Freitag, 7. August 2026
Blau-Weiß Linz – Wacker Innsbruck 3:0 (2:0)
2. Liga. 2. Runde, 7.8.2026
Donauparkstadion, 5.500
Absteiger gegen Aufsteiger. Beide ehemalige österreichische Meister (wenngleich beide mit Brüchen in der Vereinsgeschichte). Beide Vereine mit Ambition, in die Bundesliga zurückzukehren. Ein Zweitliga-Schlagerspiel am Freitagabend. Gegen Ende der ersten Hälfte ging Blau-Weiß in Führung und Wacker Innsbruck hatte eine Ausgleichschance, stattdessen fiel das 2:0 der Marke Tor des Monats. Die Linzer zeigten sich als bessere Mannschaft und gewannen verdient.
Vor dem Spiel wurde der für Linz als Industriestandort unabschätzbare Bedeutung darstellende und für die Vereinsgeschichte des einstigen Werksvereins SK VÖEST Linz, in dessen Tradition der FC Blau-Weiß Linz steht, prägende Konzern voestalpine als Sponsor für die Frauen und den Nachwuchsbereich präsentiert. Entsprechende Freude herrschte im Stadion und es ertönten „Hier regiert der SKV!“ oder „VÖEST Linz!“
„Nur der SKV“ schrieben Linzer Pyromanen und Linzer Blauhelme in der Choreographie zum ersten Heimspiel der neuen Saison nach dem Bundesligaabstieg mit Zetteln über die Tribüne. „Egal in wöcha Liga, weil Unbeugsame geben nie auf!“ hieß es dazu vorne. Mit „Unsere Heimat ist die Stahlstadt, unser Klub VÖEST Linz“ startete man hier lautstark und motiviert in die Partie. „Getragen von grenzenloser Unbeugsamkeit“ war wie gewohnt die Devise, die am Banner des Stahlstadt Kollektivs an der Tribüne steht.
Noch vor dem Spiel gab es eine Gedenkminute und ein Spruchband der Linzer Stahlfront für einen ihrer Verstorbenen. Gefolgt von „Einmal VÖESTler, immer VÖESTler!“-Sprechchören. In Minute 35 gratulierte ein Pyromanen-Spruchband der 1991 gegründeten Linzer Stahlfront zu ihrem 35-jährigen Jubiläum. „Linzer Stahlfront!“ rief dazu der Fanblock. Ein katalanisches Spruchband „Gràcia es el teu Barri, Nou Sardenya es el teu estadi! Retourneu Europa a casa sena!“ („Gràcia ist dein Viertel, Nou Sardenya ist dein Stadion! Bringt Europa wieder ins richtige Zuhause!“) der Pyromanen galt der Stadionfrage von CE Europa in Barcelona, wohin sie einen guten Kontakt pflegen. Zu Gast waren an diesem Abend die Regensburger Freunde. Vor dem Spiel gratulierten der Verein und Spruchbänder im Fanblock Ferdinand Milanovich, Spieler der Meistermannschaft von 1973/74, zum 80. Geburtstag.
Die Tivoli Nord betrat eine Viertelstunde vor Spielbeginn unter „Scheiß auf Linz!“-Rufen den Sektor, in dem bereits wacker unser. die Choreographie vorbereitet hatte. Ein großes „wacker unser.“ stand vorn über die ganze Höhe des Zauns. Im mit zweimal schwarz-grün-rot-grünen Bändern überspannten Sektor wurde vorne der bekannte Steinschleuderer hochgezogen, der sich mit seinen Beinen lässig auf den Zaun setzte. Dahinter erleuchtete es hell. „Von den grün-schwarzen Bergen kommen wir!“ sangen sie laut einen Klassikern aus alten Zeiten, der nun nach ihrer Rückkehr wieder im bundesweiten Fußball erklingt.
Mit Spruchbändern konfrontierten die Innsbrucker die Blau-Weißen mit Schmähungen zur Graffititätigkeit „Am Tivoli die Hall Of Fame beschmiert / Habts in Linz koan Platz mehr griag?“ (in Anspielung auf die Präsenz des Stadtrivalen in Linz) und mit von Unterland kommentierten Ereignissen auf der Straße „Daheim in Überzahl kassieren / wann wollt's euch wieder blamieren? UL 1913“.
Mit zwei 3:0-Siegen ist Blau-Weiß Linz perfekt in die Meisterschaft gestartet. Für Wacker Innsbruck verlief der Ligaauftakt mit einem 5:0-Sieg und einer 3:0-Niederlage abwechslungsreicher. Eine erneut interessante und spannende Saison der Liga Zwa scheint jedenfalls garantiert.
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