Freitag, 17. April 2026

Wiener Sport-Club – Horn 0:1 (0:0)

Regionalliga Ost, 27. Runde, 17.4.2026
Sportclub-Platz, 5.522

Der Wiener Sport-Club ist wieder zuhause, nun nach zwei Jahren in einem modernen Stadion. Sein britisches Flair mit Tribünen im Wohngebiet und Ausblick auf die Häuserzeile an der Kainzgasse hat das Stadion behalten. 5.522 Zuschauer*innen erfreuten sich am modernisierten Stadion. Verkauft werden hätten laut Verein locker auch doppelt so viele Karten. Fußballerisch ist der Wiener Sport-Club aber in dieser Saison im unteren Tabellendrittel der Ostliga zu finden und verlor auch das Eröffnungsspiel der 27. Runde der Regionalliga Ost gegen den SV Horn, die als einziger Verein der Ostliga die Zulassung für einen etwaigen Aufstieg erhalten haben. Raum zum entwickeln von Heimvorteil hat man, da nun aufgrund des Spieltermin-Tauschs mit zahlreichen Vereinen im Herbst acht weitere Heimspiele in Serie anstehen.
„Dornbach roads – take us home ...“ hieß es zu Spielbeginn auf der Friedhofstribüne in Anklang an den amerikanischen Country-Song „Take Me Home, Country Roads“. Die von den Phantoms mit Unterstützung der Freund_innen der Friedhofstribüne und der Anhängervereinigung erstellte Choreographie zeigte zu diesem Spruch inmitten schwarzer und weißer Stoffbahnen eine Blockfahne mit dem Wappen des Wiener Sport-Clubs (mit Antifa-Kürzel 161 statt den Buchstaben WSC auf der Fahne) und dem Wappen des Bezirksteils Dornbach. Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte die Gruppe Links Vorne eine weitere Blockfahne mit dem Bild der alten Friedhofstribüne darauf, samt detailreich gemaltem Friedhof dahinter sowie „Siamo tutti antifascisti“ und die Hernalser Postleitzahl 1170 im WSC-Wappen. Dabei waren auf der Friedhofstribüne die befreundeten Fans von Tennis Borussia Berlin und der Futbalová komunita Kozmos. Das schöne Graffiti Home is where the graveyard is (darüber nachzulesen in Schwarz auf Weiß 47), das auf der alten Friedhofstribüne zu sehen war, gibt es mitsamt dieser Tribüne nicht mehr. Auf der neuen Friedhofstribüne hängt das Motiv wie in den Ausweichspielstätten zuletzt verkleinert in Stoff-Form.
Der Horner Anhang der Waldviertler Jungs supportete hoch oben im Eck der nunmehrigen Schwarzen Tribüne. Die 1984 erbaute große Hintertortribüne an der Hernalser Hauptstraße hieß aufgrund ihrer blauen Metallsitze traditionell Blaue Tribüne. Mit der neuen Sitzplatzgestaltung mit schwarzen und weißen Sitzen hat man sie in umbenannt. Ein paar alte blaue Metallsitze erinnern noch an früher. Mit weißen Sitzen ist heute die Jahreszahl 1883 auf die Tribüne geschrieben, Gründungsjahr des Wiener Cyclisten Club, aus dem der Wiener Sport-Club im Jahr 1907 hervorging.
Dreimal hatte ich die Stadion-Baustelle im Jänner 2025, im Juli 2025 und im November 2025 in Augenschein genommen. Während der Bauzeit trug der WSC seine Spiele seit 2024 in seinem Trainingszentrum in der Ottakringer Erdbrustgasse aus und musste am Ende die letzten Heimspiele sogar im transdanubischen Hirschstetten austragen. Auf die Hohe Warte ging es für den ÖFB-Cup gegen den LASK.
Die Stadt Wien errichtete das neue Stadion um 22 Mio. €, wovon zwei Millionen vom Bund kamen, auch als Spielstätte für Frauen und Nachwuchs-Länderspiele und diverse andere Sportarten, die solche Spielfelder benötigen wie Rugby und American Football. Die alte Haupttribüne aus den 1970ern und die alte Friedhofstribüne aus dem Jahr 1981 hat man abgerissen und neu gebaut. WSC stand beim Einbau der Sitzplätze anfangs auf der langen Tribüne. Das hat man aber bald wieder rückgängig gemacht. Der Wiener Sport-Club betreibt als Pächter das Stadion. An der Kainzgasse wurde auch im Neubau keine Tribüne mehr errichtet. Die dahinter liegende Straße ist nun eine Begegnungszone. Alle drei Tribünenseiten sind überdacht und entsprechen modernen Anforderungen.

8 Kommentare:

  1. Unzählige politische Banner. So stelle ich mir eine Fantribüne nicht vor.

    AntwortenLöschen
  2. Richtig. Ultras no politica.

    AntwortenLöschen
  3. Die Friedhofstribüne ist zwar nicht Ultras orientiert, aber die Politik gehört raus aus jeder Kurve.

    AntwortenLöschen
  4. Der Fußball ist ein extrem stark politisierter Raum, egal ob man sich dazu bekennt oder nicht. Politik raus aus dem Fußball ist also absolut unmöglich und sinnbefreit. Außerdem war die Friedhofstribühne immer schon politisch aktiv und das wird auch so bleiben!!

    AntwortenLöschen
  5. Bestimmte Art der Politik lässt sich nicht vermeiden, dass ist klar.
    Aber solche Kurven wie bei Lazio, St.Pauli oder eben Sportclub verachte ich. Sieht nicht jeder so, ist mir schon bewusst.

    AntwortenLöschen
  6. Die Curva Nord von SS Lazio ist mir auch zu links.

    AntwortenLöschen
  7. Leute, die sich daran stören, dass eine linke Anhängerschaft auch als solche zu erkennen ist, sind gaanz bestimmt total unpolitisch.

    "Ultras no politica." Sag mir, du hast noch nie was vom Sportclub gehört, ohne mir zu sagen, dass du noch nie was vom Sportclub gehört hast.

    AntwortenLöschen
  8. Das Lazio ein Beispiel für eine rechte Kurve ist, sollte eigentlich logisch sein.
    Anscheinend nicht für jeden!

    AntwortenLöschen