennamen änderte man die Bezeichnung SK, FC und FK mehrmals. Von 1993 bis 1996 und von 2002 bis 2009 spielte man zuletzt erstklassig.
Größter Vereinserfolg war der tschechoslowakische Cupsieg 1970. Im Europacup der Cupsieger überstand man eine Qualifikationsrunde und schied dann gegen den PSV Eindhoven aus. Im damaligen UI-Cup schaffte man es 2004 in dir 3. Runde, wo man gegen Atlético Madrid mit 2:4-Heimniederlage und 2:0-Auswärtssieg nur knapp ausschied. 2005 scheiterte man in der zweiten UI-Cup-Runde mit 0:1 auswärts und 0:0 zuhause an Gent.
Rapid siegte 1931 in einem Freundschaftsspiel auf der Pfarrwiese 10:3 gegen Zlín. 1946 traf man einander erneut im Finale eines Sommerturniers in Genf, Rapid gewann 7:5 n.V.
Das Stadion Letná wurde 1926 eröffnet. Zuletzt wurde 2006 die halbe Längsseitentribüne an der Ostseite errichtet. Das Stadion hat heute eine Kapazität von 6.375 Plätzen.
Zuvor wurde untertags die Stadt Zlín besichtigt und am Nachmittag ein Spiel in Slušovice besucht.

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