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Samstag, 3. Februar 2024
Osijek – Hajduk Split 1:1 (0:0)
Kroatien, Hrvatska nogometna liga, 21. kolo, 3.2.2024
Stadion Pampas, 11.711
Ein unentschiedenes Spiel in der kroatischen ersten Liga. Das 1:0 wurde nach einer halben Stunde gefeiert, aber vom Schiedsrichter am Spielfeldrand-Fernseher kontrolliert und dann wieder aberkannt. Stattdessen fiel eine halbe Stunde vor Schluss das 0:1. Der zweite Torjubel von Osijek galt dann aber und es ging 1:1 aus.
Zum Einlauf der Mannschaften wurde zu gedimmtem Licht eine offensichtlich vom Verein organisierte Choreographie auf der Längsseite gezeigt. In Form von Kuglerln und Papierfliegern fand ein Teil der Zettel seinen Weg auf das Spielfeld.
Die Kohorta Osijek steht im neuen Stadion hinter dem Tor. Sie hatte vorne auch ihr Lokalpatrioti aufgehängt. Die große Pyroshow gab es zur letzten Viertelstunde. Die Osttribüne wurde in einem Wechselgesang einmal eingebunden und guter balkantypischer Support geliefert.
Die Torcida aus Split kam knapp zum Spiel am anderen Ende des Landes und hatte in der ersten Hälfte vorn groß den Fetzen mit Gründungsjahr 1950 hängen. Nach etwa 25 Minuten zeigten sie zum Spruchband zahlreiche überdimensionale Kuna-Geldscheine (mittlerweile ist die Währung in Kroatien vom Euro abgelöst) „... vama sigurno ne fali!“ („ihr vermisst ihn sicher nicht“). Nach der Pause hing bis Minute 67 ein Spruchband „Sve pijano, drogirano za Hajduka navijamo!“ („Wir alle jubeln Hajduk zu, betrunken und unter Drogen!“). Dazu gab es Doppelhalter, Schalparaden und schöne Pyro zu guter Stimmung für HNK Hajduk Split. Der NK Osijek hatte Karten für das Spiel nur an Vereinsmitglieder verkauft, um Gäste außerhalb des Auswärtssektors zu verhindern. Das gelang nicht ganz, da sich im daran anschließenden Hintertorsektor zahlreiche Hajuk-Fans immer wieder bemerkbar machten. Das Stadion war schon vorab ausverkauft, aber nicht ganz voll.
Seit meinem Besuch beim NK Osijek im alten Stadion Gradski vrt im Jahr 2018 hielt sich der Verein stabil unter den ersten vier Plätzen der kroatischen ersten Liga – mit dem zweiten Platz 2020/21 als größten Erfolg –und spielte regelmäßig im Europacup. In der laufenden Saison 2023/24 kam man in der Europa League-Qualifikation gegen Zalaegerszeg weiter und schied gegen Adana Demirspor aus.
Das offiziell sponsorenbenannte Stadion Pampas im Pampas benannten Gebiet an der Drau im westlichen Stadtteil Retfala der Stadt Osijek wurde in fünf Jahren ab 2018 errichtet und 2023 eröffnet. Die Bauarbeiten zogen sich lange hin, die Baufirma wurde währenddessen gewechselt, das Projekt verändert und schließlich kostete das jetzt 13.005 Plätze umfassende Stadion auch 65 Mio. € statt anfangs beabsichtigten 35 Mio. €. Gesponsert wird der Stadionname von einer ungarischen Firma. Der reichste Ungar, Lőrinc Mészáros, firmierte 2016 bis 2021 als Eigentümer und ist seither offiziell nur mehr Hauptsponsor, de facto aber weiter Chef. Als Jugendfreund von Viktor Orbán war er ein kleiner Installateur in Felcsút am Rande des Bankrotts bis er es parallel mit der Orbán-Machtentfaltung in kurzer Zeit zum Euro-Milliardär mit großem Firmen-Imperium brachte. Aus den zahlreichen Staatsaufträgen an ihn floss auch Geld an die Familie Orbán weiter. Das Investment in Osijek im Osten Kroatiens ist Teil der ungarischen Großmachtpolitik, sich mit viel Geld ungarischer Unternehmen politischen Einfluss in den Nachbarländern einzukaufen, wofür gern der Fußball herangezogen wird.
