Samstag, 22. August 2026

Bleiburg – Austria Klagenfurt 3:4 (2:2)

Regionalliga Süd Kärnten, 4. Runde, 22.8.2026
Karl-Kornberger-Stadion, 600

Verrückter Spielverlauf in der Regionalliga Süd. Ein Eigenfehler der Austria Klagenfurt brachte der Heimmannschaft aus Bleiburg bzw. slowenisch Pliberk schon nach zwölf Minuten die 1:0-Führung und auch beim Weitschusstreffer zum 2:0 schauten die Gäste nicht gut aus, doch in einem starken Finish erzielten sie binnen nicht einmal zwei Minuten am Ende der ersten Spielhälfte den Anschlusstreffer und den Ausgleich. Vom 2:2-Pausenstand ausgehend bestimmten die Klagenfurter das Spiel und erzielten zehn Minuten vor Schluss ihr überfälliges Führungstor zum 2:3-Spielstand. Doch statt dem 2:4 fiel vielmehr das Bleiburger 3:3, was damit das Match wieder offen machte. Doch die Klagenfurter Austria blieb dominant und schaffte am Ende ein weiteres Tor zu ihrem 4:3-Sieg. Eine Rudelbildung nach Schlusspfiff resultierte dann noch in zwei roten Karten.
Nach Konkurs in der vergangenen Saison in der Liga Zwa spielt die Austria Klagenfurt nunmehr eine Spielklasse darunter in der Regionalliga. Aufgrund der Auflösung der alten Regionalliga West aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg und der Regionalliga Mitte aus Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark mit Neubildung einer Regionalliga West aus Vorarlberg und Tirol, einer Regionalliga Nord (sic!) aus Salzburg und Oberösterreich und einer Regionalliga Süd aus der Steiermark und Kärnten ist das nun ebenjene Südliga, in der sie spielen. Da man dort einen abweichenden Modus festgelegt hat, wird die Herbstsaison vollständig im eigenen Landesverband gespielt.
„Die Rose vom Wörthersee!“ ertönte ein Klagenfurter Klassiker vom gut aufgelegten violetten Anhang, ebenso wie u.a. „Ficken ohne Ola, forza Viola!“ oder „Violett und weiß alè, Klagenfurt am Wörthersee“. Ein Doppelhalter zeigte das Motto „lei lafn lossn“, was gewissermaßen eine entspannte Lebenseinstellung beschreibt. Die Fanszene der Austria Klagenfurt Wir.Austrianer hatte im Frühjahr anstelle der von Investoren zugrundegerichteten Profifußball-GmbH die vom Verein getragenen Amateure supportet und auch Frauen und Nachwuchs unterstützt. Da nach dem Konkursverfahren wieder der Verein die Geschäfte übernommen hat, sind sie jetzt wieder bei der Kampfmannschaft (die zu einem guten Teil aus den Amateuren der Vorsaison besteht). Die Gespräche mit der Vereinsführung im Vorfeld im Sommer dazu beschrieben sie in einer Stellungnahme „durchaus als hitzig, letztlich jedoch als konstruktiv“. Themen waren die Beibehaltung von Wappen, Farben und Name ebenso wie Schritte in Richtung eines Mitgliedervereins.
Der Sportverein Grenzland Bleiburg wurde 1946 gegründet. 1977 stieg man erstmals in die Kärntner Liga als höchste Spielklasse des Landesverbands von Kärnten/Koroška auf und wurde 1990/91 Kärntner Meister. In den nachfolgenden Aufstiegsspielen um den Aufstieg in die Zweite Division gegen den oberösterreichischen Meister SV Ried und den steirischen Meister Flavia Solva konnten die Bleiburger nur ein Spiel gegen die Steirer gewinnen und verloren die übrigen drei Spiele. Mit der Erweiterung der 1994/95 eingeführten Regionalliga Mitte ab der Saison 1996/97 stieg Bleiburg darin auf. In der Regionalliga Mitte aus Oberösterreich und der Steiermark und spielte der SVG Bleiburg 1996/97 bis 2005/06 und nach einer Abstiegssaison nocheinmal 2007/08. Nach fast zwei Jahrzehnten Kärntner Liga ist man nun mit der Regionalligareform 2026 wieder Regionalligist. Dazu zog man im 80-Jahre-Jubiläumsjahr 2026 auch in das Finale des KFV-Cups 2025/26 ein, wo man aber in beiden Finalspielen dem SK Treibach unterlag.
Der Sportplatz wurde 1957 eröffnet und 2008 nach dem 2010 verstorbenen Bleiburger Fußballförderer Karl Kornberger Karl-Kornberger-Stadion benannt. Man sieht von hier auf der einen Seite das Gebirge der Petzen, einem Teil der Karawanken, und auf der anderen Seite das auf einem Hügel über der Innenstadt liegende Schloss.
Vor dem Spiel habe ich die Stadt Bleiburg/Pliberk besichtigt.

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