Dienstag, 11. August 2026
Sturm Graz – Fenerbahçe 0:1 (0:0)
Champions League, 3. Qualifikationsrunde, Rückspiel, 11.8.2026
Stadion Liebenau, 15.599
Recht lauter Abend in Graz. In der Europacup-Begegnung der jeweiligen letztjährigen Meisterschafts-Zweiten 2025/26 aus Österreich und der Türkei hätte Sturm Graz nach dem 2:0-Hinspielsieg von Fenerbahçe SK im Rückspiel zwei Tore gebraucht, um auszugleichen. Der Favorit Fenerbahçe spielte aber sein Spiel und ließ das nicht zu. Ein Elfmeter brachte ihnen auch hier den Sieg.
„Zeigt uns euer Herz und kämpft für diese Kurve“ war es schon zum Aufwärmen aus der Grazer Nordkurve erschallt, die sich an diesem Abend auf den akustischen Support konzentrierte und dabei beachtliche Lautstärke erreichte. Jewels liberi hängt anstelle von Jewels Sturm angesichts der Repressalien, Verurteilungen und Stadionverboten, denen Mitglieder der Jewels ausgesetzt sind. „Ultras liberi!“ rief eine Viertelstunde vor Schluss die Nordkurve gegen die Repression. Die Grazer Sturmflut zeigte ein Spruchband zur Stadionproblematik von Rayo Vallecano. Ein Spruchband ging auch nach Pisa (20. Todestag von Andrea Magagnini, alias Sciascià).
Vom Grazer Hauptplatz aus war der Gäste-Anhang im Corteo zum Stadion marschiert. Der Gästesektor präsentierte sich komplett in gelben Leiberln, die in der zweiten Hälfte auch über dem Kopf geschwenkt wurden. Support kam von den 1998 gegründeten Ultras von Genç Fenerbahçeliler (GFB), bei europäischen Auswärtsspielen organisiert von der 2003 gegründeten GFB Europe. An Fahnen erkenntlich waren hier aber schon auch Leute aus İstanbul vertreten. Ein Gutteil des Anhangs kam aber wohl dennoch aus Deutschland und Österreich. Jedenfalls konnten sie gegen Ende den das Stadion verlassendem Teil des Publikums auf deutsch „Auf Wiedersehen!“ nachrufen. Zu sehen waren Viyana Birleşik Fenerbahçeliler Derneğ aus Wien und VFB Linz. Auch zumindest ein Schal der Austria Lustenau war zu sehen.
Sturm Graz hatte, wie bei solchen Gelegenheiten mittlerweile üblich geworden, keinen freien Kartenverkauf angeboten und Eintrittskarten abseits des Gästesektors nur an ihre Mitglieder sowie Abonnentinnen und Abonnenten verkauft. Wie üblich funktioniert so etwas aber nicht wirklich restlos, sodass auf beiden Seiten des Auswärtsblocks die anschließenden Sektoren jeweils mindestens zu zwei Drittel voller Fenerbahçe-Fans waren.
Mit Stadionadaptionen u.a. beim Flutlicht konnte Sturm Graz die Qualifikationsspiele der ersten und zweiten Runde zur Champions League hier in Graz auszutragen und hätte erst in der nächsten Champions-League-Qualifikationsrunde erneut ins Klagenfurter Wörtherseestadion ausweichen müssen. Die Europa League konnte Sturm bereits voriges Jahr auch hier in Liebenau austragen.
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