Sonntag, 18. März 2018
Osijek - Hajduk Split 3:3 (2:2)
Kroatien, 1. HNL, 26. kolo, 18.3.2018
Stadion Gradski vrt, 3.850
Sechs Tore gab es im Spiel auf wetterbedingt schwierigem Terrain in Osijek. Hajduk Split ging bereits in der dritten Minute in Führung, der NK Osijek drehte den Spielstand auf 2:1, aber die Gäste glichen noch vor der Pause zum 2:2 aus. Nach Seitenwechsel wurde es nicht weniger unterhaltsam. Ein Eigentor brachte Hajduk Split wieder in Führung, ein Elfmeter führte zum schießlichen Remis.
Die 1988 gegründete Kohorta zeigt in der Stadt mit einigen Graffiti Präsenz. Am Standort auf Höhe Mittellinie wurde supportet und Mitte der zweiten Hälfte eine gegen Hajduk gerichtete optische Aktion mit Spruchband, Doppelhalter und Rauch gezeigt. Der Auswärtssektor wurde im Laufe des Spiels besser je mehr er sich füllte. In der zweiten Halbzeit gab es dann neben einer Fahnenparade und Pyro auch mehrere Spruchbänder. Ein deutschsprachiges Spruchband der Torcida stach dabei heraus, das die deutschen Fankurven in ihrem Kampf um Erhalt der 50+1-Regel unterstützte.
Ungewöhnlich war die Osijeker Pausengestaltung durch den Verein. Von einem DJ-Pult auf der Laufbahn beschallte ein DJ in ohrenbetäubender Lautstärke das Stadion. Untermalt wurde dies von einer pyrotechnischen Show, bei der die Tribünen mit blauem und weißen Rauch in den Vereinsfarben eingenebelt wurden und Raketenbatterien in den Himmel abgefeuert wurden.
Der NK Osijek wurde 1947 als Proleter Osijek gegründet. 1961 wurde der Verein in Slavonija Osijek umbenannt und erhielt 1967 seinen heutigen Namen NK Osijek. 1977 stieg Osijek erstmals in die erste jugoslawische Liga auf, wo der sechste Tabellenplatz 1984 der größte Erfolg war. 1989 erreichte Osijek das jugoslawische Cupfinale. Nach der kroatischen Unabhängigkeit 1991 war Osijek 1992/93 Gründungsmitglied der ersten kroatischen Fußballiga (1. HNL), konnte aber wegen des Krieges keine Heimspiele hier austragen. Größter Vereinserfolg ist der kroatische Cupsieg 1999. Im Cupfinale hatte Gegner Cibalia aus dem ebenfalls slawonischen Vinkovci bis zur 93. Minute geführt, nach Ausgleich gewann Osijek dann per Golden Goal in der Verlängerung. Zuletzt erreichte man 2012 erneut das Cupfinale (Finalniederlage gegen Dinamo Zagreb). Im Europacup scheiterte man 2017 im Play-off der Europa League leider knapp per Auswärtstorregel an der Wiener Austria.
Rapid traf 2000 in der 2. Runde des UEFA-Cups auf Osijek und schied mit zwei Niederlagen aus. Hier verlor Rapid mit einem Elfmetergegentor in der Nachspielzeit 2:1 und im Rückspiel im Hanappi-Stadion 0:2.
Das heutige Stadion Gradski vrt wurde 1979 als Neubau eröffnet. Zuvor hatte es hier im Gradski vrt („Stadtgarten“) bereits ein 1958 eröffnetes erstes Fußballstadion mit 15.000 Plätzen auf Tribünen in Hufeisenform um das Spielfeld gegeben. Der Neubau fasste damals 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, mit der Renovierung und Versitzplatzung 1998 wurde die Kapazität auf 20.000 gesenkt. Heute gibt es 18.856 Plätze (17.876 Sitzplätze), wobei der obere Rang der Haupttribüne im Ligaalltag nicht verwendet wird.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Osijek besichtigt.

































































