Mittwoch, 2. Oktober 2019

1899fm – Folgen 6 und 7




Rezension


Heinz Deutsch
1899fm
Rapidfunk
1899fm.net







In der sechsten Folge des Podcasts war der Wirtschafts-Geschäftsführer der Rapid, Christoph Peschek, zu Gast. Nach ersten Fragen zu seiner Biographie und Rapidfanlaufbahn („es war in die Wiege gelegt“) steigt Heinz Deutsch gleich mit Fragen zum Verhältnis zwischen dem fehlenden sportlichen Erfolg und der steigenden Kommerzialisierung bei Rapid ein. Peschek legt Wert darauf, zwischen Professionalisierung und Kommerzialisierung zu differenzieren: „Es ist klar, dass wir ein wirtschaftliches Fundament brauchen. Aber es ist auch klar, dass es rote Linien gibt.“ Er nennt andere Tribotfarben oder rosa Ärmel am Dress (wie zuletzt bei LASK) als Beispiel. „Professionalisierung war notwendig. Dass der sportliche Erfolg nicht so war, wie es unser Anspruch ist, ist auch völlig klar.“ Weitere Themen des Gesprächs sind der Spagat der Vereinsführung zwischen verschiedenen Zugängen und Herangehensweisen im großen und breitgefächterten Rapidanhang, TV-Verträge, unterschiedliche Gesprächsebenen mit verschiedenen Klubs und wirtschaftliche Auswirkungen des sportlichen Misserfolgs („Underperformance“). Interessant waren die Ausführungen zum Stand bei der Entwicklung des Trainingszentrums rund um den Elektra-Platz, wo dann auch die Rapid II zuhause sein und Zweitligatauglichkeit der Hauptspielstätte vorhanden sein soll

Steffen Hofmann beschreibt in der siebten Folge sein Aufgabengebiet als Talentemanager des SK Rapid. Die verblüffte Nachfrage „Haben 16-jährige wirklich schon ein Management?“ von Interviewer Heinz Deutsch beantwortet Hofmann nüchtern mit: „Das geht teilweise sogar schon früher los.“ Er erzählt, dass diese Funktion – die es mit ihm bei Rapid erstmals gibt – bei Sturm Graz mit Günther Neukirchner schon jahrelang besteht und nun auch bei den anderen Bundesligavereinen geschaffen wurde. Weitere große Themen des Gesprächs sind Rückblicke auf besondere Spiele wie v.a. einige großartige Europacupabende, bei denen man im Rückblick einiges an Gänsehaut bekommt, sowie sein Abschied. Für Hofmanns gentlemanlike Zurückhaltung äußert er sich deutlich dazu, dass er in seinem letzten Jahr vom damaligen Trainer auf Kosten des sportlichen Erfolgs de facto aus der Mannschaft gestellt und nicht eingesetzt wurde: „Dass ich den Jungs noch hätte helfen können, davon bin ich überzeugt. [...] Ich habe damals nichts gesagt, weil ich gewusst habe, es hilft niemandem weiter, wenn ich mich aufrege. Aber natürlich hat es mich ein Stück weit traurig gemacht.“ Ein Wechsel zu einem anderen Verein stand aber nie zur Debatte: „Professionell Fußballspielen in Österreich kann ich nur da. Woanders kann ich mir das nicht vorstellen. [...] Ich war nicht Rapid böse, sondern ich war böse dass manche Leute gesagt haben, sie brauchen mich nicht mehr und ja, das war schade für mich.“


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