Stadion Gradski vrt, 3.850
Sechs Tore gab es im Spiel auf wetterbedingt schwierigem Terrain in Osijek. Hajduk Split ging bereits in der dritten Minute in Führung, der NK Osijek drehte den Spielstand auf 2:1, aber die Gäste glichen noch vor der Pause zum 2:2 aus. Nach Seitenwechsel wurde es nicht weniger unterhaltsam. Ein Eigentor brachte Hajduk Split wieder in Führung, ein Elfmeter führte zum schießlichen Remis.
Die 1988 gegründete Kohorta zeigt in der Stadt mit einigen Graffiti Präsenz. Am Standort auf Höhe Mittellinie wurde supportet und Mitte der zweiten Hälfte eine gegen Hajduk gerichtete optische Aktion mit Spruchband, Doppelhalter und Rauch gezeigt. Der Auswärtssektor wurde im Laufe des Spiels besser je mehr er sich füllte. In der zweiten Halbzeit gab es dann neben einer Fahnenparade und Pyro auch mehrere Spruchbänder. Ein deutschsprachiges Spruchband der Torcida stach dabei heraus, das die deutschen Fankurven in ihrem Kampf um Erhalt der 50+1-Regel unterstützte.
Ungewöhnlich war die Osijeker Pausengestaltung durch den Verein. Von einem DJ-Pult auf der Laufbahn beschallte ein DJ in ohrenbetäubender Lautstärke das Stadion. Untermalt wurde dies von einer pyrotechnischen Show, bei der die Tribünen mit blauem und weißen Rauch in den Vereinsfarben eingenebelt wurden und Raketenbatterien in den Himmel abgefeuert wurden.
Der NK Osijek wurde 1947 als Proleter Osijek gegründet. 1961 wurde der Verein in Slavonija Osijek umbenannt und erhielt 1967 seinen heutigen Namen NK Osijek. 1977 stieg Osijek erstmals in die erste jugoslawische Liga auf, wo der sechste Tabellenplatz 1984 der größte Erfolg war. 1989 erreichte Osijek das jugoslawische Cupfinale. Nach der kroatischen Unabhängigkeit 1991 war Osijek 1992/93 Gründungsmitglied der ersten kroatischen Fußballiga (1. HNL), konnte aber wegen des Krieges keine Heimspiele hier austragen. Größter Vereinserfolg ist der kroatische Cupsieg 1999. Im Cupfinale hatte Gegner Cibalia aus dem ebenfalls slawonischen Vinkovci bis zur 93. Minute geführt, nach Ausgleich gewann Osijek dann per Golden Goal in der Verlängerung. Zuletzt erreichte man 2012 erneut das Cupfinale (Finalniederlage gegen Dinamo Zagreb). Im Europacup scheiterte man 2017 im Play-off der Europa League leider knapp per Auswärtstorregel an der Wiener Austria.
Rapid traf 2000 in der 2. Runde des UEFA-Cups auf Osijek und schied mit zwei Niederlagen aus. Hier verlor Rapid mit einem Elfmetergegentor in der Nachspielzeit 2:1 und im Rückspiel im Hanappi-Stadion 0:2.
Das heutige Stadion Gradski vrt wurde 1979 als Neubau eröffnet. Zuvor hatte es hier im Gradski vrt („Stadtgarten“) bereits ein 1958 eröffnetes erstes Fußballstadion mit 15.000 Plätzen auf Tribünen in Hufeisenform um das Spielfeld gegeben. Der Neubau fasste damals 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, mit der Renovierung und Versitzplatzung 1998 wurde die Kapazität auf 20.000 gesenkt. Heute gibt es 18.856 Plätze (17.876 Sitzplätze), wobei der obere Rang der Haupttribüne im Ligaalltag nicht verwendet wird.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Osijek besichtigt.

































































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